Beiträge von Bolzbold

    Interessant in eurem BL. Da scheint es in RLP deutlich höhere Anforderungen an Fachleiter zu geben. Hier werden es Leute, die gute Examina hatten und fachdidaktisch positiv auffallen.

    Ich denke nicht, dass man als "Vollversager" an eine Fachleitung kommt. Darauf muss man sich bewerben und eine Revision machen.
    Meine Erfahrung mit Fachleitungen war die, dass die Generation an Fachleitungen, die ungefähr Jahrgang 1950 waren, allesamt "harte Knochen" waren - nicht zuletzt, weil sie selbst durch eine harte Schule gegangen waren. Die Fachleitungen ab Jahrgang 1975 und später waren in der Regel ganz andere Leute - da habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Ausbildungslehrer fast ausnahmslos gute Erfahrungen gemacht.
    Was wohl vorkommt, ist die Unart, sich in den Kommissionen profilieren zu müssen - durch überzogene Härte. (Kritik als scheinbares Indiz für Kompetenz.)

    Gleichwohl denke ich, dass Fachleitungen, wie auch Lehrkräfte, mitunter merkwürdige Metamorphosen durchmachen. Vielleicht steigt ihnen die Macht zu Kopfe und sie vergessen ihre (pädagogische) Verantwortung? Ich wage zu behaupten, dass die wenigsten MenschenschinderInnen sind und deswegen Lehrkräfte oder später FachleiterInnen geworden sind. Ab dem Moment, wo es faktisch niemanden mehr gibt, der einem Einhalt gebietet, scheint es mit dem einen oder der anderen durchzugehen - das ist von den Rahmenbedingungen bei Fachleitungen noch öfter so als bei Lehrkräften.

    Die außerschulische Förderung ist in NRW keine Voraussetzung für die Gewährung eines NTA. (Und hier sind viele Schulen völlig ahnungslos unterwegs...)

    Das kann man gerne versuchen, aber dann müsste die innerschulische Förderung qualitativ ganz anders aufgestellt sein. In vielen Fällen beschränkt sich diese auf ein paar Arbeitsblätter zusätzlich - wenn überhaupt. Es gibt Schulen, an denen gibt es keine Förderkurse für Kinder mit LRS. Ich stelle mir nun vor, wie die Eltern dieser Kinder "zurückschlagen" und künftig - zu Recht - individuelle Förderung einfordern oder -klagen, falls die Schulen hier die außerschulische Förderung zur Voraussetzung für NTA machen.

    @Markus40

    Ich bin in der Sache durchaus bei Dir, jedoch kommt hier gefühlt noch jemand und noch jemand, der/die dann kurz draufhaut.


    Das erinnert mich dunkel an die Talkshows in den 1990er/2000er Jahren, bei denen beispielsweise bei Talkgästen, die Stütze bezogen und "stolz" darauf waren, der drölfzigste nächste Gast reinkam, dem besagten Gast die Meinung geigte - oft unter Johlen des Publikums - sich dann auf seinen Platz setzte und bei passender Gelegenheit noch einmal draufhaute.

    Man wird mit Leuten wie Du sie dargestellt hast irgendwie umgehen müssen - denn auch sie waren wahrscheinlich einmal junge, motivierte Lehrkräfte, die sich nicht das Ziel gesetzt hatten, künftig SchülerInnen, KollegInnen und Schulleitungen tagtäglich gepflegt auf den Senkel zu gehen. Sie abzuschieben bestätigt sie in dem Denken, wie gemein alle anderen Leute sind, und verschafft ihnen die Legitimation des "quiet quitting" oder der inneren Emigration.

    Es verschiebt das Problem im wahrsten Sinne des Wortes, aber es löst das Problem nicht.

    Versetzung mit A15 ist vermutlich nicht so einfach, aber machbar schon oder? Du scheinst ja auch glücklich mit der Schule zu sein, aber vllt kommt ein Wechsel nochmal in Frage?

    Wahlweise steht in den Ausschreibungen, dass so genannte "Versetzungsbewerbungen" ausgeschlossen sind, oder der/die KandidatIn muss bereits sechs Jahre seine Position innegehabt haben und bereit sein muss, die neue Position ebenso sechs Jahre innezuhaben.

    Ich schließe einen Wechsel an eine andere Schule langfristig nicht aus - gleichwohl würde das wegen der Logistik daheim das Ganze auch nur um 15 bis 20 Minuten nach hinten schieben. Als ich noch einen Fahrtweg von unter 20 Minuten hatte, bin ich nicht wesentlich später aufgestanden.

