Beiträge von Bolzbold

    Hallo zusammen..

    Ich habe gerade frisch mein Abitur gemacht und möchte gerne ein Lehramtsstudium beginnen. Da es mir sehr wichtig ist, Unterrichtsfächer zu studieren für die ich auch brenne (in meinem Fall Geschichte und Politik), habe ich speziell für NRW in Erfahrung gebracht, dass ich mit diesen Fächern eher in der Sekundarstufe 1 Chancen auf eine Einstellung habe. Grundsätzlich kann ich mir das auch sehr gut vorstellen. Ich frage mich allerdings, woran es liegt, dass für Haupt- Real- und Gesamtschule so wenig Interesse bei Studierenden besteht. Warum sind die anderen Schulformen so viel beliebter? Was sind die besonderen Herausforderungen in der Sekundarstufe 1? Sind Lehrer dort insgesamt unzufriedener? Ist die Belastung größer? Ich wäre sehr dankbar, für diesbezügliche Anmerkungen und Ratschläge. Vielen Dank 😊

    Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Viele Studierende kommen selbst vom Gymnasium, so dass diese Schulform für sie erst einmal der Standard ist.
    Die anderen Sek I Schulformen genießen nicht gerade den besten Ruf, was SchülerInnenschaft betrifft und bis vor kurzem auch noch, was die Besoldung betraf.

    Um herauszufinden, ob eine nicht-gymnasiale Schulform in der Sek I etwas für Dich ist, empfehle ich ein Praktikum an einer entsprechenden Schule.

    Was Deine Fächer betrifft, so würdest Du in NRW mit dieser Kombi an einer Sek I Schule, sofern Du dort eine Stelle bekommst, sehr viel Lerngruppen haben und mit der Kombination nur Nebenfächer unterrichten, die viele SchülerInnen nicht ernst nehmen.

    Überlege Dir vor dem Studium, welche Schulform für Dich infrage kommt, da ein Wechsel nicht so ohne weiteres möglich ist.

    Mittlerweile ist auch an Gymnasien je nach Lage eine "herausfordernde Klientel" angekommen, so dass die Schulform (und die Lage) natürlichein Indiz für den Grad der Herausforderung sein kann, jedoch nicht der alleinige Faktor ist.

    Dann gibt es anschließend immer wieder einige Schulnews, in denen die eine oder andere Information versteckt wird.

    Gruß Laborratte77

    Ich frage mich gerade, ob DAS nicht das eigentliche Problem ist. Wenn ich zuhöre oder Dinge mitbekomme, ist das in meiner Rolle als (stv.) SL sicherlich kein Problem.
    Sollten solche privaten Informationen jedoch ihren Weg in offizielle Mitteilungen finden - so lese ich das zumindest - dann wäre das sicherlich ein berechtigter Stein des Anstoßes.

    Vielleicht mag der/die TE hier noch ein wenig weiter ausführen, was das eigentliche Problem ist.

    Es ist nicht unsere Entscheidung, egal welche Gruppe von uns du ansprichst.

    Es ist immer so, die Schulträgerin schafft an, dabei hört sie nicht auf uns, selbst, wenn sie nachfragt. Ich habe ehrlich gesagt auch keine Lust, it den zu diskutieren oder sie anzubetteln. Die Arroganz und Selbstgerechtigkeit der zuständigen Verwaltungsmitarbeiterinnen halte ich nicht aus.

    Unterm Strich büße ich für gar nichts, die Schülerinnen büßen. Und zwar nicht für unsere Entscheidungen sondern für die der Verwaltung.

    Das sind, wie ich ja in den letzten Jahren nicht müde wurde zu schreiben, auch die Schattenseiten des Föderalismus.

    Die kommunale Trägerschaft von Schulen gepaart mit der Kultusbürokratie schafft zwei Herrschaftsbereiche, in denen sich Kompetenzen und Verantwortungsbereiche überlappen - und wo sich jede/r dann wunderbar aus eben jener Verantwortung stehlen kann. Wenn dann auch noch, um beim Wort zu bleiben, die Finanzbürokratie des Landes mitmischt, ist die Sache im Grunde (in negativer Hinsicht) erledigt.

    Interessant ist, dass die Kultusbürokratie selbst mit der von Dir weiter oben beschriebenen Technik (Token et al.) arbeitet...

    Meinungen sind hier völlig irrelevant, weil die Rechtsgrundlage hierfür noch überhaupt nicht existiert und die Frage offen bleibt, ob sie irgendwann angepasst wird.

