Beiträge von Djino

    Gibt es für die SuS zusätzliche Förderstunden? Dann könnten diese ja genutzt werden, um an der Ausdrucksweise zu arbeiten. (Vielleicht sogar mit DaZ-Material, das manchmal expliziter Wortmaterial und Strategien zur Verfügung stellt.)

    Bei uns werden die Förderstunden immer durch "reguläre" Lehrkräfte (also nicht Förderschullehrkräfte (da nicht vorhanden)) gegeben. Oftmals sind das 2 Stunden pro Woche "Unterricht" / Lernbegleitung. Manchmal sind es auch 2-3 SuS auf einmal. Gearbeitet wird oft an Fehlerschwerpunkten (wäre bei euch dann wohl Deutsch), manchmal (z.B. bei Autismus) auch an allgemein "lebenspraktischen" Themen.

    In der Unterrichtsverteilung werden den Förderstunden dann Kollegen zugewiesen, die auch mit dem benötigten (Fach-)Förderbedarf helfen können.

    Zu "Inklusion am Gymnasium" kann ich antworten (vorher ging es ja um Inklusion in BaWü...)

    Unter Inklusion an Schulen stelle ich mir eine schulnahe Betreuung und keinen elterlichen Kampf mit der Krankenkasse vor.

    Schulnah ist oft genug nicht möglich, weil die entsprechenden Experten eben weiter weg sind. Diese Experten sind dies vielleicht auch für bestimmte Altersstufen, weil die Probleme in der Grundschule vielleicht anders sind als in der weiterführenden Schule.

    Eltern "kämpfen" häufig genug und das seit vielen Jahren mit allen möglichen Ämtern, Krankenkassen etc. Sie übertragen diesen Kampf leider auch sehr häufig auf die Schule, in der Annahme, dass sie dort ebenfalls sonst "nichts" bekommen. Weshalb man zu Beginn mit "Inklusions-Eltern" oft äußerst fordernde Eltern, manchmal auch Grenzen überschreitende Eltern hat. Mit den Jahren kann das besser werden, man kann bei Bedarf die Zugewandtheit der Schule, die vieles ermöglicht (statt verhindert) nach einiger Zeit auch explizit mit den Eltern thematisieren (die haben bis dahin dann ja ein paar Erfahrungswerte mit der Zusammenarbeit mit der Schule).

    einer dieser Schüler hört fast nichts

    Wir hatten schon SuS, bei denen in allen Unterrichtsstunden ein Gebärdendolmetscher mit dabei war. Wäre das eine Option für euch?

    Hat der Schüler eine FM-Anlage (also ein Mikrofon, dass die Lehrkraft trägt, damit der Schüler den Ton direkt übertragen bekommt)?

    Für "mehr" hörende SuS haben wir im Klassenraum (schon vor vielen Jahren) Dokumentenkameras & Projektionsmöglichkeit genutzt, damit beim Vergleich von Aufgaben (z.B. Vorlesen von Aufsätzen seitens SuS) die kaum hörenden SuS (und alle anderen...) mitlesen können.

    Hausaufgaben müssen natürlich immer an die Tafel geschrieben werden, damit das im Gesagten nicht untergeht.

    In den Fremdsprachen kann in Klassenarbeiten ggf. statt einer Hörverstehensaufgabe ein Leseverstehen gegeben werden. Das ist aber nicht einfach nur der Text des Hörverstehens (diese Texte sind leichter, damit sie bearbeitbar sind allein durch das Hören - nutzt man sie als Leseverstehen, ist der Schwierigkeitsgrad zu niedrig).

    Wir haben seit vielen vielen Jahren inklusiv beschulte SuS an der Schule (noch bevor es die Inklusion als offizielles Konzept in NDS gab). Die zielgleich beschulten SuS haben in der Vergangenheit alle das Abitur bestanden. Andere sind aktuell auf dem besten Wege dorthin.

