gedämpfte Stimmung nach Abi-Rede

  • Zitat

    Original von Raket-O-Katz


    Wie wäre es mit Eltern? Familie? Alltagserfahrungen?
    Mit Verlaub, wir sind doch nicht für alles zuständig! Mir kommt es immer mehr vor, als würden die Eltern Kinder bekommen und dann bequem in Kita, Schule etc. parken, in der Hoffnung, dass sie mögllichst wenig selbst an Verantwortung tragen müssen und am Ende ein super Kind nebst Abi zurückbekommen. Sorry, man kann nicht alles auf Schule und Lehrer abwälzen.


    Grüße vom
    Raket-O-Katz


    Das sehe ich ähnlich. Außerdem sind Abiturienten erwachsen und voll strafmündig ansonsten gilt doch auch "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht".
    Man kann mit den Schülern ja nun nicht jedes Gesetz durchgehen, zudem sollte es jedem einleuchten, dass es grenzgängig ist jemanden zu filmen um ihn in lustiger Weise bloßzustellen.

  • Zitat

    Original von Raket-O-Katz



    Mit Verlaub, wir sind doch nicht für alles zuständig!


    Also, ich glaube aus der Verantwortung kommen wir wohl nicht ganz raus. Die Regeln, die an der Schule gelten, haben (meiner (!) Meinung nach) immer noch die Lehrer zu vermitteln, denn wir müssen diese schließlich auch durchsetzen. Regeln die nicht bekannt sind, weil sie nicht klar kommuniziert wurden, werden logischerweise auch nicht befolgt. Aus der Verantwortung kommen wir leider nicht raus. Und das gilt doch auch im Großen wie im Kleinen: Bei einem Lehrer darf man sich während des Unterrichts unterhalten, SMS-schreiben, etc, beim anderen nicht.


    Neben diesen variierenden Regeln für die kleinen Probleme des Alltags gibt es aber auch die großen Regeln (die Regeln, die auf Gesetzen basieren) und die stehen leider nicht in der Schulordnung.


    Aber, um das ganze Thema etwas abzukürzen:


    Ja ich halte es für vertretbar beim erstmaligen Unterricht auf das konfiszieren von Handys bei deren Einsatz hinzuweisen.


    Und nein, ich bin nicht der Meinung dass man dafür viel Zeit aufwenden sollte und sich womöglich zum „Rechtserläuterungsgehilfen“ der Schüler zu machen.


    Vielleicht habe ich das vorher nicht klar genug ausgedrückt.

  • SL wurde informiert und wird sich ebenfalls mit den SuS in Verbindung setzen, um sicherzustellen, dass keine Lehrerszenen im Film verwendet werden.


    Parallel gab es etliche Beschwerden der Kollegen, dass gestrichene Kommentare ("Lehrer-Zensur") trotzdem in der AbiZeitung gedruckt wurden. (In diesen Zusammenhang fällt der Zusammenbruch einer Kollegin im Büro des SL).


    Hatte den Eindruck, die SL war überrascht, dass einige Lehrer ihr "Recht auf das eigene Bild" in diesem Zusammenhang tatsächlich einfordern. Hier gab es einige Versuche der SL, die Angelegenheit herunterzuspielen.


    Frage: Was könnte die SL (und ich meine jetzt nicht die Kollegen durch Aufklärung im Unterricht) im Vorfelde unternehmen, dass solche Zwischenfälle (Abifeier, Abizeitung) zukünftig ausgeschlossen werden?

  • Zitat

    Original von klöni
    Frage: Was könnte die SL (und ich meine jetzt nicht die Kollegen durch Aufklärung im Unterricht) im Vorfelde unternehmen, dass solche Zwischenfälle (Abifeier, Abizeitung) zukünftig ausgeschlossen werden?


    Spontan fällt mir folgendes dazu ein:

    • Die Mentoren anweisen, das die Schüler rechtzeitig und zentral über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert werden.
    • Im Vorfeld von Abischerz und Abiball finden doch eigentlich immer Gespräche zwischen den Schülervertretern des Jahrganges und der SL statt (Terminfindung etc.). Hier wären entsprechende Worte ebenfalls angebracht.
  • Zusätzlich wäre vielleicht ein "Tipps zur Abizeitung"-Zettel sinnvoll:
    - Jeder Lehrer hat das Recht am eigenen Bild - fragt vorher also VOR den Aufnahmen (egal ob Video oder Kamera)!
    - Von der SL gestrichene Kommentare bleiben gestrichen - sonst wird leider eure komplette Abizeitung einkassiert
    - Anekdoten über Lehrer zu schreiben ist natürlich o.k. - aber nicht Rufmord, der zumal auf der Fantasie der Schüler basiert (Also, der Gruffelo, im Sport packt der ja auch schon mal absichtlich an den Po statt an den Arm - ob seine Frau ihn nicht mehr ranlässt?)




