Beiträge von Eugenia

    Ich habe das neulich auf einer Familienfeier erlebt, da wurde eine Verwandte durch ähnliche Fragen "Na, hast du jetzt endlich einen Freund? Denkst du denn nicht langsam an Nachwuchs?" regelrecht in die Enge getrieben. Ergebnis: sie hat sich hochrot permanent gerechtfertigt, obwohl ja eigentlich die Fragenden eine Grenze überschritten haben. Im Nachhinein dachte ich: Warum nicht einfach sagen: "Entschuldige, das ist mir jetzt zu privat." und gehen. Dann zerreißen sich die Fragenden vll. kurz das Maul, suchen sich dann aber wahrscheinlich schnell ein anderes Ziel. Oder fangen mal an, in sich zu gehen...

    Kinderkonzerte sind angemessen. Das ist nämlich ein KIND. Er ist 9. Aber ich habe langsam das Gefühl, hier geht es nicht um Sachargumente, deshalb bin ich raus aus der Diskussion. Ich habe nichts übrig dafür, wenn man beim Thema Inklusion mit Scheuklappen stur irgendwelche Opferparolen und Anschuldigungen ohne Faktenbasis wiedergibt, ohne mal sachlich alle Seiten zu sehen und Kompromisse zu suchen, mit denen alle leben können.

    http://www.elbphilharmonie.de unter entdecken und mitmachen - regelmäßige Kinderkonzerte für alle Altersgruppen, Instrumentenwelt zum Anfassen und Ausprobieren, großes Kinderferienprogramm mit vielen Workshops, Konzerte speziell für Schulklassen. Da sollte sich für das Kind doch etwas finden lassen. Und die Preise sind auch noch erschwinglich. Es gibt sogar Konzerte für Kleinkinder und Babys mit Kissen, Decken, Wickelmöglichkeiten und extra auf sie abgestimmte Musik, hab ich sonst noch nirgends gesehen! "Konzerthaus für alle" muss nicht automatisch bedeuten: alle gehen immer in alles, sondern es kann auch heißen: wir bieten für die Bedürfnisse und Möglichkeiten eines breiten Publikums etwas an. Ich finde das Angebot beeindruckend und würde mir in unserer Region so etwas auch wünschen - vll. sollte die Mutter von Willi sich da mal erkundigen, bevor sie sich und ihr Kind von vornherein in eine Opferrolle bugsiert.

    Es lohnt sich übrigens, auch mal in die Leserzuschriften zu dem genannten Artikel hineinzulesen. Da schreibt jemand unter der Überschrift "Schlechte Recherche"sehr Interessantes, nämlich sinngemäß:
    1. Die Überschrift suggeriert polemisch, dass Willi nie in die Elbphilharmonie darf, was so nicht stimmt.
    2. Die Elbphilharmonie bietet eine Fülle von Veranstaltungen speziell für Kinder - Konzerte und Workshops zum Mitmachen und sogar Ausprobieren der Instrumente.
    Der Verfasser / die Verfasserin hat offenbar auch schon Kinderkonzerte miterlebt, bei denen nicht nur behinderte Kinder ungestüm reagierten und sich kein Mensch daran störte - im Gegenteil, das gehörte selbstverständlich dazu.
    Außerdem wird angeregt, doch mal nachzufragen, ob die Elbphilharmonie vll. auch auf Bedürfnisse von Kindern wie Willi eingehen kann oder Angebote hat, die sich da besonders eigenen.
    Aber stattdessen wird pauschal auf der Elbphilharmonie rumgehackt und ich werde den Eindruck nicht los, dass Willi hier irgendwo Mittel zum Zweck ist, um mal wieder auf den bösen elitären Kulturbetrieb hinzuweisen, der Behinderte angeblich ausschließt... Willi ist ein Kind. Er hat im Moment noch große Probleme mit der Affektkontrolle, vll. gibt es Hilfe, die ihn dabei in Zukunft noch besser unterstützen, aber muss man bis dahin unbedingt mit dem Kopf direkt durch die Wand und eine Institution und ihre Besucher vorverurteilen, ohne sich vorher genau kundig zu machen, welche Lösungen im Sinne aller es gibt?