    Der mMn wichtigste Tipp bei Klassenarbeiten / Klausuren ist, schon bei der Aufgabenstellung an die Korrektur zu denken. (Z.B. bei einer Summary, gerade in höheren Jahrgängen, nicht einfach den kompletten Text zusammenfassen zu lassen, sondern nur einzelne Aspekte. Oder beim Leseverstehen (soweit zulässig) keine/kaum eigene Antworten formulieren lassen; stattdessen multiple choice etc. Sprechprüfungen sind ebenfalls sehr korrekturfreundlich und schon fast unterhaltsam.)

    Und schon zu Beginn der Unterrichtseinheit die Klassenarbeit/Klausur im Blick haben, genau wissen, wie diese aussehen wird (z.B. die beste Textgrundlage zurückhalten und nicht schon im Unterricht "verbraten" - um dann stundenlang nach einem geeigneten Klausurtext zu suchen).

    Es freut mich sehr, dass du einen Weg gefunden hast, der für dich so gut funktioniert! Struktur und Organisation sind da bestimmt sehr wesentliche Faktoren. Dass vor allem die Korrekturen in Englisch in der Oberstufe besonders schlimm sein sollen, habe ich jetzt auch schon des Öfteren gehört.


    Bei mir kommt mit Deutsch noch ein zweites, sehr korrekturintensives Fach hinzu, weshalb ich mir die Frage stelle, ob es mit meiner Kombi auch so gut gelingen kann, alles hinzukriegen, ohne dass dies auf Kosten der Gesundheit geht und noch ein wenig Freizeit möglich ist. Davon abgesehen möchte ich irgendwann auch Kinder haben...


    Vielleicht mache ich mir auch einfach viel zu viele Sorgen aber die ganzen Negativberichte zu D/E lassen mir momentan keine Ruhe...

    Du scheinst (so mein Eindruck) sehr strukturiert an die Sache heranzugehen. Schreibst hier im Forum sicher, schnell und umfangreich, hinterfragst, führst zusammen, ... Ich werte das jetzt einfach mal als Zeichen dafür, dass du gut organisiert bist und so manches hinbekommst, was andere so nicht können :)

    Du hast hier im Forum nicht nur Negativberichte erhalten, aber natürlich viele mahnende Stimmen.

    Man kann im Leben nicht alles planen. Wenn für dich die Fächerkombination feststeht und Alternativen nicht in Frage kommen, solltest du wohl dabei bleiben und dich nicht beirren lassen. (Brenne für deine Fächer, aber bitte kein Burnout...) Es gibt so viele Möglichkeiten auch später, wenn man bereits fest an einer Schule ist, Schwerpunkte zu setzen, andere Aufgaben, andere Fächer zu übernehmen.

    Man kann ja beispielsweise Philosophie in der Sek 1 unterrichten,

    Wo man mit welchem Fach eingesetzt wird, ist ja nicht die Entscheidung der einzelnen Lehrkraft. Das ist abhängig von vielen Faktoren. Für die Unterrichtsverteilung kann man vielleicht noch Wünsche abgeben. Erfüllbar sind garantiert nicht alle. Du wünschst dir dann in Zukunft vielleicht Philosophie in der Sek I. Alle anderen dafür einsetzbaren Lehrkräfte ebenfalls. Also wird jemand für die Sek II bestimmt (vielleicht du)? Oder es gibt sonst niemanden anderes, der aktuell in der Sek II Philosophie unterrichten kann. Dann wird's eben dein Kurs.

    Das gilt natürlich nicht nur für Philosophie, sondern für alle Fächer.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass vor allem die ersten Jahre sehr anstrengend sind.

    Die ersten Jahre sind in allen Fächern anstrengend... man muss halt erstmal Routine gewinnen.

    Das folgende ist bundeslandabhängig, in der Grundtendenz aber überall ähnlich:

    In vierstündigen Fächern (DE, EN, FR/LA, MA) schreibt man vier Klassenarbeiten pro Schuljahr.

