Beiträge von Bolzbold

    Ja, aber dann ging es letztlich wie so oft mal wieder nur ums Geld - das wahlweise nicht vorhanden ist oder nicht dafür ausgegeben werden sollte.

    Maßgeblich war ja das hier.
    Fragen und Antworten zu dienstlichen Endgeräten für Lehrkräfte | Bildungsportal NRW (schulministerium.nrw)


    Wieso in jeder Landesbehörde die Mitarbeiter dort vom Land ausgestattet werden, die Lehrkräfte aber nicht, hat sich mir nie erschlossen. Und die 500 Euro brutto wurden eben wortwörtlich genommen...

    Das mit den Häusern, die ein paar Jahre auf dem Buckel haben, ist schon so eine Sache. Was die Preise angeht, so sind das ja in der Regel VB-Preise. Und gerade bei älteren Häusern würde ich ohne Baugutachter im Leben nie kaufen wollen. Die Überraschungen und die Investitionen, die bereits genannt wurden, können einem nämlich sonst das Genick brechen.

    In Neubauvierteln muss man leider Leichenfledderer sein und darauf hoffen, dass wieder einmal eine Ehe in die Brüche geht und ein Haus verkauft wird. Bei uns im Viertel ist das ein paar Mal so gewesen. Diese Häuser - alle zwischen 10 und 15 Jahre alt, waren keine Stunde im Netz, da konnten sich die Besitzer die Käufer aussuchen bzw. die Kaufinteressenten haben sich gegenseitig hochgeboten.

    Hinzu kommt natürlich, dass die Banken großzügig Darlehen vergeben und so auch das von Fossi genannte "Yuppi-Pärchen" sich eine 500k Hütte "leisten" konnte. Selbst bei dem heutigen Einkommen meiner Frau und mir (zusammen A27) würden wir uns sehr genau überlegen, ob wir tatsächlich so hohe Schulden machen wollten, um uns eine solche Hütte zu leisten. Daher sind wir heute sehr froh, dass wir seinerzeit sehr günstig gekauft haben und unser Haus damals fünf Jahre alt war.

    Gerade hat der ASB die neuen VO DV I und DV II verabschiedet.

    Nachzulesen sind diese hier:

    MMV17-6049.pdf (nrw.de)

    Wer also ein persönliches dienstliches Endgerät zur Verfügung gestellt bekommen hat, darf künftig die personenbezogenen Daten seiner SchülerInnen nicht mehr auf dem privaten Endgerät nutzen.
    Es gibt ganz eng gefasste Ausnahmen und eine Übergangsregelung von einem Monat.

    Aus meiner Sicht ist dies ein Schlag ins Gesicht aller Lehrkräfte, die sich vor Inkrafttreten dieser Verordnung mangels Ausstattung durch den Dienstherrn ein eigenes Gerät zugelegt haben. Ich für meinen Teil plane nicht, künftig zwei Geräte mit mir herumzutragen, weiß aber noch nicht, wie ich langfristig dann meinen Aufgaben bei Rückkehr in den Schuldienst gerecht werden kann. Mal sehen.

    Naja, es ist in der Tat schon irgendwo ungerecht, dass man im Extremfall in der Niedersächsischen Pampa womöglich für 300.000 Euro eine nette Doppelhaushälfte erwerben kann, wohingegen im Großraum München eben nur eine Einzimmerwohnung möglich ist.

    Der mitunter hier schon erfolgte süffisante Hinweis, dass man ja dorthin ziehen könne, wo es günstiger ist, oder eben verzichten möge, ist da schon ein Schlag ins Gesicht. Einiges kann man sich aussuchen, anderes nicht. (Und wenn alle Leute so schlau wären, diesen Hinweis zu befolgen und umzögen, würde sich das auch entsprechend auf die Immobilienpreise in der Pampa auswirken.)

    Letztlich muss man auf der Basis dessen, was man will, und der Möglichkeiten, die man hat, für sich eine annehmbare Lösung finden. An bestimmten Realitäten kommt man unter Umständen nicht vorbei - da hilft es dann nur, sich damit abzufinden - oder eben den einen oder anderen änderbaren Parameter zu ändern.

    In Ergänzung zu sissymaus:

    Wer ein Eigenheim besitzt, zahlt irgendwann keine Miete, hat aber während der Abzahlungszeit des Darlehens sowie danach immer das unternehmerische Risiko auf seiner Seite - sprich: Alle Reparaturen, Sanierungen, Investitionen etc. müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden, sofern kein Versicherungsfall vorliegt. Da ist es tatsächlich mehr als sinnvoll, immer einen fünfstelligen Betrag für Reparaturen (Dach, Heizung, Haustechnik) schnell verfügbar zu haben.

