Beiträge von Herr Rau

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    Meines Wissens ist die 11 der Startpunkt fürs siezen [...] Sprich, es ist ab jetzt ihre eigene Entscheidung, zur Schule zu gehen. Da ändert sich ja auch die "Holpflicht" des L in die "Bringpflicht" des S.


    Das halte ich nur für vernünftig - zumindest in Bayern ist das aber leider nicht so, es gibt weiterhin keine Bringpflicht. Was würde das für ein anderes Arbeiten schaffen!

    Theoretisch soll ab der 10. Klasse gesiezt werden, oder wie war das?
    Praktisch hängt das kurzfristig davon ab, wie es an der Schule üblich ist, was die Schüler erwarten, was zum Lehrer passt. Langfristiger kann man sich überlegen, was einem das Sinnvollste scheint, und versuchen, dass das an der Schule üblich wird.


    Ich habe bislang bis zur 11. Klasse (einschließlich) geduzt. Im Grund- und Leistungskurs danach habe ich zuerst mit Siezen angefangen, dann aber zweimal erlebt, wie die Stimmung merklich besser wurde, als ich auf Wunsch der Klasse zum Duzen überging. Inzwischen habe ich das Siezen nicht mehr ernsthaft versucht.


    Dabei will ich langfristig eigentlich schon auf Siezen heraus. Vielleicht versuche ich das das nächste Mal wieder. Die Schüler sind in diesem Alter ja schon in mancher Hinsicht erwachsen. Ich hab Zwanzigjährige in der K12 sitzen gehabt; nächstes Jahr sind die 21. Schlimm genug, dass ich das Gefühl habe, dass ich sie trotzdem nicht wie Erwachsene behandeln kann, oder sie sich nicht so verhalten können (ich sag nur: Absentenkontrolle). Vielleicht lernen alle Beteiligten das noch. :rolleyes:

    In allen Klassen, in denen ich Deutschlehrer oder Klassleiter bin, lasse ich Schüler zum Jahresende eine Abschlussrede halten. Manchmal denke ich auch rechtzeitig vor den Weihnachtsferien oder zum Halbjahr an eine Rede. Das ist eine Vorbereitung für die Abiturrede, es verleiht dem Zeugnistag noch etwas Feierliches, und es kommen interessante Dinge dabei heraus.


    Auf meiner Blog-Seite (http://www.herr-rau.de/archiv/000095.html) habe ich die Rede einer Schülerin einer 8. Klasse (Gymnasium) veröffentlicht, natürlich mit deren Erlaubnis. Die Rede ist zu lang, als dass ich sie ins Forum stellen möchte, aber hier ist zumindest der Anfang:


    Zitat

    Liebe Klasse [Bezeichnung der Klasse], sehr geehrter Herr [H.], sehr geehrter Herr Rau,


    mit gemischten Gefühlen werden wir dieses Schuljahr beenden. Einerseits beginnen damit die lang ersehnten Sommerferien, andererseits bedeutet das Ende des Schuljahres auch immer Abschied. Wir können auf ein Schuljahr voller kleiner Höhe- und natürlich auch Tiefpunkte zurückblicken.


    Das Schuljahr begann mit einem unerfreulichem Ereignis: Gleich zum Anfang wurde der Deutschtest in allen 8. Klassen in Bayern geschrieben. Dieser bestand aus etwa zehn Seiten über Grammatik, die als Grundwissen bezeichnet wird, was aber kein Schüler perfekt kann. Zwar zählte der Test nur wie eine Stegreifaufgabe, aber die Aufregung glich mehr der vor einer Schulaufgabe. Obwohl für den Test ausführlich im Unterricht geübt worden war, herrschte am 17. September 2003 allgemeine Weltuntergangsstimmung. Umso größer war die Erleichterung, als der benotete Test wieder an die Schüler verteilt wurde.


    Später wird die Rede dann auch durchaus kritisch. Und weil sie mir so gut gefällt, wie ich sie herumzeigen.

    Sommerloch.


    An Getrennt-/Zusammen- und Groß-/Kleinschreibung dürfen sie ja gerne noch basteln. Das war vorher nicht gut, ist jetzt nicht viel besser, und spielt in der Praxis keine so große Rolle, finde ich.


