Doch, doch, in Bullerbü gibt es das auch
Nur zur Klarstellung: Ich halte Dorf und Kleinstadt nicht per se für Bullerbü. Das kenne ich durchaus auch anders. Ich nehme allerdings ein grundlegend anderes - hm, nennen wir es "Grundrauschen" wahr als in der Stadt. Was nicht heißt, dass die Leute insgesamt oder in jedem Einzelfall angenehmer sind als Städter. Natürlich gibt es auf dem Dorf Ausgrenzung und Mobbing der übelsten Sorte, das will ich gar nicht wegdiskutieren.
Ich will ersteres mal an einem Beispiel festmachen: Wenn ich beim Arzt bin, lese ich gern die Zeitschrift "Eltern" (die Alternative wäre das Fernfahrer-Magazin; ich nehme an, da arbeitet jemand seine unerfüllten Kindheitsträume auf). Und jedesmal denke ich irgendwann, dass diese Zeitschriften von Leuten geschrieben werden, die auf einem anderen Planeten leben - nämlich von hippen Großstädtern für (möchtegern-)hippe Großstädter. Ist ja auch logisch, Zeitschriftenredaktionen sitzen halt nicht in Friedberg oder Rottweil, sondern in München, Hamburg oder Berlin. Das gilt selbstredend auch für die mittlerweile Regalmeter füllenden "Land-irgendwas"-Blätter. Die liest der Dorfbewohner auch eher kopfschüttelnd.