Beiträge von helmut64

    Ich war 36 Jahre lang Lehrer für Mathematik und Physik am Gymnasium. Seit fast vier Jahren bin ich pensioniert.



    Warum für das Lehramt studiert?


    Ich habe 1962 beim Geben von Nachhilfe gemerkt, dass es mir Spass macht, mathematische und physikalische Zusammenhänge zu erklären. Außerdem war damals der Lehrerberuf noch sehr angesehen.



    Vorteile am Beruf des Lehrers:


    Man hat mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu tun. Der Unterrichtsstoff ist vielfältig, Langeweile kommt nicht auf.



    Nachteil:


    Man braucht sehr gute Nerven und muss zeitweise äußerst belastbar sein.



    Glücklich mit dem Verdienst:


    Bin zufrieden (A15).



    Angestellt oder verbeamtet:


    Beamter.



    Würde ich im nächsten Leben wieder auf Lehramt studieren?


    Ja.

    Zum Trost:


    Das war schon in den siebziger Jahren so. Unser Chef hat die Beurteilungsnoten so gewählt, dass niemand vorzeitig auf Lebenszeit verbeamtet wurde. Insgesamt hat er auf diese Weise während seiner Dienstzeit dem bayerischen Staat ein erkleckliches Sümmchen erspart.



    Eine Anekdote:


    Ein junger, etwas unbedarfter Kollege kommt aus dem Direktorat, wo ihm seine erste Beurteilung eröffnet wurde und verkündet voll Stolz im Lehrerzimmer, er habe ein "genügt den Anforderungen" (oder wie das damals hieß).


    Wir haben ihm dann schonend beigebracht, dass das eine 5 war.



    Wie weiter?


    Auf keinen Fall solltest du den Chef oder seine Zuträger (!) etwas von deinem Frust spüren lassen.
    Mache weiter wie bisher und falls du eine Karriere anstrebst, verstärke deine außerunterrichtlichen Aktivitäten. Du hast ja schon gemerkt, dass es auf guten Unterricht nicht so ankommt (es sei denn, Eltern beschweren sich, das wäre ganz übel). Wenn du es mit deinen Aktivitäten bis in die Lokalzeitung schaffst, rückt die Beförderung schnell näher.



    Noch ein Tipp:


    Als Anfänger hört man gewöhnlich vom Schulleiter: "Wenn sie irgendwelche Probleme haben, dann wenden sie sich vertrauensvoll an mich!".


    Tu das nicht, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Der Chef ist nämlich immer auf der Suche nach Begründungen für eine schlechte Beurteilung, weil er ja einen bestimmten Schnitt einhalten muss. Abgesehen davon kann er in den meisten Fällen sowieso nicht helfen. Wende dich lieber an einen vertrauenswürdigen Kollegen.

    Immer dieselbe fruchtlose Diskussion um Ausbildungszeiten, Abschlüsse, Arbeitsbelastung usw...


    Wie wär's zur Abwechslung mal mit dem Gesetz von Angebot und Nachfrage?


    Der Staat verlangt für jedes Lehramt eine bestimmte Qualifikation und bietet dafür eine bestimmte Bezahlung. Falls er unter diesen Bedingungen nicht genügend geeignete Bewerber findet muss er entweder das Gehalt erhöhen oder seine Anforderungen verringern.


    Auf diese Weise würden sich allmählich angemessene Gehälter und Arbeitsbedingungen einstellen, bei denen diese ewigen Neiddiskussionen überflüssig wären.


    Natürlich könnte es dann sein, dass etwa Lehrer der Mathematik oder der Naturwissenschaften besser bezahlt werden als andere.

    Meine Frau hat da folgenden Trick:


    Wenn sie einen Schüler vor die Türe schickt, dann muss dieser die Türklinke nach unten gedrückt halten. Das sieht man von innen.

    Eine Mutter in der Sprechstunde:


    Ach wissen Sie, eigentlich wollten wir gar kein Kind mehr, aber jetzt, wo es schon mal da ist, soll es auch aufs Gymnasium.

    Hawkeye: War auch mein erster Gedanke


    @Philou: Volle Zustimmung!


    Das alles zeigt doch nur, dass man selbst in einem Pädagogikseminar an der Uni keinen Schimmer davon hat, worauf es beim Unterricht ankommt.


    Die vielen Punkte lassen mich aber befürchten, dass auch in den nächsten 50 Jahren an unsinnigen Reformvorschlägen kein Mangel herrschen wird.

    "Ich bin durchaus für leistungsbezogenes Gehalt. Und die Idee könnte ganz schlicht sein, dass jede zusätzliche Tätigkeit zum "Kerngeschäft Unterricht" bezahlt wird. Man darf natürlich nicht damit anfangen Unterricht an sich i seiner Wertigkeit abzustufen oder zu vergleichen. Ds wäre ein endloses Gemetzel. Aber das Engagement über den Unterricht hinaus - das ist relativ gut messbar."



