Es fällt dir schwer, das Verhalten des/der Kolleg*in nicht als verkrampft, destruktiv, angespannt, unfreundlich und entwertend zu sehen, oder?
Ich habe dafür bislang nicht viele Attribute gefunden, außer dass ich mit diesem Verhalten nichts anfangen kann. Es befremdet mich. Daher dieser Thread hier - aktuell versuche ich das einzuordnen.
Zitat
Du hast nicht um Tips gebeten, ich hoffe es ist okay, wenn ich trotzdem einen hierhin schreibe. Ich verstehe dich so, dass du mit dem Problem von Kollege X anders umgegangen wärst, wenn du das Problem an seiner statt gehabt hättest. Für dich ist es ein Vertrauensbruch, den Personalrat zu bemühen und du würdest das selbst allenfalls tun, wenn alle anderen Stricke gerissen wären. Nun mein Vorschlag: Versuche mal in Ruhe, den Perspektivwechsel anders vorzunehmen und dich dabei in eine unbekannte Person hineinzuversetzen, die dir als Teamleiter gegenübersitzt. Könnte es, ganz unabhängig von dem, was und wie du etwas gesagt hast und wer und wie du wirklich bist, Gründe für X geben, sich nicht direkt an Herrn Bolzbold zu wenden, sondern irgendwen Vertrauten vorzuschicken?
Angesichts der zahlreichen und zum Teil wenig schmeichelhaften Deutungen meiner Wahrnehmung der Situation bzw. meines augenscheinlichen Verhaltens macht ein Tipp von Dir den Kohl jetzt auch nicht mehr fett...
... ich bin nicht soweit, das Einschalten des LehrerInnenrats als Vertrauensbruch zu werten. Ich finde es wie oben dargestellt befremdlich, ich als "gemeiner Lehrer" an meiner alten Schule nie so gehandhabt habe und auch nie so gehandhabt hätte. Den Lehrerrat hätte ich bei akuten Problemen mit der Schulleitung (i.e. Chef und Stellvertretung) eingeschaltet, aber nicht darunter.
Mein Verhältnis zu allen KoordinatorInnen war sehr entspannt, wohlwollend freundlich und hat auch mal den einen oder anderen Konflikt ausgehalten. Als damaliges Mitglied des Oberstufenteams wäre es mir beispielsweise auch nicht in den Sinn gekommen, nach einem Rüffel durch den OK zum LehrerInnenrat zu rennen. Diese Verhaltensweise ist mir einfach so vollständig fremd.
Ich habe mittlerweile das eine oder andere Gespräch geführt und einige wichtige Einblicke erhalten. Es besteht kein Zweifel daran, dass es seitens der "gemeinen KollegInnen" Berührungsängste gegenüber einem von außen kommenden Funktionsstelleninhaber gibt bzw. gegeben hat. Das hatte ich in dieser Form nicht erwartet. Als Funktionsstelleninhaber wird man offenbar primär so wahrgenommen, dass man "auf der anderen Seite der Macht" steht. Damit muss ich nun unabhängig von meiner eigenen, weniger hierarchischen Haltung umzugehen lernen. Der Umstand, dass man sich eben bis dato noch nicht kannte, hat sicherlich zusätzlich dazu beigetragen. Ich denke, ich weiß jetzt, wie ich das eine oder andere einzuordnen habe.