Beiträge von Bolzbold

    Ich glaube, zumindest bei meinen Beiträgen lag da ein Missverständnis vor. Ich bezog mich auf die "Rache" der Schulleitung bezüglich des künftigen Einsatzes, wenn man den Mund aufmacht. Dass man sich ständig ausplant, finde ich auch nicht gut - das sollte tatsächlich eher die Ausnahme bleiben. Gleichzeitig schadet es mir ja mittelbar selbst, weil ich mit dem Unterricht nicht vorankomme.

    Vielleicht ist das Beispiel der Lehrbücher eher unpassend.


    Nehmen wir die Aufgabe der Mitarbeit bei der Schulverwaltung (Schild, Untis etc.), oder die Öffentlichkeitsarbeit, oder Europa-Schule, oder Ausbildungsbeauftragte(r), oder StuBO. Das sind dann schon andere Bretter als Schulbücher auszuleihen und zu scannen.

    Also ich erinnere mich noch an "Benvenuto heißt willkommen" von Hans-Georg Noack.
    Im Fernsehen gab es vor 40 Jahren die Serie "Peppino", die von einem sizilianischen Jungen handelt, der in die Schweiz geht und dort zur Schule geht.

    Ich finde dieses fundamentale Misstrauen auch unangebracht.
    Nur mal meine Erfahrung mit der Aufgabe der Unterrichtsverteilung:

    • Meine wichtigste Aufgabe ist es, den Unterricht so zu verteilen, dass er a) ungekürzt nach der Stundentafel erteilt wird und b) ich mit den Ressourcen der mir zur Verfügung stehenden Lehrkräfte effizient umzugehen.
    • Dabei achte ich auf Kontinuitäten und andere Rahmenvorgaben, die die Einsätze der KollegInnen bedingen - so z.B. Mangelfächer.
    • Da ist fast keine Verschiebemasse, mit der ich bewusst KollegInnen einen reindrücken könnte.
    • Täte ich dies dennoch, würde mir das viel mehr Ärger einbringen als auch nur ansatzweise eine vermutete Genugtuung oder die Befriedigung von Rachegedanken, nur weil jemand kritisch wegen einer Sache nachgefragt hat.

    Vom Grundsatz her basiert dieses Misstrauen auf der angenommenen Machtlosigkeit gegenüber dem vermeintlich Machtvolleren, der seine Macht natürlich jederzeit ausnutzen könnte. Kennen wir alles. Von unseren SchülerInnen. Stichwort: "Wer einmal etwas gegen die Lehrkraft sagt, bekommt eine schlechte Note." Das will von uns Lehrkräften auch niemand gesagt bekommen. Das andere möchte ich zusätzlich als Schulleitung nicht gesagt bekommen.

    Das finde ich jetzt eine unfaire Aussage. Ich habe die Kandidaten natürlich nicht gesehen. Aber gerade du als stellvertretender Schulleiter solltest doch wissen, dass es durchaus möglich ist, in verschiedenen Bereichen gut zu sein. Ich empfinde Schulverwaltung jetzt als nicht so konträr zur Studien- und Berufsorientierung, wie es dargestellt wird. Beides sind Aspekte unseres Berufs.

    Ich neige stark dazu das erste zu mögen und habe mich auch in dem Bereich positioniert, aber es gibt sicherlich Lehrkräfte, für die beides in Frage kommt.

    Theoretisch ja. Aber wenn sie im Gespräch den Eindruck erwecken, als ginge es ihnen nicht um die Tätigkeit sondern primär um die Beförderung oder die Versetzung, dann sehe ich Deinen Einwand als eher unberechtigt an.

    Natürlich habe ich eine Verwendungsbandbreite im Rahmen meines Weges innerhalb des Schuldienstes gezeigt - aber eben dadurch, dass ich nacheinander verschiedene Stationen durchlaufen habe und mich nicht beliebig irgendwo beworben habe.

    Wir hatten jetzt Besuch von vier externen BewerberInnen, die sich auf die beiden A14 Stellen beworben haben. Die beiden Stellen könnten unterschiedlicher nicht sein. Alle vier meinten, sie könnten beides ausfüllen. Die eine Stelle war im Bereich Schulverwaltung, die andere im Bereich Studien- und Berufsorientierung.

    Da bekommt man schon Zweifel an der Motivation der BewerberInnen...

    An meiner Schule hat eine Schülerin, älter als 14, vor einiger Zeit vor vielen Zeugen behauptet, ein Kollege habe ein Verhältnis mit einer Schülerin und das habe er auch offen erzählt.

    Der Kollege fiel aus allen Wolken, hat mit der Schülerin gesprochen. Sie blieb bei der Behauptung, die Eltern fanden das im Gespräch wohl recht harmlos, sie sei in der Pubertät. SL war von Anfang an eingeschaltet.

    Der Kollege hat der Schülerin dann dargelegt, welche formalen Schritte (alle!) er gehen werde, falls sie die Behauptung nochmal fallen lassen würde. Nach meinem Wissen hat das die gewünschte Wirkung erzielt.

