Ich muss gestehen, dass ich nach der Lektüre der Beiträge in diesem Thread doch erstaunt bis entsetzt bin, wie sich der Thread entwickelt hat.
Mir ging es ursprünglich um die Frage, unter welchen Umständen jemand die Konsequenzen zu ziehen bereit wäre für den Fall, dass wir eines Tages eine schwarz-blaue Landesregierung bekommen - in konkreter Anbindung an die Erfahrungen ab 1933 und mit Verweis auf einige vergleichbare Entwicklungen 2023.
Einige UserInnen haben mich mit ihren hilfreichen, themenbezogenen Beiträgen zum Nachdenken angeregt. Daher an dieser Stelle vielen Dank besonders an Seph, DeadPoet, CDL, Frosch und Birgit.
Andere UserInnen haben den Thread als Anlass genommen, ihre ganz individuelle (politische) Agenda zu verfolgen. Letzteres finde ich schade, denn darum ging es mir überhaupt nicht. Weder ist hier die Beteiligung von AfD-SympathisantInnen zwingend erforderlich, noch muss sich hier jemand politisch diesbezüglich aus der Deckung wagen, noch müssen hier rhetorische Abtastgefechte geführt werden, aus denen man sich sofort zurückzieht und stattdessen auf Freiwilligkeit etc. verwiesen wird, wenn man erfolgreich getriggert hat.
Dass man als Beamte(r) auf die Landesverfassung und das GG vereidigt ist und diese zu schützen gelobt hat und dies der zentrale Grundsatz unseres Handelns ist, so dass wir umso mehr unter einer schwarz-blauen Koalition eben diese Verfassungen schützen (und auch im Rahmen dieser geschützt sind), ist für mich DER zentrale Hinweis.
Ungeachtet dessen gilt meine Sorge einer Situation, in der alle nicht deutsch aussehenden Menschen aufgrund des konstant genährten entsprechenden Klimas irgendwann per se suspekt sind und sich die latent in Deutschland immer schon vorhandene Fremdenfeindlichkeit dann als "alltagstauglich" bzw. mehrheitlich akzeptierbar erweist. In einer solchen Gesellschaft könnte ich zwar immer noch als Beamter die Verfassung hochhalten, aber der gesetzliche Rahmen und das soziale Klima passen dann nicht mehr zusammen. Und das wäre für mich dann der Punkt, an dem ich mich sehr konkret mit Auswanderungsgedanken auseinandersetzen würde.
Die rhetorischen Auseinandersetzungen, die ich hier zum Teil führen durfte, zeigen mir, dass auch in studierten Kreisen offenbar gewisse Reflexe und bekannte Techniken von PopulistInnen zur Anwendung kommen und dass ich auch unter meinen KollegInnen und Kollegen im Falle des von mir skizzierten Szenarios entsprechendes zu erwarten hätte. Es würde mich erleichtern, wenn sich die Beiträge einiger - teils kurzfristig angemeldeter - UserInnen als Trollbeiträge von Nicht-Lehrkräften herausstellten. Alleine die Hoffnung stirbt zuletzt.