    Ich finde diese Diskussion im Grunde völlig unnötig. Wenn ich mir Konzertkarten kaufe, dafür Geld ausgebe, den Weg auf mich nehme und ihn finanziere, dann will ich nicht, dass neben mir jemand permanent laut schreit und auf und ab springt, selbst wenn es aus Begeisterung ist. Inklusion ist wichtig - das bedeutet aber gegenseitige Rücksichtnahme und nicht "ich ertrage alles, weil ich jemanden um jeden Preis inkludieren will." Inklusion kann nicht heißen, dass ein Einzelner seine Interessen auf Biegen und Brechen durchsetzt und seine Bedürfnisse erfüllt bekommt und alle anderen einseitig Rücksicht nehmen müssen. Dass das Ganze sofort verquickt wird mit "Diese elitären Klassikfans sollen sich mal nicht so haben." finde ich ebenfalls daneben. Nehmen wir mal an, das Kind würde sich für bildende Kunst begeistern und im Museum sich so freuen, dass es immer alle Gemälde anfassen will oder Kunstgegenstände umwirft. Auch die plakative Überschrift, nach der Willi nie ein Konzert in der Elbphilharmonie hören wird, halte ich für unangebracht. Das impliziert ja, dass Willi nie in der Lage sein wird, seine Affekte mehr zu kontrollieren. Warum eigentlich nicht? Das Kind ist gerade mal 9 - auch Schwerbehinderte entwickeln sich weiter. Am meisten aber stört mich diese unsägliche Verquickung von

    1. Diese Elbphilharmonie ist ein total überteuertes Prestigeprojekt
    2. und natürlich werden dabei schon wieder mal Behinderte ausgegrenzt.

    Willi wird mit seinem Verhalten im Moment nicht nur in der Elbphilharmonie anecken, sondern in jedem durchschnittlichen Konzertsaal. Dass die Elbphilharmonie zu teuer war und Steuergelder auch sinnvoller hätten genutzt werden können, bleibt unbenommen. Aber das gilt für jeden - nicht nur für Willi. Mein Mann kann aus gesundheitlichen Gründen kein Schwimmbad besuchen. Am Ort wurde für viel Geld gerade das Schwimmbad saniert und er wird nie in den Genuss der Anlage kommen, wie es zur Zeit aussieht, obwohl er letztlich mit dafür bezahlt hat. Das ist so bei Steuergeldern, wirklich allen kommt nie alles zugute, auch wenn das im Idealfall wunderbar wäre.

    Also, ich habe den Thread nur überflogen, kenne die Rechtslage in Niedersachsen nicht und auf die Gefahr, dass ich mich unbeliebt mache: In diesem Fall würde ich als Schulleitung verlangen (und das durchaus im Einklang mit der hessischen Rechtslage), dass ein Ziel gefunden wird, bei dem eben alle mitfahren können. Der Ausschluss eines Kindes wegen ADHS geht gar nicht, und es heißt eben Klassenfahrt, weil dort die Klasse zusammen fährt.

