Beiträge von Bolzbold

    Eine Kündigung halte ich nicht für sinnvoll, da der Dienstherr die Stelle einfach nachbesetzt und man ggf. finanziell schlecht darsteht.

    Ich würde im Falle einer Erkrankung (generell, nicht nur dann) unbedingt das Formular für Dienstunfälle ausfüllen.

    Weiterhin würde ich Folgeerscheinungen einer durch Missachtung der Fürsorgepflicht seitens des Dienstherrn billigend in Kauf genommene Covid-19 Erkrankung sehr ernst nehmen und mich ganz und gar auskurieren, was bei Covid-19 ja mitunter leider sehr schwierig ist und lange dauert.

    Häufige Langzeitfolgen sind mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit, das sind allerdings noch die harmlosesten. Aber alleine diese könnten die Wiederaufnahme des Dienstes für einige Monate verhindern.

    Und wieder einmal eine Anspielung auf bewusstes Ausdehnen einer Erkrankung? Mach das, wenn Du meinst, dass das für Dich die richtige Lösung ist. Vermeide aber bitte mittelbare Anspielungen bzw. Anstiftungen zu Dienstvergehen - so subtil sie auch rhetorisch verpackt sein mögen.

    Ich kann da jetzt nur für mein Zuhause sprechen, aber ich würde den heimischen Schreibtisch immer einem dienstlichen Arbeitsplatz vorziehen. Ich fühle mich hier einfach viel mehr zu Hause, kann mich komplett freizeitmäßig kleiden etc. Bei schönem Wettergehe ich nach dem Unterricht auch gerne erstmal eine Runde in den Wald, bevor ich mich an den Schreibtisch setze. Würde ich zu 100% von der Schule aus arbeiten, würde ich das sicher nicht tun. Ich würde auch nicht nochmal für zwei Stunden in die Schule fahren, nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe etc.

    Es gibt Firmen, die ermöglichen ihren Mitarbeitern Homeoffice-Tage. Abgesehen vom Firmenlaptop gibt es hierfür meist keine Ausstattung dazu. Trotzdem gibt es kaum jemanden, der diese Gelegenheit nicht nutzt.

    Ich habe mittlerweile ja reichlich Erfahrung mit beiden Modellen - in der Behörde sogar mit beiden Modellen gleichzeitig.

    Mit drei Kindern im Hintergrund arbeitet es sich für mich zum Teil eben gerade nicht angenehmer von zu Hause, weil ich wahlweise gestört werde oder aber immer ein halbes Ohr auf die Kinder haben muss bzw. unfreiwillig habe - trotz geschlossener Tür. Der Umstand, dass man zu Hause ist, führt letztlich auch dazu, dass die Familie denkt, man sei ja zu Hause und damit jederzeit ansprechbar.

    In der Behörde habe ich in meinem Büro, das ich mir zwischenzeitlich mit zwei weiteren KollegInnen teile, meistens mehr Ruhe und Konzentration, weil ich mich eben nicht noch um die "Heimatfront" kümmern muss.


    Gleichwohl weiß ich aber auch die von Dir genannten Vorteile zu schätzen. Allerdings habe ich ebenso die klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit sehr zu schätzen gelernt - mit meiner Rückkehr in den Schuldienst habe ich mir daher vorgenommen, viel mehr Tätigkeiten im Anschluss an den Unterricht in der Schule zu erledigen - so die Unterrichtsvorbereitung für den kommenden Tag inklusive der Kopien. Mich hat in der Vergangenheit dieses morgendliche Anstehen am Kopierer gepaart mit der Frage, ob ich noch pünktlich zum Unterricht komme und der Verärgerung über KollegInnen, die kurz vor der 1. Stunde noch die Arbeitsblätter für den ganzen Tag kopieren mussten, sehr gestresst.

    Als künftiger Funktionsstelleninhaber werde ich mir in der Schule aller Voraussicht nach ein Büro mit einem/r KollegIn teilen, so dass das auch machbar sein sollte.

    Wir brauchen vor allem Geld.

    - für Personal

    - für Gebäudesanierung und -erhaltung

    - für Lehr- und Lernmittel

    - für die Ausstattung der Schulen

    Wir brauchen Willen, d.h. ein konstruktives, zielgerichtetes Miteinander der großen beteiligten Player.

    MSB (Stellen, Lehr-/Lernmittel)
    FM (für alles)

    MKW (für die Studienplätze)
    Kommunale Träger (für Gebäudesanierung, Lehr-/Lernmittel und die weitere Ausstattung der Schulen)

    Vor diesem Hintergrund braucht man sich eigentlich gar keinen Hoffnungen mehr hinzugeben.

