Beiträge von fossi74

    man kann mit anekdotischen und gefühlten Evidenzen kommen, es gibt genug Studien dazu: Lehrämtler*innen sind (im Durchschnitt) überdurchschnittlich sesshaft und immobil. Grundschulleute noch weniger als Sek2-Leute.

    Das ist natürlich - jenseits des Anekdotischen - unbestritten. Ich würde sogar behaupten, dass ein signifikanter Anteil der zukünftigen Lehrer wenig bis kein akademisches Interesse für ihre Fächer aufbringen und insofern wenig Interesse am Studium an sich haben. Mit anderen Worten: Könnten sie an der Schule im Heimatort eine duale Ausbildung zur Lehrkraft machen, würden sie das tun. Auch das ist natürlich wieder anekdotische Evidenz, aber immerhin eine häufig gemachte Beobachtung während meines Studiums.

    Dann ist mir eine andere Lehrerkrankheit aufgefallen: Die unglaublich limitierte Mobilität. Wenn ich an meine Mitschüler aus dem Dorf in RLP denke haben die häufig in Mainz studiert und kamen als Lehrer zurück ins ursprüngliche Dorf. Während andere akademische Berufe Deutschland oder gar weltweit verteilt sind. (Ausbildungen bleiben eher im Radius bis 50km, aber dann ohne Umzug mit mehr Auto fahren

    Ich kann anekdotisch das Gegenteil berichten. Von den ca. 30 Leuten aus meinem Abijahrgang (insgesamt knapp 60), die noch oder wieder in Heimatnähe leben, ist kein einziger Lehrer. Allerdings sprechen wir vom erweiterten Einzugsgebiet von Frankfurt; es gibt unter meinen Mitabiturienten durchaus einige Pendler mit anspruchsvollen Jobs.

    Liebe Klara88, bitte nimm doch nun einfach mal folgende Tatsachen zur Kenntnis:

    1. Du glaubst, dass die hier vertretenen KollegInnen nicht über das von dir Berichtete urteilen könnten, weil sie es nicht selbst erlebt hätten. Das ist - wie dir vielfach versichert wurde - unzutreffend. Du bist neu im Schuldienst und kannst es dir vielleicht nicht vorstellen, aber bitte sei versichert, dass die von dir geschilderten Kennenlernrituale keineswegs so neu sind, wie du sie empfunden haben magst, sondern den meisten KollegInnen schon vor 20 oder mehr Jahren bei diversen Gelegenheiten begegnet sind.

    2. Es ist ebenso ein Fakt, dass es bei solchen Dingen unter Lehrkräften meist zwei Lager gibt: Die, die es lieben, sich dergestalt zu produzieren, und die, die es hassen. Letztere Gruppe scheint mir die Mehrheit zu stellen, während erstere das so gar nicht verstehen kann. Bitte wundere dich nicht über den Gegenwind, den du bekommst, wenn du in einem Lehrerforum nach Möglichkeiten fragst, so einen Senf auch noch kreativ auszugestalten.

    3. Du bis hier in einem Diskussionsforum, und zwar in einem dankenswerterweise sehr lebendigen. Es liegt in der Natur solcher Foren (noch dazu unter Lehrern!), dass eine eingangs einer Diskussion gestellte Frage zwar zunächst aufgegriffen und beantwortet wird (und ja - du hast zahlreiche sehr brauchbare Anregungen bekommen!), dass die Diskussion dann aber abschweift, sich auf Nebenschauplätze verlagert und schließlich das Ausgangsthema nur noch erahnen lässt. Beispiel gefällig? Dann schau dir mal die letzten Beiträge zum Thema "Ist die AFD eine demokratische Partei?" an.

    Der Unterhaltungs- wie auch der Nutzwert dieses Forums liegen in genau dieser Mischung. Wenn du nur eine Frage mehr oder weniger umfassend beantwortet haben willst und danach deine Ruhe möchtest, bist du - wie eingangs dieser Diskussion von mir schon einmal bemerkt - bei "gutefrage.net" wahrscheinlich besser aufgehoben.

    Wenn das doch für alle okay ist und ich ja schon geschrieben habe, dass das ganze schon vorbei ist.... warum lässt man dann den Beitrag nicht ruhen und schüttet weiterhin Lächerlichkeiten in den Beitrag hinein? Bitte immer alles lesen, bevor man sich hier äußert und mich verlinkt....!!!!

