Ich erinnere mich dunkel daran, dass Meike in meinem alten Karrierethread einmal davon sprach - dann scheint das in Hessen tatsächlich anders abzulaufen - und dann kann ich die Bedenken verstehen.
Bei uns wirst Du nicht auf eine Leitungsstelle gehievt, ohne dass Du vorher abliefern musst. Mein Chef erzählte von seinem EFV und den Erfahrungen, die er und die KollegInnen gemacht haben. Dort fallen auch immer wieder Leute durch, so dass das beileibe kein Selbstläufer ist.
Beiträge von Bolzbold
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die "Schulflüchtlinge" werden sich wohl aber kaum auf eine Leitungsposition an einer Schule bewerben, oder?
Das wird hier im Forum seit geraumer Zeit immer wieder postuliert. Die ganzen Revisionen und das EFV zu durchlaufen, macht man bzw. frau auch nicht mal eben nebenbei, wenn man/frau Schulflüchtling ist. Auch als stv. SL kann man daneben greifen und eine SL haben, die einen als "Dackel" (O-Ton meines ersten stv. SLs) erachtet oder sehr gängelt. Es braucht dann schon sehr viel Sitzfleisch, um auf A16 zu kommen und dann ggf. wirklich weniger zu unterrichten.
Da ich ja mittlerweile mitreden kann, wage ich zu behaupten, dass die Schulflüchtlinge damit aber sicherlich nicht glücklich werden. Die Anzahl der Aufgaben, die Arbeitszeit und mögliches Konfliktpotenzial, das sich aus den Aufgaben und der Funktion ergibt, wird ja nicht weniger... -
Naja, es entfällt halt in so einem Fall die (inoffizielle) Einflussnahme auf die Auswahl. Das ist ja generell der Pferdefuß am ganzen Versetzungssystem. Auch als Schule hat man eigentlich das Bedürfnis einen zur Schule passenden Kandidaten zu bekommen.
Richtig - und die DezernentInnen haben ebenfalls ein Interesse daran. Somit wird da dann auch auf ein Mindestmaß an Passung geschaut. Alles andere würde auch für eine/n DezernentIn irgendwann zu stressig werden.
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Naja es gibt auch Abordnungen an die Behörden, die man bei uns als "Schulflüchtlinge" bezeichnet. Die wollen dann befördert werden, damit sie weniger oder gar keinen Unterricht mehr machen müssen. Dies als Hauptmotivation möchte man nicht in der SL haben.
Man kennt sich in der Regel aber...
Also die habe ich bislang noch nicht kennengelernt. Die Behörden achten aber auch sehr stark auf die Motivationslage in den Auswahlgesprächen. Abgesehen davon erteilt man nur ab A15Z signifikant weniger Unterricht - und für die Beförderung nach "Z" braucht man eine volle Revision außerhalb der Behörde.
Die PMs, die ich kennengelernt habe, sind - sofern sie in der Behörde nach A15 befördert wurde - als Koordinatoren für XY an die Schulen zurück. Da wurde im Vorfeld seitens der BR bei den Schulen nachgehorcht, wie es aussieht; oft wussten die Dezernenten auch schon im Vorfeld, wo ein Posten vakant ist.
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Ich würde hier zum Bleiben tendieren, wenn Du Dich an Deiner aktuellen Schule wohlfühlst und es außer der Fahrerei keine wirklichen Kröten gibt.
Gleichwohl hat mich die Fahrerei auch unglaublich genervt, als ich vor zwei Jahren eine ähnliche Konstellation hatte. Es gab aber noch ein paar weitere Faktoren, mit denen ich trotz der tollen Schule, an der ich war, mittelfristig nicht glücklich gewesen bzw. geblieben wäre.
In meinem Fall war der Wechsel genau richtig - ich hatte mich im Vorfeld gut über die Schule informiert und kannte sie auch bereits über die Nachbarschaft. Du solltest Dich vor einem Wechsel unbedingt gut informieren, damit Du weißt, wo Du hinkommst. Andererseits könnte die zusätzliche Lebenszeit fernab der Straße auch die eine oder andere Kröte an der neuen Schule kompensieren. Das kann nur niemand von uns von außen beurteilen.
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Man darf gespannt sein, ob das dann in näherer Zukunft zur Rückgaben von Beförderungsämter führt.
Es wäre jedenfalls frech, denjenigen die das tatsächlich tun, dann hinterher diesselbe Aufgabe per Dienstanweisung ohne Beförderung wieder zuzuweisen.