    OK, dann haben mittelbar die Eltern dafür gesorgt, dass klar wurde, dass es eine bösartige Unterstellung war. Gleichwohl haben die Eltern hier einen nicht unerheblichen Anteil an dem Problem.

    Dass der Kollege hier so klar reagiert hat, ist nur zu begrüßen. #metoo in allen Ehren, aber in solchen Fällen muss klare Kante gezeigt werden.

    Naja, da der Beitrag hat für mich was von „Opa erzählt vom Krieg“. Da nutzt mir auch MI nichts.

    Ungeachtet eines spürbaren Grans an Despektierlichkeit, das der Art der Formulierung dieser Einschätzung innewohnt, kann ich mich einer grundsätzlich ähnlichen Wahrnehmung nicht gänzlich verschließen.

    (OK, mal auf Deutsch: Ja, er erzählt oft von früher, das nehme ich auch wahr, aber vielleicht kann man das freundlicher formulieren.)

    Man kann in der Tat darüber diskutieren, welchen Wert Berichte aus vergangenen Zeiten haben, wenn sie basierend auf der seitdem geänderten Rechtslage eher anekdotischen Charakter haben.

    Hallo,

    vielen Dank für deinen offenen und differenzierten Beitrag – der schildert wirklich eine außergewöhnliche, aber offenbar auch für dich nicht bedrohlich wirkende Situation.

    Ich selbst habe so etwas in der Form nicht erlebt, aber ein paar Gedanken kamen mir beim Lesen:

    Zunächst mal finde ich es nachvollziehbar, dass ihr an der Schule die Situation nicht als akut bedrohlich einstuft. Der Ton in den Briefen scheint eher passiv-aggressiv als direkt gefährlich zu sein – eher ein Ventil für persönliche Frustration als eine reale Drohkulisse. Dass du die Briefe eher mit einer gewissen Mischung aus Amüsement und Irritation liest, zeigt ja auch, dass du dich davon nicht emotional vereinnahmen lässt. Das spricht für eine gesunde professionelle Distanz.

    Was mich trotzdem hellhörig macht, ist die Hartnäckigkeit: Neun Briefe in vier Monaten, alle anonym, mit persönlichem Bezug – das ist schon eine gewisse Intensität. Auch wenn keine direkten Drohungen ausgesprochen werden, kann das regelmäßige Zusenden solcher Inhalte durchaus unter den Begriff der "stalkingähnlichen Belästigung" fallen – zumindest in einem rechtlichen Graubereich.

    Ich persönlich würde dir empfehlen, das Ganze zumindest einmal intern zu dokumentieren und evtl. mit einer Vertrauensperson oder der Schulleitung zu besprechen – falls das nicht schon geschehen ist. Nicht aus Alarmismus, sondern einfach, um einen klaren Überblick zu behalten, falls sich das Ganze weiterentwickelt oder irgendwann doch eine Grenze überschritten wird.

    Dass die Briefe eher nach einer psychischen Krise oder einer generellen Lebensunzufriedenheit klingen, sehe ich genauso. Was mich fast etwas traurig stimmt, ist der Eindruck, dass hier jemand ganz offensichtlich mit alten biografischen Bruchstücken ringt – und du (unfreiwillig) zur Projektionsfläche geworden bist. Dass man nach 15 Jahren noch mit dieser Vehemenz auf eine Lehrkraft reagiert, sagt vermutlich mehr über die aktuelle Situation des Schreibenden aus als über deinen damaligen Unterricht.

    Eine Anzeige wäre meiner Einschätzung nach aktuell weder nötig noch besonders aussichtsreich – solange keine direkte Bedrohung vorliegt. Aber falls sich der Ton verschärft oder der Kontakt auf andere Kanäle ausgeweitet wird (z. B. private Adresse, E-Mail), könnte es sinnvoll sein, das nochmal neu zu bewerten.

    Vergleichbares habe ich wie gesagt nicht erlebt – aber ich glaube, viele Lehrkräfte könnten Geschichten erzählen, in denen sie (teils Jahre später) mit Projektionen oder Vorwürfen konfrontiert wurden, die sie nicht mehr einordnen konnten. Deine gelassene Haltung ist da vermutlich das Beste, was man sich selbst und dem Absender gegenüber bewahren kann.

    Ich bin gespannt, ob noch andere ähnliche Erfahrungen teilen – und wünsche dir, dass es entweder irgendwann aufhört oder der Absender doch noch einen besseren Weg findet, mit seinen Themen.



    Ich muss gestehen, dass ich bei solchen Anfragen keine Lust habe, selbst aktiv zu recherchieren, wenn die Lösung selbst recht eindeutig zu ergoogeln ist. Wir hatten SchülerInnen, die mit solchen Attesten ankamen, daher musste ich die Gültigkeit solcher Atteste recherchieren.

    (Ich glaube, ich habe bisher keine fünf meiner mittlerweile 9.286 Beiträge mit KI erstellt. Sobald es um schulfachliche Fragen geht, könnten meine Texte genuiner und authentischer nicht sein.)

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