    Wenn A12 nach A13 überführt wird, dann wird es Stand jetzt keinen Unterschied zwischen einem beförderten A13er und einem überführten A13er geben. Dass hier eine erhebliche Gerechtigkeitslücke klafft, ist ja offensichtlich.

    Solange die Landesregierung hier aber keinen Handlungsbedarf sieht bzw. womöglich auf Zeit spielt, können wir alle lediglich unsere Glaskugeln polieren oder neuen Kaffee fürs Kaffeesatzlesen aufbrühen.

    Jamaha

    Da gibt es mit Ausnahme von einem oder zwei UserInnen nicht viel rauszuhauen, weil (fast) niemand diesbezüglich Dir etwas unterstellt hat.

    Was übrigens meine Fragen an Dich angeht, so habe ich diese Fragen Dir nicht gestellt, weil ich in Dir einen Fundamentalisten sehe. Dennoch denke ich, dass das Fragen sind, auf die man selbst Antworten wissen sollte - das Bekenntnis zur Verfassung hat damit erst einmal nur bedingt zu tun.

    Gläubige/r Christ/in zu sein kommt in Deutschland natürlich vor, aber ich habe in den letzten 20 Jahren nur sehr, sehr wenige SchülerInnen oder KollegInnen kennengelernt, die das waren oder dies in irgendeiner Form ausgelebt haben. Der Prozess der Säkularisierung ist zudem hier recht weit fortgeschritten.
    Gläubiger Moslem zu sein kommt in Deutschland mittlerweile auch vor, zieht aber vor dem Hintergrund der Erfahrungen bzw. der Berichte über Fundamentalismus und entsprechende Gruppen in Deutschland einiges an Argwohn auf sich. Ein weitere Aspekt ist auch der Umstand, dass der Islam nicht nur eine Religion ist sondern auch eine Kulturgemeinschaft.

    Als gläubiger muslimischer Kollege bist Du in meinen Augen gut beraten, Dir dieses Argwohns - so unberechtigt er sicherlich oft sein mag - bewusst zu sein und dies auch ungeachtet Deines Eides auf die Verfassung in Deinem dienstlichen Handeln zu zeigen - insbesondere, wenn Du freitags regelmäßig früher aus der Schule in die Moschee verschwindest.
    Das mag ungerecht wirken und der Voreingenommenheit von KollegInnen zu viel Verständnis entgegenbringen. Toleranz kann man nicht erzwingen - daher mein eher pragmatischer Ansatz. (Da ich oft erst einmal als "Migrant" gelesen werde, weiß ich, wovon ich spreche.)

    Am Rande: Diesen pragmatischen Ansatz, kombiniert mit dem Bestreben, mein Gegenüber dezent seiner eigenen Voreingenommenheit zu überführen, pflege ich auch besonders auf dem platten Land im Urlaub, wenn ich als "Ausländer" gelesen werde. Ich spreche dann bewusst feinstes geschliffenes Hochdeutsch und streue hier und da ein paar Antiquismen ein und bin von einer ausgemachten Freundlichkeit gegenüber den Menschen - vorzugsweise an Bedientheken. Ab der Mitte des Urlaubs erkennt man mich dann dort wieder und erwidert die Freundlichkeit.

    Ich muss mich irgendwie rechtfertigen und werde in die Ecke gedrängt nur weil ich wissen wollte, ob ich zum Freitagsgebet gehen kann. Einfach nur Absurd.

    Wenn mir jemand erklären kann, warum ich so Verfassungsfeindlich oder sonst was wäre, nur zu. Ich will ja auch dazu lernen.

    Du wirst in keine Ecke gedrängt - auch von mir nicht.

    Was mich interessiert, ist, ob Du als gläubiger Moslem einen reflektierten Umgang mit den kulturell-religiös bedingten Konflikten pflegst, die muslimische SchülerInnen, die in Deutschland aufwachsen, haben können. Und natürlich auch, wie Du bei solchen Konflikten zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen agierst.

    Ich möchte diesmal ganz ausdrücklich darum bitten, einmal Jamahas weitere Antworten und Einlassungen abzuwarten, bevor sich hier wieder einige UserInnen rhetorisch gegenseitig weiter an die Gurgel gehen und deren Schreibfernduelle den Thread dominieren. Das tut diesem Thread nicht gut und lenkt von der eigentlichen Ausgangsdiskussion ab.

    Wärt Ihr bitte so lieb?

    Ich könnte mir vorstellen, dass der Faktor Nicht-Wissen beim Umgang mit diesem Thema eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

    Jamaha

    Lass Dir gerne Zeit bei der Antwort auf meine Fragen. Mir sind tiefgründigere Antworten lieber als etwas, das hastig zusammengestellt wurde und dann zu Fehlinterpretationen führt.