Ich halte das Szenario allerdings nicht für unmöglich.
Das ist eine völlig absurde Situation und ich bin froh, dass das bei uns am Gymnasium nicht so ist.
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Ein halbes Jahr zwischen Bewerbung über Revision zur Entscheidung bzw. zum Stellenantritt ist eigentlich der Regelfall. Ausnahmen können dringende Ausschreibungen sein, in denen beim Zeitpunkt der Besetzung "ab sofort" zu lesen ist. Wenn da "01.08.2026" steht, wie das bis neulich zu lesen war, dann ist das von Anfang an so geplant.
Bei mir sollte es von der BR aus schneller gehen - was dann auch der Fall war.
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Ja, das sehe ich auch so. Ich würde in diesem Fall die Aufgabe jedenfalls nicht mehr ohne Entlastung tun.
Das wird aber genau so sein müssen - aus Sicht des Ministeriums. Dass man durch Anordnung oder dienstlichen Druck dann die Zusatzaufgaben mit mehr Einsatz und Freude macht, ist natürlich völlig illusorisch. Aber hier offenbart das Ministerium seine absolute konzeptionelle Hilflosigkeit - auch wenn sie primär fiskalisch begründet wird.
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Ändert nichts daran, dass ich völlige Panik vor diesem Tag habe und ich nicht weiß, wie ich das hinbekommen soll. Da wird auch eine Fortbildung die ich nicht mehr besuchen kann nichts dran ändern.
Panik hatte ich nicht, aber gehörigen Respekt, was daran lag, dass ich die mich bewertenden abgebenden wie aufnehmenden DezernentInnen aus meiner vorherigen Tätigkeit in der Behörde kannte und ich mir keine Blöße geben wollte.
Es ist dann auch alles gut gegangen. -
Gab es denn letztlich welche? Ich bin noch nicht so lange im Geschäft wie du, habe aber bisher noch nie davon mitbekommen, dass es spontan A15-Bewerber gab, die nie vorher bei der Schule vorstellig wurden.
Nein, aber der Dezernent weiß natürlich, wie die BewerberInnenlage ist. Ich hätte es unschicklich gefunden, bei der Schule direkt nachzufragen - das habe ich dann auch nicht getan.
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Ich würde noch einmal überlegen und nichts aus der "Panik" heraus entscheiden. Vielleicht könntest du nun zuerst herausfinden, ob es Mitbewerber:innen gibt. Falls nicht, würde dies sicherlich schon etwas Druck rausnehmen. Da du aus NRW kommst, hast du in einigen Bezirksregierungen (z.B. Münster) auch die Möglichkeit ein 1:1 Coaching durchzuführen (für SL oder zukünftige SL). Hier habe ich sehr fähige Menschen kennengelernt (selbst SL mit Qualifikationen in der systemischen Beratung). Vielleicht wäre dies etwas um dich zunächst zu sortieren?
Das beste, was mir mein Dezernent gesagt hat, war, dass ich mich auf mich selbst konzentrieren möge und er mir nichts zu möglichen KonkurrentInnen sagen werde. Im Nachhinein war das goldrichtig.
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Du machst einen Job seit zwei Jahren, es wird dir eine Stelle ausgeschrieben ("Wunschkandidat"), du weißt nicht mal, ob es einen anderen Kandidaten gibt und du ziehst zurück?
Einerseits lese ich aus einigen Beiträgen "Vier gewinnt" und es ärgert mich total (Warum fortbilden, der andere User hat es auch so gemacht... der andere User bringt aber ganz sicher eine ganz andere Erfahrungskette mit, im Forum nachzulesen...), andererseits kann ich das jetzt nicht wirklich nachvollziehen, wie "beliebig" deine Bewerbung klingt. Vor 6 Monaten warst du ja schon Vater, hast du dir da keine Gedanken gemacht?
Ich würde davon ausgehen, dass du unter diesen Umständen nicht denken solltest, dass du in 2-3 Jahren das nächste Angebot bekommst. Und sollte es keinen Gegenkandidaten geben, wirst du den Job weiterhin machen, bis die Stelle besetzt wird... Kannst du dann damit umgehen?
(Dass Familie wichtiger sein kann, Prioritäten sich verschieben, steht außer Frage, das können hier viele hoch und runter beten. Aber was hat sich in den letzten 6 Monaten so sehr verändert, dass du jetzt _begründet_ zurückziehen möchtest?)Danke für diesen sehr klaren Beitrag, in dem ich mich als "anderer User" aus völlig unerfindlichen Gründen angesprochen fühle...