    Was sollte das denn für ein Ziel sein, an dem die Problematik keine Rolle spielt? Das Hauptproblem scheint doch zu sein, dass der Schüler nicht hinreichend kontrolliert werden kann, ohne für sich und andere eine Gefährdung darzustellen. Das ist meiner Meinung nach weitgehend ortsunabhängig. Bei anderen Behinderungen lässt sich sicher durch eine Ortsveränderung etwas erzielen - Bergtour mit Rolli geht nicht, Städtetour sehr wohl. Wenn meine Schulleitung von mir "verlangen" würde, ein Ziel zu finden, an dem ein stark verhaltensproblematischer Schüler kein Problem darstellt, dann würde ich von meiner Schulleitung "verlangen", dass sie mir Beispiele nennt und dann auch als Begleitperson mitkommt. Ich habe schon erlebt, dass Schüler von Fahrten ausgeschlossen wurden, weil durch ihr vorheriges Verhalten deutlich wurde, dass sie nicht ausreichend auf Lehrerinterventionen reagieren und daher sich und andere gefährden. Und die Kollegin sagt ja, dass sie dringend eine Einzelbetreuung für das Kind benötigt. Ich habe auch schon erlebt, dass ein Reiseziel für eine Klassenfahrt nach einem Inklusionskind, dem besagten Rolli, ausgerechnet wurde, was allen Kindern der Klasse einleuchtete. Aber zu sagen "Wir fahren nicht nach Hamburg - sondern vll. nur 2 Ortschaften weiter ?! - weil das Verhalten von Schüler X so bedenklich ist, dass der Lehrer dafür im Grunde die Verantwortung ablehnen muss, wenn keine weitere Hilfe genehmigt wird" dürfte kaum anderen Kindern und Eltern zu vermitteln sein. Schon gar nicht im Nachhinein, wenn alles geplant war.

    Warum hat deine Schulleitung eigentlich deine private Mailadresse? Du hast doch offenbar ein Dienstpostfach - das reicht! Spontane Notenbegründungen lehne ich auch ab - egal ob in den Ferien oder außerhalb der Ferien. Und spontane "Tipps zur Notenverbesserung" auch. Wie die Lage sich für mich darstellt, ist deine Note ja bewerbungsrelevant und es besteht durchaus die Möglichkeit, dass dir von der Mutter aus allem, was du spontan äußerst, ein Strick gedreht wird, wenn die Punkte nicht reichen. Das kann rechtlich sehr unangenehm werden. Deshalb würde ich auch in diesem Fall weder der Mutter Noteninformationen über Mail noch telefonisch geben - sondern sie auf ein persönliches Gespräch nach den Ferien in der Schule verweisen. Noten per Mail zu verschicken ist ohnehin meiner Meinung nach eine datenschutzrechtlich zweifelhafte Sache. Nach den Ferien hat die Mutter sich vll. schon wieder etwas abgekühlt - und es ist deutlich, dass du kein Geschacher akzeptierst. Im Sekretariat würde ich ganz klar machen, dass du eine Weitergabe deiner Nummer nicht wünschst, und auf dein Dienstpostfach verweisen. Und ich würde mir auch nicht von der Schulleitung diktieren lassen, zu welchem Termin ich am Telefon parat stehen muss. Beratungspflicht und Transparenz unbenommen, du musst nicht jederzeit für jeden verfügbar sein.

    1. Wie viele Oberstufenkurse: Ich unterrichte zur Zeit 18 von 26 Stunden in der Oberstufe, davon 2 Kurse im Abijahrgang.
    2. Zweitkorrektur zusätzlich zu einem eigenen Abiturkurs: Kommt öfter mal vor, wird eigentlich nur vermieden, wenn es sich beim eigenen Kurs um einen Leistungskurs handelt, bei dem ja alle Schüler schriftlich Abi machen.

    Angesichts des von dir beschriebenen Förderbedarfs würde ich deine Schule wählen. Kollegenkinder unterrichtet man immer mal wieder - ist in den seltendsten Fällen ein Problem. Trennung privat / Schule ebenso, das ist am Anfang vll. ein Lernprozess, klappt aber sicher, wenn du konsequent bist. Für mich ginge hier die individuelle Förderung des Kindes vor und die Erreichbarkeit der Schule.

    Hier ein Artikel, der sich kritisch mit dem Experiment von Elliott auseinandersetzt und die Links zu den verschiedenen Versionen des Experiments bietet: https://susanna14.wordpress.com/2013/02/09/bla…n-jane-elliott/