    Ja, absolut in Ordnung. Angefangen damit, dass wir einen erheblichen Teil der Arbeit von zu Hause erledigen können und hierbei nicht an feste Zeiten gebunden sind (quasi ein Homeoffice ohne Kernarbeitszeit). Wir haben die Möglichkeit, auch in der Winterhälfte zu Zeiten an die frische Luft zu kommen, wenn es noch hell ist. Wir haben im Normalfall auch unter der Woche an mehreren Tagen die Möglichkeit, nachmittags private Dinge zu erledigen und einen Teil der Arbeit flexibel vor- oder nachzuarbeiten.

    Davon abgesehen haben wir im Sommer einen großen Block an Freizeit, in dem wir wirklich die Möglichkeit haben, abzuschalten, weil der Laden eben in dieser Zeit mehr oder weniger stillsteht. Anders als in Unternehmen, wo nach dem Urlaub mehrere 100 Mails warten und man eben deshalb trotz Urlaub regelmäßig gedanklich bei der Arbeit ist.

    Es hängt aber auch viel davon ab, wie gut man selbst organisiert ist und wie gut man mit der eigenen Freiheit umgehen kann.

    Das geht mir zu sehr in die Richtung "wer gut ist, hat keine Probleme."

    Darüber hinaus werden die Arbeitsbedingungen außerhalb des Mikrokosmus Schule von Dir doch sehr verzerrt.

    Gleichwohl stimme ich zu, was die Sommerferien angeht. Dieser Block ist der einzige Block, in dem man wirklich mal einen natürlichen "Bruch" hat - die anderen Ferien eignen sich dazu gerade bei Korrekturfächern nicht.

    Ich arbeite seit über drei Jahren in der Schulbehörde mit den üblichen 30 Urlaubstagen und kann sowas von prima abschalten und im Urlaub nicht an die Arbeit denken - gerade weil die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit so klar ist und ich nicht ständig einen Berg unerledigter Arbeit vor mir herschiebe. (Oder ihn wahlweise mit Überstunden abarbeite und dafür im Anschluss ggf. ein paar Tage abfeiern kann.) Wir haben ein klares Vertretungssystem, so dass man die erwähnten symbolischen 100 Mails dann nur noch zur Kenntnis zu nehmen braucht oder ggf. auch direkt löschen kann.

    chemikus08

    Ich würde mittlerweile soweit gehen, das auf einer Lehrerkonferenz offen anzusprechen, auch wenn ich mich damit unbeliebt machen würde. Denn gerade diese Dynamik und diese Automatismen sind es, die einen über die eigenen Grenzen gehen lassen. Und letztlich ist man selbst der/die einzige, der/die dann den Preis dafür bezahlt. Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten.

    Ich fahre 40 km zur Arbeit und denke über eine wohnortnahe Versetzung nach, bin aber unsicher ob es sich lohnt. Ich brauche für eine Strecke 43 min.

    Ich wohne in NRW.

    Ja und?

    Die Fraktion einer Großstadt am Rhein fuhr ungefähr genauso lang mit dem Auto in die Großstadt abseits des Rheins.
    Ich fahre seit dreieinhalb Jahren von einer Kleinstadt in eben jene Großstadt am Rhein - Entfernung und Zeit etwa ähnlich.

    Ich würde das noch als durchschnittlich bezeichnen. Wohnortnahe Versetzung wären auch bis zu 35 km Radius, die je nach Strecke nicht wesentlich kürzer sein können.

    "Lohnen" ist auch so eine Sache. Ich war letztlich immer froh, dass ich hinreichend weit weg von der Schule wohnte, dass ich sie dann gedanklich auch ein wenig ausklammern konnte.

    Wenn man das zulässt, bietet die europäische Geschichte der letzten 2000 Jahre genug Material um jede neue Gräueltat, jeden Krieg und jede Grausamkeit, die man gerade begehen möchte zu rechtfertigen und zu relativieren.

    Das hat man am Ende des 2. Weltkrieges bereits erkannt, einer der wesentlichen Grundpfeiler der europäischen Friedensordnung, die sich in den Folgejahren entwickelt hat, ist die Unverrückbarkeit territorialer Grenzen durch militärische Gewalt. Dieser wesentliche Grundpfeiler ist durch Putin gesprengt worden.

    Isoliert betrachtet stimmt das. Krieg ist die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln.

    Gleichwohl haben wir mit dem Westfälischen Frieden sowie mit dem Frieden nach dem Wiener Kongress durchaus für die damalige Zeit tragfähige Friedensordnungen. Wenn Rache bzw. die öffentliche Meinung zu starken Einfluss auf eine Friedensordnung haben wie beispielsweise beim Versailler Vertrag, dann wissen wir ja mittlerweile, wohin das führt.