    Aber zurück zur alten Regelung bei ss/ß? Das wäre dumm, da bringt die neue Schreibung nur Vorteile.


    Zitat

    Uns kann es als Verlage nicht gleichgültig sein, wenn Schreib- und Lesefähigkeit und damit die Sprachfähigkeit in diesem Land abnehmen.


    So steht's im Spiegel ([URL=http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,311777,00.html]http://www.spiegel.de/kultur/g…aft/0,1518,311777,00.html[/URL]). Die sollen sich eher um ihre Grammatik kümmern als um die Rechtschreibreform (gefunden bei http://jumpcut.antville.org/stories/877906).

    Bei uns wurde mal eine zeitlang "The Beach" von Alex Garland gelesen (wegen Verfilmung mit DeCaprio) , das spielt zwar nicht in der Zukunft, enthält aber utopische Elemente.


    Ich selber hab mit einem Grundkurs mal The Martian Chronicles von Ray Bradbury gelesen. Die einen mochten es, die anderen nicht. Das Buch stammt auch schon aus den 50ern und ist aus einer Reihe von Kurzgeschichten entstanden, die durch kurze Einschübe miteinander verbunden sind. Es enthält utopische und dystopische Elemente - die ersten Menschen auf dem Mars, das Sterben der marsianischen Ureinwohner, die fortschreitende Reglementierung der Erde und deren Auswirkung auf den Mars (parallel zu Bradburys deutlicher dystopischem Fahrenheit 451), die Selbstvernichtung der Erde. Bradburys Mars steht am Ende des ersten Jahrhunderts von Marsgeschichten und ist bereits nur noch Metapher und kein echter Planet.


    Ich mag das Buch, weil ich Bradbury mag; seine kurzen Überleitungen und die Geschichten selber sind unglaublich poetisch. Die Aufteilung in einzelne Kurzgeschichten macht es möglich, sich nur auf Teile des Buchs zu konzentrieren; außerdem kann man Kurzgeschichte und Roman thematisieren. Plus ein Referat über den Mars in Literatur und Raumfahrt (gerade wieder aktuell).
    Es mag mal einen - schlechten - TV-Vierteiler davon, daneben Comic- und Hörspielfassungen (des gesamten Textes oder einzelner Geschichten daraus).


    Anklingende Motive: Pioniergeist, Zensur, McCarthy, Hiroshima, Johnny Appleseed, amerikanische Indianer, Bürgerrechte der Schwarzen, das Spielen mit Science-Fiction-Topoi.


    Ist natürlich auch nicht mehr ganz jung, hat sich aber gut gehalten.

    Zitat

    Die Note ist die pädagogisch-fachliche Gesamtwertung der Schülerleistung und NICHT das Ergebnis einer arithmetischen Berechnung.


    Brilliant! Das stimmt natürlich; im BayEUG steht zwar auch: "Unter Berücksichtigung der einzelnen schriftlichen, mündlichen und praktischen Leistungen [werden] unter Wahrung der Gleichbehandlung aller Schüler in pädagogischer Verantwortung der Lehrkraft" die gesamten Leistungen eines Schülers bewertet. Aber so ein klarer Satz wie der oben fehlt.


    Die Argumentation bei uns an der Schule ist: Damit die Lehrer gezwungen werden, nicht einfach nur auf- und abzurunden, müssen sie alle Noten in einem Grenzbereich begründen; die meisten durch Kürzel wie "+" (Überhang der Plusse in Schulaufgaben, darüber wird dann auch nicht diskutiert - wenn's denn stimmt), aber alle Noten im 5er/6er-Grenzbereich (also um 4,50 und 5,50 herum) zumindest stichpunktartig.


    Ob das nötig ist, und ob das funktioniert, sind zwei andere Fragen.

    Eigentlich legt der Fachlehrer die Note fest. Dennoch wird an den meisten Schulen in der Klassennotenkonferenz die Note heftig diskutiert. An der Schule, an der ich unterrichte, gibt es etwa relativ viel Notenausgleich - wenn ein Schüler in zwei Fächern im Grenzbereich aufgerundet wurde, wird er beim dritten Fach abgerundet - aber auch umgekehrt. Der Grenzbereich ist dabei laut Hausregel der Bereich von X,41 bis X,59. Innerhalb dieses Bereichs darf nicht automatisch gerundet werden - aufsteigende Tendenz, Übergang an +/- muss eine Rolle spielen, natürlich auch andere pädagogische Erwägungen.