    In zweistündigen Fächern (alle anderen) zwei Klassenarbeiten pro Schuljahr.

    Nur hat man bei zweistündigen Fächern halt doppelt so viele Lerngruppen (Schülernamen zu lernen, an Zeugniskonferenzen teilzunehmen, ...). Von der Anzahl der Klassenarbeiten her bleibt das gleich. Mit dem Unterschied, dass es bei Sachfächern deutlich klarer ein "richtig" oder "falsch" geben kann.

    Also korrigierst du viel unter der Woche oder muss an den Wochenenden bei dir auch komplett durchkorrigiert werden?

    Alle Lehrkräfte (egal, welches Fach), arbeiten die Ferienzeiten ein. Das bedeutet, dass man außerhalb der Ferien erhöhte Arbeitszeiten hat, um in den Ferien "frei" zu haben. (30 Urlaubstage, zzgl. Feiertage, zzgl. Wochenenden stehen uns ja allen zu.) Außerhalb der Ferien führt dies zu einer Verdichtung der Arbeitszeit. Wann möchtest du diese zusätzlichen Stunden lieber machen: unter der Woche am Abend, an den Wochenenden, während der Ferien (z.B. korrigieren unter dem Weihnachtsbaum)? Das ist Geschmackssache - einige arbeiten lieber intensiv/geballt, andere arbeiten lieber kontinuierlich.

    An meiner Praktikumsschule (Gymnasium in NRW) ist es tatsächlich so, dass keine der Lehrkräfte mit zwei Korrekturfächern Vollzeit arbeitet.

    Das war mir auch direkt nach dem Berufseinstieg von den Kolleg*innen gesagt worden. Dass ich doch sicherlich den Teilzeitantrag stellen würde, um die Arbeit zu schaffen. Nein. Grundsätzlich habe ich einen hohen Qualitätsanspruch. Verhalte mich kollegial bei der Übernahme von arbeitsteiligen Aufgaben im Kollegium (die jenseits des Unterrichts immer anfallen). Andererseits habe ich gelernt, an der einen oder anderen Stelle auch mal "Fünfe gerade sein" zu lassen. Eben nicht bis zum x-ten Male die Zeichensetzung Korrekturlesen zu wollen. Das muss man aber egal in welchem Fach, nicht nur DE/EN, lernen.

    Mich würde noch interessieren, ob du mit der Fächerkombi allgemein zufrieden bist oder du deine Wahl im Nachhinein bereust?

    Die Fächerkombi habe ich bereits im Studium bereut. (Vielleicht nicht wirklich, aber doch äußerst intensivst hinterfragt.)

    Die Kombi ist viel Korrekturarbeit. Viel wichtiger (aber das kann an mir persönlich liegen): Die Fächer sind sehr einseitig, insbesondere in den höheren Jahrgängen. Immer Literatur. Texte. Aufsätze schreiben unterrichten. Nichts "Handfestes" / häufig Interpretationssache.

    Allerdings hätte ich genausogut von meinen Interessen her Chemie, Physik, Informatik, Politikwissenschaft, andere Fremdsprachen oder Erdkunde studieren können. Deshalb bin ich jetzt in meiner Schule auch aktiv in Bereichen wie Robotik, Schülerfirmen, Schüleraustausch, Informatik und BNE.

    Nur zwei Unterrichtsfächer zu unterrichten wäre mir zu langweilig ;)

    Und das ist das Schöne am Lehrerberuf: Der Job ist immer vielfältig und abwechslungsreich. Und man kann immer wieder eigene Interessen einbringen / ist selbst dafür verantwortlich, dass es nie langweilig wird.

    Meine Kombi ist DE/EN. In unserem Kollegium gibt es mehrere von dieser "Sorte". Wir arbeiten alle Vollzeit.

