Beiträge von Bolzbold

    Mir ist das vor einiger Zeit auch bei einer Bestellung von Kinderspielzeug passiert. Es hieß dann, das Paket sei ausgeliefert bzw. zugestellt worden - nur eben nie an mich. Das war für mich Lehrgeld. Seitdem schaue ich immer auf das Impressum und überlege mir sehr gut, ob ich bei einer chinesischen Adresse dann wirklich bestelle, oder ob ich anderswo etwas anderes bestelle, das dann aber auch in der gewünschten Qualität ankommt.

    Gier oder Geiz fressen Hirn. Leider.

    Ich denke, beim Anliegen des TE müssen wir unterscheiden zwischen der konkreten Situation vor Ort und den offiziellen Verfahren.

    Aus dem Posting ist zu entnehmen, dass es an dieser Schule keine Transparenz zu geben scheint und dass es entweder keinen öffentlich zugänglichen Geschäftsverteilungsplan gibt - oder dieser bislang nicht wahrgenommen wurde.

    Es gibt Schulleitungen die genauso vorgehen, wie vom TE angedeutet. Das liegt aber daran, dass das Kollegium die Schulleitung gewähren lässt. Bei einer kompetenten Personalvertretung wäre das nicht möglich.

    A14-Stellen müssen immer öffentlich ausgeschrieben werden, nicht zuletzt damit auch externe KandidatInnen überhaupt davon Kenntnis erhalten. Gekungelt wird an Schulen immer, denn die Schulleitung möchte sich natürlich mit loyalen und im Idealfall ebenso kompetenten Leuten umgeben.

    Es ist am Kollegium wie an jedem/jeder Einzelnen, sich hier bei Bedarf direkt bei der Schulleitung zu melden und zu informieren.

    Ich gebe allerdings zu bedenken, dass spätestens nach einer Arbeitszeit von sechs Stunden zwingend eine Pause von 30 Minuten zu nehmen ist. Darüber hinaus gilt auch folgendes:

    Müsste man für Klassenfahrten mal entsprechend konzeptionieren.

    Wenn ich mich nicht irre, gelten diese Regelungen nicht für Lehrkräfte. Die Diskussionen darüber, wieso Arbeitszeitgesetze nicht für Beamte bzw. Lehrkräfte gelten, hatten wir doch hier irgendwo schon einmal...

    Darf ich fragen, woher jetzt die 41,5 Stunden-Zahl kommt?
    Mein Kenntnisstand und Berechnungsgrundlage sind 41 Stunden.

    und ich brauche in der Behörde sehr wohl beide Pobacken. Es sind andere Nervenzellen und eine andere Art von Stress, aber reinen Wellnessurlaub habe ich nicht.

    Stimmt, streichen wir die 0,5 Stunden.

    Ja, es sind mitunter andere Nervenzellen, aber ich kann aus fast vier Jahren Erfahrung sagen, dass ich in der Behörde bis auf einzelne Tage nicht ansatzweise das Stresslevel hatte, das ich als Lehrkraft hatte.

    Ich wollte den Thread noch einmal aufleben lassen und keinen neuen eröffnen.

    Bei uns steht bald die Klassenfahrt an und ich frage mich wie viele Stunden Arbeitszeit das dann am Tag sind.

    NRW 41.5 std die Woche

    Wenn wir jetzt 5 Tage unterwegs sind und eigentlich immer auf Abruf parat sein müssen, sind das dann tatsächlich 24 Stunden? Das meinte eine Kollegin oder wie kann man das umrechnen?

    Lieben Dank :)

    Das ist - noch - unerheblich, da diese Aufgabe nach § 10 ADO NRW pauschal eingepreist ist.

    Wir sollten alle einmal ehrlich durchrechnen, wie viele Überstunden wir tatsächlich machen und ob diese zuzüglich der Korrekturen, die man in den Ferien oft da liegen hat, allesamt durch die sechs Wochen unterrichtsfreier Zeit, die über den Urlaubsanspruch hinaus gehen, eins zu eins abgefeiert werden, oder ob wir da ggf. nicht doch besser dastehen als gedacht.

    Die Arbeitszeiterfassung, die es in der Behörde seit mehreren Jahren auch für die Tätigkeit im Homeoffice gibt, dürfte dann früher oder später die Wahrheit ans Licht bringen.