    Irgendwann gibt es aber den Fall, dass einer aus dem selbst- oder fremdgesteckten Rahmen herausfällt - und man doch die (meist: ebssere) Note geben möchte. Bei uns gäbe es in der Notenkonferenz großen Ärger, wenn ich bei X,60 die bessere Note geben würde. Pädagogisches Ermessen hin oder her.


    Also versuche ich das auf jeden Fall zu vermeiden. Wenn ich möchte, dass der Schüler bei X,60 die bessere Note kriegt, darf es nicht X,60 sein - so sieht das an unserer Schule aus. Wenn man das rechtzeitig merkt, kann man nochmal ausfragen. Außerdem können mündliche Noten auch unterschiedlich gewichtet werden - unter Wahrung der Gleichbehandlung aller Schüler allerdings. (Was heißt das konkret? Dass ich das Referat bei allen doppelt oder halb werte, oder dass ich die Gewichtung dem Aussagecharakter der konkreten z.B. Ausfragesituation anpasse? Letzteres ist wohl sinnvoll, aber halt auch sehr angreifbar.


    Ich finde, es stimmt genau, was Remus sagt - du selbst musst wissen, welche Note du geben willst/der Schüler verdient. Damit du hässliche Szenen während der Konferenz vermeidest, darfst du allerdings nicht mit 2,60 > 2 auftauchen, jedenfalls nicht an der Schule, an der ich unterrichte. Das hängt wohl vom Kollegium ab.

    Ich bin jetzt zwei Jahre Ref plus sechseinhalb Jahre fertiger Lehrer. Ich glaube, ich kann den Job auf Dauer durchstehen - er macht mir jedenfalls immer noch enorm viel Spaß.


    Mit der Zeit geht es auch leichter. Ich unterrichte in diesem Jahr zum ersten Mal Informatik, und hab das nur recht mäßig gut getan. Das halte ich aus, weil ich mich erinnere, dass mein erstes Jahr Deutsch (vor allem im Referendariat in der Einsatzschule) auch nicht so besondes war. In Deutsch bin ich mit den Jahren zufriedener mit meiner Leistung geworden; ich hoffe, dass das in Informatik auch so sein wird.


    Sehr gerne würde ich mal ein oder zwei oder auch fünf Jahre etwas anderes machen (Betrieb, Erwachsenenbildung, Ausland.) Es ist halt schwierig, oder zumindest wird es einem nicht leicht gemacht, danach wieder in den Beruf in Deutschland zurückzukehren.


    Was mir hilft - neben den Gesichtern der Schüler - sind meine Frau, bei der ich mich ausjammern kann, und meine Kollegen. Wir kämpfen immer noch zu einsam, aber wir laden uns oft gegenseitig zum Essen nach Hause ein oder gehen ins Café oder abends in die Kneipe. (Diejenigen jedenfalls, die in München wohnen.) Da wird auch nur über Schule und Schüler gesprochen, aber das stört uns nicht. Und nach der Schule fahren wir gemeinsam S-Bahn oder sitzen noch ein bisschen herum, anders als allerdings die meisten Kollegen, die gleich nach Hause eilen.


    Am meisten frustriert uns das bayerische Schul- und Noten
    system. Allerdings wissen wir, dass wir uns die Arbeit auch innerhalb dieses Systems noch einfacher machen könnten, und die Hoffnung, das auch noch mal zu verwirklichen, gibt uns Auftrieb. Immerhin sind meine Schulaufgaben jetzt schon kürzer geworden, und wir haben uns ein paarmal gegenseitig im Unterricht besucht oder Deutsch-Grund- und Leistungskurs, die parallel stattfinden, auch gemeinsam unterrichtet doer uns Schüler für Referate ausgeliehen. (Ein guter Grundkurs-Referent gleich noch mal zur Wiederholung in den Leistungskurs.)
    Das fördert Zusammenhalt und erleichtert uns die Arbeit ein bisschen.

