Beiträge von Bolzbold

    Matula

    Es ist zwar etwas off-topic, aber die "Toleranz" der Schüler für "Anti-Helden" und deren Verfehlungen (=> Guttenberg), wie sie in Oberstufenkursen mitunter anzutreffen ist, finde ich frappierend.

    Was die Erziehung zu Toleranz angeht, so dürfte hier ja ansonsten mittlerweile zweifelsfrei der Beweis erbracht sein, dass Bildung und Erziehung alleine nicht ausreichen.
    Scheint wohl auch eine Charakterfrage zu sein.

    Gruß
    Bolzbold

    @Pieksieben

    Auch wenn ich das grundsätzlich verstehen kann, aber machen wir uns da nicht mittelbar zum Sklaven von Ängsten?

    Ein Handy ist heutzutage ein Gebrauchsgegenstand wie jeder andere auch - das steht fest.

    Wenn das Handy diese Angst nun dämpft, stellt sich aber die Frage, wie die Menschen vor 20 Jahren mit der Angst umgegangen sind. Passieren hätte heute wie damals ja etwas können.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Tesla
    Das Unterfangen des Themenstarters ist sinnfrei, da solche " Retortenpädagogik " nichts bringt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen. Mal abgesehen davon herrscht in diesem Forum Meinungseinfalt statt Meinungsvielfalt. Da kann jeder Beitrag erfrischend sein. Aber wenn´s denn stört, herrje dann müffelt doch weiter sauertöpfisch vor euch hin.

    Tesla

    Lieber Tesla,

    wenn ich die Wahl habe, vor mich hin zu müffeln oder die Ergüsse geistiger Brandstifter zu ertragen, dann müffle ich lieber.

    Gegen Ausländer unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu hetzen, und sei es auch mithin subtiler als der 08-15-Forumstroll zeugt meines Erachtens von einem doch zumindest sehr angespannten Verhältnis zum Gut der Meinungsfreiheit. Letztere steht übrigens nach Artikel 1 des Grundgesetzes.

    Und sich selbst als den Einzigen darzustellen, der den Durchblick hat (und die Forumsgemeinde als farblose Masse darzustellen), ist auch nur eine alte Phrase - und ich kann daran beileibe nichts erfrischendes erkennen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat


    Ich meine dass sich hier einige auf sehr dünnem Eis bewegen. Nur weil man sein Fähnlein in den Wind hängen kann, hat man noch lange nicht das Recht, nach eigenem Gusto an den Schülern herumzuerziehen.

    Der Einzige, der sich in diesem Thread auf wirklich dünnem Eis bewegt, das bist Du.
    Unter dem Vorwand moralischer Überlegenheit als Freidenker versuchst Du hier mehr oder weniger deutlich diesem Thread einen braunen Anstrich zu verpassen.

    Ich würde mir wünschen, Du würdest Dein Spezialwissen in puncto Forenregeln auffrischen und entsprechend danach handeln - sei es, dass Du Dich künftig mäßigst, sei es, dass Du Dir eine andere Spielwiese suchst.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Susannea


    Ähm, nein, da das MuSchG für alle gilt, kann auch da niemand in der Probezeit rausfliegen.

    Ähm, doch, weil ich mich auf das Szenario der möglichen Verlängerung der Probezeit bezog und man sich als Beamter in der Probezeit schon einiges leisten muss, um diese nicht zu bestehen. Und da unterscheiden sich die Beschäftigungsverhältnisse eben gravierend - trotz drei bis sechs Monate als Angestellter zu drei Jahren als Beamter.
    Da scheint der Begriff "Probezeit" mehr Ängste auszulösen als der Status des Beamten auf Probe tatsächlich an Ängsten schüren kann.


    Gruß
    Bolzbold

    Caro

    Letztlich kann Dir das doch egal sein, wenn Du Deine Revisionsstunden hinter Dir hast und die dienstliche Beurteilung geschrieben wurde.

    Ich kann zwar verstehen, dass Dich das interessiert, jedoch hast Du egal wie das letztlich gehandhabt wird, weder Vor- noch Nachteile dadurch.
    (Außer dem subjektiven und mehr oder weniger irrationalen Gefühl, dass man ja trotzdem noch in der Probezeit rausfliegen könnte. Da unterscheiden sich aber Angestelltenrecht und Beamtenrecht).

