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    Original von Melanie01
    Nach so viel Nachdenklichem und der (berechtigten) Sorge um das Bildungschaos, möchte ich mal einen Lichtblick in die Runde werfen...
    Ich wage es kaum auszusprechen...:sofa:
    Vielleicht bekommen wir Grundschullehrer dann endlich mal unser wohlverdientes A13?


    An einer Gemeinschaftsschule kann es ja wohl auf Dauer kein 2-Klassen-Kollegium mehr geben wie bisher an den Grund- und Hauptschulen?! Hoffe ich zumindest...


    LG


    Äh... Nö! Fertig gewordene Realschulreferendare (das kann man bei uns noch werden, Gemeinschaftsschullehrer nicht) haben momentan die Wahl zwischen "ewig lange und viele zusammengestückelte Vertretungsverträge" oder "klar können wir dich verbeamten, das geht aber leider nur als Grund-und-Hauptschullehrer, dann hast du zwar deine Stelle, verdienst aber dein Leben lang halt etwas weniger". Soviel dazu, dass dieses schöne neue System keine Sparmaßnahme ist...

    Bolzbold #5

    Gutmensch und Spaß dabei (= das GG und der Diensteid sind schon 'ne gute Sache 😉)

    "Und hast du die Ausrufezeichen bemerkt? Es sind fünf. Ein sicheres Zeichen dafür, dass jemand die Unterhose auf dem Kopf trägt." (T. Pratchett)

    Einmal editiert, zuletzt von jotto-mit-schaf ()

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    Original von Sinistra
    Hallo,


    bei uns an Gemeinschaftsschulen gibt es unterschiedliche Bezahlung... wir haben auch Realschullehrer bei uns im Kollegium (Gym), die ebenfalls schlechter bezahlt werden....
    aber ich fände es auch wünschenswert, wenn das mal angeglichen werden würde...


    sinistra


    Natürlich ist das Ziel die Angleichung, aber nicht so, wie es sich das die Realschul-Kollegen vorstellen: Das Ziel der Grünen ist doch die Einheitsschule für alle bis Klasse 10. Wozu braucht es da noch Gymnasiallehrer? Nicht dem fachwissenschaftlich ausgebildeten Lehrer gehört die schulische Zukunft, sondern dem erziehungskompetenten Lernbegleiter / -moderator...


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

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    Original von jotto-mit-schaf


    Äh... Nö! Fertig gewordene Realschulreferendare (das kann man bei uns noch werden, Gemeinschaftsschullehrer nicht) haben momentan die Wahl zwischen "ewig lange und viele zusammengestückelte Vertretungsverträge" oder "klar können wir dich verbeamten, das geht aber leider nur als Grund-und-Hauptschullehrer, dann hast du zwar deine Stelle, verdienst aber dein Leben lang halt etwas weniger". Soviel dazu, dass dieses schöne neue System keine Sparmaßnahme ist...


    Das kann ich nur unterstreichen...bei uns, Vorschule, Grundschule, Beobachtungsstufe, Haupt- und Realschule, jetzt VS, GS und STS (Stadtteilschule) arbeite ich auch schön weiter mit A12 und das auch, wenn man in den Sekundarstufenklassen arbeitet... :rolleyes:
    LG Rotti

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    Original von Rottenmeier


    Das kann ich nur unterstreichen...bei uns, Vorschule, Grundschule, Beobachtungsstufe, Haupt- und Realschule, jetzt VS, GS und STS (Stadtteilschule) arbeite ich auch schön weiter mit A12 und das auch, wenn man in den Sekundarstufenklassen arbeitet... :rolleyes:
    LG Rotti


    In Bayern wird den Realschuleinsteigern jetzt auch gekürzt, d.h. mit A12 eingestellt, statt vorher mit A13....ich denk, das ist Trend...

  • Der Film sagt ja jetzt nicht so viel aus.


    Ich bin entsetzt, wie ihr RS- und Gym-Lehrer alle euern Status verteidigt. Von Solidarität ist da nicht viel zu spüren. Wir GS Lehrer in BaWü arbeiten übrigens immer noch 28 Stunden für A 12. Und das mit viel Engagement. Wenn ich da an die Lehrer meiner eigenen Kinder am Gaymnasium denke. Ich würde mich nie getrauen, eine handgeschriebene, schlecht kopierte Klassenarbeit auszugeben...