    Bei uns heißen sie auch gerne "Übungsarbeit". Die Argumentation ist dabei die, dass der Schüler ja im Unterricht nicht aufgepasst hat, und deswegen zu Hause mehr arbeiten muss. Deswegen auch der sinnvolle Zusammenhang mit dem Lernstoff. - Dass das nicht haltbar ist, wissen die Schüler aber. Ich hab ja auch gute Schüler, die zuviel stören, und die wissen natürlich, dass sie ganz zurecht kommen, auch wenn sie mal nicht aufgepasst haben. Deswegen sind meine Strafaufgaben denn eben auch als solche erkennbar.


    - Entwürdigend sollen sie jedenfalls nicht sein, und nicht entwürdigend verstanden werden. An meiner Referendariatsschule war's üblich, die Hausordnung abzuschreiben, vierfarbig: Jeder Buchstabe in einer anderen Farbe. Das ist natürlich gar nichts.


    Sicher kommt es vor allem darauf an, mit welcher Stimmung die Arbeiten vergeben und angenommen werden.

    Unterrichtsbesuch im Referendariat an der Einsatzschule durch Betreuungslehrer, an Stammschule durch Seminarlehrer, oder Unterrichtsbesuch durch Schulleitung wegen Beurteilung?


    Ich hab während einer solchen Stunde zwar noch keine Strafarbeiten vergeben, aber ich weiß von den verschiedenen Betreuungslehrern an unserer Schule, dass die nichts gegen Strafarbeiten durch Referendare auch bei Unterrichtsbesuchen haben. Oft heißt es da sogar (vage entrüstet) "Also ich hätte mir das nicht gefallen lassen, bei mir hätte es da gleich eine Strafaufgabe gegeben".


    Die Meinung der Betreuungslehrer zählt zumindest in Bayern für die Notengebung ohnehin nichts, auch wenn die letztlich ein Gutachten schreiben - das haben mir jedenfalls meine Seminarlehrer gesagt.


    Was die Schulleitung meint, kann uns ohnehin ziemlich egal sein, und wenn es der Seminarlehrer ist - dann kommt's vermutlich auf den Einzelfall an.


    Wenn ich Strafaufgaben verteile, dann meistens irgend etwas Dämliches wie Text aus dem Englischbuch abschreiben - und das möglichst nie im Zorn, sondern freundlich und geschäftsmäßig. Am Anfang meiner letzten siebten Klasse war das so; da hab ich gleich am Anfang der Stunde die Strafaufgabe für heute in ein Tafeleck geschrieben, dann freundlich (weil ich die Kalsse ja auch wirklich mochte) unterrichtet und gelegentlich Schülern diese Aufgabe gegeben. Nach nicht mal einer Woche gingen die Klasse und ich dann so miteinander um, dass wir alle etwas davon hatten.


    Am Ende des Schuljahres ist das natürlich besonders schwierig. Ob das sinnvoll ist, so wie ich das mache, weiß ich auch nicht sicher - ich etabliere mich als Leiter des Rudels, dann läuft alles, aber damit unterstütze ich natürlich auch dieses Rudeldenken.

    Danke ihr Lieben!


    Den Hamster schaue ich mir gerade an. Delphi wär mir wohl am liebsten als Empfehlung, aber die Personal Edition gibt's bei Borland nicht mehr kostenlos, nicht mal mehr die 6er-Version (nur noch die Registrierungsschlüssel). Wenn sie mir als CD-Beilage mal über den Weg läuft, nehme ich sie gerne mit.


    Danke,
    Thomas

    Ich unterrichte ein bisschen Informatik in der 7. Klasse (Wahlpflichtfach am Modell Europäisches Gymnasium). Programmiersprachen gehören explizit nicht zum Stoff, aber manche Schüler interessiert das natürlich vor allem.
    Weiß jemand, welche Sprache ich Schülern empfehlen kann, die sich das Programmieren außerhalb des Unterrichts beibringen wollen? (Wobei ich als Lehrer natürlich schon Tipps geben würde.) Am besten, und das ist der Knackpunkt, wäre die Sprache natürlich kostenlos erhältlich und liefe auf Mac ebenso wie auf diversen Windows-Betriebssystemen.

