Beiträge von Bolzbold

    Quis custodiet ipsos custodes?

    Diese Frage darf hier sicherlich gestellt werden. Da die Bezirksregierungen und auch die untere Schulaufsicht erst einmal ihre Arbeit weitestgehend selbstständig tun dürfen und da so schnell keine vorgesetzte Behörde draufschaut, muss schon eine Menge passieren, bis das MSB beispielsweise seiner nachgeordneten Behörde entsprechende Weisungen erteilt. Öffentlichkeitswirksam erfolgt das ohnehin nicht - und das aus gutem Grund.

    Unabhängig von diesem Fall gibt es ja in Deutschland die Tendenz, sich direkt bei höherer Stelle zu beschweren und dann auf eine Entscheidung im eigenen Sinne zu hoffen - und diese im Idealfall (Utopie!) dann auch noch selbst zwecks Genugtuung miterleben zu dürfen.
    Mit Ausnahme von Verbrechen o.ä. kann ich es nachvollziehen, dass solche Dinge erste einmal hinter verschlossenen Türen geklärt werden. Das schützt mittelbar alle Beteiligten.

    Das betrifft in meinen Augen nicht nur ältere Klassen.

    Bei mir hat sich eine Klasse über laute Signale/Geräusche meinerseits beschwert (natürlich nicht bei mir sondern direkt nach oben eskaliert), weil das wohl Panikattacken bei dem einen oder der anderen SchülerIn auslösen würde. OK, darauf kann man ja Rücksicht nehmen.
    Ich stelle/setze mich in lauten Klassen in aller Ruhe nach hinten, stecke meinen professionellen Gehörschutz in die Ohren, strecke die Beine von mir und warte. Manchmal dauert es an die fünf Minuten - aber für mich ist das die am wenigsten stressige Methode. Einige SuS' merken dann schnell, was das Problem ist und versuchen selber, für Ruhe zu sorgen. Einige andere brauchen halt etwas länger. Aber immerhin habe ich dann früher oder später die Ruhe und die Konzentration, die ich haben will.
    Falls sich irgendwann Eltern beschweren sollten, weise ich sie darauf hin, dass die Lautstärke nicht (mehr) mein Problem ist und die SuS' es selbst in der Hand haben, wie schnell es leise ist und wie schnell wir im Anschluss arbeiten können.

    Diese innere Entspanntheit hatte ich früher nicht in dem Maße. Aber als fast Fünfziger muss ich auch nicht mehr wie ein junger Wilder durchs Klassenzimmer toben. Der gesetztere, ruhigere, entspanntere und souveränere "Herr" gefällt mir als Lehrerbild dann mit zunehmendem Alter doch immer mehr.

    Die Regelung wurde so gefasst, dass es im Ermessen der korrigierenden Lehrkraft liegt. Ich würde hier aus dem Bauch heraus bei einer Fehlerzahl von mindestens 10 bis 15 pro Spalte eine Abwertung in Erwägung ziehen.
    Grund dafür ist zum einen, dass hier wirklich eine krasse Fehlerhäufung vorliegt, und zum anderen dass es auch im Falle eines Widerspruchs irgendwo für Dritte nachvollziehbar sein muss, weshalb es zu dieser Abwertung kam.

    Effektiv wird man bei Klausuren, bei denen es maximal 100 Punkte gibt und die Sprachrichtigkeit im darstellenden Bereich in der Regel bei der Vergabe von 0 Punkten in diesem Kriterium maximal 5 Punkte beträgt, ohnehin nur einen zusätzlichen Notenpunkt abziehen können - was wiederum auf das verlinkte Dokument zurückzuführen ist.

    Ursprungskonstellation:

    10 Minuten mit dem Auto zur Schule. Jung und ungebunden, neue Stelle, alles super.

    Zwischenkonstellation I:

    45-60 Minuten mit dem Auto zur Schule. Zukünftige Ehefrau gefunden, Heirat und Kind, zusammengezogen in der geographischen Mitte. Privat das absolute Glück, beruflich bzw. fahrtechnisch weniger prickelnd.

    Zwischenkonstellation II:

    15-20 Minuten mit dem Auto zur Schule (immer noch dieselbe Schule). Umzug während der Elternzeit meiner Frau, um deren Versetzung in einen anderen RB zu erzwingen. Eigentlich die ideale Konstellation, wenn da nicht die berufliche Perspektive allmählich geschwunden wäre.

    Zwischenkonstellation III:

    45-70 Minuten mit ÖPNV zur Behörde - oder 45 Minuten mit dem Auto. Eine zunächst eher stressige Konstellation, die aber mit Homeoffice während Corona-Zeiten und anteiligem Homeoffice im Anschluss familiär nicht besser hätte sein können.

    Zwischenkonstellation IV:

    25-35 Minuten mit dem Auto zur neuen Schule. Das Maximum an dem, was ich zu fahren bereit gewesen bin - aber die Schule, deren Umfeld und das Kollegium wie die Schulleitung lassen die Fahrerei zu einem erträglichen Übel werden.