    In meinem Umfeld gibt es mehrere Leute, die sich von den Versprechen der Makler und der dem Ego schmeichelnden "Aufwertung" durch den Erwerb eines Eigenheims blenden ließen und über ihre Verhältnisse gekauft bzw. gebaut haben. Da wird dann 30 Jahre abbezahlt auf der Basis von zwei vollen (!) Gehältern. Dann kommen die Kinder und beide Eltern wollen bzw. müssen Vollzeit arbeiten, um das Ganze zu stemmen. Die Kinder wegen der Pandemie zu Hause zu lassen, wirkt dann subjektiv existenzgefährdend. So trifft man dann nolens volens die Entscheidung FÜR die Existenz - aber eben auch FÜR die Durchseuchung. Das eigentliche Problem bzw. der eigentliche Fehler wurde aber eben schon viel früher gemacht.

    Ich bin froh, dass meine Frau und ich uns für ein bescheideneres Eigenheim und für viel Flexibilität und dennoch ein gutes (finanzielles) Auskommen entschieden haben. (Die zwei Beförderungen in den letzten 10 Jahren waren da noch nicht eingepreist - und genau diese ermöglichen jetzt noch mehr Flexibilität als früher.)

    Warum sucht nach Gründen und Motiven, nicht zwingend nach Rechtfertigung.

    Zu wissen, warum der Kollege dies tut, kann in der Tat helfen, mit der Situation umzugehen bzw. eine adäquate Lösung zu finden. Die größten Ar******** sehen ihr eigenes Verhalten ja nur als gerechtfertigte Reaktion auf ein scheinbares oder projiziertes Fehlverhalten des Gegenübers - auch um sich der Verantwortung dafür zu entziehen, oder eigene Schwächen zu kompensieren.

    Ich denke nicht, dass eine Diskussion darüber, wie viel Geld man sparen könnte, ausgeben könnte oder effektiv verdient, sonderlich hilfreich ist, weil die einzelnen Parameter so individuell und so unterschiedlich sind, dass diese nicht vergleichbar sind.

    Man kann es auf eine grobe Allgemeinformel reduzieren. Es gibt zentrale Aufgaben in einem Leben mit Familie. Der Lebensunterhalt muss verdient werden, die Kinder müssen betreut und versorgt werden, der Haushalt muss erledigt werden. Insgesamt muss der gewählte Lebensstandard hergestellt und sichergestellt werden. Wer nun was macht, wer wieviel macht, welche Dinge ausgelagert werden, ergibt sich daraus, sowie aus den Bedingungen, die ich in meinem Umfeld antreffe.

    Kinderbetreuung und Hauspreise sind zwei nicht zu unterschätzende Faktoren, die sich finanziell und von den Organisationsnotwendigkeiten her deutlich auf das eigene Leben auswirken.

    Ja, hier sehe ich auch eine klare Pflichtverletzung seitens des Kollegen UND der Schulleitung.

    Die Schulleitung darf so etwas nicht dulden, weil es den Schulfrieden erheblich stört, und der Kollege soll seinen Frust woanders ausleben. Die Zeiten von Blockwarten sollte doch eigentlich vorbei sein.

    Richtig. Aber schon vorher wurde der Bildungsbereich totgespart, bis auf ein paar "Leuchttürme" sehe ich seit Jahrzehnten nur Sparmaßnahmen an den Schulen. Und dazu gehört auch die Besoldung.

    Und hier fangen wir an, uns in der Diskussion zu wiederholen.

    Prinzip einer amtsangemessenen Besoldung vs. subjektives Empfinden des Auskommens mit dem Einkommen

    Ich würde dem letzten Satz von Dead Poet übrigens zustimmen und gehe noch einen Schritt weiter:

    Wenn die Schulen ordentliches W-Lan hätten, vernünftige Dienstgeräte für Lehrkräfte, eine digitale Infrastruktur, die diesen Namen auch verdient, dann kann ich persönlich mit ein paar Nullrunden auskommen. Mehr Geld schafft mir im Alltag keine Zufriedenheit, wenn ich meine Arbeit nicht reibungslos erledigt bekomme. Mehr Ausstattung, funktionierende Technik und kompetente Führungskräfte hingegen schon.

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