    In der Behörde hatte ich nach einem Jahr den Vorteil der Telearbeit, sprich, dass ich daheim anfangen konnte und dann nach dem Stau gemütlich ins Büro fahren konnte - das war natürlich deutlich entspannter.

    Wenn man sich einmal von der ersten Liebe (gemeint ist die erste volle Stelle / die erste Schule nach dem Ref.) getrennt hat, fällt einem dieser Schritt beim nächsten Mal nicht mehr so schwer bzw. man lässt den Leidensdruck nicht mehr so groß werden. Ich werde mich auch nie mehr mit einer Schule so identifizieren. Meine jetzige Schule ist ein Arbeitsort, an dem ich gerne arbeite - und ich stelle fest, dass mir die Arbeit mit jungen Menschen nach wie vor Freude bereitet - das Korrigieren hingegen überhaupt nicht. Aber diese Kröte muss ich halt schlucken.
    Und falls ich eines Tages der Meinung sein sollte, dass es einen anderen Arbeitsort gibt, an dem ich lieber arbeiten möchte und ich dort genommen werden sollte, dann gehe ich eben dorthin.

    Beförderungstechnisch bin ich gleichwohl "durch", weil ich mir nach wie vor nicht vorstellen kann, als Schulleiter irgendwo die Geschicke einer Schule zu lenken. Das wäre aber dann auch wirklich ein Luxusproblem...

    Leute, das wird hier immer stärker zu "alle gegen eine/n."

    Dafür mag es Gründe geben, aber vielleicht muss auch nicht wirklich jede/r hier draufhauen und mittelbar mitteilen, wie Scheiße Aviators Verhalten doch (angeblich) ist.

    Letztlich muss Aviator mit der Situation klarkommen.

    Aviator


    Um das noch einmal zusammenzufassen:

    Nein, Du musst (sic!) es natürlich nicht hinnehmen, gleichwohl wirst Du in jedem Fall mit den Folgen Deiner Entscheidung leben müssen. Sei es, dass Du die 150 Euro zähneknirschend bezahlst, um weiter von dieser Praxis behandelt zu werden und um mögliche Rechtsfolgen zu vermeiden, sei es, dass Du den Betrag nicht bezahlst, darauf spekulierst, dass man keine Rechtsmittel einlegen wird und Du Dir vermutlich eine andere Arztpraxis suchen musst.

    Das ist Deine Entscheidung.

    (Ob es möglich ist, dem Arzt oder der Ärztin ins Gewissen zu reden und klarzustellen, wie unfair (sic!) das ist, dass Du das jetzt trotzdem bezahlen sollst, obwohl Du nicht 48h vorher absagen konntest, das somit total blöd ist und [ergänze Deine weiteren Argumente hier], kann glaube ich keine/r von uns hier auch nur ansatzweise treffsicher beurteilen.)

    Jede/r von uns hat seine/ihre individuellen Erfahrungen gemacht mit Dingen, für die man nichts konnte, aber bei denen man dennoch die Konsequenzen tragen musste. Ist Scheiße, gehört aber leider zu Leben dazu.

    In NRW besteht die Möglichkeit, sowohl in der Sek I als auch in der Sek II eine Arbeit pauschal um eine (ganze) Note in der Sek I oder um zwei Notenpunkte in der Sek II abzusenken.
    Wenn es sich bei der Problematik nicht um eine besonders schwere Störung des Lesens und Rechtschreibens handelt - sprich LRS - dann wäre das nach mehreren Gesprächen und Förderangeboten für mich die ultima ratio. Denn dann ist es nicht mehr egal. Dann tut es weh.

    Weia, das ist echt ein Killer. Da ist der Abend ja hin. Und gechillt Netflix oder Lesen bei 1 Uhr nachts geht nicht.

    Hast du so einen langen Fahrtweg?

    Ca. 30 Minuten auf einer sehr stauanfälligen Autobahn. Wenn ich nach 6.45 loskomme, wird jede Minute später zu drei Minuten mehr Fahrzeit. Drei Kinder wollen morgens auch geweckt und versorgt werden.

    Ich brauche nicht bis 1 Uhr nachts zu lesen oder Netflix zu gucken. Ich muss halt zusehen, dass ich gegen 22 Uhr im Bett bin. Gibt Schlimmeres.

    Meist bin ich gegen 7.20 in der Schule und kann in meinem Büro noch arbeiten oder als erster kopieren...