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Tesla
    Möglicherweise haben Grenzen ihren Sinn, möglicherweise kann man den neuen Multikultimenschen nicht züchten. Möglicherweise sind die Kommunisten deshalb gescheitert.
    LG Tesla

    Lieber Tesla,

    Du kritisierst weiter unten einen Mangel an Allgemeinwissen auf eine Art und Weise, die man wohl als ziemlich arrogant und pampig beschreiben könnte.

    Deine hier noch einmal zitierte Aussage ist in der Tat missverständlich, weil sie zwei bzw. drei Aspekte in einen Topf wirft bzw. in einen Kausalzusammenhang stellt, der so vereinfacht schlicht nicht richtig ist. Insofern liegt es nicht ausschließlich an der kognitiv-intellektuellen Unfähigkeit der anderen User, wenn sie Dich missverstehen.

    Es steht Dir aber frei, Deine Aussagen zu präzisieren.

    Sei mir nicht böse, aber die Vereinfachungen, die Du in Deinem Posting vorgenommen hast, legen eher bei Dir den Schluss nahe, dass Du zumindest in der Präsentation Deines Allgemeinwissens in diesem Forum noch etwas Optimierungsbedarf hast.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Katja,

    Du solltest das nicht persönlich nehmen, weil die Welt der Schüler und deren Blick auf Lehrer etwas anders aussieht als unsere Welt und unser Blick.

    Wenn ein Lehrer sich krank meldet, dann ist der Lehrer in den Augen der Schüler so krank, dass er sich - ich überspitze - vor Schmerzen im Bett wälzt und infolge dessen zu keiner sinnvollen Tätigkeit in der Lage ist.

    - es kann die Schülerin in der Tat gewundert haben, dass Du Dein Profilfoto geändert hast, weil Du eben krank warst und die Schüler unter krank eben das, was ich oben geschildert habe, verstehen können.

    - es kann eine gedankenlose E-Mail gewesen sein, die den möglicherweise bekannten Umstand des Gipsarms zum Zeitpunkt des Verfassens nicht auf dem Schirm hatte.

    Natürlich brauchst Du Dich in beiden Fällen nicht für Dein Verhalten zu rechtfertigen. Du hast nichts falsch gemacht.

    Falls die E-Mail übrigens auch den von Dir zitierten Stil gehabt haben sollte, dann würde ich mich viel eher an der Form als an dem Inhalt stoßen.
    Für irgendwelche Fantasien bzw. falschen Annahmen von Schülern aufgrund fehlender Fakten / zusätzlicher Informationen kannst Du ja nichts.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Sonnenkönigin
    Genau Tesla, so sehe ich das auch. Ich bin schon erstaunt, dass die obere Etage das, wozu sie die Lehrer anhält (Verständnis für die Situation des Schülers haben, auf seine persönlichen Umstände schauen etc. pp.), selber gegenüber ihren Mitarbeitern nicht unbedingt praktiziert. Leider scheint es aber gerade in sozialen Berufen oft so zu sein, dass man selbst Wein trinkt, während man anderen Wasser predigt.

    Der Vergleich passt aber nur, wenn man die Aufgaben des Lehrers und der Schulleitung in einen Topf wirft bzw. dieselben Pflichten annimmt und wenn man Dienstpflichten und Privatleben miteinander vermengt.

    Grundsätzlich ist es für mich durchaus verständlich und nachvollziehbar, wenn die Schulleitung bei ihren Lehrern bzw. Untergebenen darauf achtet, dass während der Arbeitszeit der Unterricht bzw. dienstliche Belange Vorrang vor privaten Angelegenheiten haben.

    Als Erwachsener in einem Arbeits- bzw. Dienstverhältnis muss ich nicht mehr "betüddelt" werden wie das polemisch überspitzt formuliert von uns gegenüber den Schülern erwartet wird.

