Beiträge von Piksieben

    Zwei Wochen wird, ehrlich gesagt, schwierig.

    Finde ich auch nicht unbedingt notwendig. Einen Tag mal mitlaufen und ein bisschen reden hilft auch schon sehr, um einen Eindruck zu bekommen. Ich hatte schon ein paar Mal einen solchen "Besuch" mit im Unterricht. Einfach in der Schule anrufen oder Mail schreiben.

    Was über Mathe gesagt wird, kann ich übrigens nur bestätigen. Ich habe mir wirklich die Liebe zu meinen Fächern erhalten, aber Mathe zu unterrichten versuche ich inzwischen zu vermeiden, weil es mir zu mühsam ist, immer dasselbe zu erklären und immer wieder dieses "vasteh ich nich" zu hören. In Informatik ist das doch noch etwas anders, das mag in Physik ähnlich sein mit Experimenten etc.

    Naja. Ich finde schon auch, dass das nicht geht, das Leute, die weit weg wohnen, irgendwelche Privilegien bekommen. Wenn ich nah dran wohne, habe ich auch meine Rüst- und Wegezeit und hätte es deutlich einfacher, wenn ich einfach zu Hause im Schlafanzug bleiben könnte. Und das darf ich dann nicht, weil ich nicht weit genug wegwohne?

    Auch innerhalb eines Orts ist ein Telefonat oder eine Viko zeitsparend und meist viel effizienter. Man sieht sich auch außerhalb der Konferenzen noch oft genug, das ist ja wirklich kein social event mit Stehimbiss.

    Das mit dem Homeoffice ist ja mittlerweile für viele Arbeitsplätze ein Marktvorteil, was die Bewerber angeht.

    Stünde in der Aufgabenstellung a=4 und etwas wie „alle Längen in cm“ wäre es deutlich richtiger.

    So kenne ich es eben auch (oder LE). Das ist halt Mathematik, wie ja oben beschrieben: Wir rechnen vorrangig mit den Zahlen und machen das vorher und nachher passend für die Aufgabenstellung.

    Was problemlos ist aus meiner Sicht.

    Wenn man anfängt, mit km/h und dergleichen zu rechnen, geht das natürlich nicht mehr so einfach. Aber wenn man die reine Lehre der Bruchrechnung, wie sie in der Mathematik unterrichtet wird, begriffen hat, sollte man das auch hinkriegen.

    Ich finde es amüsant, wenn Physiker plötzlich so pingelig sind, wo sie doch sonst immer mal gern durch 0 teilen und alles mit dx multiplizieren.

    Könnte man doch mal als Anregung weitergeben, um die Attraktivität des Lehrerberufs zu steigern: Ein Tag Homeoffice in der Woche für alle (die wollen) und alle Konferenzen unter 1 Stunde als Viko.

    Statt Teilzeit verbieten und Klassen vergrößern und andere Burner :tanz:

    Mir leuchtet ein, dass a = 4 cm +3 kein sinnvoller Ausdruck ist, aber wie hättest du es denn formuliert? An welcher Stelle genau wurde die Einheit "vergessen"? Das geht aus deinem Ausgangsposting nicht hervor. Ich finde, da ist "sinngemäß" nicht ganz passend, wenn man über exakte Formulierungen spricht.

    Sprechende Bezeichnungen in der Programmierung zu benutzen ist auch was anderes als "mit Einheiten rechnen".

    Die Diskussion mit den Einheiten bei Physikern und Technikern bzw. Mathematikern kenne ich :)

    Ich würde es so sehen: 9a^2 wird erst dann zum Flächeninhalt, wenn man die Einheit dazuschreibt. Aber das tut man ja nicht. Man rechnet eigentlich: Die Kantenlängen in cm werden miteinander multipliziert, also

    a cm * (3a) cm * (a+3) cm=a(3a)(a+3)cm^3

    Das kann man vereinfachen, dann erscheint das a im Quadrat in einer Summe, aber eben nur das a, nicht die cm.

    Man kann die Einheiten, wenn es nur eine ist (also hier cm) bei der Rechnung weglassen und sie hinterher wieder hinzufügen, aber man muss wissen, was man tut. Das weiß man hier aber doch. Drei Kantenlängen, ein Volumen.

    Aber Ingenieuren scheinen sich bei sowas immer die Nackenhaare zu sträuben - ohne Einheiten rechnen? Weltuntergang! Das liegt vermutlich daran, dass sie immer mit so vielen unterschiedlichen Einheiten zu tun haben, und da kann man das natürlich nicht so machen.

    Mal eine andere Frage: Hat jemand von euch in der Schule das Lesen liebengelernt? Oder hat sich euer Leseverhalten in der Schule irgendwie geändert?