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Ja, alles gut
...Es gibt ja ohnehin keinen Termin mehr vor der Revision. Die ist schon Ende März.Ich denke, ich ziehe meine Bewerbung zurück und versuche mich noch einmal neu zu strukturieren. Ich finde es ehrlich gesagt schade, da ich der Wunschkandidat der Schule war – also niemand, der sich irgendwie vorgedrängt hat – und das Ganze jetzt zwei Jahre lang mit viel Herzblut betrieben habe.
Aktuell habe ich jedoch nicht das Gefühl, dass ich mich im vollen Schulbetrieb und mit Baby zu Hause auch nur annähernd ausreichend darauf vorbereiten kann, zumal wir zusätzlich noch ein Haus sanieren. Die Dezernentin hat mir bislang auch noch nicht auf meine Bitte um einen Telefontermin geantwortet.
Ich betone auch hier noch einmal, dass es mir nicht um die Arbeitsbelastung vor Ort geht. Das habe ich bisher ja auch gut hinbekommen.
Als meine SL damals mit mir das Gespräch geführt hat, stand ich vor einer komplett anderen Ausgangslage und ging fest davon aus, dass der Bewerbungs- bzw. Revisionsprozess maximal sechs bis zehn Monate dauern würde. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich bald Vater werde.
Du willst wegen des Stresses der Revision das Ganze abblasen?
Ich hatte auch nur sechs Wochen Vorbereitungszeit und drei Kinder, wenngleich kein Baby. Mein damaliger SL sagte mir, dass ich eine Woche pro Baustein einplanen solle. Das habe ich sehr konsequent gemacht - die konkrete Materialvorbereitung (Tischkarten, PPP für die Konferenz etc.) und die Vorbereitung für das Kolloquium (finales, strukturiertes Lernen) habe ich dann in den verbleibenden zwei Wochen gemacht.
Wenn Du Dein restliches Leben für sechs Wochen weitgehend auf Standby stellen kannst und ggf. Unterstützung von außen hast, dann geht das.Das ist zu schaffen. Meine Frau war auch nicht begeistert. (Und sie wäre vermutlich noch weniger begeistert gewesen, wenn ich gescheitert wäre...)
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Hallo!
1. Würdet ihr euch auch bei den anderen Schulen bewerben? Ich möchte eigentlich unbedingt an einer der 4 Schulen, 2 davon haben mir bereits abgesagt. Zudem ist der Bedarf leider gering, da die Schulen in der Regel vollbesetzt sind. Eine von den 2 hat aber angedeutet, dass eventuell Chancen bestehen könnten.
Ich habe davon abgesehen, die Bewerbungen auch an den weniger erwünschten Orten zuzuschicken, da ich das so verstanden habe, dass am Ende nur eine Schule bei der Bez.-Reg. in Frage kommt. Wäre es nicht blöd, wenn sich dann zwei melden und sagen, Ja, die fragen wir an? Oder könnte es sogar sein, dass mich eine der Schulen, die ich nicht unbedingt präferiere, möchte und anfragt und dadurch die Bez.Reg. eine der beiden Wunschschulen gar nicht erst anfragt, ob die für mich Bedarf haben?
Mir ist nicht so ganz klar, wieso Du Dich bei den anderen Schulen "bewirbst". Du kannst nachfragen, ob sie Bedarf haben und Dich ggf. vorstellen. Bewerbungen betreffen doch eigentlich nur ausgeschriebene Planstellen oder Beförderungsstellen. Davon scheint ja hier gar nicht die Rede zu sein.
2. Meine nächste Frage bezieht sich auf die Bekanntmachung des Versetzungswunsches. Ab wann habt ihr das im Kollegium kommuniziert? Ich wollte das erst dann machen, wenn ich weiß, dass es geklappt hat. Das passiert aber nicht vor Ostern. Und dann wäre es ja nicht mehr lange bis zu den Sommerferien… ist es dann nicht spät?
Ich glaube, das nimmst Du zu wichtig. Die Frage ist auch, was damit bezweckt werden soll. Ggf. hast Du ja im Vorfeld bereits Unmut oder eine Anspielung zum Versetzungswunsch getätigt. Dem Kollegium ist das relativ egal, es sei denn, Du wärst absoluter Sympathieträger und Deine Entscheidung wäre für alle ein Schock. Du bist dem Kollegium gegenüber auch keine Rechenschaft schuldig.