    Ich finde die Frage "Wo kommst du denn her?" und die Bemerkung "Du sprichst ja gut Deutsch" in dem genannten Zusammenhang auch unpassend, allerdings finde ich es unglücklich, in diesem Kontext sofort das Adjektiv "arisch" zu verwenden, das die Fragenden in die nationalsozialistische Ecke steckt. Das angesprochene Problem kenne ich auch von Schülern, die ich unterrichtet habe. Manche äußerten wie Bolzbold, dass sie sich im Land des "ausländischen" Elternteils endlich nicht mehr als Ausländer fühlten - oder dass ihnen dort bewusst wurde, dass sie auch in dieses Land nicht gehören, weil sie dort als "Deutsche" angesehen werden. Ein schwarzer Schüler, der ein Jahr in den USA (Heimatland seines Vaters) zur Schule ging, berichtete danach, er habe dort erstmals einen ihm bisher unbekannten Grad von Rassismus erlebt. Und eine Schülerin, die ein Auslandsjahr in Großbritannien verbrachte, fand sich dort damit konfrontiert, dass andere Jugendliche sie als "Nazi" titulierten.

    Die 2 Wochen beziehen sich sicher auf Termine, die langfristig planbar sind (z.B. der erwähnte Kieferorthopäde). Akute Arzttermine kann keiner planen und es scheint ja, wie du schreibst, kein Bagatellbesuch zu sein. Sozialarbeiter oder Ähnliches ist bei so etwas unnötig - einfach den Klassenlehrer / Fachlehrer ansprechen, der befreit in solchen Fällen. Alles Gute!

    Du hast eine 8. Klasse in Mathe, von der 4-5 Schüler rumkaspern und die anderen ablenken und Schüler schreiben gern beim Nachbarn ab, statt sich selbst anzustrengen? Klingt für mich, ehrlich gesagt, nach einer normalen pubertären 8. Hast du dich schon mit dem Klassenlehrer oder anderen Kollegen kurzgeschlossen, die in der Klassen unterrichten? Berichten die Ähnliches oder bezieht sich das Verhalten nur auf Mathe? Das würde ich erst einmal machen, bevor ich nach 2 (!) Wochen ein Projekt mit offener Klassentür starte, das du als Neuling auch noch nicht überschaust (gibt es das bei euch schon, oder wäre das eine Neuheit?). Pädagogische Maßnahmen ergreifen, Eltern der Störenden informieren und wenn das nicht fruchtet, im Zweifelsfall überlegen, was zu tun ist. Und nicht gleich zur Schulleitung rennen, sondern erst einmal auf Kollegenebene das Problem thematisieren. Sonst schießt du vll. mit Kanonen auf Spatzen.

    Die Eltern der Schüler, die draußen arbeiten, können dir im Zweifelsfall auch einen Strick daraus drehen, dass in diesen Bereichen (Flur, Pausenhalle) kein konzentriertes Arbeiten möglich ist bzw. dass es mehr Ablenkungen gibt als im Klassenraum bei dauernder Anwesenheit des Lehrers. Bei uns verwenden auch einige Kollegen Flure, Pausenhöfe oder Pausenhalle ab und an als Erweiterung des Klassenzimmers. Folge in den meisten Fällen: Kollegenbeschwerden aus den angrenzenden Klassenräumen, weil die Schüler eben doch nicht konzentriert allein arbeiten, sondern zu laut sind o.ä. und anderen Unterricht damit stören. Das sollte man auch berücksichtigen. Abgesehen davon, dass ich keinen Schüler mit einem Tisch auf den Flur setzen könnte, weil es da bei uns extrem zieht und ab Herbst auch unangenehm kühl wird.

    Mir geht der Hut hoch, wenn ich morgens einen Kollegen putzmunter sehe, der sich dann für den Nachmittag abmeldet ("Mir ist nicht gut. Ich glaube, ich bleibe morgen auch noch zu Hause") und am folgenden Morgen die Krankmeldung für die nächsten zwei Wochen schickt.
    Mir geht der Hut hoch, wenn sich Kollegen - wenn ihnen in der Schule irgendwas nicht passt - direkt krankmelden.
    Mir geht der Hut hoch, wie gleichgültig manche Kollegen im Umgang mit Fehlzeiten sind. - Zu Lasten von anderen aus dem Kollegen.