    Nein, so funktioniert ein lebendiges Forum nicht. Sorry.

    Hm, ich hätte jetzt auf die Wartburg getippt. Fraglich nur, ob dein Vater die 1963 besuchen konnte.

    OT: An einer meiner Schulen habe ich beim Ausmisten mal das "Aral Autoreisebuch DDR" von 1980 mitgenommen. Bis auf einige Hinweise zu Zwangsumtausch und Sachen, die man bei Ein- und Ausreise nicht im Kofferraum haben sollte (Antiquitäten, Devisen, DDR-Bürger) liest sich das wie ein völlig normaler Reiseführer. Wie viele "Wessis" das Buch wohl so genutzt haben?

    - Insofern: Wartburg 1963, sicher ungewöhnlich und eherschwierig, aber wahrscheinlich machbar. Oder ging das erst in den 70ern mit der Entspannungspolitik?

    Viele Lehrerarbeitszeitverordnungen gehen übrigens von wöchentlich 45 Stunden aus, wegen der eingerechneten Ferien.

    Hin Rhodos, hin Salat. Hab ich jetzt mal als Ergebnis der Autokorrektur stehen lassen, gemeint ist natürlich „hic Rhodos, hic salta“. Zitier mal bitte eine Lehrerarbeitszeitverordnung, in der das so steht.

    Geschichtlich bin ich nicht sonderlich belesen, glaube aber zu wissen, dass die "Deutsche Sprache" von einem gewissen AH durchgesetzt wurde. Zwar haben viele deutsche Dialekte regional überlebt, dennoch wurden viele Entwicklungen quasi ausgelöscht. Für mich ist das kein Grund zu feiern.

    Und wenn man dann noch bedenkt, dass die in gewissen Kreisen so beliebte Frakturschrift (sieht halt so schön altdeutsch-runenmäßig aus) ausgerechnet von den Nazis verboten wurde…

    Wie wäre es mit einem Hut?

    OT: So verzweifelt wie Websheriff nach einem noch gelungeneren Spruch bin ich übrigens permanent auf der Suche nach einem Sonnenschutz für den Kopf, mit dem ich weder aussehe wie ein Berufsjugendlicher (Basecap) noch wie ein Idiot (Sonnenhütle mit alberner Werbung drauf). Strohhüte stehen mir nicht. Momentan bin ich eher auf der Schiene "Berufsjugendlicher" unterwegs. Ideas, anyone?

    Der Dienstherr würde sich kaputt lachen.

    Nun, seien wir ehrlich: Er "würde" sich nicht kaputtlachen, er tut es permanent und mehr oder weniger offen.

    das Streiken an Tagen der Abiturprüfung würde lediglich dazu führen, dass dann die zentralen Arbeiten nicht genutzt werden können und alle streikenden Lehrkräfte nach Rückkehr erst mal selber Klausuren für die Nachschreiber erstellen dürfen.

    Müssen sie halt weiter streiken oder die Erstellung der Arbeiten den Beamten überlassen.

    Ich selber habe übrigens bereits einen "Streik" mit organisiert: die Aussetzung von Schulfahrten in Niedersachsen, als vor einigen Jahren die Unterrichtsverpflichtung erhöht werden sollte und ihr könnt mir glauben, dass das kein Spaziergang war, auch wenn es im juristischen Sinne kein richtiger Streik war.

    Erzähl doch mal. Da Schulfahrten ohnehin kaum (arbeits-)rechtlich sauber durchzuführen sind, sehe ich für deren Aussetzung eigentlich keine großartigen Hindernisse - ganz unpolemisch gemeint und ernsthaft gefragt.

    Sicherlich effektiv und zielführend ... aber auch ziemlich egoistisch.

    Warum egoistisch? In so einer Situation hätte der Arbeitgeber ja nicht einmal mehr die Chance, den Streik abzuwenden und die Folgen für die Schüler abzumildern. Der Streik zielt also auf maximalen, unnötigen "Schaden" ab. Unnötig.

    Moment, nur zur Klarstellung: Für die Vorwarnzeit von wenigen Minuten oder einen Streikbeginn während der laufenden Prüfung hat Platty plädiert, nicht ich. Von mir aus könnte man das schon Monate vorher ankündigen. Wobei: Ernstnehmen würde die Gegenseite das wohl tatsächlich erst, wenn es soweit ist. Insofern ist die Vorwarnzeit vermutlich egal.

Werbung