Ja, habe ich bereits: Frauen sollten Vollzeit arbeiten oder die Care-Arbeit wirklich gleichberechtigt aufteilen. Ganz einfach. Und in Bildung investieren.
Nein, so einfach ist das eben nicht. Nicht jede/r kann/will studieren und selbst Studierte verdienen gelegentlich recht wenig oder sind gar arbeitslos. Nicht jeder ist tiptop gesund und hat tiptop pflegeleichte Kinder, die gerne den ganzen Tag in eine Einrichtung gehen und auch sonst keine Umstände machen.
Und dann gibt es - Vorsicht: Ironie! - so Mega-Trottel die andere Leute pflegen oder deren Häuser putzen oder Müll sortieren oder Sozialarbeit machen. Unbezahlt oder schlecht bezahlt. Wenn man sich all die schlecht oder gar nicht bezahlten Jobs wegdenkt, mit denen man sich die Knochen und/oder die Psyche kaputtmacht, dann liefe in diesem Land genau nichts.
Stattdessen wird auf Leuten rumgehackt, die angeblich alles falsch gemacht haben und am Ende mit nichts dastehen.
Ich empfehle Michael Sandel: "Vom Ende des Gemeinwohls". Leider habe ich es noch nicht gelesen, nur andere Bücher von ihm, aber ich hörte ein Interview mit ihm, bei dem es genau um diese Fragen geht. Das Geklatsche von den Balkonen während Corona schon vergessen?
Auf diesem Hintergrund fand ich den Anspruch auf einen freien Tag für die Hochzeit vermessen. Und dass man irgendwie heiraten "muss", weil man sonst auf Privilegien verzichtet - hallo? Gehts noch?
Von mir aus kann jede/r so aufwendig feiern wie er will, ich schrieb nur: Das ist nicht meins.