    Machbar ist das. Gerade in den ersten Berufsjahren ist das aber durchaus hart. Man muss Strategien entwickeln, um nicht "unterzugehen". (Zum Beispiel muss man mit ein wenig Erfahrung so eine Klassenarbeit nicht wieder und wieder lesen, um zu entscheiden, ob das noch eine 2+ oder nur eine 2 ist... Und den allerletzten Rechtschreibfehler muss man auch gar nicht erst finden - die großen Probleme sieht man auf den ersten Blick, die Feinheiten sind für die SuS mit großen Problemen erst mal nicht wichtig, bei der Notenfindung ebenfalls nicht.)

    Allerdings ist das in anderen Fächern auch nicht sehr anders. Auch in Geschichte, Politik, Erdkunde, Religion geben SuS "wortreiche" Klassenarbeiten/Klausuren ab.

    Schule besteht auch nicht nur aus Fachunterricht. Darüber hinaus kann man als Lehrkraft z.B. Arbeitsgemeinschaften (Theater-AG? auf Englisch?) oder Förderunterricht anbieten. Da fallen dann auch keine Korrekturen an und man seine SuS in ganz anderen Kontexten kennenlernen.

    Falls du dir nicht sicher bist: Vielleicht kannst du ein drittes Fach dazustudieren? Das würde deine Einsatzmöglichkeiten vergrößern. Deinen Unterrichtsalltag abwechslungsreicher gestalten. Natürlich würdest du dich auch in die Fachvorgaben, Lehrwerke eines dritten Fachs an deiner Schule einarbeiten müssen... (und dann wiederum auch deine Einstellungschancen an deiner Wunschschule vergrößern). Hat halt alles Vor- und Nachteile.

    Zum Thema Rollendenken:

    Ich habe Häkeln von meinem Vater gelernt, Tapezieren von meiner Mutter.

    (Beides vor mehreren Jahrzehnten.)

    Aber trotzdem "allgemeine" Zustimmung zum BOT. Vielfältige Bezugspersonen in der Grundschule und darüber hinaus sind notwendig.

    Mich hat es im Ref genauso gestört, dass den männlichen Referendaren gesagt wurde: Seht bitte zu, dass ihr niemals mit einem Mädchen alleine in einem Raum seid, wo die Tür geschlossen ist,

    Diese Empfehlung wird leider nicht gegeben, weil man den männlichen Referendaren Böses unterstellt. Sondern, weil man den SuS selbiges nachsagt. Wenn Schüler*innen (hier wohl eher in der Langform) nicht mit dem einverstanden sind, was Lehrkräfte so tun (Themen im Unterricht, Benotung), dann kann über so einen kleinen Rufmord / unbegründete Vorwürfe ja vielleicht Druck ausgeübt werden :(

    Dass dieses Mittel zur "Beeinflussung" von Noten eher angewendet wird gegenüber Lehrern (nicht Lehrerinnen), liegt an der bereits oben genannten statistischen Verteilung von Straftätern in der Gesellschaft allgemein. (Das Problem bei Statistiken ist ja, dass sie nicht nach z.B. Bildungsgrad, Alter oder Vorliegen von erweiterten Führungszeugnissen unterscheiden.) SuS denken aufgrund einer solchen Statistik dann eben, dass sie mit einem solchen Vorgehen deutlich wahrscheinlicher bei Lehrern Erfolg haben werden. Da reicht dann (in der Meinung der SuS) bereits die Drohung.

    Meiner Meinung nach benötigen SuS mit Migrationshintergrund Vorbilder mit Migrationshintergrund.

    Klassische Rollenbilder mögen in manchen Kulturen (oben wurde so manches erwähnt) anders sein als "bei uns" (in Bayern? in Hamburg?). Dort ein Vorbild zu haben, dass man mit Migrationshintergrund studieren kann, einen anerkannten Beruf erlernen kann, ist wichtig. Dass man als Mann nicht nur "Macho" sein muss, sondern auch in der Grundschule mit Kindern arbeiten kann. Dass man als Frau nicht nur an den Herd gehört.