    Sobald ich die Buchstaben enträtseln konnte (und das habe ich tatsächlich erst in der Schule gelernt), habe ich gelesen. Immer. Ich war von klein auf Stammkundin in Büchereien. Mich hat später genervt, Sachen lesen zu müssen, die mich nicht gefesselt haben. Aber das hatte mit dem Lesen selbst nichts zu tun. Man muss sich ja auch sonst mit Dingen beschäftigen, die einen nicht so interessieren. Es gab auch eine Reihe von Büchern, die ich durch die Schullektüre lieben gelernt habe.

    Mir ist das ganz und gar fremd, wenn Menschen nicht lesen mögen. Ich stehe dieser mangelnden Lesekompetenz ratlos gegenüber.

    Ja genau :klatsch:

    Wie lang habe ich nicht mehr dieses schöne Wort gelesen: "Herumschmökern". Klingt so viel schöner als "irgendwie ziellos Bücher auf- und zuklappen". Ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, so wie ich im Garten mit Flora Inkognita herumlaufe: Ach, das gibt es alles hier!

    Vielleicht sollte man überhaupt diese 20 Minuten umbenennen. Nicht "Lesen" sondern "Herumschmökern". Damit der Fokus ein anderer ist: Verlockung! Freude! Neugier!

    Letztlich ist es nur die Neugier, die uns dazu treibt zu lesen.

    Wobei die Ursachen für die mangelnde Lesekompetenz sicher nicht mangelnde Neugier ist, sondern viel früher beginnen und außerhalb der Schule liegen.

    Das Buch von dem Daniel Pennac mag ich auch sehr. Ich kann mich gerade nicht im Detail daran erinnern, aber was mir geblieben ist, ist: Ich habe beim Lesen jede Freiheit. Ich darf aus dem Buch Seiten herausreißen und Schiffchen daraus falten. Ich darf es mittendrin anfangen oder einfach auf die Seite legen, wenn es mich langweilt. Ich darf den Prolog überspringen (ich lese den Prolog meist erst ganz am Schluss). Diese Freiheit sollten die Kinder auch haben. Also, nicht die Bücher kaputt zu machen, aber zu sagen: Das mag ich nicht.

    Es ist wirklich manchmal schwierig. Ich reagiere immer etwas allergisch, wenn mir jemand sagt, dass ich ein bestimmtes Buch "unbedingt lesen" muss. Da ist schon was Wahres dran mit dem fehlenden Imperativ. Manchmal will das Buch einfach nicht zu mir sprechen.

    Ich denke, es ist ähnlich wie mit Essen. Ich biete an, Kind sucht aus. Ich muss öfter anbieten, auch mehrfach dasselbe (viele Leute essen mit 25 zum ersten Mal Broccoli, so etwa). Bücherecken sind bestimmt ein guter Anreiz. Da sollten aber auf jeden Fall auch Sachbücher liegen. Man liest ja nicht nur, um unterhalten zu werden, sondern auch, weil man etwas wissen will.

    Aber man kann halt nur immer wieder locken. Wollen machen geht halt nicht. Gibt ja noch mehr solche nicht vorhandenen Imperative. "Finde das lustig!" oder "Interessier dich dafür!" oder "hab Freude daran".

    Ich finde, das klingt bei dir schon ganz schön, WillG. Da möchte ich gern Kind sein :wink2:

    Lilawolke, wenn du glaubst, dass du ungerecht bewertet wurdest, kannst du mit einem Anwalt gegen die Entscheidung der Prüfungskommission vorgehen.

    Da würde ich mich mal informieren. Vielleicht gibt es die Möglichkeit für einen erneuten Versuch. Das ist so das, was die Leute machen, bevor es endgültig vorbei ist.

    Ansonsten ist ein endgültig nicht bestandenes Examen etwas anderes als eben "kein Examen". Man wird auch zu einem Studiengang nicht noch einmal zugelassen, wenn man den schon endgültig versiebt hat.

    Du schreibst so gar nicht, woran es gelegen hat. So eine Prüfungskommission macht es sich nicht leicht, die wissen ja, was das für dich bedeutet.

    Nun hast du aber ja im Studium Fachkenntnisse erworben, die du in anderen Bereichen einsetzen kannst. Ich würde mich tatsächlich einmal beraten lassen oder nach Jobs für Studienabbrecher suchen. Das ist zwar nicht ganz dasselbe, aber da gibt es Angebote für Quereinsteiger. In diese Richtung würde ich denken.

    Ja, der Versuch Gründerzeitviertel war dann eine Lebenserfahrung, die ich nicht mehr anstreben werde. Es ist halt nicht alles Gold was glänzt. Allerdings weiß ich auch nicht, ob diese doch sehr sterilen Neubau-"quartiers" das ideale Wohnen versprechen. Da muss man durchaus in vielen Bereichen, zum Wohle der Nerven, Abstriche machen.

