Beiträge von Bolzbold

    Ja, das ist der interessante Punkt: wie könnte das anders geschehen? Ich glaube auch nicht, dass die Tatsache angezweifelt wird, aber so wie mit Kollegen umgegangen wird, geht es nicht. Ständig kontrolliert, ständig wird was angemeckert (zu spät, zu wenig vorbereitet, vergessen etc.), aber die ganze Arbeit, die die Leute leisten, wird nicht erwähnt.

    Das steht aber auf einem ganz anderen Tablett als das schuldhafte Zuspätkommen von KollegInnen.

    Da geht es dann um professionelles und in diesem Fall strategisch kluges Verhalten. Ich habe verschiedenste Schulleitungstypen erleben dürfen. Der beste Typ war eine Person, die mich nicht für meine tägliche Arbeit gelobt hat, aber dennoch um meine Stärken wusste und ein Gespür dafür hatte, dies in den passenden Situationen so wohldosiert zu wertschätzen, dass ich es als authentisch, aufrichtig und wohltuend empfunden habe.

    In unserem System haben bestimmte Fehler mitunter spürbare Konsequenzen für unsere SchülerInnen. Sei es beispielsweise bei der Aufsicht, sei es bei der Notengebung oder der Schullaufbahnberatung. Das gilt für alle Zwischenebenen bis ganz nach oben. Dass dann Fehlverhalten bzw. Fehler stärker moniert werden, dürfte nachvollziehbar sein. Dennoch ist man als Schulleitung oder sonstige Führungskraft gut beraten, eben auch seinem Kollegium oder seinen Untergebenen Wertschätzung entgegenzubringen.

    Ich bin kein Fan von übermäßiger Kontrolle, weder als Kontrollierender noch als Kontrollierter. Aber wie hier schon angeklungen ist, tut es möglicherweise Not, den Schlendrian auszutreiben. Und natürlich wird jemand, der sich vorher ohne Konsequenzen falsch verhält, plötzlich verschnupft reagieren, wenn die Schulleitung ankommt und das moniert. Dann wird es Zeit, dass man erkennt, wo das Problem liegt (ungeachtet dessen, dass sich die Schulleitung der Wirkung ihres Handelns auf das Gesamtkollegium im Klaren sein muss.)

    Und? Solange die Gymnasien eh überrannt werden, ist das doch egal und man bekommt eben umverteilte Kinder.

    Das kann man so pauschal nicht sagen. Ferner: Hinter den unverteilten Kindern stecken oft persönliche Enttäuschungen und vergossene Tränen, wenn man nicht mit den FreundInnen an dieselbe Schule kann oder man von einem Ende ans andere Ende der Stadt zur Schule gehen muss, was morgens lange dauert und Freundschaften bestenfalls über das Handy fördert. Das mag in Städten um die 100.000 EinwohnerInnen noch hinnehmbar bzw. zu kompensieren sein, in größeren Städten ist das gleich eine andere Hausnummer.

    Richtig. In städtischen Gebieten mit mehreren Gymnasien kann man sich einen solchen Ruf nicht leisten. Wie schnell da Zahlen aus verschiedensten Gründen hoch- oder runtergehen können, habe ich in zwei Großstädten erleben dürfen.

    Schule hat neben dem Unterricht auch eine Betreuungsfunktion. Wenn Kinder regelmäßig später Unterricht haben oder (viel) zu früh nach Hause kommen, haben die Eltern ein Betreuungsproblem. Es gibt hier im Grundschulbereich die "verlässliche Schule" von 8 bis 13 Uhr.

    Zu Hause lassen ist auch im Sek I Bereich keine Option. Viele Eltern benötigen bei uns zwar keine Nachmittagsbetreuung, arbeiten aber vormittags, so dass das Kind dann zu Hause unbeaufsichtigt wäre.
    Viel Unterrichtsausfall und unbetreute Kinder wirken sich negativ auf die Wahrnehmung einer Schule durch die Eltern aus. Das kann sich eigentlich keine Schule auf Dauer leisten.

    Ich verstehe immer noch nicht, warum nicht möglichst alle zu vertretenden Schüler in der Aula oder Sporthalle zusammengefasst werden. 100 sollten da jeweils reinpassen, 1-2 Aufsichten, fertig.

    Mitunter ist selbst eine einzige unbekannte Klasse, in die man geht, um dort zu vertreten, eine Herausforderung. Das Ganze vervierfacht macht die Sache definitiv nicht leichter. Wer bereits mehrere wartende Klassen (5-10) auf Fluren erlebt hat, weiß, wovon ich spreche.