    Es gibt natürlich Kollegen, die so etwas ausnutzen, diese Kandidaten sind meist hinlänglich bekannt. Allerdings sollte eine Schulleitung dann auch überlegen, warum das so ist. Es liegt nicht immer nur am Egoismus der Kollegen - sowas wächst und ist oft auch Folge einer schlechten "Unternehmenskultur". Wo Unzufriedenheit sich aufstaut und keine konstruktive Lösung gefunden wird, steigt der Krankheitsstand, das ist nachgewiesen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es bei der überwältigenden Mehrheit der Kollegen ein langer Weg ist, bis es ihnen wirklich "egal" ist, was in der Schule in ihrer Abwesenheit läuft. Wer aber schon weiß, dass hinter seinem Rücken auch von Schulleitungsseite abgelästert wird, weil er "krankmacht", wenn er sich krankmelden muss, dessen Motivation steigt ins Unermessliche! Morgens putzmunter, nachmittags schlecht - gibt's. Kommt auf den Einzelfall an. Krankmeldung für die nächsten 2 Wochen - muss erst einmal ein Arzt ausstellen, und da zu unterstellen, dass krankgefeiert wird, ist schon heftig. Mir geht übrigens zunehmend der Hut hoch, wenn Schulleitung sich beklagt, weil sie Schulleitungsaufgaben erfüllen muss, und dazu gehört das Vertretungsmanagement oder Mitarbeitergespräche, wenn wirklich etwas im Argen liegt. Die Formulierung, dass jd. die Schule "im Stich lässt" und nur mit Kollegen, die trotz Kinderkrankentagen in die Schule kommen, Arbeiten noch Spaß macht, finde ich ehrlich gesagt bedenklich.

    Ich saß heute auch von 7:30 bis 15:30 in der Schule, habe an 2 Nachmittagen keinen Unterricht - einer davon der Konferenzennachmittag, der in vielen Fällen auch belegt ist. Ich könnte niemanden täglich Mittags abholen, weil ich vor 13:00 Uhr nie Schulschluss habe. Dazu kommen ebenfalls Klassenkonferenzen, Besprechungen, AGs. Ich arbeite Vollzeit. Bei KollegInnen mit Teilzeit sieht das schon wieder anders aus, allerdings haben auch da etliche Nachmittagsunterricht. Geht sonst gar nicht. Vll. hat die Dame dieses Jahr einfach Glück mit dem Stundenplan oder es gibt aus Gründen, die ich nicht kenne, für sie eine besondere Regelung - allerdings hat die sicher nichts damit zu tun, dass sie Gymnasiallehrerin ist.

    Ich verstehe nicht, warum die Gymi-Lehrer hier so jammern - hallo, die Berufler nehmen nicht nur das Abi ab (was im Gym eben nur in einem Jahrgang vorkommt und folglich auch nur einen Bruchteil des Kollegiums treffen kann)

    Ich glaube, hier herrschen falsche Vorstellungen darüber, wie das Abi abläuft. In Hessen machen Schüler in 5 Fächern Abitur - 3 schriftlich, 2 mündlich oder besondere Lernleistung bzw. Präsentation. Bei Abijahrgängen von bis zu 120 Schülern an großen Gymnasien sind das 600 Prüfungen, die in einem Jahrgang über die Bühne gehen. Dazu kommen zusätzliche Prüfungen bei Wackelkandidaten oder Schülern, die ihre schriftliche Note im mündlichen noch verbessern wollen. Für eine Prüfungskommission im Mündlichen braucht man 3 KollegInnen, für eine schriftliche Prüfung Korrektor und Zweitkorrektor. Daran sieht man schon, dass das keineswegs nur einen Bruchteil des Kollegiums trifft. Gerade Deutschlehrer rotieren im Abitur massiv, weil in Hessen jeder Schüler durchs Deutschabitur muss. Bei uns gab es in diesem Jahr keinen einzigen Deutschlehrer, der nicht irgendwie im Abitur involviert war, auch im Aufgabenfeld II, das traditionell stark mündlich angewählt wird, mussten alle "ran". Und das oft neben dem normalen Unterricht, d.h. 1./2. Stunde Unterricht, dann 1,5 Stunden Abiprüfung, dann wieder normaler Unterricht. Da geht man am Schluss einfach nur noch auf dem Zahnfleisch. In Hessen werden zudem die Formalitäten, die bei mündlichen Aufgaben zu beachten sind, immer umfassender, der Regulierungswahn hat uns voll im Griff. Ich will keine Belastungen gegeneinander aufrechnen, aber ich finde, man sollte fair bleiben. Gymnasial-Lehrer jammern genauso wenig oder viel wie andere Kollegen - die Belastungen sind andere. Und vll. sollte man erst mal genau hinsehen, bevor man sich hier gegenseitig zerfleischt.