Bislang habe ich es auch nicht unserer Abteilungsleiterin gesagt. Sie gehört zur erweiterten Schulleitung. Ich habe aber die Sorge, dass sie mich dann „komisch behandelt“ weil sie mir das übel nimmt. Und solange ich ja nicht mal weiß ob das klappt, ist das dann nötig? Andererseits plant sie ja auch den Stundenplan und müsste wissen, wenn ich wegfalle… das wäre aber eben auch der Fall, wenn ich schwanger werden sollte. Da muss man ja immer damit rechnen, das sowas kommt und dann innerhalb von einigen Monaten (beim Berufsverbot ja sogar sofort) anders planen. Ich habe aber auch eine Klassenleitung und ein paar Aufgaben, die ich verantworte. Und vor allem stelle ich mir die Frage: wird nicht die SL darüber sprechen? Die weiß ja Bescheid. Da wäre es bestimmt blöd, wenn sie das von der SL erfährt…
Entschuldigt den Roman! Ich wäre euch dankbar für eure Ideen…
Auch hier nimmst Du das zu wichtig. Versetzungswünsche gehören zum "Spiel" dazu, d.h. das ist vollkommen normal. Wenn eine AL damit nicht umgehen kann, ist das erst einmal ihr Problem. Dass jemand deswegen per se "komisch" behandelt wird, habe ich so noch nicht erlebt - weder bei mir noch bei anderen KollegInnen.
Vielleicht solltest Du das Vorhaben nicht größer machen als es ist. Du willst an eine andere Schule, musst aber das reguläre Versetzungsverfahren durchlaufen. Dazu gehört erst einmal auch die Freigabe der Schulleitung. Mit der Abgabe des Antrags, der über den Tisch der Schulleitung laufen muss, hast Du Dein Vorhaben quasi offiziell gemacht. Und natürlich spricht die SL mit ihrer erweiterten SL über Personalangelegenheiten, die ggf. demnächst anstehen. -
Wie groß meine Kaufkraft im Vergleich zu anderen ist bzw. ob die Kaufkraft anderer Menschen größer ist als meine, kann mir doch solange egal sein, wie ich ein überwiegend sorgenfreies Leben führen kann.
Man muss ja noch nicht einmal über die verschiedenen Lehrämter schauen. Es würde ja ein simpler Vergleich mit einer anderen Person desselben Lehramts reichen, die eben in kürzerer Zeit karriere- oder besoldungstechnisch mehr erreicht hat als ich. Aber das führt zu nichts. Es macht letztlich nur unglücklich und man kennt mitunter die konkreten Umstände und Hintergründe nicht.
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Das kann ich einerseits verstehen, aber das Setting ist vergleichbar. Man kann beide Arten von Gesprächen fachlich und strukturell vorbereiten und entsprechend führen. Man kann auch sich eine/n KollegIn schnappen und das in Vorfeld üben.
Niemand erwartet einen perfekten Prüfungstag, bzw. dass man die künftig zu übernehmenden Aufgaben jetzt schon perfekt beherrscht. Ich hatte bis zu meinem Stellenantritt faktisch keine Ahnung von Untis und bin dann entsprechend zweimal nach Essen zu Pedav gefahren.
Einmal abgesehen davon ist der TE ja nicht der erste mit einer solchen Revision - da gibt es an der Schule oder im Umfeld womöglich Menschen, die man fragen kann.
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Ich hatte mein erstes Beratungsgespräch überhaupt in der Revision selbst. Klar war ich bei UBs als Ausbildungslehrer in den Nachbesprechungen dabei und habe natürlich solche von der anderen Seite erlebt. Das war für mich kein Grund für einen Rückzug der Bewerbung.
Mittlerweile habe ich natürlich ein paar Gespräche mehr auf dem Buckel.
Seinerzeit habe ich mich im Vorfeld beim damaligen stv. SL meiner alten Schule informiert, wie das abläuft und dann auf der Basis der Literatur mir ein Konzept erstellt. Das habe ich dann auch so durchgezogen und hatte noch das Glück, dass ich die Knackpunkte der Stunde (einer der DezernentInnen war auch noch Fachdezernent für das Fach) präzise benennen konnte.
Das kann also durchaus gutgehen, wenn man vorbereitet ist und geistig flexibel ist, um dann die Knackpunkte der Stunde mit den Beratungsaspekten zu verknüpfen. Ich denke, das können viele andere AspirantInnen auch.
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