Beiträge von Bolzbold

    Ich finde es extrem ungut, wie von einigen über Teilzeit-arbeitende Frauen hergezogen wird. Warum kann nicht jeder sein Leben so leben, wie er will? Warum könnt ihr euch nicht vorstellen, dass es Frauen gibt, die NICHT auf den Verdienst ihres potentiellen Ehemannes schauen und aus Liebe heiraten? Was für ein verkorkstes Bild von Ehe haben hier eigentlich manche? Das frage ich mich. Schade sowas, wirklich.

    Ich glaube, dass das gar nicht ausgeschlossen wird - ganz im Gegenteil. Wir müssen hier klar unterscheiden zwischen dem deskriptiven "nach oben heiraten" und dem präskriptiven "nach oben heiraten". Letzteres wäre die gesellschaftliche "Norm" bzw. Forderung, die in der Tat aus dem vorletzten Jahrhundert stammt aber bis ins letzte Jahrhundert nachgewirkt hat.

    Ersteres ist einfach nur eine beobachtende, aber keinesfalls wertende Beschreibung. Man schaut sich die Ehen an und vergleicht den sozialen Status vor der Ehe. Die Motivlage wird dann analysiert, daraus werden aber keine Forderungen an Frauen oder Männer bezüglich ihrer PartnerInnenwahl abgeleitet.

    Ja aber darum geht's ja. Deine Frau hat dann immer einen Sek2-Lehrer gefunden, der auch noch A15Z (vielleicht mal A16?) Ambitionen hat. Somit hat sie also auch "nach oben" geheiratet.

    Äh, nö.
    Als wir uns kennengelernt hatten, hatte ich als A13er noch zwei Jahre Probezeit vor mir. Sie war A12 und ebenfalls in der Probezeit.
    Wir haben uns nicht als "höher" oder "tiefer" stehend wahrgenommen.

    Meine Frau hätte, wenn wir keine Kinder gewollt hätten, vermutlich früher oder später den Weg einer Fachleitung eingeschlagen. Bei mir stand damals das Überleben im Vollzeitschuldienst im Vordergrund. Zur Karriere habe ich ja anderenorts ausführlichst geschrieben.

    Ich würde mich erst dann an Wunschschulen vorstellen, wenn überhaupt eine Chance auf Genehmigung des Antrags besteht.

    Das geht mit der Frage der Freigabe durch die Schulleitung los. Wenn diese nicht erfolgt bzw. auf längere Sicht nicht erfolgen wird, braucht man mit Wunschschulen gar nicht erst zu sprechen.

    Etwas anderes wäre das bei einem Rückkehrerantrag mit Versetzung. Da ist es hilfreich, im Vorfeld zu klären, wo man hin möchte und dies auch dann mit der zuständigen Personalsachbearbeitung zu erörtern.

    Ich wünsche jedem/jeder hier, dass er/sie jemanden findet, der/die eine/n so liebt wie man ist und bei dem/der man so sein kann, wie man ist. Hat man diese Person gefunden, ist alles andere völlig belanglos.

    Ich stamme aus einem "großbürgerlichen" Akademikerhaushalt, bin aber "nur" Lehrer geworden, was innerhalb meiner Familie womöglich sogar als Stagnation gewertet werden würde. (Meine asiatische Familienhälfte rümpft darüber die Nase, weil Lehrer dort nur wenig verdienen und dort Status und Ansehen wichtig sind. Wenn ich ihnen meinen Monatslohn in heimische Währung umrechne, ist jedoch ganz schnell Ruhe...)

    Meine Frau ist "nur" an einer Sek-I-Schulform und stammt aus einem nicht-akademischen Haushalt. Damit hätte ich wohl den Definitionen weiter oben zufolge eher nach unten geheiratet.

    Aber wie gesagt, diese Etikettierungen sind völlig belanglos, wenn sich zwei Seelenverwandte gefunden haben.

    Könnt ihr mir bitte kurz von euren Beurteilungsstunden berichten? In wieweit wird so ein Aufwand wie im Referendariat oder in der UPP erwartet?