    Ich habe einige Kollegen mit Migrationsunterricht, einer ist auch Muslim, macht aber anscheinend Kompromisse.

    Ich unterrichte an einer Schule, an der die allermeisten Schüler Migrationshintergrund haben (häufig aus Nordafrika, Asien, Russland, andere EU-Länder). Ich habe bisher nicht bemerkt, dass Kollegen mit Migrationsunterricht anders wahrgenommen werden. Es hängt von anderen Dingen ab, ob man respektiert wird.

    Ich würde teilweise zustimmen. Es hängt auch von anderen Dingen ab, aber beispielsweise so auszusehen wie eben diese Schüler mit Migrationshintergrund, reicht oft aus, dass man anders "gelesen" wird und eher als "einer von ihnen" gelesen wird. Manchmal reicht es auch, dass sie die Gewissheit verspüren oder darauf vertrauen, dass ich sie nicht anders behandle.

    Ja also im Mathe-Unterricht, zeige ich den Kids wie man die Gebetswaschung vollzieht. (Packung Ironie)

    Schüler, vorallem junge Kinder, suchen Identifikationspersonen.
    An Brennpunktschulen machen leider öfters Migra-Kids Probleme. Kein Rassismus, ist halt einfach so.

    Und ich glaube, dass wenn einer von denen sie belehrt, es doch eher zum Ziel fühlt, weil ich eben weiß wie es ist, sie zu sein.

    Beispiele dafür gibt es zu Hauf.

    Radikale Schüler, die selten sind, die es aber gibt - hören die auf mich oder auf Dieter (m50), die sich vielleicht ein Buch von Islamhasser xy gekauft hat und den Kindern was erzählen will. (Extremes Beispiel, entschuldigt. Ich habe weder was gegen Susanne, noch gegen 50 jährige).

    Braucht man nicht mehr Migranten, die Lehrer sind in der heutigen Zeit oder liege ich falsch?

    Ich bin da durchaus bei Dir. Auch ich bin aus ähnlichen aber dann doch an entscheidender Stelle anderen Gründen eine solche Identifikationsperson. Aber meine Fragen hast Du irgendwie ignoriert. Daher noch einmal meine freundliche Bitte, doch zu diesen Fragen ein paar Antworten zu geben.

    Wobei man fairerweise sagen muss, dass es schwierig wäre, das zum Maßstab zu machen in der Frage. Das kann- nicht bei dir, aber bei anderen Menschen/ Schulleitungen- sonst durchaus die Basis sein für eher willkürliche Ablehnungen, denen genau genommen eigene Vorurteile zugrundeliegen.

    Und eben diese Vorurteile finden wir ja auch bereits hier im Thread. Ich denke, da sollten wir uns einmal an das erinnern, was wir unseren SchülerInnen beibringen - Stichwort Multiperspektivität und kritisches Hinterfragen auch der eigenen Position - und unseren Ansprüchen selbst genügen.

    Ich finde die Diskussion nicht spannend, nur haarsträubend, aber ich wollte ohnehin nichts mehr dazu schreiben. Erbsthaftes Danke aber für dein freundliches Angebot.

    Diese Diskussionen werden wir immer öfter führen, weil allmählich auch mehr muslimische Lehrkräfte an die Schulen gehen. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade wegen entsprechender drohender Ressentiments viele potenzielle LehramtsstudentInnen davon abgeschreckt werden. Vielleicht schaffen wir es hier ja tatsächlich einmal, bei einem solch spannenden (ich bleibe dabei, wie Du siehst) Thema halbwegs sachlich, ohne Polemik und Ideologie zu diskutieren.

    Auch mit Verlaub, du kennst nicht die Sicht einer Frau.

    Du kennst vielleicht die Sicht einer Frau, die nicht selbst betroffen ist. Vorschlag: Lass uns das, sofern hier Bedarf besteht, separat diskutieren und diesen eigentlich interessanten Thread nicht von unserem Dissens trüben.

    Ich kann arbeitsrechtlich (und auch beamtenrechtlich) aus dem Grundgesetz zwar einen prinzipiellen Anspruch ableiten hierauf Rücksicht zu nehmen. Aber eben nur soweit dies aus arbeitsorganisatorischen Gründen möglich ist. Hier findet immer eine Güterabwägung statt und das bedeutet eben auch, dass der Arbeitnehmer auf die Sachzwänge die mit seinem Aufgabenbereich verbunden ist genauso Rücksicht nehmen muss.

