Schülerin eher gehen lassen?

  • Liebes Forum


    heute kam eine Schülerin zu mir, die fragte, ob sie bei unserer Doppelstunde Religion 30 min eher gehen könnte, um am späten Nachmittag noch am Konfirmandenunterricht teilnehmen zu können. Das geht natürlich nicht, denn sie würde dann ja 1/3 des gesamten Unterrichts verpassen.


    Aber ich wäre evtl. bereit zu einem Kompromiss, also dass ich die Schülerin vielleicht 15 min eher gehen lasse, und sie dann halt 15 min zu spät beim Konfirmandenunterricht aufschlägt. Außerdem würde ich mir das von den Eltern schriftlich bescheinigen lassen.


    Meine Frage: Darf ich das? Auch versicherungstechnisch und so. Meinen Schulleiter möchte ich nicht fragen, der würde sowieso mit 'nein' antworten.


    Dieses Problem könnten einige von Euch auch haben, weil zunehmend Unterricht am (frühen) Nachmittag stattfindet und die Kirchen sich kaum darauf einstellen können/wollen.


    Danke für Eure Antworten.


    Hamilkar


  • Meinen Schulleiter möchte ich nicht fragen, der würde sowieso mit 'nein' antworten.


    Damit hätte sich für mich das Thema erledigt. Stell Dir vor, es passiert wirklich was und es kommt raus, dass Du die Schülerin eigenmächtig hast gehen lassen... Oder die Schülerin erzählt ihren Freunden davon und es spricht sich rum, dass man "beim Hamilkar auch mal früher gehen darf" , was zwar nicht stimmt, aber Du kennst doch solche Schulgerüchte udn die landen dann bei den Lehrern und der SL.
    Bei uns ist für Befreiungen ausschließlich die SL zuständig. Da kann man dann auch ein gutes Wort einlegen für die betreffenden Schüler.
    Gruß
    Anna

  • Ich würde die Entscheidung auch dem Sl überlassen. Dann muss auch der den Kopf hinhalten, sowohl versicherungstechnisch als auch bei den Eltern.

  • Zitat

    Dieses Problem könnten einige von Euch auch haben, weil zunehmend Unterricht am (frühen) Nachmittag stattfindet und die Kirchen sich kaum darauf einstellen können/wollen.


    Wieso Problem? Es gibt 'ne Schulpflicht und die ist auch von den Kirchen zu akzeptieren.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P


    8_o_)Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

  • Wird bei euch an dem Nachmittag, an dem Konfirmandenunterricht ist, nicht automatisch in der entsprechsenden Stufe kein Unterricht angesetzt? Kenne das von hier überall so ...


    Und betrifft das mit dem Konfirmandenunterricht nicht auch weitere SuS (wenn es sich um Religionsunterricht handelt!)?

  • Mit welchem Recht willst du Schüler A 15 Minuten früher gehen lassen, weil er zum Konfirmandenunterricht will, und das gleiche Schüler B verbieten, der vielleicht pünktlich zum Tennistraining möchte.
    Sorry, aber ich finde, das geht gar nicht.

  • Mit welchem Recht willst du Schüler A 15 Minuten früher gehen lassen, weil er zum Konfirmandenunterricht will, und das gleiche Schüler B verbieten, der vielleicht pünktlich zum Tennistraining möchte.

    Ist das nicht egal ob man Konfi oder Reli hat :X:


    Ich würde auf jeden Fall mit der Schulleitung sprechen. Denn schließlich ist das ein ernsthaftes Problem und lässt sich nicht einfach mit dem Hinweis auf die Versicherung vom Tisch wischen. Damit wird ja doch immer alles begründet, hat das überhaupt eine Grundlage? Ein Schulwegunfall bleibt ja schließlich auch dann einer, wenn man die Schule früher verlassen hat. Entscheidend ist doch nur, dass unter "Schulweg" fällt.


    Wann soll der Konfiunterricht denn stattfinden, abends? Die Konfirmanden kommen ja wohl von verschiedenen Schulen, das mit dem "Sicheinstellen" ist leicht gesagt.


    Mit dem Training ist es ein ähnlich gelagertes Problem. Wird nicht auch versucht, für leistungssporttreibende Schüler eine Lösung zu finden? Ich kenne welche, die zu mörderisch früher Zeit noch vor der Schule trainieren. Ist auch nicht so toll. Aber hinterher ist man stolz, wenn einer irgendwo gewinnt und schreibt das auf die Homepage.


  • Ist das nicht egal ob man Konfi oder Reli hat :X:

    Ist es nicht egal, ob man Sportunterricht oder Fußballtraining hat? Weil in der Schule Biounterricht stattfindet, kann ich dann demnächst auch zu den Pfadfindern früher verschwinden, oder wie??


    Zitat


    Wann soll der Konfiunterricht denn stattfinden, abends? Die Konfirmanden kommen ja wohl von verschiedenen Schulen, das mit dem "Sicheinstellen" ist leicht gesagt.

