Beiträge von Bolzbold

    weitere Perspektive dazu, die mir als Theatergänger auffällt: Ein Blick in die Spielpläne der Schauspielhäuser in NRW ersetzt den in die Fachobligatorik des Ministeriums: pflichtschuldig werden die Lektüren (auch die der Fremdsprachen) ins Programm aufgenommen. Für SchülerInnen sicher klasse, für Nicht-SchülerInnen manchmal etwas ermüdend.

    Naja, die Theaterhäuser müssen auch von etwas leben. Und wenn ein ganzer Jahrgang an OberstuflerInnen sich Faust oder Woyzeck oder was auch immer ansieht, sagt man dazu doch nicht nein...

    @HerrRau

    Vielen Dank. Ich bin in Deutsch natürlich nicht "drin". Da in den Vorgaben für die Abiturprüfung in NRW die entsprechenden Werke ebenfalls drinstehen und diese Vereinbarung ja schon eine ganze Weile gilt, dürfte das also so gesehen nichts Neues sein. Und natürlich werden die Verlage entsprechende Lektürehilfen herausbringen - das gab es zu unserer Schulzeit auch schon - beispielsweise von Reclam.

    Das Problem wird in meinen Augen eher dergestalt sein, dass die Aufgaben so allgemein formuliert sein werden, damit ganz gleich, welchen Schwerpunkt man in jedem der 16 Bundesländer bei der jeweiligen Lektüre gesetzt hat, alle SchülerInnen die Chance haben, das Ganze auch zu schaffen. Letztlich senkt das das Niveau.

    Die AfD stellt insofern ein großes Problem dar, als dass die Äußerungen mehrerer prominenter wie weniger prominenter PolitikerInnen dieser Partei dazu geeignet sind, Hass auf alles Nicht-Deutsche zu legitimieren, weil man sich als WählerIn oder SympathisantIn dieser Partei darauf berufen kann, dass es Person XY aus der AfD ja auch so gesagt habe.
    Die AfD senkt die Hemmschwelle und suggeriert, dass es OK sei, den pluralistischen Grundkonsens aufzukündigen.

    DAS ist für mich das größte Problem - denn hier wird die Gesellschaft schleichend vergiftet.

    Dass wir im Bereich Migration und Integration an mehreren Stellen umsteuern müssen, ist in meinen Augen evident. Aber wir brauchen hier neben klarer Konsequenz auch ein Grundmaß an Sensibilität und Verständnis (nicht gleichbedeutend mit Gutheißen!) für die Ursachen und Zusammenhänge der gegenwärtigen Probleme - und die sind eben multikausal.

    Das kann ich gut verstehen. Die mangelnde Flexibilität hielt ich immer für einen Nachteil unseres Berufsstandes. Aber ich bin vielleicht mangelhaft informiert, es gibt neben dem Auslandsschuldienst sicher in manchen Ländern die Möglichkeit als Lehrer so zu arbeiten, dass man gut über die Runden kommt.

    Ich frage mich, welche Art von Pension man erwarten könnte, wenn man mit 50 die Reißleine zieht.

    Die Pension wäre mir relativ egal, denn es ginge im Rahmen meines Szenarios ja nicht nur um den alleinigen Umstand, dass wir eine solche Regierung bekämen.
    Eine solche dürfte in meinen Augen Raum dafür bieten, dass sich das gesamtgesellschaftliche Klima dahingehend verändert, dass rassistische Äußerungen, frauenfeindliche Äußerungen und ähnliches wahlweise weniger deutlich gekontert und abgelehnt würden oder aber sogar mittelbar als gesellschaftlich akzeptabel aufgefasst würden. Den Ratschlägen einiger UserInnen folgend könnte ich ein einem solchen Szenario im Rahmen meines verfassungsgemäßen Auftrags gegen entsprechende Tendenzen wirken - für mich wäre die gesamtgesellschaftliche Situation aber ganz entscheidend.
    In dem Moment, wo ich selbst nicht mehr willkommen wäre, wo der Umstand, dass ich ein paar Pigmente mehr habe, Bedeutung gewänne, müsste ich mir überlegen, wie bzw. wo es weitergeht.