    Was die Unverrückbarkeit territorialer Grenzen angeht, so ist das nach dem 2. WK nur bedingt durchgehend geklärt worden. Gerade was die Grenzen Deutschlands angeht, wurde das erst über den deutsch-französischen Ausgleich, die Ostverträge und letztlich durch den zwei-plus-vier-Vertrag geregelt. Darüber hinaus waren die meisten Länder in ihre jeweiligen Bündnisblöcke eingebunden, so dass zumindest innerhalb des eigenen Blocks keine Gefahr drohte. Die gegenseitige Abschreckung sorgte ganz wesentlich für den Erhalt des status quo. Ich sehe das noch nicht als eine dauerhaft tragfähige europäische Friedensordnung sondern als ein "dauerhaftes Provisorium" (der Widerspruch ist beabsichtigt!). Die Friedensordnung, die wir bis vor zwei Wochen hatten, war keinesfalls statisch und ist über Jahrzehnte durch verschiedene Verträge und Abkommen gewachsen.

    Es bietet sich bei der Kombi ja an, eine bilinguale Zusatzqualifikation zu machen, die einen dann insbesondere für Schulen mit ausgewiesenem bilingualen Zweig durchaus attraktiv macht.

    Wenn man "gut" bzw. "sehr gut" ist, sollte das mit der Stelle früher oder später klappen. Fakt ist aber natürlich auch, dass die Pensionierungswelle nicht ewig mehr rollen wird und sich dann der Einstellungsstopp aus den 80er/90er Jahren bemerkbar machen wird. Die Leute vor dem Stopp sind jetzt fast alle in Pension. Danach werden es deutlich weniger sein.

    OT: Ist es in Hessen nicht so, dass die letzte Q2-Klausur unter Abiturbedingungen geschrieben werden muss oder ist das ein reines NRW-Ding?

    Hier mal die offiziellen Vorgaben:

    §9 OAVO:

    (6) In der Qualifikationsphase sind folgende Leistungsnachweise anzufertigen:

    1.

    in jedem Leistungskurs jeweils zwei Klausuren in den Schulhalbjahren Q1 bis Q3, im Prüfungshalbjahr (Q4) jeweils eine Klausur,

    2.

    in jedem Grundkurs in den Schulhalbjahren Q1 bis Q3 jeweils eine Klausur und für alle Schülerinnen und Schüler eines Kurses einheitlich ein weiterer Leistungsnachweis nach Abs. 3 Satz 4, im Prüfungshalbjahr (Q4) jeweils eine Klausur.

    Abweichend von Satz 1 Nr. 1

    1.

    kann im Verlauf der gesamten Qualifikationsphase in jedem Leistungsfach eine Klausur, nicht jedoch eine nach Abs. 10 und 11, nach Entscheidung der Lehrkraft von allen Schülerinnen und Schülern eines Kurses einheitlich durch ein Referat, eine Präsentation oder eine umfassende schriftliche Ausarbeitung ersetzt werden,

    2.

    werden im Leistungsfach Sport in den Schulhalbjahren Q1 bis Q3 jeweils zwei besondere Fachprüfungen durchgeführt, im Prüfungshalbjahr (Q4) eine, wobei der sporttheoretische Anteil jeweils in Form einer Klausur zu prüfen ist und mit 50 Prozent gewichtet wird,

    3.

    wird in Leistungskursen der modernen Fremdsprachen im zweiten Jahr der Qualifikationsphase (Q3, Q4) eine Klausur durch eine mündliche Kommunikationsprüfung nach § 14 Abs. 8 ersetzt,

    4.

    wird in Leistungskursen in den Fächern Kunst und Musik im zweiten Jahr der Qualifikationsphase (Q3, Q4) eine Klausur durch eine fachpraktische Prüfung nach Abs. 3 Satz 4 Nr. 5 ersetzt.

    Abweichend von Satz 1 Nr. 2

    1.

    wird im Grundkurs Sport in den Schulhalbjahren Q1 bis Q4 eine besondere Fachprüfung durchgeführt, wobei der theoretische Anteil mit mindestens 25 Prozent gewichtet wird,

    2.

    wird in Grundkursen der modernen Fremdsprachen im Prüfungshalbjahr (Q4) die Klausur für die Schülerinnen und Schüler, die die jeweilige Fremdsprache als drittes Prüfungsfach gewählt haben, durch eine mündliche Kommunikationsprüfung nach Abs. 3 ersetzt, sofern nicht die jeweilige Fachkonferenz beschließt, dass im zweiten Jahr der Qualifikationsphase (Q3, Q4) für alle Schülerinnen und Schüler der Grundkurse der modernen Fremdsprachen eine Klausur durch eine mündliche Kommunikationsprüfung nach Abs. 3 Satz 4 Nr. 4 ersetzt wird.

    Präambel der NRW Verfassung.

    In Verantwortung vor Gott und den Menschen, verbunden mit allen Deutschen, erfüllt von dem Willen, die Not der Gegenwart in gemeinschaftlicher Arbeit zu überwinden, dem inneren und äußeren Frieden zu dienen, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand für alle zu schaffen, haben sich die Männer und Frauen des Landes Nordrhein-Westfalen diese Verfassung gegeben:

    An Schulen NRWs gab es mit Unterstützung von Lehrkräften bereits entsprechende Friedensveranstaltungen oder -bekundungen.

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