    Natürlich führt diese Diskussion unweigerlich zur Frage, ob Examenslehrprobe isoliert betrachtet werden sollte oder nicht. Rechtlich sollte sie das, praktisch ist das doch weniger gegeben (was ich wiederum als gut erachte). Es ist halt unsäglich, wenn eine Person 1,5/2 Jahre gut performt und dann wegen einem schlechten Tag durchfällt. Solche Prüfungsordnungen sollten generell überarbeitet werden.

    Dann müssten wir in dem einen oder anderen Bundesland bei den Abiturprüfungen anfangen - da gibt es nämlich Sperrklauseln bei null Punkten in der Abiturprüfung. Null Punkte in einem Prüfungsfach bedeutet, dass man durch die Prüfung fällt.

    Das stimmt wohl. Wahrscheinlich ist es ähnlich wie in vielen Behörden, warum sollte es auch anders sein.

    Wie du bereits angeschnitten hast, hängt vieles sicher von der KI-Leitung ab bzw. davon, wie offen sie ist und wie sie arbeitet oder welcher Rahmen ihr gesetzt wird.

    Falls ich mich für die Bewerbung entscheide, werde ich in jedem Fall schnell Kontakt zur Leitung aufnehmen und offen meine Gedanken und Bedenken kommunizieren. Dann herrscht von Anfang an Klarheit.

    Mich wurmt noch der Gedanke, dass ich damit aus der Schule „raus“ bin, zum ersten Mal. Alles Neue ist immer auch eine Umstellung. Ich kann aber perspektivisch wieder in die Schule einsteigen, mit neuen Erkenntnissen und Fähigkeiten.

    Ich habe die Zeit außerhalb der Schule als sehr erholsam empfunden. Die fast vier Jahre in der Behörde waren für mich wie ein Sanatorium. Klare Arbeitszeiten, Laptop zu, Arbeit aus dem Kopf. Die 30 Tage Urlaub pro Jahr habe ich im Gegensatz zum aktiven Schuldienst während dieser Zeit gar nicht aufgebraucht, weil ich nie ansatzweise so erschöpft war.
    Seitdem ich im Schuldienst bin, darf ich wieder um 5.20 Uhr täglich aufstehen. Die Schule an sich stresst mich gar nicht mal so - aber das frühe Aufstehen macht mir gerade sehr zu schaffen.

    Danke für die Rückmeldung. Ist das nicht etwas „wenig“? Weißt du, ob man spannende Projekte auch selber initiieren kann oder bleibt man dabei häufig an der Bürokratie beispielsweise hängen? Mich würden mehr Erfahrungen über die tägliche Arbeit interessieren.

    Das kommt auf den Aufgabenzuschnitt an - manchmal suchen die ja sogar stellvertretende oder hauptamtliche Leitungen für das KI. Letztlich sollte man sich aber darüber im Klaren sein, dass man in der Regel einer anderen Person zuarbeitet. (Und diese könnte sogar von der Besoldungsgruppe unter einem sein...)

    Die Abordnungsstellen ans KI sind in der Regel keine Beförderungsstellen. Damit sind sie auch im Gegensatz zu einer Abordnung in die Behörde kein "Sprungbrett" für eine spätere Beförderung.
    Was die Tätigkeit in einem KI betrifft, dürfte es hier in der Tat nur wenige KollegInnen geben, die das gemacht haben bzw. gerade machen. Im Gegensatz zur Abordnung in die Behörde kann eine solche Tätigkeit auch quasi auf Dauer sein, da sie nicht wie in der Behörde in jedem Fall zeitlich begrenzt ist.

    Ich habe mir die Tätigkeiten in diversen Ausschreibungen immer wieder angesehen - das ist ein ganzes Sammelsurium aus "alles" und "nichts". Man ist letztlich Mädchen für alles - und wenn die Leitung des KI nicht gut ist, dann könnte ich mir das Ganze ziemlich chaotisch vorstellen.

    Wenn Dich eine solche Stelle wirklich interessieren sollte, dann ergibt es Sinn, wenn Du die in der Ausschreibung genannte Ansprechperson kontaktierst.

    Ich wundere mich auch, dass die internationale Seite nicht längst die Fachleute aus den Lehrerforen zu Rate gezogen hat.

    Insbesondere, wo wir hier immer wieder bewiesen haben, wie sozialkompetent, umgänglich, konzedierend und kompromissbereit wir sind, wie oft wir hier auch einmal nachgeben können, Fehler eingestehen können, um Entschuldigung bitten können, persönliche Anfeindungen unterlassen...