    Mit Verlaub, aber einige deiner Äußerungen erscheinen mir etwas naiv. Wenn du scjon vorher weißt, was du wie und mit welchen Argumenten in welche Richtung mit welchen Schlussfolgerungen diskutieren willst, dann solltest du besser ein Selbstgespräch führen, dann kommen dir nicht ganz so viele unliebsame Meinungen und Deinungen in die Quere. In einem Online-Forum wirst du zwangsläufig auch mit unangenehmen Standpunkten und Aberationen konfrontiert werden.

    Is aber eh klar, nicht wahr?

    Ich möchte in einem Forum über Thema A diskutieren, bekomme aber Antworten zu Themen B, C und D. Wenn ich das kritisiere, dann liegt es also daran, dass ich unliebsame Meinungen nicht zulassen würde, nicht aber daran, dass die VerfasserInnen dieser Meinungen wahlweise am Thema vorbei schreiben, oder aber ihre eigene Agenda verfolgen? Das ist schon eine merkwürdige Attitüde.
    Ich bin lange genug in diesem Forum, um diese von mir nicht bevorzugte Eigendynamik in den Entwicklungen vieler Threads miterlebt zu haben.

    Es ist mir nun wirklich zu billig, mir vorhalten lassen zu müssen, ich käme mit anderen Meinungen nicht klar.

    Ich muss gestehen, dass ich nach der Lektüre der Beiträge in diesem Thread doch erstaunt bis entsetzt bin, wie sich der Thread entwickelt hat.

    Mir ging es ursprünglich um die Frage, unter welchen Umständen jemand die Konsequenzen zu ziehen bereit wäre für den Fall, dass wir eines Tages eine schwarz-blaue Landesregierung bekommen - in konkreter Anbindung an die Erfahrungen ab 1933 und mit Verweis auf einige vergleichbare Entwicklungen 2023.

    Einige UserInnen haben mich mit ihren hilfreichen, themenbezogenen Beiträgen zum Nachdenken angeregt. Daher an dieser Stelle vielen Dank besonders an Seph, DeadPoet, CDL, Frosch und Birgit.

    Andere UserInnen haben den Thread als Anlass genommen, ihre ganz individuelle (politische) Agenda zu verfolgen. Letzteres finde ich schade, denn darum ging es mir überhaupt nicht. Weder ist hier die Beteiligung von AfD-SympathisantInnen zwingend erforderlich, noch muss sich hier jemand politisch diesbezüglich aus der Deckung wagen, noch müssen hier rhetorische Abtastgefechte geführt werden, aus denen man sich sofort zurückzieht und stattdessen auf Freiwilligkeit etc. verwiesen wird, wenn man erfolgreich getriggert hat.

    Dass man als Beamte(r) auf die Landesverfassung und das GG vereidigt ist und diese zu schützen gelobt hat und dies der zentrale Grundsatz unseres Handelns ist, so dass wir umso mehr unter einer schwarz-blauen Koalition eben diese Verfassungen schützen (und auch im Rahmen dieser geschützt sind), ist für mich DER zentrale Hinweis.

    Ungeachtet dessen gilt meine Sorge einer Situation, in der alle nicht deutsch aussehenden Menschen aufgrund des konstant genährten entsprechenden Klimas irgendwann per se suspekt sind und sich die latent in Deutschland immer schon vorhandene Fremdenfeindlichkeit dann als "alltagstauglich" bzw. mehrheitlich akzeptierbar erweist. In einer solchen Gesellschaft könnte ich zwar immer noch als Beamter die Verfassung hochhalten, aber der gesetzliche Rahmen und das soziale Klima passen dann nicht mehr zusammen. Und das wäre für mich dann der Punkt, an dem ich mich sehr konkret mit Auswanderungsgedanken auseinandersetzen würde.

    Die rhetorischen Auseinandersetzungen, die ich hier zum Teil führen durfte, zeigen mir, dass auch in studierten Kreisen offenbar gewisse Reflexe und bekannte Techniken von PopulistInnen zur Anwendung kommen und dass ich auch unter meinen KollegInnen und Kollegen im Falle des von mir skizzierten Szenarios entsprechendes zu erwarten hätte. Es würde mich erleichtern, wenn sich die Beiträge einiger - teils kurzfristig angemeldeter - UserInnen als Trollbeiträge von Nicht-Lehrkräften herausstellten. Alleine die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Ein A15-Gehalt bekommst du mit deinen Fächern nirgendwo im EU-Ausland oder außerhalb von Europa. Du hast hier mit deiner Ausbildung das Maximum rausgeholt. Aber Englischlehrer werden hier und da sicher ein Gehalt verdienen können, was zum überlegen reicht. Denkst du das Alter ist da so entscheidend?