    Ich wäre auch sehr froh, wenn ich die Kinder nicht schon nach 3 1/2 Jahren einteilen müsste.
    So schlecht wäre eine 6-jährige gemeinsame Lernzeit nicht.


    rirera

  • Oh, ich denke nicht, dass wir uns verteidigen. Ich denke, du wirst hier niemanden finden, der nicht eine gleiche Bezahlung für Lehrer sofort unterschreiben würde.


    Das Problem dürfte eher sein, dass "wir" wollen, dass ihr im Gehalt "uns" angepasst werdet ;)...und nicht umgekehrt.


    Ich finde ja auch schon die ungleiche Bezahlung in einem Kollegium eine Zumutung: verbeamtet, angestellt, angestellt unbefristet, arbeitsvertrag, aushilfe, fachlehrer. von a13+z bis a10 geht alles.

  • Hawkeye hat´s schon gut beschrieben, es hat sich hier niemand beschwert, dass er es den GS-Leuten nicht gönnen würde (warum auch, tauschen würde ich nicht wollen), aber ihr sollt bitte nach oben angepasst werden. Ziel der Landesregierungen scheint aber zu sein, nach und nach einfach alle nach unten zu regeln.

    Bolzbold #5

    Gutmensch und Spaß dabei (= das GG und der Diensteid sind schon 'ne gute Sache 😉)

    "Und hast du die Ausrufezeichen bemerkt? Es sind fünf. Ein sicheres Zeichen dafür, dass jemand die Unterhose auf dem Kopf trägt." (T. Pratchett)

  • Zitat

    Original von Hawkeye
    Oh, ich denke nicht, dass wir uns verteidigen. Ich denke, du wirst hier niemanden finden, der nicht eine gleiche Bezahlung für Lehrer sofort unterschreiben würde.


    Um. Okay. Frage: sind die Studiendauern (als grober Indikator für die Qualifikation) für die verschiedenen Lehrämter inzwischen gleich?

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht.


    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum.

  • Zitat

    Original von Hawkeye
    In Bayern wird den Realschuleinsteigern jetzt auch gekürzt, d.h. mit A12 eingestellt, statt vorher mit A13....ich denk, das ist Trend...


    Auf jeden Fall! Bei GS und HS steigt man jetzt mit A11 statt A12 ein...

  • Zitat

    Original von Herr Rau
    Um. Okay. Frage: sind die Studiendauern (als grober Indikator für die Qualifikation) für die verschiedenen Lehrämter inzwischen gleich?


    Gute Frage. Das Internet sagt mir, dass in Bayern die Mindeststudienzeit für "nicht vertiefte" Grundschul-, Hauptschul- und Realschullehramtsstudenten 6 Semester beträgt, die "vertiefte" für Gymnasialstudenten 8 Semester. Die jeweilige maximale Studiendauer beträgt 12 und 14 Semester.


    Wenn ich das alles richtig verstanden habe, können innerhalb der normal vorgesehenen Studiendauer, "vertiefte" und "nicht vertiefte" Lehramtsstudenten also eine gemeinsame Studienlänge von 8, 9, 10, 11 und 12 Semestern haben. Ein langsamer Gymnasialstudent kann innerhalb der Bandbreite noch 13 und 14 Semester studieren, was ein "nicht vertiefter" Lehramtsstudent nicht kann. Ein schneller "nicht vertiefter" Lehramtsstudent kann sein Studium in 6 oder 7 Semestern abschließen, was zu schnell für einen Gymnasialstudenten ist. Es gibt also einen fünf Semester breiten Korridor von möglicher gemeinsamer Studiendauer und zwei Semester breite Randbereiche. Ich denke also nicht, dass die Studiendauer als "grober Indikator" für Qualifikation (und für die Konsequenz lebenslanger deutlicher Gehaltsunterschiede und Aufstiegsmöglichkeiten!) dienen kann, denn das Land Bayern ist offenbar der Meinung, dass beide Studienformen grob gesehen gleich lang dauern.