    Ich habe mal so in meinem Kopf gekramt, wie das bei uns war: Bei uns wurden die Lehrer alle zum Fototermin (!) gebeten, sie sollten selbst etwas mitbringen, was typisch für sie war, darunte rkam dann ein "typischer" Spruch aus dem Unterricht dazu: Das war äußerst witzig und für niemanden verunglimpfend. Wobei unsre Lehrer auch bei nem "Fotoroman" für die Abizeitung mitgespielt haben :)

  • hallo,


    Schmeili: hier in nrw ist das zensieren von zeitungen VORAB verboten, die schülerzeitung unterliegt KEINERLEI kontrolle durch den schulleiter oder sonst wem!


    ansonsten bleibt doch eigentlich nur, dass der sl die schüler vorab informiert und deutlich macht, dass er in bezug auf photos und verleumdung hinter seinen lehrern steht (was eure sl aber offensichtlich nicht tut).


    lg Sunrise

  • Die Zensur der Abi-Zeitung mag verboten sein, allerdings hat ein Schulleiter, den ich kenne, die Abiturienten in einem besonders heftigen Fall auch darauf hingewiesen, dass
    - sie die Zeitung dann nicht an der Schule verkaufen dürften (kann man umgehen, indem man sich auf den Gehweg vor die Schule stellt, macht es aber für die Abiturienten nicht einfacher)
    - die Zeugnisvergabe an die Abiturienten feierlich oder weniger feierlich statt finden könnte ... (sie hätten sich die Zeugnisse dann an dem Tag von ... bis ... bei ihm abholen können, also KEINE Abiturfeier).


    Ob die zweite Maßnahme durchführbar wäre weiß ich gar nicht, ob sie Sinn macht (man bestraft einen ganzen Jahrgang für das Fehlverhalten der Redakteure der Abi-Zeitung), kann man auch diskutieren ... aber es hat gewirkt.

  • hallo,


    Nighthawk: das wäre in nrw auch verboten, das wäre ja auch eine form der zensur. mir geht es nicht darum, das verhalten der schüler zu rechtfertigen, nur kann ich schlecht auf der einen seite die einhaltung von gesetzen fordern und dann das eigene schulgesetz mit füßen treten.
    aber wie gesagt, das ist in nrw so, hessen scheint es aber ähnlich zu regeln:
    http://www.84ghz.de/junges_rec…/pdfs/Schuelerzeitung.pdf


    ich finde die zweite maßnahme, die du nennst, sinnvoll. notfalls kündigt man das eben der gesamten jahrgangsstufe an, dass ihre abschlussfeier auf wackligen füßen steht, wenn die abizeitung gewissen dinge benennen würde, die nicht der konstruktiven kritik, sondern dem abreagieren dienten.


    lg Sunrise

  • Ich bin mir nicht sicher, wo da die Zensur ist, denn eine Abi-Zeitung ist keine Schülerzeitung, oder doch? Und ob in "seinem" Schulhaus etwas verkauft werden darf, das kann ein Schulleiter denke ich schon entscheiden.

  • In Bayern gibt es gesetzliceh Regelungen nur für Schülzeitungen (z.B. betreuende Lehrkraft und Redaktion muss gewählt werden). Bis vor ein paar Jahren musste die Schule Herausgeber und damit rechtlich verantwortlich sein, hatte also auch das Recht, de facto zu zensieren.


    Seit ein paar Jahren dürfen die Schüler wählen und die Schülerzeitung auf eigene (auch gesetzliche) Verantwortung herausbringen. Dann darf die Schule den Verkauf auf dem Schulgelände verbieten, wie bei schulfremden Zeitschriften auch. (Das ist für mich sowieso keine Form der Zensur - und auch kein echtes Hindernis.)


    Abizeitungen sind als solche gestezlich nicht vorgesehen, laufen also auf eigene Verantwortung der Schüler. Damit gibt es auch keine formelle Zensurmöglichkeit.

    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum, weitgehend ohne ad hominem.

  • Zumindest in BW kann der SL den Verkauf auf dem Schulgelände verbieten, nur werden die Abizeitungen dann halt einen Meter davor verkauft - und aufgrund des Charmes des "Verbotenen" noch attraktiver.

  • Ich gehe allerdings davon aus, dass eine Abi-Zeitung KEINE Schülerzeitung ist. Bei einer Abi-Zeitung wirkt kein Beratungslehrer mit - wie es in NRW oder hier (Bayern) Pflicht wäre.


    Davon abgesehen gibt es durchaus Bundesländer, in denen der Schulleiter ein Vertriebsverbot aussprechen darf, auch bei einer Schülerzeitung, zwar nicht in NRW, aber in Bayern.

  • Zitat

    Original von gingergirl
    Ich kenne einen Fall, wo Schüler einen Film mit ihrem Lehrer im Unterricht auf Youtube eingestellt haben, mit Nennung des Schulnamens und des Lehrers. Sie erhielten eine ziemlich harte Schulstrafe - dreitägiger Schulausschluss.


