Ich glaube, das ist ein strukturelles Problem. Ich muss z.B. 12 Stunden unterrichten. Aber frei nach dem Motto „oben schlägt unten“ kann ich manchmal einfach in bestimmten Stunden nicht, weil es Termine gibt, die kollidieren. Das versteht mein Kollegium, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das hier im Forum nicht verstanden wird. Schade, denn dann sind wir bei dem, was hier auch irgendwo auftauchte: dem „Feindbild Schulleitung“…
Das mit dem "Feindbild Schulleitung" kann und will ich so nicht stehen lassen ... Ich kann mich über unsere SL wirklich nicht beschweren. Dennoch hat das Ganze zumindest ansatzweise das Odium einer Ungleichbehandlung.
Dass die SL viel Arbeit und immer einen überfüllten Schreibtisch hat, streitet niemand ab - abgesehen von Terminen, Terminen, Terminen ...
Das haben die Kolleginnen und Kollegen an der Basis aber auch - vielleicht von anderer Qualität - vielleicht in anderem Umfang. Dennoch bekommen sie (mit sehr wenigen von der GK beschlossenen Ausnahmen) dafür keine Abminderung. In B liegt das volle Deputat in der Grundschule bei 28 Stunden. Eine Abminderung bekommt man als Klassenleiter, was auch durch die GK muss, meist jedoch anstandslos durchgeht.
Selbst wenn Du (rein fiktiv) 3 Abminderungen hättest, hättest Du noch 25 Wochenstunden. Alles außerhalb des Unterrichts Anfallende musst Du auch außerhalb des Unterrichts erledigen - vorrangig alles, was mit Elternarbeit zu tun hat - aber auch das Schreiben der Zeugnisse, Aktenpflege oder das Auswerten / Ausdrucken / Abheften irgendwelcher Tests, bspw. Vera 3 ...
Man macht es gern, weil man seinen Job gern macht und weil es halt dazu gehört. Wie gesagt - ich habe nicht wirklich Grund zum Meckern.
Andererseits kann ich aber Kolleginnen und Kollegen verstehen, die grummelig oder säuerlich sind, wenn sie einen Rektor / eine Rektorin haben - gleich, welche Schulform - gleich, welches Bundesland - der / die selbst bei 3 oder 4 Stunde (pro Woche !) Probleme hat, diese regelmäßig zu geben.
Das weckt streckenweise Unmut im Team.
Das hat m. E. nichts mit Feindbild zu tun, sondern schlicht mit Fairness und mit kollegialem Miteinander. Wie gesagt - der / die Chef / in hat permanent den Kopf voll und eine immense Verantwortung - keine Frage, das zweifelt niemand an.
Es geht hier nicht darum, dass er / sie "nur" 5 Stunden wöchentlich gibt / geben muss ... Es geht darum, dass nicht mal diese 5 Stunden sicher gehalten werden können und sehr oft irgendwas dazwischen kommt, was eine Vertretung erfordert. Wozu also Doppelbesetzung ? Wenn ich (Beispiel) mit meinem Rektor (z. B. 5 Stunden wöchentlich) doppelt gesteckt bin und ich muss wegen seiner Termine / Verpflichtungen mindestens 3 davon sowieso allein machen - dann kann ich auch alle 5 machen ! Unter´m Strich sieht es nur sehr gut und gewissenhaft aus, wenn der Dienstaufsicht gemeldet wird, dass der Rektor wöchentlich 5 oder 6 oder ... Stunden gibt. Dass davon ein Drittel regelmäßig vertreten werden muss oder gar ausfällt, erfährt die Dienstaufsicht natürlich nicht.
Es kann nämlich nicht sein, was nicht sein darf ...