    Ich meine weiterhin, dass die unterschiedliche Vergütung von Gymnasial- und anderen Lehrern in erster Linie historische Gründe hat: die fachwissenschaftliche Kompetenz der Gymnasiallehrer (die mal "Gymnasialprofessoren" hießen) wurde langer Zeit als "höherwertig" betrachtet als die pädagogisch-didaktische Kompetenz der anderen, der "Volksschullehrer" und der "technisch-praktischen" Realschullerher. Das schlägt sich halt immer noch vielerorts in der Vergütung nieder (und im leider teilweise immer noch vorhandenen gymnasialen Standesdünkel.) Ob das angesichts der allgemeinen Professionalisierung des Lehrerberufes hin zur Kompetenz "Unterrichten/Beraten" und angesichts eines mittlerweile völlig veränderten Berufsbildes immer noch aufrecht zu erhalten ist, wage ich gelinde zu bezweifeln...


    ... allerdings steht für mich völlig außer Frage, dass eine Gehaltsangleichung von den Dienstherren natürlich nach unten hin vorgenommen werden wird.


    Nele

    5 Mal editiert, zuletzt von neleabels ()

  • Zitat

    Original von neleabels
    Ob das angesichts der allgemeinen Professionalisierung des Lehrerberufes hin zur Kompetenz "Unterrichten/Beraten" und angesichts eines mittlerweile völlig veränderten Berufsbildes immer noch aufrecht zu erhalten ist, wage ich gelinde zu bezweifeln...


    ... allerdings steht für mich völlig außer Frage, dass eine Gehaltsangleichung von den Dienstherren natürlich nach unten hin vorgenommen werden wird.


    Nele

    Beide Punkte sehe ich genauso...

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Zitat

    Original von neleabels
    Wenn ich das alles richtig verstanden habe, können innerhalb der normal vorgesehenen Studiendauer, "vertiefte" und "nicht vertiefte" Lehramtsstudenten also eine gemeinsame Studienlänge von 8, 9, 10, 11 und 12 Semestern haben.


    Ich kenne die gegenwärtige Praxis nicht, aber früher waren es 8 Semester Regelstudienzeit bzw. 10 (bei jeweils 2 Semestern weniger Mindeststudienzeit). Das Staatsexamen fällt hier noch nicht unter Bolognaregelungen, deshalb können sich Studenten wohl immer noch mehr oder weniger Zeit lassen. Dennoch ist das eine auf 10 Semester angelegt und das andere auf 8. Das rechtfertigt für mich schon eine Unterscheidung, was die Qualifikation anbelangt.


    Mein Selbstverständnis als Lehrer: ich sehe mich auch als Akademiker und will deshalb auch als solcher bezahlt werden. Klar begleite ich Schüler beim Lernen, aber ich muss ihnen auch sagen können, was wissenschaftlich richtig ist oder nicht. (Und was "wissenschaftlich" heißt, und warum es widersprüchliche Theorien geben kann.) Es kommt ja nicht darauf an, *dass* die Schüler lernen, sondern *was* sie lernen. Oft genug stehen Sachverhalte auch falsch in den Schulbüchern. Ob man das jetzt Wissen nennt oder die Kompetenz, Verdacht zu schöpfen und Falsches zu erkennen, ist mir egal.


    Leider geht mit Bologna der Prozess in die andere Richtung, Studium eher oberflächlich, sicher bald auch fürs Lehramt.


    Ich möchte übrigens sehr gerne, dass Grundschullehrer sich ebenfalls als Akademiker verstehen und auch so bezahlt werden wie Gymnasiallehrer, und Realschullehrer ebenso. (In der Praxis wird das eher heißen: Absenkung der Gehälter für alle anderen, leider.)

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht.


    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum.

  • Zitat

    Original von Herr Rau


    Um. Okay. Frage: sind die Studiendauern (als grober Indikator für die Qualifikation) für die verschiedenen Lehrämter inzwischen gleich?


    Jahaaaa...die Diskussion mochte ich immer...:D....