    Ja, zm Beispiel Abends. Selbst bei Nachmittagsunterricht ist in der Regel um 16 Uhr Schluss, da bleibt für Privataktivitäten dann immer noch Zeit. Und in der Großstadt, in der ich unterrichte, ist das merkwürdigerweise noch nie ein Problem gewesen, obwohl die Schüler beim Konfirmationsunterricht aus 10 verschiedenen Schulen kommen. Da schaffen es die Gemeinden, sich darauf einzustellen.

    Zitat

    Mit dem Training ist es ein ähnlich gelagertes Problem. Wird nicht auch versucht, für leistungssporttreibende Schüler eine Lösung zu finden? Ich kenne welche, die zu mörderisch früher Zeit noch vor der Schule trainieren.

    Eben, und nicht wärend der Schulzeit. Und wenn dann ein Leistungssportler alle 4 Monate mal eine Beurlaubung für einen Wettkampf braucht, ist das was anderes, als wenn jeder Schüler meint, er könnte über ein Jahr lang jede Woche 30 Minuten früher gehen, weil er meint er müsse unbedingt zu Konfirmandenunterricht.

  • Moebius, du musst dich gar nicht so stur stellen. Hast du keine Kinder?


    Es *ist* ein Problem, wenn Schule bis 16 Uhr geht. Punkt.


    Kinder haben Arzttermine, Sport- und Musikunterricht und was weiß ich für Termine. Das gehört doch dazu. Meine Tochter kam heute erst um 16 Uhr 15 heim. Sie ist einfach platt und wird nichts mehr tun außer abhängen. Schon ein Zahnarzttermin kann zur Jonglage werden. Klar gibt es da auch Termine nach 17 Uhr. Aber da wollen alle, da kann man Monate warten! Und auch Musikschule ist zeitlich alles andere als flexibel. Und ich habe selbst Abendunterricht. Das wird oft ganz schön eng.


    Das hört sich alles schön an mit der Ganztagsschule und Ganztagsbetreuung. Aber es gibt eben auch Probleme. Im Vergleich dazu habe ich meine eigene Schulzeit als wesentlich freier empfunden ohne erzwungene Mittagspause und Nachmittagsunterricht.


    Aber das ist wohl ein anderes Thema.

  • Für Befreiungen vom Unterricht ist ausschließlich der Schulleiter zuständig.

    Und daher musst DU auch gar nicht mit ihm reden, den Antrag müssen sowieso die Eltern stellen. Die bekommen dann etwas schriftlich, an das du dich halten musst.


    Mir tut es auch leid, wenn Schüler in terminliche Konflikte geraten, aber WIR können es eben nicht ändern und dürfen es aufgrund der Aufsichtspflicht nicht.

  • Für Befreiungen vom Unterricht ist ausschließlich der Schulleiter zuständig.


    In Hessen für die aktuelle Stunde der Fachlehrer, bis zu einem Tag der Klassenlehrer, bis zu drei Tagen der Abteilungs-/Stufenleiter, bis zu 14 Tagen der Schulleiter, darüber hinaus das Staatliche Schulamt. Kommt bei uns übrigens s fast täglich vor, dass Schüler früher gehen oder später kommen, weil sie Termine haben. Wird dann halt als Fehlzeit eingetragen und muss entschuldigt werden, und wer nicht da ist, kann eben auch keine mündliche Leistung bringen. Aber unsere sind ja auch fast alle 16+ Jahre alt, die meisten sind über 18

  • Aber in dem Fall geht es ja um eine regelmäßige Angelegenheit. Ich würde das an den SL "delegieren", der kann immer noch sagen, wenn man das selber entscheiden soll.

  • Moebius, du musst dich gar nicht so stur stellen. Hast du keine Kinder?

    Gehts noch?
    Das Thema war nicht pro oder contra Ganztagsschule. Natürlich bringt die Ganztagsschule oder auch nur G8 erhebliche Belastungen mit sich (ich persönlich bin von beidem kein großer Freund). Und ich habe auch gar nicht bestritten, dass man bei Dingen wie Arztterminen dann halt als Lehrer auch mal flexibel sein muss.
    Aber hier geht es um die Frage, dass ein Schüler grundsätzlich - und zwar jede Woche - 30 Minuten früher gehen möchte um einer privaten Freizeitbschäftigung nach zu gehen. Es wird ja wohl niemand hier ernsthaft fordern, dass Lehrer den Nachmittagsunterricht grundsätzlich freistellen sollten, wenn die Schüler einer organisierten Freizeitaktivität nachgehen wollen. Nein, diese "Felxibilität" gibt es natürlich nur bei ganz bestimmten Dingen, die dem Lehrer gerade persönlich in das Weltbild passen, wie dem Konfirmationsunterricht.
    Und ich persönlich finde es eine absolute Anmaßung, wenn sich ein Lehrer herausnimmt zu entscheiden, welche Freizeitbeschäfigungen gut und und förderungswürdig sind (für Konfirmationsunterricht gibt es schulfrei) und welche nicht (Tennisspieler und Pfandfinder bleiben hier). Wenn ich als Elternteil in der Klasse wäre, hätte ich auch kein Verständniss dafür, dass Schüler nur für Konfimationsunterricht schulfrei erhalten und würde auch durchaus mal beim Schulleiter anfragen, ob es denn eine Liste mit genemigten, wärend der Schulzeit durchführbaren Freizeitakivitäten gibt. Von daher empfielt es sich auf jeden Fall, das Ganze mit dem Schulleiter abzustimmen, für den Fall, dass irgendwelche der Eltern in der Klasse genau so "stur" sind wie ich.