    Einen Verweis fände ich viel zu "läppisch"...


    Oho, hört, hört... Dreitägiger Schulausschluß !! Welch drakonische, gar unmenschliche Strafe !


    Wenn ich mir anschaue, was für Vollpfosten heutzutage Abitur machen, dann hat die sog. Reifeprüfung mit `Reife` nichts mehr zu tun. Deshalb befürworte ich es, daß auf Abiturfeiern Kritik geübt wird.
    (wenn ich mich nur an meinen eigenen Jahrgang zurückerinnere... Da gab es Leute, die haben den Lehrern im Deutsch-GK Honig um den Mund geschmiert, indem sie die Aussagen von Gedichten und Erzählungen in der vom Lehrer beabsichtigten Weise interpretierten ("Vorurteile sind böse!") und fünf Minuten später in der Pause die größten asozialsten Arschl**** waren. Wenn ich mir dann noch vorstelle, daß einige davon heute als gutbezahlte Ärzte oder BWLer arbeiten, läuft es mir eiskalt den Rücken runter.
    Aber das ist halt ein grundlegendes Problem: Man kann den Charakter von Menschen nicht bewerten und davon die berufliche Karriere und/oder spätere Verdienstmöglichkeiten und/oder soziale Aufstiegsmöglichkeiten abhängig machen.

    • Offizieller Beitrag

    Nur so zur Info: Der dreitäge Schulausschluss ist in der Tat eine Strafe, da der Schüler alles selbst nachlernen muss, außerdem kann sofort am Tag danach ein Test geschrieben werden und der Schüler muss ihn mitschreiben, er wird also behandelt, als wäre er da gewesen.
    Zudem hängt am Ausschluss ein Hausverbot, dh. der betreffende Schüler darf in der Zeit Haus und Schulgelände nicht betreten, also seine Freunde nicht abholen. Zudem wird meist von der SL bei uns recht deutlich gemacht: Das ist keine Belohnung, sondern die ganze Schule will dich nicht mehr sehen! (Das kann unser SL recht drastisch ausdrücken)
    Zum Thema "Vollpfosten"- das ist nicht erst heutzutage so (btw. unser Abijahrgang hat von ca. 70 Leuten vielleicht einen oder maximal zwei Schüler dabei, die ich als solche bezeichnen würde) und in der Regel weiß man ja auch genau, woher es kommt, oder?
    Liebe Grüße
    Hermine

  • Zitat

    Original von Hermine
    Nur so zur Info: Der dreitäge Schulausschluss ist in der Tat eine Strafe, da der Schüler alles selbst nachlernen muss, außerdem kann sofort am Tag danach ein Test geschrieben werden und der Schüler muss ihn mitschreiben, er wird also behandelt, als wäre er da gewesen.
    Hermine


    Für so unbedeutend halte ich den befristeten Schulausschluss auch nicht. Unsere SL macht in diesem Zusammenhang z.B. gegebenenfalls auch deutlich, dass der betreffende Schüler dem vollständigen Schulausschluss nun einen deutlichen Schritt näher ist.


    Wie das bei anderen Maßnahmen auch ist, hängt es aber halt auch sehr vom Charakter des Schülers ab, welche Wirkung damit erziehlt wird.

  • Zudem muss sowei ich weiß ein Schulausschluss auch dem Jugendamt gemeldet werden, also auch für die Eltern nicht so unbedingt witzig.
    Zumindest war es an meine alten Schule so

  • Dass wir Lehrer Kritik im Rahmen einer Abifeier anders sehen als die Eltern und Schüler, hat natürlich einen ganz klaren Grund: Während das Abitur des Sohnemanns oder des Prinzesschens ein einmaliges Ereignis in dessen Leben ist, wird es für das Kollegium zur alljährlichen Routine. Verständnis daher auch für diese mütterliche Reaktion:


    Zitat

    Original von Piksieben
    Als Mutter wäre ich auch verschnupft, wenn die Abschlussfeier durch Misstöne gestört würde, und ich würde wohl denken, die kommen wohl nicht so zurecht an der Schule. Und dass es doch mal gut sein muss. Immerhin ist die Schule den Jahrgang ja los.


    Dass die SuS an dem Tag mal Dampf ablassen, das ist doch üblich und normal, waren sie doch die ganze Zeit diejenigen, die sich bewerten lassen mussten.


    Vorrang gebe ich aber dann doch entschieden dem Benennen von Fehlverhalten z.B. durch Klönis Tutoren. Man tut den Schülern keinen Gefallen, wenn man auf dringend nötige Rückmeldungen verzichtet.

    "Die Welt ist kein romantischer Ort mehr.
    Einige Menschen in dieser Welt sind es aber trotzdem noch.
    Und darin liegt die Hoffnung…
    Lass die Welt nicht gewinnen, Ally McBeal."

    Einmal editiert, zuletzt von BillyThomas ()

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