    ...ich denke, Annalena und ihre KollegInnen können noch viel von uns lernen...

    plattyplus

    Deine Ausführungen hier sind insofern problematisch, als dass sie eine Form von Geschlechterdisparität anprangern, für die die Frauen nicht verantwortlich sind. Leider waren und sind es immer noch die Männer, die sich lieber selbst gegenseitig in die Fresse hauen wollen (oder alternativ andere Männer das für sich tun lassen, wenn wir von Regierungen und Kriegen sprechen), als dass sie ihre Frauen schicken würden.
    Und die Begründung dafür war - wieder einmal - die vermeintliche Schwäche der Frau.

    Sowohl diese Disparität als auch die Disparitäten in allen anderen Lebensbereichen dürften im Wesentlichen von Männern gemacht und gewollt worden sein. Zu Beginn der menschlichen Gesellschaft sogar religiös legitimiert, damit sich niemand gegen das göttliche Gebot auflehnt.
    Vor diesem Hintergrund ist der Vergleich von Vergewaltigung und Verrecken im Krieg mehr als zynisch und geschmacklos.

    Du erinnerst mich irgendwie gerade an eine Diskussion, die ich als Schüler in den 1990ern im SoWi-Unterricht geführt habe. Damals ging es darum welches Kriegsverbrechen die Vergewaltigungen waren. Mein damaliger Kommentar dazu: „Die Frauen wurden zwar vergewaltigt, durften danach aber weiterleben. Die Männer hatten dieses Privileg nicht. Sie wurden zwangsweise ins Militär gepresst und hatten dann die Alternativen entweder beim Angriff aus dem Schützengraben zu klettern und ins feindliche Maschinengewehrfeuer zu laufen oder nicht aus dem Graben zu klettern und dann wegen Feigheit vorm Feind von den eigenen Feldjägern standrechtlich erschossen zu werden. Das Ergebnis war so oder so der eigene Tod.“

    Dieser Vergleich ist irgendwie...

    ... mir fehlt da gerade ein passendes Adjektiv.

    Also, liebe Frauen, dann seid mal schön dankbar, dass ihr "nur" vergewaltigt und im Regelfall nicht im Anschluss ermordet wurdet und dass ihr mit diesem Trauma, ggf. mit dem Kind des Vergewaltigers, mit der sozialen Exklusion und dem dadurch entgangenen Lebensglück weiterleben durftet.

    Echt jetzt?

    Was Israel betrifft ... Ich denke, es wäre besser gewesen, die 1948 an irgendeinem anderen Ort einzupflocken. Das ist natürlich ein vollkommen phantastischer Gedanke, aber die Israelis gehören eigentlich zu uns nach Europa. Wahrscheinlich wäre es nach dem 2. WK möglich gewesen, die Gebiete dergestalt neu abzustecken, dass die da irgendwo Platz gehabt hätten. An der Stelle scheitert es natürlich am Zionismus, aber wie bereits erwähnt, spielt das für mich in Anbetracht der aktuellen Geschehnisse keine Rolle mehr.

    Das ist eine interessante These. Der Zionismus ist ja mehr als ein halbes Jahrhundert älter als der Holocaust, so dass letzter die "Heimkehr" deutlich beschleunigt hat.
    Hätte man den Juden irgendwo einen Platz zugewiesen, wäre das aber ebenso von Europas und Amerikas Gnaden gewesen - und irgendeine andere Bevölkerung hätte dafür weichen müssen. Das hätte dann seinerseits andere Konflikte nach sich gezogen.

    Die zentrale Frage, die sich für uns stellt, ist, wie man dem religiös motivierten Terrorismus etwas wirksam entgegensetzt. Dazu muss man die Ursachen kennen und ihnen begegnen. Solange Religion als legitimer Grund herhält und es Fanatiker gibt, die sich da auch nicht bekehren lassen, wird es schwierig.

    Letztlich müsste man wahrscheinlich alle FundamentalistInnen konsequent ausweisen, sofern sie nicht deutsche Staatsangehörige sind bzw. bei doppelter Staatsbürgerschaft ihnen die deutsche entziehen und sie dann ebenso ausweisen. Wer fundamentalistisches Gedankengut hegt und pflegt, scheißt auf unser Grundgesetz. Und solche Leute möchte ich in Deutschland nicht haben.

    Genau deshalb habe ich mich für naturwisenschaftl- technisch geprägte Fächer entschieden und kann auch erwarten, dass das respektiert wird.

    Von einem Kunstlehrer erwartet auch niemand mal eben schnell z.B. eine elektrotechnische Installation zu machen.

    Oh, das würde bestimmt ein Kunstwerk. Nur dass die Installation vermutlich nicht funktionieren würde...

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