    In Notfällen, wo man im Extremfall entscheiden muss, ob man als Lehrer überhaupt zum Elternsprechtag kommt oder ob man nur dann kommen kann, wenn das Kind dabei ist, würde ich pragmatisch entscheiden und das Kind mitnehmen.
    Bei den Gesprächen an sich würde ich aber immer die Eltern fragen, ob das für sie OK ist, wenn das Kind dabei ist. Ansonsten würde ich es ggf. von Kollegen betreuen lassen, die längere freie Zeiten während des Sprechtags haben.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Moebius
    Das Betreuungsproblem hat jeder andere Arbeitnehmer gelegentlich auch, dass das nicht immer einfach zu lösen ist, ist auch klar. Dass du auf der anderen Seite als Lehrer einen Teil deiner Arbeit frei einteilen kannst und unterm Strich - was Kinderbetreuung angeht - eher günstiger dastehst als viele andere Arbeitnehmer auch.

    Das ist zwar ein bisschen off-topic, aber ich würde da widersprechen wollen.
    Wenn ich regelmäßig über Jahre immer von 8-13 Uhr im Büro bin, ist das auch eine für die Kinderbetreuung verlässliche Zeit.
    Wenn ich andererseits als Lehrer mindestens jedes halbe Jahr einen neuen Stundenplan bekomme, dann muss meine Kinderbetreuung, sofern es keine Ganztagsbetreuung von 8-17 Uhr ist, schon entsprechend ähnlich flexibel sein. Und das ist oft genug einfach nicht der Fall.
    Das Fehlen verlässlicher Präsenz- bzw. Arbeitszeiten IN der Schule sind nach wie vor insbesondere für Teilzeitkräfte ein Problem.

    Zitat


    Letztendlich musst du entscheiden, ob du möchtest, dass ein Anteil der Eltern dich am Elternsprechtag mit einem gewissen Unverständniss über deine Haltung verlässt. (Wenn deine Schulleitung dir die Entscheidung nicht abnimmt, indem sie die Kindermitnahme schlicht untersagt.)

    Das ist m.E. eine Frage der vorherigen Kommunikation. Ich habe da bisher immer nur Eltern erlebt, die solchen Ausnahmesituationen überaus verständnisvoll begegnet sind.

    Gruß
    Bolzbold

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass es dazu in NRW eine konkrete rechtlich verbindliche Regelung außer dem Datenschutz, der ja nicht ausschließlich zum Schulrecht gehört, gibt.

    Wenn das Kind alt genug ist, die Gesprächsinhalte zu verstehen, dann hätte ich als Elternteil, wenn in Gegenwart des Kindes der Lehrerin meines Kindes über mein Kind gesprochen würde, auch irgendwo ein komisches Gefühl.

    Kinder können für gewöhnlich nämlich keine "Geheimnisse" für sich behalten. Ich würde sicherlich auch nicht ganz so offen reden können / wollen, wenn außer der Lehrerin noch eine weitere, unbeteiligte Person im Raum wäre, die ich von mir aus sonst auch nicht in das Gespräch miteinbeziehen wollte.

    Ein Grenzbereich wäre die Korrektur von Klassenarbeiten zu Hause, wenn die Kinder mal reinkommen und einen Blick ins Notenbuch oder in die Arbeit werfen.

    Was das Erreichbarsein in der Schule angeht, so bin ich da kompromisslos. Es gibt in der Tat Situationen, in denen man erreichbar sein muss (Krankheit, Ausfall der Kinderbetreuung etc.), wo auch ich knallhart sage, dass ich erreichbar sein muss. Das erkläre ich den Schülern aber vorher und sie haben damit dann kein Problem.
    Da würde ich mir auch von der Schulleitung nicht reinreden lassen - und die rechtliche Zulässigkeit einer entsprechenden dienstlichen Anweisung seitens der Schulleitung würde ich mir gerne auch vorher erst einmal belegen lassen.

    Stellt sich nun die Frage, ob man in Deinem Fall nicht den Kompromiss aushandeln könnte, dass Du im Notfall vom Sekretariat aus benachrichtigt wirst. Diese geringe zeitliche Verzögerung dürfte in den allermeisten Fällen keine Gefahr oder keinen Nachteil für Dich oder Dein Kind darstellen.
    Es ist ja auch keinesfalls so, dass man die Eltern aller Schüler in Notfällen immer und sofort erreichen kann (vorher bekannte Ausnahmesituationen wie oben würde ich auch kompromisslos handhaben).