    Auch in allen anderen Fächern muss man ja Deutsch können. Selbst in Englisch (was schade ist, wenn man gut geeignete Lehrkräfte aus dem Ausland kennt, die für Fremdsprachen nicht engagiert werden dürfen, weil sie keine Deutschkenntnisse haben).

    Lehrkräfte mit Migrationshintergrund sind immer eine Bereicherung. Der "Rest" muss natürlich auch stimmen. Bei der Auswahl (Einstellung oder Versetzung) zwischen zwei gleich geeigneten Personen würden wir uns für jemanden mit Migrationshintergrund entscheiden.

    Unsere Schul-Elternsprecher und/oder Vertreter sind seit Jahren Menschen mit Migrationshintergrund.

    Die Schulsprecher aus der Schülerschaft ebenfalls.

    Irgendwer wird die gewählt haben. Und zwar jeweils eine Mehrheit aller Wahlberechtigten. Wenn bei einer Wahl Migrationshintergrund offensichtlich kein Ablehnungsgrund ist, dann sollte das bei Lehrkräften auch kein Problem sein.

    Vielleicht mal ein etwas weiter ausholender Gedanke. Wir antworten hier ja alle aus unseren eigenen Kontexten heraus. Verschiedenen Fächern, Schulformen. Damit zusammenhängenden Altersgruppen, die wir im Blick haben.

    Mein Blickwinkel ist nicht der einer Sportlehrkraft. Allerdings hatte ich früher eine Trainerlizenz im Schwimmbereich.

    Deutschland ist, was das Unterrichten von Schwimmen anbelangt, verschieden im Vergleich zu manch anderen Ländern. Wir haben hier sehr viele Seen, Teiche, Tümpel, Flüsse. Auch an der Küste soll es wohl Wasser geben, das zum Schwimmen einlädt ;)

    Aus diesem Grund wird das Schwimmen insbesondere in der Grundschule flächendeckend unterrichtet. Ziel ist eigentlich mindestens das Seepferdchen (also Wassergewöhnung...). In den Jahrgängen darauf gibt ebenfalls immer noch recht intensiv Schwimmunterricht. Möglichst alle SuS sollen den "Freischwimmer" haben (spätestens 5./6. Klasse). Eben deshalb, weil es so viele Wasserflächen gibt. Können alle schwimmen, reduziert das die Anzahl der Unfälle mit Todesfolge ungemein.

    Man könnte dagegen halten, dass andere Länder ähnliche Gegebenheiten haben. Haben sie. Mein Erfahrungswert ist allerdings, dass z.B. SuS aus Frankreich oder den Niederlanden deutlich unsicherer sind im Wasser.

    Und man muss dann eben abwägen: Gar kein Schwimmunterricht (mit den entsprechenden Auswirkungen bei Nichtschwimmern mit Kontakt mit Wasser - im Fall dieses Threads von Förderschülern und deren (Nicht-)Erkennen von Gefahren).

    Oder Schwimmunterricht unter nicht so idealen Voraussetzungen. (Ich würde für letzteres plädieren.
    Bei uns müssen die SuS seit Corona auch zurechtkommen mit nur Außenschwimmbecken, keinem Zugang zum Fön, umziehen nur in Außenkabinen etc. Die Lehrkräfte natürlich ebenfalls. Ist also ein gemeinsames Leid.)

    Grundsätzlich kann ich ja die Bedenken von plattyplus (und anderen?) verstehen. Zwei Lehrkräfte in der Begleitung einer Schülergruppe beim Schwimmen sind sehr sinnvoll. Eine Lehrerin, ein Lehrer noch viel mehr. Klappt aber viel zu häufig eben nicht, gerade in der Grundschule und Förderschule.