    Ja. Man muss immer irgendwelche Abstriche machen. Wer wohnt schon "ideal". Von solchen Vorstellungen muss man sich verabschieden, das macht nur unglücklich.

    Das ist halt, was du dir überlegen musst. Was nimmst du hin, was nicht. Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen.

    Das wäre ja eine sinnvolle Möglichkeit. Nur muss der Hausmeister am Wochenende dann extra das Schultor aufschließen, die Alarmanlage ausschalten, etc. Ich denke nicht, dass dies so einfach möglich ist, aber fragen könnte ich ja mal. Allerdings erwarte ich da keinen Erfolg...

    Hm ... so langsam habe ich das Gefühl, das ist so ein "mein-Problem-darf-keine-Lösung-haben"-Ding. Ob hier noch jemand die rettende Idee hat?

    Ich mein ja nur. Bevor du den Dienstherrn verklagst, was aussichtslos sein dürfte (aber halt: die Frage wurde ja gar nicht beantwortet, hm), vielleicht doch mal versuchen, einen anderen Weg zu finden. Ein Versetzungsantrag wäre ja auch eine Möglichkeit.

    Was den Immobilienerwerb angeht, da stimme ich dir zu: Schwierig. Aber mit etwas Geduld nach einer besseren Wohnung zu suchen sollte trotzdem eine Option sein.

    Mir ist Gleichberechtigung in meinem Unterricht ziemlich wichtig. Aus diesem Grund gendere ich auch tatsächlich in meinem Unterricht. Ich nutze dabei das Sternchen (Schüler*innen). Ich habe gemischte Reaktionen erhalten. Einige Schüler*innen haben es übernommen, andere hingegen beschweren sich. Insofern finde ich es interresant, wie denn andere Lehrkräfte damit umgehen.

    LG:)

    Lass dich nicht von den üblichen Stammtisch"witzchen" verunsichern, das ist hier halt so. Habe leider auch im Kollegium einige solcher Oberschlauen, die wissen, dass Frauen dieselben Rechte wie Männer haben und jede Benachteiligung ist eigene Schuld, schon klar. Ist halt nicht jeder woke :pfeif:

    Ich benutze auch meist das Sternchen und beim Sprechen rede ich meist von "Schülerinnen und Schülern" oder eben "Lehrkräften", soweit sich das durchhalten lässt.

    In der Informatik ist es manchmal schwierig, in Datenbank ein Feld mit "Schüler*innen" oder "Kund*innen" zu beschriften, geht halt nicht, der * macht Probleme. Also bleibt es doch meist bei "Kunde". Manchmal mache ich dann auch was konsequent weiblich, was aber dann durchaus zu Irritationen führt. So ist das nunmal.

    Im Studium (vor gefühlt 100 Jahren) haben wir mal ein Mathe-Infoblatt (von einem Professor, m, und einem Assistenten, m) bekommen, in dem konsequent von Studentinnen die Rede war. Dazu gab es eine Fußnote, dass damit die Studenten mitgemeint seien, aber da sie dies nicht gewohnt seien, gäbe es diese Erläuterung.

    Da kann man mal sehen. Heute heißt es "Studierende". Es findet sich für alles eine Lösung. Seitdem beobachte ich die Entwicklung interessiert, ohne mich über die immer anderen Ideen aufzuregen.

    Bei mir war der letzte Kurzeinsatz dieser Art die Zulassungskonferenz für die FHR-, AHR- und Techniker-Abschlußprüfungen. Als Klassenlehrer vorlesen das alle zugelassen sind, einmal das Konferenzprotokoll abzeichnen und nach nicht einmal 5 Minuten war ich fertig. Die komplette Konferenz für alle Abschlussklassen dauerte 12 Minuten.

    Genau. Zu so einer Veranstaltung bin ich auch schon eingeladen. Ich bin dann immer froh, dass ich jede Fahrt zur Schule mit dem Rad machen kann und mit irgendetwas Nützlichem verbinden kann. Dafür eine halbe Stunde über die Autobahn zu brettern fände ich auch gruselig. Irgendwie ist es bei uns aber inzwischen auch mega-pfui, so etwas via Videokonferenz zu machen.

    Ich kann auch nur aus eigener Anschauung bestätigen, dass diejenigen, die durchfielen, vorher durch konsequente Beratungsresistenz auffielen und sogar die geduldigsten Ausbildungslehrer zum Wahnsinn getrieben haben.

    Du übst doch vorher in den Unterrichtsbesuchen. Und hörst dir geduldig alle Verbesserungsvorschläge an. Und du kennst die Kinder. Und du möchtest diesen Job machen. Da kommt niemand und *will* dich durchfallen lassen.

    Schau dich im Lehrerzimmer um. Sitzen da nur Genies? Aber nein. Du schaffst das auch. Viel Erfolg!

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