    Das gibt es längst! Für die Beförderung ist die dienstliche Beurteilung ausschlaggebend.


    Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Qualität des Unterrichts - außer wenn sie ganz miserabel ist - so gut wie garnicht zählt. Wie soll der fachfremde Chef das auch beurteilen können?


    Worauf es ankommt, sind Sonderaktionen, möglichst mit einem Artikel in der Presse. Dabei ist der Erfolg nicht wichtig. Man muss nur viel Lärm machen.

    Längere oder schwierigere Ausbildung, Anzahl der Unterrichtsstunden, Unterrichtsniveau, Aktivitäten über den Unterricht hinaus, unterschiedlich problematische Eltern und Schüler usw...


    Das alles durch ein gerechtes Gehalt abzugelten ist einfach unmöglich, zumal jeder etwas anderes unter Gerechtigkeit versteht.


    In der Marktwirtschaft gibt es dafür eine einfache Lösung:


    Das Ausgleichen von Angebot und Nachfrage.


    Seit Jahren ist das Angebot an Gymnasiallehrern klein und die Nachfrage groß.
    Damit ist ihre bessere Bezahlung hinreichend begründet.


    Noch mehr marktkonform wäres es natürlich, die Vertreter von Mangelfächern, wie z.B. Mathematik und Physik, besser zu bezahlen als etwa Deutsch- und Geografielehrer. Vielleicht kommt's ja noch so weit. Ich hätte nichts dagegen ;-)

    Für das Alter der drei Kinder gibt es folgende Möglichkeiten:


    1,2,18 Summe: 21
    1,3,12 Summe: 16
    1,4,9 Summe: 14
    1,6,6 Summe: 13
    2,2,9 Summe: 13
    2,3,6 Summe: 11
    3,3,4 Summe: 10


    Der Briefträger kennt die Hausnummer (= Summe). Trotzdem braucht er noch eine Information. Das bedeutet, dass die Hausnummer 13 ist, denn von den anderen Summen gibt es ja immer nur eine.


    Das Alter der Kinder ist also 1,6,6 oder 2,2,9.


    Nun kommt die Information, dass es eine älteste Tochter gibt.


    Also muss das Ergebnis 2,2,9 sein.


    Gruß, Helmut

    Auf der Website des Bundestages kann man sich informieren:



    Juristen: etwa 23%


    Lehrer aller Art: etwa 13%



    Und dann sollte man noch bedenken, dass ...


    ... ein Lehrer, der etwas anderes anfängt, sofort vergisst, wie das Lehrerdasein war (gilt sogar schon für Oberstudiendirektoren).


    ... viele von denen nur mal kurz in die Schule hineingeschnuppert und dann bei der ersten sich bietenden Gelegenheit die Flucht ergriffen haben.

    Ist doch alles ganz einfach:


    Solange sich noch genügend Leute finden, welche diese Arbeit unter diesen Bedingungen und bei dieser Bezahlung machen, solange ändert sich nichts und alle Diskussionen um gleiche Arbeitsbelastung etc. sind für die Katz!


    Interessant wird es aber, wenn der Nachwuchs fehlt, wie kürzlich in Berlin. Da werden dann sogar aus einer leeren Kasse noch etliche Tausender geholt. Anderwärts winkt man mit schneller Verbeamtung sogar für Seiteneinsteiger.


    Vielleicht kommt es noch so weit, dass die Bezahlung für Lehrer mit Mangelfächern heraufgesetzt wird. Bis jetzt versucht man es leider mit einer Verringerung der Prüfungsanforderungen und einer Verschiebung der Mindestnote nach unten.

    Wie wär's denn mit diesem marktwirtschaftlichen Vorschlag:


    Lehrer werden je nach Fach und Klassenstufe unterschiedlich bezahlt, und zwar wird ihr Gehalt so festgelegt, dass sich gerade genug finden, welche dieses Fach auf diesem Niveau unterrichten wollen. Wenn der Staat höhere Ansprüche stellt, wird einfach die Ausbildung reichhaltiger gemacht und die Prüfungen schwieriger. Damit sich dann wieder genügend entschließen, dieses Fach zu studieren, müssen nur die Gehälter erhöht werden. Sollten eines fernen Tages die Klassenstärken sinken - kein Problem - einfach rauf mit der Bezahlung, bis Nachfrage und Angebot wieder ausgeglichen sind.

    "... ich muss Sie leider zu jedem Halbjahr mit Schulnoten bewerten. Aus diesem Grund möchte ..." finde ich keine so gute Begründung.


    Das Verhältnis Lehrer-Schüler ist nun mal notwendigerweise asymmetrisch und nur der Lehrer verteilt Noten (ob gern oder nicht, das behält der Profi für sich).


    Andererseits spricht nichts dagegen, die Schüler nach ihren Wünschen in Bezug auf Unterrichtsstil und Methodik zu fragen. Ich würde das aber auf keinen Fall in eine Art Benotung des Lehrers durch Schüler ausarten lassen!

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