    [Blockierte Grafik: http://www.primarlehrer.de/forum/buchcover/giggler.jpg] Titel: The Giggler Treatment
    Autor: Roddy Doyle
    Verlag: Scholastic
    ISBN: 0439163005
    Sprache: Englisch
    Preis: 4 �

    [Blockierte Grafik: http://www.primarlehrer.de/forum/buchcover/bestell_white.gif] oder [Blockierte Grafik: http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=2176&ref=142688&b=4] Die Prämisse: Es gibt kleine Wesen, nicht unsichtbar, aber doch sehr gut im Tarnen und Verschwinden, die den Erwachsenen immer dann Streiche spielen, wenn diese ihre Kinder ungerecht behandelt haben. Mr Mack war garstig zu seinen Söhnen, und deshalb haben die Giggler unter Mitarbeit des Hundes der Familie ein schönes Hundehäufchen dort platziert, wo der Vater auf dem Weg in die Arbeit garantiert hintreten wird. Schon ist der arme Mann nur noch wenige Schritte davon entfernt. Da stellt sich die Kränkung als rasch bereutes Missverständnis und gar nicht so schlimm heraus. Wird es den Gigglern gelingen, den Mann vor dem ihm zugedachten Schicksal zu bewahren? Das Buch ist sehr einfach geschrieben und bietet eine Möglichkeit, unbearbeitete Originallektüre zu lesen � und das wohl schon ab der 7. Klasse. Meine Achtklässler fanden das Buch sehr leicht zu lesen und waren reif genug, den Inhalt nicht zu kindisch zu finden. Erzähltechnisch ist das Buch interessant durch selbstreflektierende Kapitelüberschriften und das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit. Mr Macks Fuß nähert sich von Kapitel zu Kapitel immer nur um ein paar Zentimeter: Das erzeugt Spannung. (Roddy Doyle ist der Autor der Barrytown-Trilogie: The Commitments, The Snapper, The Van)

    [Blockierte Grafik: http://www.primarlehrer.de/forum/buchcover/coraline.jpg] Titel: Coraline
    Autor: Neil Gaiman
    Verlag: HarperTrophy
    ISBN: 0380807343
    Sprache: Englisch
    Preis: 6 �

    [Blockierte Grafik: http://www.primarlehrer.de/forum/buchcover/bestell_white.gif] oder [Blockierte Grafik: http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=2176&ref=142688&b=4] Ich empfehle das Buch als Schülerlektüre ab der 9. Klasse oder späten 8. Klasse am Gymnasium. Ich habe nichts gegen für Sprachlerner bearbeitete Fassungen von Büchern und verwende sie selber auch häufig. Trotzdem suche ich ständig nach englischsprachigen Büchern, die ich in der Originalfassung verwenden kann. Dabei ist es schwer, ein Buch zu finden, das vom sprachlichen Schwierigkeitsgrad und vom Inhalt gleichzeitig passt. Das ist aber so eines. Coraline habe ich noch nicht mit einer Klasse gelesen, aber bereits fünf Schülern - starken und schwachen - meiner aktuellen achten Klasse geliehen. Die Klasse ist sehr motiviert und recht leistungsfähig. Coraline ist für Leser ab 8, aber ich hätte mich in dem Alter zu sehr gegruselt. Es ist eine Geschichte um das Mädchen Coraline, das durch einen Schrank in eine andere, der unseren ähnliche Welt gerät. Davon gibt es ja viele Varianten, diese hier ist die gruseligste. In unserer Welt haben die Eltern wenig Zeit für ihre Tochter, der Vater kocht ständig Rezepte statt Pommes Frites und die Nachbarn sprechen Coralines Namen falsch aus. In der anderen Welt gibt es ihre anderen Nachbarn, den anderen Vater, und ihre andere Mutter. Sie sieht fast aus wie die echte, nur dass sie Knöpfe angenäht hat als Augen - und Coraline bei sich behalten möchte. Gaiman schreibt sonst eher Gruseliges (vor allem ist er Autor der Sandman-Comicreihe), und das merkt man dem Buch positiv an. Ein paar der Schüler fanden das Buch zu phantastisch - die Schüler dürfen also nichts gegen unwirkliche Elemente haben.