    Ich würde mich hier deutlich entspannen. In den letzten 20 Jahren habe ich sowohl hier im Forum als auch an den Schulen, an denen ich war, immer wieder KollegInnen erlebt, die sich wegen der dienstlichen Beurteilung im Rahmen der Probezeit bzw. Bewährungszeit in die Hosen gemacht haben.
    Wieso?

    Jeder weiß, dass UPP-Stunden Laborstunden sind, die mit der Unterrichtsrealität einer vollen Stelle nichts zu tun haben. Deine SL will guten Unterricht sehen. Zeig ihr den. Und gut ist.

    Normale Phase meinerseits, oder kann es wirklich sein, dass die Hälfte Ritalin braucht? :neenee:

    Mit der Verbesserung der Diagnoseverfahren haben wir natürlich auch eine Erhöhung der Anzahl der Kinder mit ADHS und Asperger-Autismus. Insbesondere Letzteres scheint aktuell wie Pilze aus dem Boden zu schießen.

    Die Erziehung daheim und der Medienkonsum können in der Tat in der Schule eine entsprechende Unruhe auslösen, da viele Kinder ein hochgradiges Sucht- bzw. Entzugsverhalten zeigen.

    Das ist mit ein Grund dafür, dass Schulen zunehmend zur handyfreien Zone werden - und ich bin mittlerweile auch dafür, weil ich den Smombies jeden Tag auf den Fluren begegne.

    Danke für diese Ergänzung.

    Die von s3g4 angeführte Option des Ersatzschuldienstes kommt auch noch dazu. Da fehlen mir aber konkrete (eigene) Erfahrungswerte wie Wissen.

    Ich beginne einmal mit NRW.

    Versetzungen (dauerhaft bzw. die Möglichkeit derselben)

    • per Antrag (mitunter fünf Jahre Wartezeit)
    • bei Rückkehr aus einer (mehrjährigen) Elternzeit
    • bei Beendigung einer Abordnung an die Bezirksregierung oder das Schulministerium
    • bei Bewerbung auf eine Beförderungsstelle an einer anderen Schule
    • bei Rückkehr aus dem Auslandsschuldienst
    • temporär in Form von Abordnungen während der Elternzeit oder der Beurlaubung aus familienpolitischen Gründen
    • bei Bewerbung auf eine Stelle in der Schulaufsicht als Schulrat/-rätin oder DezernentIn oder ReferentIn oder gar ReferatsleiterIn im MSB (=> in der Regel dann dauerhafter Ausstieg aus dem aktiven Schuldienst.)
    • ggf. - eher Ausnahmefälle - bei zerrütteten Dienstverhältnissen an der aktuellen Schule nach Rücksprache mit dem/der Dezernenten/Dezernentin

    Abordnungen (temporär, also mit Rückkehr in den aktiven Schuldienst, einige davon als Teilabordnungen)

    • bei Bewerbung auf eine Stelle als pädagogische/r Mitarbeiter/in in der BR oder dem MSB
    • bei Bewerbung auf eine Stelle als PM in kommunalen Integrationsbüros
    • bei Bewerbung auf eine Stelle als FachberaterIn
    • bei Bewerbung auf eine Fachleitungsstelle
    • bei Bewerbung auf eine Stelle im Auslandsschulwesen
    • bei Bewerbung auf eine Stelle im Hochschuldienst
    • alle weiteren Stellen wie bei Stella NRW zu finden

    Liebe Forumsgemeinde,

    aus aktuellem Anlass möchte ich diesen Thread dem Vorstellen von Alternativen zum herkömmlichen LehrerInnendasein widmen. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, würde ich mich freuen, wenn wir hier zunächst nur die Alternativen weitgehend kommentarlos auflisten und das jeweilige Bundesland zu Beginn anführen.
    Wenn Bedarf besteht, können wir hierfür auch einen separaten Diskussionsthread eröffnen und entsprechend verlinken.