    Hallo,

    ich wüsste gerne, ob es Fristen gibt, wenn man gegen eine Abordnung Widerspruch einlegen will. Bei uns wird wohl wieder zum neuen Schuljahr abgeordnet und die Schulleitung teilte uns mit, man müsste sich innerhalb eines Tages entscheiden, dann gebe es keine Möglichkeit mehr zum Widerspruch. D.h. Kollege / Kollegin wird zur Schulleitung beordert, bekommt mitgeteilt, dass er / sie abgeordnet werden soll und muss sich am nächsten Tag definitiv festlegen, ob er zustimmt oder widerspricht. Ist das Vorgehen so korrekt? Man müsste doch wenigstens die Möglichkeit haben, familiäre Fragen zu klären oder sich im Notfall rechtliche Beratung zu holen, oder? Auf mich wirkt das etwas nach "Pistole auf die Brust gesetzt" und überrumpelt.

    Grüße Eugenia

    Nach dem Ende der Schulzeit ist ein ehemaliger Schüler kein Schüler mehr und ich bin nicht mehr seine Lehrkraft, ob man sich dann privat trifft oder nicht ist aus meiner Sicht Privatsache. Eine meiner Mitschülerinnen aus der Schulzeit hat damals sogar unseren Deutschlehrer geehelicht. :) Es gibt ehemalige Schüler, zu denen ich noch nach Jahren häufig Kontakt habe, andere habe ich seit dem Abitur nie wieder gesehen. Es spricht für mich auch grundsätzlich nichts dagegen, sich 1:1 mit Ehemaligen zu treffen - ich gehe nicht davon aus, dass hier ein hemmungsloses Besäufnis oder der Besuch zwielichtiger Lokale gemeint ist ^^. Probleme hätte ich allerdings, wenn wie hier noch während der Schulzeit, wenn das Abhängigkeitsverhältnis besteht, für später etwas ausgemacht wird, um für dienstliche Aufgaben zu danken. Das würde ich dem Schüler genau so erklären, du würdest dich sonst dem Verdacht der Vorteilsnahme aussetzen und auch ihn in eine problematische Lage bringen, die er sicher nicht beabsichtigt. Die Ablehnung seiner Einladung würde ich allerdings freundlich formulieren und keineswegs so harsch wie hier z.T. vorgeschlagen, und hinzufügen, dass du dich über eine Nachricht freuen würdest, ob es mit dem Stipendium geklappt hat. Ich sehe hier auch keinen Rollenkonflikt und glaube nicht, dass der Schüler sich dabei etwas Schlechtes gedacht hat, weshalb ich auch der Meinung bin, die ganze Sache wird hier doch etwas zu hoch gehängt.

    Hallo,

    ich sehe das wie du. Wenn die Schulleitung Beschwerden über die Dienstausübung einer Lehrkraft hat, ist es ihre Aufgabe, die Lehrerin anzusprechen. Schulleiter schieben so etwas manchmal gern auf den Personalrat, aber es ist aus meiner Sicht nicht dessen Aufgabe. Abgesehen davon: ist die Kollegin wirklich säumig? Da hätten wir wieder das alte Problem, ob man Erkrankungsphasen mit Material vorarbeiten muss.... Aber das ist eine andere Baustelle.

    LG Eugenia

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