    Vielleicht sollten wir aber auch mal von der reinen Zeiterfassung wegkommen, da diese überhaupt nichts über die Arbeitsdichte, die Effizienz oder die Qualität der Arbeit aussagt. Die Arbeitsdichte und das damit verbundene Stresslevel als Vollzeitlehrkraft ist nicht einmal ansatzweise mit einer Verwaltungstätigkeit zu vergleichen. Wie ich immer sage: Die 41,5 Stunden in einer Behörde sitzt man mit der Kondition einer Lehrkraft auf einer halben Pobacke ab.

    Nach wie vor hoffe ich drauf, dass auch diese Diskussion um Zusatzaufgaben in der Schulentwicklung, ganz neu diskutiert und geklärt wird, wenn denn endlich die Arbeitszeiterfassung entsprechend geltendem Recht durchgeführt wird🤷

    Oh, ich könnte mir vorstellen, dass das dann nicht zwingend zu unserem Vorteil ist. Eine "Fiesheit" könnte ja sein, dass wir regulär Urlaub beantragen müssen in den Ferien und ansonsten vor Ort Dienst schieben müssen...

    Was ist denn der Wählerwunsch? ÖPNV auf dem Land? Oder doch eher billiger Sprit?

    Immerhin ist diese Regierung erst mal mit dem Ukrainekrieg konfrontiert gewesen, das sind schon extreme Herausforderungen, gerade auch in puncto Energie und was machen wir ohne russisches Gas, auf das die Vorgängerregierung zu sehr gesetzt hat.

    Mein Gefühl ist eher, dass die FDP nichts Konstruktives beiträgt und nur jede Idee hemmt, damit der geneigte FDP-Wähler ja nicht aus seiner Komfortzone muss. Wieso bringen die nicht mal den Ausbau des Schienennetzes auf den Weg (auch verkackt von der Vorgängerregierung) oder holen einen anderen innovativen Wirtschaftszweig hierher?

    Der Klimaaktivismus ist außerdem kein Produkt der Grünen, sondern eine Bewegung ihrer Zeit, denen die Politik nicht radikal genug ist. Früher saß man halt auf Schienen gegen Atommüll.

    Nur mein Gefühl, ich hab überhaupt keine politische Erfahrung und würde sicher wahnsinnig werden, müsste ich dort mit anderen verhandeln und ständig vor der Kamera stehen.

    Richtig. Den müsste man einmal erfragen.
    Was die FDP angeht, bin ich voll bei Dir. Die ist und bleibt die Partei der "Besserverdienenden".

    Auch was den Ukrainekrieg angeht, bin ich bei Dir. Es scheint nur so zu sein, dass diese Zusammenhänge entweder nicht bei den WählerInnen angekommen sind oder aber die WählerInnen gerne einfache, plakative Lösungen haben wollen für die komplexeren Probleme unserer Zeit. (Das wäre dann wieder der Bogen zur AfD.)

    Nein, das muss man nicht. Von erwachsenen Menschen, die sehr viel Geld dafür bekommen, diesen Job zu machen, erwarte ich, dass sie sich zusammenreissen können und den ihnen vom Volk erteilten Auftrag auch endlich mal zu dessen Zufriedenheit erledigen. Vielleicht doch mal nach Bern zur Nachhilfe vorbeikommen. Berset und Rösti sind im Parteienspektrum erheblich weiter voneinander entfernt als Habeck und Wissing und schaffen es trotzdem gemeinsam Politik zu machen.

    Ja, das sollte man erwarten können. Das funktioniert aber eben auch im Kleinen schon nicht. Während meiner Zeit in der Behörde habe ich oft aus dienstlichen Gründen mit den Livestream des Ausschusses für Schule und Bildung angeschaut. Da verliert man den Glauben an die Politik. Entscheidungen auf der Basis sachlicher Notwendigkeiten spielen da gar keine Rolle. Es werden Anträge eingebracht, um sich zu profilieren und bei denen man von Anfang an weiß, dass sie unsinnig sind. Es wurden beispielsweise während der Corona-Pandemie zum Thema "Durchschnittsabitur" wiederholt dieselben Diskussionen geführt, obwohl die KMK seinerzeit eine klare Richtung vorgegeben hatte - ganz unabhängig von der Farbe des jeweiligen Landesministeriums. Es wurden Zeit, Energie und Steuergelder für persönliche Profilierungsneurosen verschwendet. Ergebnis? Null.
    Da kann ich an der Front, d.h. in der Schule, tatsächlich aktiv mehr erreichen.