    Zu den Zeiten, in denen es noch keine Handys gab und wo die Eltern entweder nicht zu Hause waren oder auf der Arbeit nicht erreichbar waren, musste man eben improvisieren. Klar, die Zeiten sind vorbei, aber wegen Unerreichbarkeit der Eltern ist meines Wissens nach noch kein Kind in der Schule gestorben.

    Gruß
    Bolzbold

    Barmeliton wies ja explizit darauf hin, dass diese Typen nicht in ihrer Reinform existieren und dass es nicht zu ernst gemeint ist.

    Wenn wir statt Typen eher Komponenten sagen würden, dann könnten wir uns aus den drei Komponenten anteilig unseren Typus basteln.

    Unser Beruf setzt sich - diese Typologie vorausgesetzt - aus diesen drei Komponenten zusammen, so dass je nach Situation mal der Pädagoge, mal der Fachmann und mal der Bürokrat in uns gefordert werden.

    Barmelitons Definition suggeriert aber in der Tat, dass der Pädagoge der "beste Lehrertyp" sei, weil er nur mit positiven Attributen belegt ist.

    Die beiden anderen werden tendenziell negativer dargestellt und somit mittelbar abgewertet.

    [Polemikmodus ON]
    Dem Pädagogen könnte man unterstellen, dass er sich moralisch überlegen wähnt und deswegen auf offizielle Vorgaben und Regeln pfeift und dass er fachliche Defizite bei sich selbst mit selbiger scheinbarer Überlegenheit kompensieren möchte. Die Schüler mögen ihn, aber lernen nichts bei ihm.
    [Polemikmodus OFF]

    Letztlich ist in der Bilanz ein unserer Persönlichkeit wie den Erfordernissen unseres Berufs angemessenes Gleichgewicht der drei Komponenten notwendig.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Mexx
    Ich bin ein ehrgeiziger Mensch, der Anerkennung bekommen will und möchte. Dafür würde ich auch hart arbeiten. Ich möchte Erfolg haben, auch damit ich Anerkennung durch andere bekomme.
    Ich weiß aber, dass dies im Lehrerberuf eher weniger der Fall ist. Erfolg ist dort wahrscheinlich besonders guter Unterricht oder ein beliebter aber gleichzeitig kompetenter Lehrer zu sein. Im Endeffekt bekomme ich aber für meine Arbeit so erstmal wenig Anerkennung - sei es durch die Eltern oder durch Schüler, die zB. gar keine Lust auf Schule und Lernen haben.
    Dieser Drang nach Aufmerksamkeit und Anerkennung, verschwindet der mit dem Alter?

    Wirklich verschwinden wird der Wunsch (Drang hört sich so zwanghaft an) nach Anerkennung sicherlich nicht. Jeder Mensch sucht Erfüllung und damit auch Anerkennung im Beruf. Man lernt aber damit umzugehen und sich in der Tat an kleineren Dingen zu freuen (z.B. Dein Beispiel mit Schüler X und Fach Y).
    Was die Aufmerksamkeit angeht, so ist das ein zweischneidiges Schwert.
    Einerseits HAST Du ja die Aufmerksamkeit, weil Du als Lehrer während des Unterrichts zwangsläufig Aufmerksamkeit erhältst.
    Wenn Du Aufmerksamkeit im engeren oder weitern Sinne von "seht her, hier bin ich - findet mich bitte alle toll!" meinst, wird der Schuss nach hinten losgehen, weil man sich dadurch von der "Liebe" der Schüler abhängig macht oder gar seine Macht als Lehrer mehr oder weniger missbraucht, um Aufmerksamkeit außerhalb des für den Unterricht notwendigen Maßes zu bekommen.

    Zitat


    Andererseits denke ich, dass ich vielleicht außerschulisch auch Möglichkeiten hätte, etwas zu bewegen, wo ich vielleicht diese entsprechende Bestätigung/Aufmerksamkeit/Anerkennung bekomme.