    Wie ist denn die Reaktion der BezReg auf die Remonstrationen? Wie begründet diese, dass die Kollegen die Betreuung auch beim nächsten Mal übernehmen müssen?

    Das geht gar nicht an die BR. Die Alternative wäre Aufteilung der Klassen, was bei vier Krankmeldungen ggf. mal eben 100 zu verteilende Schülerinnen ergibt.

    Ja, wobei die Fördermittel auch teilweise einfach nur die Preise in die Höhe reißen. Besonders der Blödsinn mit der Energieberaterpflicht, die hoffentlich irgendwann entfällt. Wobei ich echt am Überlegen war für 3000€ mich als Energieberater zu Qualifizieren und dann bei solchen Vorhaben abzukassieren. Das ist kein Hexenwerk, aber mir widerstrebt dieses System sehr, deswegen wollte ich doch nicht teil davon sein. Auch wenn ich damit wahrscheinlich viel Geld liegen gelassen habe.

    Ich brauchte keinen separaten Energieberater. Da scheint einiges an falschen Informationen im Netz herumzugeistern.

    Das wird durchaus versucht, aber es ist ja nicht so, dass eine nennenswerte Anzahl guter Pädagogen bereitsteht, um spontan einige Monate zu vertreten und dann wieder entlassen zu werden. In der Praxis wird das meist durch Mehrarbeit der Bestandskollegen aufgefangen....die diese Mehrarbeit irgendwann auch wieder abbauen müssen.

    Wenn die Elternzeit von Anfang an ein oder zwei Jahre beträgt und die Person, die sie beantragt hat, nicht in Teilzeit an derselben Schule tätig ist, könnte sich das durchaus für Vertretungskräfte lohnen.

    Was die Mehrarbeit betrifft, so sind wir mittlerweile so pragmatisch, diese zu bezahlen, weil wir wissen, dass wir das Saldo sonst nie wieder auf Null bekommen (Null = ist genau im Soll.)

    Fußnote: Darfst du behalten! Keine Ursache.

    BOT: Öl- und Benzinpreis steigen massiv an. Es ist scheiße, richtig vermutet zu haben. :dollar:

    Man kann nur darauf hoffen, dass diese Sch... auch in Trumps Hinterhof landet und sie ihm um die Ohren fliegt.
    BTW: Hegseth schließt amerikanische Bodentruppen nicht mehr aus.

    Kann man machen - wird angesichts der Truppen, die der Iran mobilisieren kann, ganz sicher kein Spaziergang.

    Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass eine muslimische Gesellschaft nur aus sich selbst heraus zur Demokratie finden kann - und das wäre schon eine erheblicher Fortschritt - und nicht ausgerechnet vom Westen dazu gedrängt werden kann.

    Man kann nicht ständig aus westlicher Sicht rückständigen Gesellschaften unsere Staats- und Gesellschaftsform aufdrängen. Das hat bei Russland (gleichwohl mit anderen Parametern) nicht geklappt und in keinem muslimischen Land. Man sieht hier in Europa, wie schwer sich mitunter muslimische Familien mit westlichen Werten tun. Wie soll das denn dann in einer durch und durch muslimischen Gesellschaft funktionieren?

    Ja, die gibt es. Das nennt sich dann "Betreuung" und ist rechtlich eher in einer dunkelgrauen Zone angesiedelt. Konkret würde dann eine Lehrkraft zwei Klassen beaufsichtigen und zwischen den (benachbarten) Räumen pendeln.
    Man kann nun diskutieren, ob das eher einer Verwahrung entspricht, oder ob dort - Material vorausgesetzt - sinnvoll und ruhig gearbeitet wird.

    In NRW remonstrieren KollegInnen gegen eine solche Anweisung der Betreuung, um im Unglücksfall nicht haften zu müssen. Die Betreuung müssen sie dann aber dennoch übernehmen.

    Das ist alles mehr als unbefriedigend - aber was wären denn aus Deiner Sicht bessere Alternativen?

    Hilft es euch, wenn man einen oder alle Beiträge meldet? Oder ist das eher hinderlich?
    Hatte das letzt bei einem Beitrag gemacht, war mir dann aber unsicher was am besten wäre.

    Bitte nicht. Wenn 200 UserInnen das melden, erzeugt das wieder Beiträge intern.

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