    Langfristig würde ich mir wünschen, wieder dichter an meinem Wohnort zu arbeiten. Da käme aber nur eine Konstellation unterhalb der Schulleitungsebene infrage, die sich leider nur an wenigen Schulen vorfinden ließe - und in der unmittelbaren Umgebung gibt es das, was ich mir wünschen würde, nicht. Da ich aber nicht unzufrieden bin, lässt es sich mit der aktuellen Konstellation ganz gut leben.

    Gleicht sich doch aus bei deinen Fächern. Es wird dafür in Mathe zunehmend ein Kunststück, dass GK Schüler schriftlich aus dem Defizit raus kommen.

    Wir raten verstärkt zur mündlichen Prüfung.

    Sehr zum Ärgernis der BRen, die sich sehr wohl darüber bewusst sind, weshalb so viele Prüfungen in Mathematik im vierten Fach stattfinden...

    Das hat wenigstens den Vorteil, dass die Kinder ihre Schule wieder wohnortnah wählen können, anstatt - nicht selten aufgrund des Elternwillens - quer durch die Stadt fahren zu müssen, um in einem bestimmten Fach vlt. mal eine Schwerpunktstunde machen zu können.

    Das ist richtig. Gleichwohl sehe ich nur bedingt einen nachhaltigen Vorteil einer Schulwahl nach Profil - selbst an NaWi oder Bili Schulen.

    chili

    Ja, aber es war von Anfang an sehr durchschaubar, wozu das diente. Die SuS' haben so bis zu 10 Punkte (von 150) mehr in der Endabrechnung, so dass es bei den ganzen anderen Kriterien - gerade die kommunikative Textgestaltung - seit der Umstellung faktisch eine Kunst ist, in Englisch ein Defizit zu schreiben. (Das kommt zwar immer noch vor, ist aber auch bei einem schwachen GK bei mir eher die Ausnahme.)

    also bei uns (Großstadt) haben gefühlt alle Gymnasien das selbe Profil. alle was mit MINT, aber selbstverständlich auch Sprachen. und Musik und Kunst natürlich auch. Im Verbund werden auch alle LKs angeboten. das einzige Profil ist jetzt unter wiedereingeführtem G9 Ganztag oder nicht.

    In der Stadt, in der meine alte Schule lag, gab es "MINT"-Schulen, bili-Schulen und weitere Schulen mit eigenem Profil. Mit der Zeit haben sich dort offenbar alle Schulleitungen aufgemacht, Plaketten zu jagen. Meine alte Schule wurde "mint-freundliche Schule" - das ehemals rein mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtete Gymnasium bekam einen bili-Zweig.

    Das Ganze wurde so auf die Spitze getrieben, dass man sein Kind mittlerweile - zumindest von den Schulprofilen her - faktisch an jeder Schule anmelden kann, weil jede Schule alles anbietet. Als seinerzeit Kritik an der Beliebigkeit der Profile geäußert wurde, war die Schulleitung meiner alten Schule "not amused". Aber was tut man nicht alles für Anmeldezahlen...

    Ich habe ein Problem damit, dass du erst veröffentlichst, kein Interesse an Beförderung zu haben, um dich um deine Kinder zu kümmern und dann, um dem Burnout zu entgehen in die Behörde geflohen bist, um hinterher eine Beförderungsstelle an einer Schule entgegen zu nehmen. Irgendwer schrieb, dass das oft so gemacht wird. Ich kenne zwar niemanden, aber abstoßend finde ich es allemal. Wenn dir das keine Probleme bereitet, ist es ja gut.

    Nein, es bereitet mir keine Probleme. Warum sollte es das auch? Ich habe rückblickend angesichts der Gesamtsituation alles richtig gemacht. Meiner Familie und mir geht es gut - das zählt.

    Abstoßend finde ich übrigens Deine wirklich schon an Bösartigkeit grenzende Interpretation meiner Motive sowie die Herstellung "alternativer" Kausalzusammenhänge...

    Dass dir das nicht peinlich ist, das immer wieder zu betonen...

    Warum sollte es das?
    Kernbotschaft dieses Vergleichs ist es klarzustellen, dass sich Schulleitung finanziell nicht lohnt. Und als Vergleichsmaßstab eignet sich hier die unmittelbar darunter liegende Besoldungsgruppe.

    Ich nehme wahr, dass Du damit offenbar ein Problem hast. Aber das ist eben nicht mein Problem.

    Wir machen das auch.

    Warum?

    Weil es so in der Prüfungsmappe steht. Hätte deren Vordruck kein Inhaltsverzeichnis, würden wir das nicht tun.

    Ganz blöde Arbeit.

    Es gibt in der Tat keine Vorgabe, die Seiten zu nummerieren - weder in der APO-GOSt noch im Abiturerlass. Das ist eine schulinterne Regelung, die offenbar niemals vor Ort hinterfragt wurde, als sie - möglicherweise - nicht mehr verbindlich war.
    Ich darf das an meiner Schule auch tun - vermutlich dient es dazu, dass so sichergestellt ist, dass alle Unterlagen vollständig sind. Im Falle der rein alphabetischen Sortierung hätte man im unwahrscheinlichen Fall der Fälle ggf. ein Problem zu belegen, dass die Unterlagen vollständig oder unvollständig sind.