    Ich könnte bei einem gläubigen Moslem, der integriert ist, der sich konstruktiv und positiv in die Schulgemeinschaft einbringt und ein guter Vermittler zwischen den Kultur- und Glaubensgemeinschaften ist, wirklich gut damit leben, wenn er im Gegenzug dann Freitagmittag früher geht, um in die Moschee zu gehen.

    Hallo Liebe Lehrer, Ich stehe vor der Berufswahl und wollte mal fragen, wie es mit der Unterrichtseinteilung ausschaut. Als Muslim MUSS ich jeden Freitag in die Moschee je nach Sommer-/Winterzeit wäre es um 13:15 oder 14:15, jeweils so 30-45min. Ich hatte einen muslimischen Lehrer, der Freitags um dieser Uhrzeit frei bekam von der SL. Hat man als Lehrer einen Anspruch drauf oder muss man das mit der SL seperat vereinbaren. LG (Lehramt Gymnasium oder BK)

    Du hast ja jetzt eine Vielzahl von Antworten zu dem Thema bekommen.

    Mich würde als Schulleitungsmitglied noch einiges andere interessieren:

    • Wie stehst Du zum Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau?
    • Wie gehst Du mit Muslimen und Nicht-Muslimen um?
    • Wie offen(siv) oder diskret übst Du Deine Religion außerhalb der Moschee aus?
    • Wenn Du muslimisches Rollenvorbild an Brennpunktschulen sein möchtest, wie gehst Du mit Jugendlichen um, denen die Worte eines Mullahs, eines Imams, des Familienpatriarchen wichtiger sind als unsere freiheitlich-demokratische Rechtsordnung? Kommst Du da manchmal in Rollenkonflikte?
    • Wie gehst Du mit Konflikten im Rahmen von vorehelichen Beziehungen mit wenigstens einem/einer Beteiligten, der/die Moslem ist?

    Ich frage das deshalb, weil mir das als Schulleitungsmitglied viel wichtiger wäre als die Frage, ob ich es Dir stundenplantechnisch ermöglichen kann, Freitags rechtzeitig zur Moschee zu kommen. Ich persönlich würde Dir das sogar ermöglichen, wenn es denn ohne andere stundenplantechnische Konflikte geht, wenn ich von Dir den Eindruck hätte, dass Deine Religion nicht zu Konflikten innerhalb der Schulgemeinschaft führt.

    (Bevor Du ggf. anti-muslimische Ressentiments meinerseits befürchtest: Mein Vater war Moslem, so wie seine gesamte Familie.)

    Nee, im Ernst: Ich bin auch kein Fan von "Schubladen-Denken" und vermag nicht zu sagen, diese und jene Eigenschaften usw. sind für die Lehrkraft an sich typisch.

    Die Umfrage habe ich mir kurz angeschaut, aber direkt wieder abgebrochen. Woher soll ich bspw. wissen, ob die meisten Lehrkräfte fachlich kompetent sind oder ihren Beruf lieben und gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten? Das kann ich doch nur für die - zahlenmäßig wenige, bezogen auf alle Lehrkräfte in Deutschland - Lehrer*innen beurteilen, mit denen ich näher zu tun habe.

    Wenn es um die Außenwahrnehmung geht, auch wenn einige Items wie Stammtisch klingen, dann finde ich das durchaus berechtigt, so zu fragen. Es geht ja nicht um eine differenzierte Meinung sondern um das, was man vermutlich eher spontan wahrnimmt. Für alles andere müsste man die Items ganz anders konstruieren.

    Hallo,

    danke zunächst für die willkommenen Worte.

    "Lehre" ist sehr allgemein ausgedrückt, und Pädagogik wollte ich damit nicht ausschließen. Der schulische Alltag ist mir selbst ja auch nicht fremd. Eine universitäre Laufbahn ist für mich aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) erstrebenswert. Meine beruflichen Erfahrungen der letzten Jahre haben mir gezeigt, dass ich mich nach einem lebendigeren Umfeld sehne, wie es z.B. die Schule bietet, in dem das, was ich ursprünglich studiert habe, auch zusätzlich noch Anwendung finden kann.

    Danke für die Erläuterung. Turtlebaby hat Dir die ursprünglichen Fragen bereits beantwortet.
    Was Deine späteren Chancen betrifft, so wirst Du Dir mit der Fächerkombi aller Voraussicht nach die Schule aussuchen können. Solltest Du bezüglich Deines künftigen Wohnorts auch bundeslandunabhägig sein, stehen die Chancen sogar noch besser.

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