    Als Lehrer ist das immer schwierig, weil diese außerschulischen Möglichkeiten sehr viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen - diese gilt es aber sorgfältig einzusetzen bzw. zu verteilen, sonst droht der Burnout.
    Die Hauptmotivation für den Beruf sollte der Spaß an der Arbeit mit Schülern sein - wer sich aufopfert, um Anerkennung und Bestätigung zu bekommen, der wird scheitern. (Und ich habe zwei sehr lehrreiche Jahre vor dem Ref. diesbezüglich hinter mir...)

    Zitat


    Ein Grund, warum ich mich für das Jurastudium interessiere, ist die Tatsache, dass ich dort (im Idealfall) sehr gute Karrieremöglichkeiten hätte und immer wieder die Möglichkeit, mir neue Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen und immer wieder über mich hinauszuwachsen.
    Im schlechtesten Fall (bei schlechten Examen) wäre ich dann eher Wald-und-Wiesen-Anwalt und das entspräche natürlich auch nicht meinen Vorstellungen...

    Das ist die Grundsatzentscheidung, die Du bei der Wahl Lehrer oder freie Wirtschaft treffen musst.
    Leistung und Ehrgeiz müssen in der freien Wirtschaft sich auch nicht immer automatisch in barer Münze oder Anerkennung niederschlagen - das kann genauso deprimierend sein wie im Lehrerberuf.
    Wichtig ist auch hier, wie man damit umgeht.

    Zitat


    Zweitens: Ich habe meine Fächer deswegen ausgewählt, weil sie mich begeistern. Sowohl als Schulfächer als auch im Studium.
    Ich weiß aber aus meiner Schulzeit, dass es mehr als genug Schüler gibt, die sich für solche Fächer nicht begeistern. Ist es als Lehrer 'leicht' damit umzugehen, dass Schüler ggf. überhaupt keine Lust für ein Fach haben, dass einen selber so interessiert...? Freut man sich dann über die handvoll Schüler, die das ganze mit viel Spaß lernen wollen und wirklich Interesse haben...?

    Man wird sich über diejenigen freuen müssen, die mit Spaß und Freude dabei sind. Betrachtet man das Ganze aus Schülerperspektive, sind wir im Grunde die "Unnormalen", weil wir für zwei Fächer eine besondere Begeisterung hegen (und das jetzt wie selbstverständlich auf die Schüler projizieren und dasselbe von ihnen erwarten).

    Zitat


    Und außerdem: Ich studiere Sozialwissenschaften und Germanistik ja auf einem recht hohen Niveau, zumindest werde ich ja große Teile davon so nie an der Schule weitergeben. Ist es frustrierend, dass man sich selber auf dem Gebiet so gut auskennt und das alles so vertieft hat, im Endeffekt aber nur einen Bruchteil davon weitergibt?

    Nun ja, wie viel wird der Germanist und Soziologe einbringen, wenn er sein Leben nach dem Magister oder gar der Promotion als Dauerpraktikant oder Volontär bei einer (Zeitungs-)Redaktion fristet.
    Aber es ist richtig - den Großteil wirst Du davon nie für die Schule brauchen - selbst im LK nicht. Die Vermittlung des Fachs und der für die Schüler gedachten Inhalte sollte einem aber schon Freude machen, wenn man Lehrer werden will. Sonst fristet und frustet man im virtuellen Elfenbeinturm ein jämmerliches Dasein.

    Zitat


    Mich würde es sehr reizen, mit den Schülern gemeinsam Dinge zu planen und ihre Begeisterung für Themen zu wecken, die nicht zwingend etwas mit dem Unterricht zu tun haben. Mir geht es eben nicht nur um Frontalunterricht und das Durchziehen meines Stoffes...
    Gibt es diese Möglichkeiten in der Schule und schafft man es auch (zeitlich) sowas zu machen und zu organisieren?

    Ja, das schafft man, wenn man
    a) sich auf einige wenige Dinge konzentriert,
    b) sein Leben gut organisiert hat und
    c) für entsprechende Gegenleistungen in Form von Entlastungen bei der Schulleitung kämpft.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Matula
    Hi!

    Das mit dem "zuwenig Geld" am Gym. finde ich absoluten Schwachsinn. Mit 3000€ netto (+) sollte man doch wohl hinkommen.