  • Ich habe momentan etliche gleiche "Fälle". Zur Handhabung: Die Eltern stellen einen schriftlichen Antrag auf frühere Entlassung/Beurlaubung. Die Schüler geben diese dem Klassenlehrer mindestens einen Tag vorher und dürfen dann natürlich zum Konfirmandenunterricht. Im Klassenbuch wird das entsprechend vermerkt. Ich bin sowohl als Klassen-, als auch als Fachlehrerin betroffen und es läuft soweit gut. Den versäumten Stoff sowie Hausaufgaben müssen sie nachholen. Die Schulleitung hat damit bei uns nix zu tun! Natürlich darf man das! Ich verstehe nicht, warum du die Schülerin nicht gehen lassen möchtest, es kommt doch sicher nicht ständig vor, oder?

  • mich fragen auch immer mal Schüler, ob sie 5 Minuten früher raus dürfen, denn dann würden sie den Bus noch bekommen. Vornehmlich dann, wenn die letzte Stunde ausfällt.
    Schon dann gilt die strickte Anordnung der Schulleitung: Nein. Aufsichtspflicht.
    Versuchen tun sie's trotzdem immer wieder.
    Bei Arztbesuchen und/oder regelmäßiger Befreiung (und das scheint hier ja vorzuliegen, denn der Konfirmandenunterricht findet ja wohl wöchentlich statt) brauchts eine schriftliche Beurlaubung, die ich weder als Klassen- noch als Fachlehrerin ausstellen darf.

  • Von Regelmäßigkeit kann bei uns auch keine Rede sein. Es gibt wohl einzelne "Konfi-Veranstaltungen", die mal länger dauern, aber das betrifft dann nicht immer die selben Schüler, sondern verschiedene und immer zeitversetzt. Wäre es jede Woche, würde ich wohl die SL einschalten bzw. die Eltern müssten sich an diese wenden.

  • Mich würde mal interessieren wie das rein rechtlich in der Oberstufe ist. Ich meine die Situation gibt es oft, dass jemand meint, er müsse das jetzt nicht wissen und bleibt einer Stunde gänzlich fern, hat noch einen Arzttermin in der 2. Stunde der Doppelstunde oder der Person ist halt schlecht und geht deshalb früher. Man kann sich doch selber entschuldigen, zumindest war das zu meiner Zeit so.
    Die Schulpflicht ist schließlich zu Ende, reicht da nicht einfach eine Eintragung ins Kursbuch als Lehrer und fertig?


    Aus meinem Bauchgefühl würde ich sagen, soll doch jeder (Oberstufenschüler) selber entscheiden, wie viel Unterricht er braucht um eine Klausur oder das Abitur zu schaffen. Ist doch keine Schulpflicht mehr. Manche lernen halt lieber autodidaktisch (ich z.B.) und brauchen dazu nur ab und an Impulse was gerade so Thema ist und sind selber viel schneller und effizienter, weil sie nicht auf die langsame Unterrichtsentwicklung warten müssen.
    Aber wie stehe ich damit rechtlich? Kann ich solche Oberstufenschüler nicht einfach früher gehen lassen auf deren eigene Verantwortung? Oder bin ich verpflichtet Schüler im Unterricht zu halten?
    Naja, diese rechtlichen Fragen werden mir im Seminar bestimmt auch noch beigebracht werden.

  • Pass auf, dass du da nicht in "Teufels Küche" kommst. Oberstufenschüler sind keine Hauptstudiumsstudenten, die wenigsten können meiner Erfahrung nach wirklich einschätzen, wieviel Unterricht sie "brauchen". Bei uns ist es so, dass eine bestimmte Stundenzahl an Unterricht belegt werden muss, damit das "Semester" gültig ist. Man kann nicht einfach kommen, wann man will.
    Am Anfang meines Berufslebens habe ich OS-Schüler immer sehr viel reifer eingeschätzt als sie wirklich waren- die meisten sind heute noch mit 18/19 eigentlich "Kinder" für mich.
    Und meiner Meinung nach musst du damit rechnen, dass ALLE gehen, wenn du anbietest, dass jemand eher gehen darf. Es gibt Ausnahmen, aber die sind in der Regel noch nicht so wie du vielleicht in dem Alter warst.

Werbung