    Erbsen - ääh- Seiten zählen empfinde ich - man verzeihe mir die plakativ-sarkastische, kurzfristige Borniertheit - als A15er auch irgendwie unter meiner Würde.

    Ich würde der Aussage bei Bolzbold nicht mal zustimmen, du kannst absolut gestalten. Die Frage ist, ob das wirklich die Motivation ist. Ich habe ehrlich keine Ahnung.

    Du brauchst ein stückweit IdealistInnen. Das hat meine Schulleitung mir auch so gesagt - sie brannte dafür. Ich nicht. Daher werde ich auch nicht Schulleiter.

    Theoretisch kannst Du gestalten. Praktisch geht das nicht ohne Dein Kollegium - und die freuen sich darauf, Arbeit zu machen, mit der Du der Schule Deinen Stempel aufdrücken kannst.
    Wenn Du gestalten willst, dann musst Du den Geist der Schule in Dich aufnehmen und entsprechend so gestalten, dass das Kollegium Dir auch bereitwillig folgt - und eben nicht wegen der vage in den Raum gestellten A14-Stellen.

    Gleichzeitig hast Du den kommunalen Träger, die BR, das MSB, Eltern, SchülerInnen, Lehrkräfte und sonst noch wen an der Backe. Wer das möchte - nur zu.

    Ich denke, Du machst es Dir hier selbst viel zu schwer.

    Du willst sinnvolle Gründe haben, die nicht zu platt sind und nicht zu pathetisch klingen, gleichwohl willst Du Deine wahren Motive nicht offenlegen. Wer Schulleiter werden möchte, der möchte gestalten, entwickeln, leiten. Nicht jede/r Kanditat/in legt sich ganz genuine, einzigartige Gründe für die Frage, warum man Schulleiter/in werden will, zurecht.

    Die Bezahlung kann es nicht sein. (Keine 4 Euro netto zwischen meiner SL und mir...).

    Die Gestaltung klingt gut, ist aber realitätsfremd, weil man de facto Mangel verwaltet. Die drastische Wahrheit sprechen, verbietet sich da natürlich auch.

    Letztlich wird man wohl dann doch bei den drei von mir angesprochenen Bereichen landen - was will man den sonst anführen?

    Vielleicht kann man statt "dumm" unkooperativ verwenden.

    Dass Eltern das glauben, was ihre Kinder erzählen, und nicht das, was die Lehrkräfte erzählen, ist Teil unseres Geschäfts. Oft geht es dabei um die Wahrung des eigenen Gesichts und die Aufwertung des eigenen Kindes - und um den Irrglauben, es stünde "Aussage gegen Aussage".

    Es geht nicht mehr darum, was das Kind zu Hause erzählt, wenn beispielsweise eine Lehrkraft das Fehlverhalten zweifelsfrei gesehen hat. Daher würde ich in diesen Fällen hier nur noch die Eltern in Kenntnis setzen und eine entsprechende Maßnahme verhängen. Alles andere ist vertane Zeit und kann wahlweise dienstlich wie privat besser genutzt werden.

    Danke, so etwas in der Art, aber das war es nicht. Es begann mit einer vom Orchester selbst eingespielten Störung über Lautsprecher. Danach wurden die einzelnen Motive gespielt und der Samsung Klingelton vom Vibraphon gespielt. Die Streicher kamen dann mit dem Nokia-Klingelton.

    Hallo an alle,

    ich suche mir gerade die Finger wund nach einem "Handy-Klingelton Konzert", bei dem ein klassisches Orchester Klingeltöne zunächst per Lautsprecher einspielt und im Anschluss die Klingeltöne von Samsung, der Telekom und dem alten Nokia Handy zu einer Art Sinfonie kombiniert. Gibt es das Video bei Youtube nicht mehr, oder bin ich gerade zu betriebsblind zum suchen?

    Kennt das jemand ggf. und kann mir einen Link schicken?

    Ein guter Lehrer?

    Da dürften die Maßstäbe von Eltern, SchülerInnen, KollegInnen, Schulleitungen, Schulaufsicht, MinisterInnen und wer sonst noch meint, mitreden zu müssen, mitunter erheblich divergieren.

    Es kommen keine Klagen von irgendeiner Seite, ich komme mit allen Beteiligten im System Schule klar, ich bin nicht übermäßig gestresst, fühle mich weitgehend wohl, bin mit mir selbst auch weitgehend zufrieden.

    Im Sinne des Überlebens dieses Berufs vor dem Hintergrund der Anforderungen und der Beteiligten erachte ich mich damit bereits als "guten Lehrer". Von irgendwelchen unerreichbaren Idealen, vorzugsweise noch durch die Außenansicht von dem, was die KollegInnen tun, habe ich mich verabschiedet - das macht einen nur unglücklich.

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