    (Klugscheißmodus ON)

    Nur am Rande:

    Die 3000 Euro netto sind natürlich keinesfalls das Einstiegsgehalt. Als A13er mit Steuerklasse 1 sind es ca. 2400 Euro netto.
    Um als Single auf 3000 Euro netto zu kommen, muss man schon einige Jahre dabei sein oder als Verheirateter Steuerklasse III haben.

    Zum Vergleich:
    Der A14er mit Steuerklasse III kommt je nach Dienstaltersstufe auf 3400+ netto.

    Es ist eben die alte Leier, ob man Sicherheit, ein festes, sicherlich nicht zu niedriges Gehalt haben möchte, oder ob man in der freien Wirtschaft die Chance auf ein höheres, aber keinesfalls garantiertes Gehalt wahrnehmen möchte.
    Dasselbe Gehalt netto in der Wirtschaft setzt ein Jahreseinkommen von 50.000+ Euro voraus. Berufsanfänger können davon in der Regel auch nur träumen.

    (Klugscheißmodus OFF)

    Neben den Dingen, die bereits von den anderen hier gesagt wurden, habe ich für mich folgende Erkenntnis gewonnen - und ich bin jetzt mit Ref. seit 2003 im Geschäft:

    Du musst dazu in der Lage sein, im Zweifelsfall ohne Dank und Anerkennung auszukommen. (Was nicht heißen soll, dass es das nicht gäbe oder man das nie bekäme!)
    Du musst dazu in der Lage sein, Dich stets aufs Neue selbst zu motivieren, auch dann wenn die Rahmenbedingungen alles andere als rosig sind.
    Letztlich sind es ausschließlich Dein Gewissen und Dein persönlicher Ehrgeiz, die darüber entscheiden, ob Du engagiert bist und guten Unterricht machst oder nicht.
    Für gewöhnlich interessiert sich dafür nämlich ansonsten keine Sau - solange es nicht zu Beschwerden kommt.

    Das sind vielleicht auch die Faktoren, die aus jungen engagierten Lehrern frisch aus dem Ref. zwanzig Jahre später die machen, die man gemeinhin als "schwarze Schafe" bezeichnen kann und an die sich jeder von uns aus seiner eigenen Schulzeit auch nur sehr ungerne erinnert.

    Gruß
    Bolzbold

    Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass man die Schüler auf frischer Tat ertappen müsste.
    Wenn es bei der Korrektur einer Leistungsüberprüfung anhand der Indizien klar ist, dass ein Täuschungsversuch vorliegt, kann man mittels des Anscheinsbeweises sogar die Beweislast umkehren. D.h. dass der Schüler letztlich nachweisen können müsste, dass er nicht getäuscht hat.

    Da muss man weder den Fachbetreuer noch den Schulleiter einschalten - das kann man als Lehrer problemlos alleine sanktionieren - das Schulrecht bzw. das Schulgesetz des jeweiligen Bundeslandes ermöglicht das in der Regel auch.

    Am einfachsten konfrontiert man die Schüler mit dem Ergebnis und kündigt an, für beide Tests jeweils ein ungenügend zu geben. Dann wird sich schnell zeigen, wer von beiden (oder eben beide) getäuscht hat.

    Gruß
    Bolzbold

    Nur so nebenbei:

    Meinen Laptop habe ich 2009 mit 400 Euro abgeschrieben - das ging anstandslos durch. Und für 2010 setze ich die verbleibenden 300 Euro ab.

    Scheint wirklich eine Frage des "indirekten Machtkampfs" zwischen einem (Polemik ON) A10er Sachbearbeiter und dem in der Regel mehr verdienenden Lehrer zu sein (Polemik OFF).

    Sonnenkönigin

    Deine Verärgerung kann ich durchaus verstehen, jedoch finde ich es mit zweierlei Maß gemessen, wenn Du im selben Atemzug die Nicht-Quereinsteiger-Lehrerschaft mittelbar diffamierst.

    Nebenbei, wir hatten hier mal die Diskussion, was Dienst nach Vorschrift ist - und selbst das war meiner Erinnerung nach nicht gerade wenig.

    Gruß
    Bolzbold

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