    Eine (berechtigte? aber übertriebene?) Angst ist die vor Missbrauch jedweder Art. Deshalb wies ich weiter oben hin auf die Sammelumkleiden der SuS. Das ist nie eine 1:1 Situation. Weder für die SuS, noch für die Lehrkräfte (die ebenfalls Angst haben könnten vor ungerechtfertigten Beschuldigungen oder Erpressungsversuchen mit ebensolchen Behauptungen). Diese Gruppen-Situation (idealerweise kombiniert mit einer zweiten Aufsicht, egal ob Lehrkraft, Bufdi oder Reinigungskraft) gibt allen Beteiligten hoffentlich die nötige, auch emotionale, Sicherheit/Distanz.

    PS:

    Ich habe mit Bauchschmerzen oben geschrieben von "berechtigter Angst vor Missbrauch?" und "übertriebener Angst vor Missbrauch?" (jeweils mit Fragezeichen). Die eine Formulierung unterstellt, dass alle Erwachsenen potenziell "Feinde" sind (sind sie nicht), die andere, dass alle Opfer "mal ein bisschen runterschalten müssen" (müssen sie nicht). Statistisch gesehen, noch viel mehr im Schulbereich mit erweiterten Führungszeugnissen etc., ist die Gefahr sehr gering (aber sie ist da). Man kann und sollte durch entsprechende Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass sich alle im schulischen Kontext, also auch im Schwimmbad, sicher fühlen. Damit meine ich sowohl SuS, die beaufsichtigt werden als auch Lehrkräfte, die beaufsichtigen.

    Wenn man auf's Klima blickt (und den Brexit, die Fahrtzeiten und so vieles mehr), dann sucht man sich vielleicht einen Austausch, bei dem Englisch als lingua franca verwendet wird (Skandinavien, Niederlande, ...). Ist per Bahn erreichbar. Nur Fish & Chips gibt es halt nicht.

    Oder:

    Wenn das Klima & der Fisch doch wichtig sind & ein Bezug zu Englisch da sein soll, wählt man als Reiseziel eben Malta. Da ist das Klima bestimmt angenehmer als im verregneten Norden ;)

    An der Förderschule (und auch an allen anderen Schulen im Bereich der Inklusion) benötigen manche SuS ja bis zum Ende ihrer Schulzeit Unterstützung z.B. beim Toilettengang.

    Wie funktioniert das bei deinen SuS, @Jazzy ? Wenn du (oder eine andere vermutlich ebenfalls weibliche Lehrkraft) sie im Schulgebäude in der Einzelkabine der Toilette unterstützen musst, sich wieder vernünftig anzuziehen, sollte das in der Sammelumkleide im Schwimmbad wohl auch "in Ordnung" sein.

    Jahresgespräche hört sich erstmal gut an. Die Logistik dahinter wird aber zu pragmatischen Lösungen führen müssen.

    Bei uns kann jeder, der möchte, solch ein Gespräch führen (ist also freiwillig / "Abrufangebot"). Bewirbt sich jemand auf eine Beförderungsstelle, übernimmt neue Aufgaben, wird frisch verbeamtet (ist also neu, aber nicht mehr so neu an der Schule), wird auf jeden Fall so ein Gespräch geführt.

    Mit jeder einzelnen Lehrkraft jedes Jahr wieder wird das für einen Schulleiter schnell zu einer Mammutaufgabe.

    Ein kleines Gymnasium hat vielleicht 50 Lehrkräfte. Jedes Gespräch dauert 1 Stunde. Wird vor-/nachbereitet. Also locker 100 Stunden für den Schulleiter. Verteilt auf 40 Unterrichtswochen sind das pro Woche natürlich nur 2,5 Stunden. Aber man hat als Schulleiter ja vielleicht auch noch anderes zu tun. (Daran zu erkennen, dass man, will man einen Termin beim Chef vereinbaren, echt suchen muss nach noch einem passenden, freien Termin.)

Werbung