    Nein, das muss man nicht. Von erwachsenen Menschen, die sehr viel Geld dafür bekommen, diesen Job zu machen, erwarte ich, dass sie sich zusammenreissen können und den ihnen vom Volk erteilten Auftrag auch endlich mal zu dessen Zufriedenheit erledigen. Vielleicht doch mal nach Bern zur Nachhilfe vorbeikommen. Berset und Rösti sind im Parteienspektrum erheblich weiter voneinander entfernt als Habeck und Wissing und schaffen es trotzdem gemeinsam Politik zu machen.

    Ja, das sollte man erwarten können. Das funktioniert aber eben auch im Kleinen schon nicht. Während meiner Zeit in der Behörde habe ich oft aus dienstlichen Gründen mit den Livestream des Ausschusses für Schule und Bildung angeschaut. Da verliert man den Glauben an die Politik. Entscheidungen auf der Basis sachlicher Notwendigkeiten spielen da gar keine Rolle. Es werden Anträge eingebracht, um sich zu profilieren und bei denen man von Anfang an weiß, dass sie unsinnig sind. Es wurden beispielsweise während der Corona-Pandemie zum Thema "Durchschnittsabitur" wiederholt dieselben Diskussionen geführt, obwohl die KMK seinerzeit eine klare Richtung vorgegeben hatte - ganz unabhängig von der Farbe des jeweiligen Landesministeriums. Es wurden Zeit, Energie und Steuergelder für persönliche Profilierungsneurosen verschwendet. Ergebnis? Null.

    Und natürlich funktioniert das auch auf Bundesebene nicht.

    Woran machst du das fest, könntest du bitte ein Beispiel formulieren?

    Es ist mehr ein Gefühl, das sich an der Rhetorik der Parteien mit festmacht. "Wir wollen XYZ", hört und liest man oft, wenn man die Ziele der Parteien betrachtet. Wäre es nicht sinnvoller zu sagen "wir möchten den Wunsch der WählerInnen umsetzen, ABC zu erreichen?"

    Interessanterweise wirken gerade die Grünen so "entfernt". Der Begriff "Verbotspartei" mag in Bezug auf die Grünen höchst polemisch sein, aber er hat einen wahren Kern. Wenn man das Wahlvolk mit Klimapolitik zwangsbeglücken möchte, mag das sicherlich einer tatsächlichen Notwendigkeit geschuldet sein, gleichwohl erzeugt die Partei dann eben ein Gefühl, als wolle sie den BürgerInnen vorschreiben, wie sie künftig zu leben haben. Bevormundung statt Beteiligung - mit dem Ergebnis, dass man zunächst auf heftigen Widerstand stößt. (Die KlimakleberInnen zeigen das ja auch auf eindrucksvolle Art und Weise.)

    Aber wie gesagt, das ist mehr ein Gefühl.

    Das führt uns zu der Frage, wie dicht die anderen Parteien noch am Volk dran sind. Auf der Mikroebene fühle ich mich noch ganz gut regiert (schwarz-grüne Landesregierung, schwarzer Bürgermeister). Auf der Makroebene wird die Ampelkoalition in allen Medien, die ich lese kaputtgeschrieben.

    Man muss den drei Parteien zugute halten, dass sie zum Teil diametral entgegengesetzte Positionen haben - hier FDP und Grüne. Und das wäre in einer Kenia-Koalition nicht wesentlich anders gewesen.

    Damit stellt sich die Frage, welche Partei die überzeugendsten Antworten auf die großen Fragen der Zukunft hat und welche Koalition aus den im Bundestag vertretenen Parteien eine möglichst große Schnittmenge an guten Antworten anbietet.

    Dann gibt es auch noch einen Aspekt, den ich in den Raum werfen möchte. §21 GG besagt Folgendes:

    (1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. (Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben.)

    Seit mehreren Jahren habe ich den Eindruck, dass die Parteien nicht bloß bei der Willensbildung des Volkes mitwirken, sondern dass sie den jeweils durch ihre Parteiprogramme formulierten Willen dem Volk überstülpen. Ich wage die These zu formulieren, dass unsere Parteien den Willen des Volkes - bzw. hier natürlich die Pluralität an verschiedenen Willen - weder kennen noch aktiv zur Kenntnis nehmen wollen. Das ist in meinen Augen ein dickes Problem.

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