    Richtig ist Perfektstamm:


    Starke Verben: ge+Stamm mit Perfektvokalismus+en
    (gegangen, gefunden, genommen)


    Schwache Verben: ge+Stamm+t
    (geklagt, gehört, gewundert)


    Bei den schwachen Verben hat das Partizip II eh den gleichen Vokal wie der Infinitiv - abgesehen von "kennen" und "denken". Lange Geschichte...

    Mein Deutsch-Leistungskurs führt seit Anfang des Schuljahres ein Blog; ich habe immerhin genug Erfahrungen gesammelt, um es beim nächsten Mal besser zu machen.


    Am Anfang ward as Interesse groß: Das wichtigste Element dabei war, dass die Schüler die Beiträge der Mitschüler jeweils kommentieren konnten. Da wurde gescherzt, gelobt, ein bisschen geschäkert. Der Aspekt ist im Lauf des Schuljahres, als sich alle ausreichend kannten, verschwunden.


    Ein weitere Punkt war meine schwammige Zielsetzung. Ich wusste selber nicht, was ich am liebsten gehabt hätte. Traditionell sind viele Blogs ja entweder Tagebücher oder Sammlungen von interessanten Kleinigkeiten aus dem WWW oder de Buchhandel. Andererseits kann ein Kurs-Blog auch ein Unterrichtsprotokoll sein. Oder eine Sammlung von Materialien zum Unterricht.
    Am besten funktionierten tatsächlich die Protokolle: Sie waren den Schülern am liebsten, und die Ergebnisse waren am interessantesten. Der Stil war allerdings der furchtbar deutschunterrichtliche Bericht- und Protokollstil.


    Ich habe dann versucht, sie zu kommentierenderen Textsorten zu bringen - kein großes Interesse. Allerdings lernen die Schüler das im Deutschunterricht auch nicht: Sie können weder Tagebuch schreiben, noch in irgendeiner Form journalistisch schreiben. Dazu rechne ich Kino-, Theater-, Buchkritiken, Glossen, Schilderungen. Sie sind auch nicht gewohnt, für (echte) Leser zu schreiben.


    Die Schüler unserer Kollegstufe haben ein eigenes Forum, ähnlich wie dieses; in die interessantesten Bereiche kommt man als Lehrer allerdings nicht rein. 10 Schüler zeichnen für 60% aller Beiträge, mehr oder weniger aktiv im Forum sind vielleicht die Hälfte aller Schüler, also 35. Auch hier ist inzwischen nur mehr wenig los. Das Forum ist von Schülern organisiert und verwaltet und moderiert; das funktioniert gut. (Der Vorgängerjahrgang hatte ein unmoderiertes Forum mit der Möglichkeit anonymer Einträge. Fragt nicht.)


    Für das nächste Schuljahr plane ich für die Mittelstufe eine Art Online-Zeitung mit Blog-Software. Zeitungslayout, vorgegebene Zeitungstextsorten, Benotung der Pflichtbeiträge. Das ist kein Blog, aber vielleicht eine Vorstufe.


    Ein anderer Ansatz ist die Wikipedie, da habe ich mich noch zu wenig mit beschäftigt.

    Ich habe Shakespeare-Sonette schon im LK und in der 11. gemacht - das war allerdings noch im Referendariat, wo man die Leistungsfähigkeit der Schüler meist schlechter einschätzen kann. Inzwischen bin ich aber tatsächlich wieder der Meinung, dass das mit einer 11. schon geht. Es kommt sicher auf die Klasse an. Spätestens ab der 8. unterscheiden sich die Schüler am meiner Schule kolossal, was Leistung betrifft.


    Aus mehreren Schulbüchern (und einem Buch über Drehbücher) kenne ich "Richard Cory" von E. A. Robinson. Weniger lyrisch, aber dafür einfach...


    Whenever Richard Cory went down town
    We people on the pavement looked at him:
    He was a gentleman from sole to crown,
    Clean favored, and imperially slim.


    Und am Schluss der vierten Strophe erschießt sich Richard Cory. Ich hab's aber noch nie ausprobiert im Unterricht.

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