    Ich habe 14 Semester studiert. Drei Fächer...


    Ich habe bei Professoren Prüfungen abgelegt, die als "vertiefte" durchgingen. Dabei auch freundlich oft mündlich nach Gym geprüft, weil ich der einzige "nicht vertiefte" war, den sie gesehen haben. Habe dieselben Veranstaltungen wie meine Frau besucht.


    Verglichen mit meiner Frau (GY) habe ich nahezu dieselbe Anzahl Scheine gemacht (fachwissenschaftlich, ich meine einen weniger), dieselbe Anzahl Prüfungen abgelegt.


    Als Beispiel: meine Prüfungsfrage Literaturwissenschaft lautete: "Bestimmen sie die Stellung der Lyrik Heinrich Heines zwischen Romantik und Vormärz."


    So - dennoch gabs/gibts die Unterschiede bei der Bezahlung insofern, dass meine Frau automatisch befördert wird zur Oberstudienrätin - und ich nicht, weil, ursprünglich, hier kein "Aufstieg" möglich ist.


    dann kommt das Oberstufenargument....im Kollegium meiner Frau sitzen Leute, die oberhalb der 9. Klasse nicht eingesetzt werden, weil sie, plump gesagt, zu doof sind, fachlich schlecht - die würden auch auf der Realschule überfordert sein...dennoch Gehaltsunterschied.



    Ich sehe da überall keinen Sinn drin. Nicht so richtig.

  • Zitat

    So - dennoch gabs/gibts die Unterschiede bei der Bezahlung insofern, dass meine Frau automatisch befördert wird zur Oberstudienrätin


    wow.,.. bei uns sind Oberstudienräte schon was ziemlich exotisches ;-)

  • Zitat

    Original von Sinistra


    wow.,.. bei uns sind Oberstudienräte schon was ziemlich exotisches ;-)


    Automatische Beförderungen gibt es in Baden-Württemberg schon seit vielen Jahren nicht mehr.


    Und neuerdings ist die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Bundesländern noch weniger gegeben als vorher. Als Folge der Föderalismusreform hat der Bund nur noch das Beamtenstrukturgesetz vorgegeben; die 16 Bundesländer haben daraus 16 verschiedene Landesbeamtengesetze gemacht. Bei uns nennt sich das "Dienstrechtsreform", und es wird noch ziemlich lange dauern, bis man in allen Details durchblicken kann, weil die Ausführungsbestimmungen noch fehlen.

  • Bei uns wurde jetzt mit diesem Jahr eine Dienstrechtsreform durchgeführt.


    Die beinhaltete z.B. , dass die Realschullehrer jetzt Studienräte sind. Dass es eine Aufstiegsstufe gibt: A13+AZ - später dann drei Stufen: A12, A13 und A13+AZ.


    Und ja, die automatische Beförderung gibt es...mal geht sie schneller, mal langsamer, aber man sich ihr nur durch Selbstmord entziehen.

  • Zitat

    Original von neleabels
    Bei uns muss man Klimmzüge machen.


    Nele


    Das würde ich der/dem Gleichstellungsbeauftragten melden, denn diese Regelung diskriminiert die Unsportlichen. Es gibt bei Euch bestimmt ein Antidiskriminierungsgesetz.

  • Immer dieselbe fruchtlose Diskussion um Ausbildungszeiten, Abschlüsse, Arbeitsbelastung usw...


    Wie wär's zur Abwechslung mal mit dem Gesetz von Angebot und Nachfrage?


    Der Staat verlangt für jedes Lehramt eine bestimmte Qualifikation und bietet dafür eine bestimmte Bezahlung. Falls er unter diesen Bedingungen nicht genügend geeignete Bewerber findet muss er entweder das Gehalt erhöhen oder seine Anforderungen verringern.


    Auf diese Weise würden sich allmählich angemessene Gehälter und Arbeitsbedingungen einstellen, bei denen diese ewigen Neiddiskussionen überflüssig wären.


    Natürlich könnte es dann sein, dass etwa Lehrer der Mathematik oder der Naturwissenschaften besser bezahlt werden als andere.

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