    Das ist doch müßig. Wer mit den Konditionen und seinem Einsatz zufrieden ist, der hat solche Wahrnehmungen logischerweise nicht. Und natürlich kann man sich entlassen lassen (hab ich auch, leider ging die Schule dann hops und ich bin wieder zurück in den Landesdienst gefallen), es gibt aber nur sehr wenige Möglichkeiten, das nach einer gewissen Anzahl Dienstjahre ohne empfindliche Einbußen zu tun. Und ja, die Entscheidung gegen diese Einbußen ist natürlich letztlich auch freiwillig, aber eben auch ggf. begleitet von essentiellen Sachzwängen. Die Abstriche bei Gehalt und insbesondere Altersvorsorge muss man sich leisten können. Genau deswegen sollte man sich gut überlegen, ob man sich darauf einlässt - ich würde es, wie gesagt, nicht mehr.

    Ich hab neulich gedacht, eigentlich wäre es auch mal nett, ein paar Jahre an der Küste zu leben und zu arbeiten. Oder im Süden. Oder im Ausland. Alles nicht möglich, wenn man sich als Beamter an ein Bundesland bindet. Der Angestellte kündigt einfach (verlustfrei) und macht 😊

    Ich stimme Dir grundsätzlich zu. Gerade in der heutigen Zeit ist es aber ein leichtes, all diese Dinge im Vorfeld gründlich zu recherchieren. Ich behaupte einfach einmal, dass das die wenigsten tun, weil sie das Beamtentum als mit der Berufswahl einhergehend erachten und erst dann anfangen, darüber intensiver nachzudenken, wenn das Ganze nicht nach Plan verläuft. (Und ich nehme mich da beileibe nicht aus.)

    Gleichwohl gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, von denen man wissen muss und die man dann eben aktiv verfolgen muss. Dazu mache ich am besten einmal einen gesonderten Thread auf.

    chilipaprika

    Dann sind das mitunter selbst bzw. freiwillig angelegte Fesseln.

    Ich glaube, dass es zwar auch Kompetenzen braucht, aber vor allem das Wissen darüber, wie bzw. dass man sich innerhalb des Systems Schule bewegen kann.

    Auch außerhalb des Beamtentums ist man nicht so frei wie man denkt. Ein Jobwechsel braucht auch dort eine Alternative, Mut, Kompetenz und Timing.

    Vielleicht zieht das Beamtentum bevorzugt Menschen mit geringer Risikobereitschaft an oder solche, die in diesem Bereich eher unflexibel sind.

    Das Bundesland wäre in der Tat hilfreich. Wenn es - wie so oft hier - um NRW geht, ist es ja so, dass bei A15 i.d.R. die Behörde in Person der Dezernent:innen beteiligt ist. Da ist dieser Leistungsbericht der SL sicherlich nicht hilfreich, kann aber im Verfahren selbst vermutlich "ausgeglichen" werden.

    Wenn es um ein anderes Bundesland geht, wo die SL tatsächlich alleinige Entscheidungskompetenz hat, sehe ich da wenig Handhabe...

    Ich kenne einen Fall, bei dem ein Kollege eben eine solch schlechte SL-Beurteilung bekam, von dem Dezernenten aber fünf Punkte bekam inklusive der Bemerkung, dass er die Beurteilung der SL nicht nachvollziehen konnte.

    Nur Nachteile gibt es ja nicht als Angestellter.

    Ich empfinde die PKV/Beihilfe schon als Nachteil. Die Barmer hat mir früher jeden Arztbesuch komplett bezahlt und ich musste keinen Papierkrieg führen. Aber vllt. sind die Leistungen der GKV mittlerweile schlechter geworden.

    Vertretungsstunden werden im Angestelltenverhältnis ab der 1. Stunde bezahlt. Das summiert sich auch nochmal.

    Papierkrieg?
    Je nach Erkrankung hast Du den auch mit der GKV oder zahlst eben aus eigener Tasche...

    Was die Vertretungsstunden betrifft, so macht das den Kohl nun wirklich nicht fett.

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