    Zur Not werden Krankenpfleger und Erzieher überall gesucht.

    Ja, das ist wohl so. Sollte ich eines Tages hinreichend Anlass dafür sehen auszuwandern, ist das aber für mich das geringere Problem.

    Das machen doch viele andere nicht anders…

    Alles was unbeliebt ist wird als Pöbelei abgetan und fertig.

    Inhaltlich kommt oftmals wenig.

    Außerdem muss man in einem Forum grundsätzlich gar nichts.

    Das ist doch schließlich hier alles freiwillig.

    Ui super. Ich bringe meinen SchülerInnen bei, dass Sprüche wie "der/die hat aber auch..." argumentativ nichts als Leerphrasen sind...

    Und ich fände es schön, wenn man sich hier nicht weit aus dem Fenster lehnt und dann bei spürbarem Gegenwind sich auf die Position zurückzieht, dass man hier grundsätzlich gar nichts müsse und alles freiwillig sei. Das ist schlichtweg feige.

    Es wird hier übrigens nicht sofort und per se alles, was unbeliebt ist, als Pöbelei abgetan. Ich könnte hier sehr wohl einen äußerst migrationskritischen oder islamkritischen Beitrag schreiben, für den ich von den AfD-SympathisantInnen hier Anerkennung fände, der mir aber zu 100% nicht den Vorwurf der Pöbelei einbrächte.
    Da muss man sich als UserIn ggf. schon einmal selbst hinterfragen, wieso der eigene Beitrag als Pöbelei aufgefasst wird. Und dann würden wir uns im Kreis drehen, denn dann geht die Endlosschleife beginnend mit dem obigen Zitat los.

    Wobei natürlich auch die Frage erlaubt sein muß wohin man denn auswandern soll? Welches Land nimmt einen Deutschen denn dauerhaft - und eben nicht bloß für wenige Tager als Tourist ohne Arbeitserlaubnis - auf?

    Das treibt mich in der Tat immer mal wieder um. Ich bin mit bald 50 Lenzen zu alt für die klassischen Auswanderungsländer (Australien, Neuseeland, Kanada) und meine Profession ist dort nicht gefragt. Gleichwohl ist die EU groß und ich könnte grundsätzlich in einem anderen EU-Land leben und arbeiten.

    Es gäbe theoretisch auch noch das neben Deutschland weitere Land meiner Vorfahren. Meine dortige Familie würde mir sicherlich eine Weile aushelfen können, aber auch dann müsste man natürlich sehen, womit man seinen Lebensunterhalt verdient.

    Grundsätzlich Quittengelee:

    "Du bist schon zweimal ganz konkret etwas zu einer von dir geschriebenen Allgemeinplatz gefragt worden und hast nichts dazu beizutragen gehabt."

    Du hast hier keine Beiträge "einzufordern", von mir schon mal sowieso nicht! Wie kommste denn auf dit schmale Brett??

    Dein Sprachduktus verrät allzu oft den (Ober-)Lehrer, der - auch privat - in seiner (Sprech-)Rolle gefangen ist.

    Morgen, vor deiner Klasse, kannst du wieder versuchen Wortmeldungen einzufordern. Hier ist der falsche Ort dafür.

    Das ist ein Rückzugsgefecht und eine bekannte Taktik, wenn man in der Sache nichts beizutragen hat.

    @Markus40 Anscheinend können unter den jetzigen Zuständen die Systemprobleme nicht gelöst werden. Wer hat diese zu ver- antworten? Nicht nur die bekannten politischen Entscheidungsträger, auch viele in diesem Thread. Das darf nicht vergessen werden.

    Lass mich raten - es war ausgerechnet dieser Thread, den Du als Anlass genommen hast, als bisher stumme/r Mitleser/in plötzlich aktiv zu werden...

Werbung