Beiträge von shells

    1 und 3 auf jeden Fall ja, bei 2 bin ich noch unsicher.


    Was aber an Politikeransagen kommt, wenn es denn kommt, ist auch schon klar:

    Damit haben wir nicht rechnen können ...

    Das hat uns alle überrascht ...

    Dass die Lage so dermaßen außer Kontrolle geraten würde, war unvorhersehbar ...


    same procedure as last year (und vlt bald every year)


    Oder, man zieht die Durchseuchungsschiene halt knallhart durch, Gefahr ist nur, dass dann reihenweise auch die Lehrer infiziert werden und die Unterrichtsversorgung nicht mehr garantiert werden kann (ist ja in manchen Schulen in Deutschland schon tw soweit).

    Im Moment mein ich, sind wir in der "wir schauen mal, was geht (also, bei den anderen, nicht bei uns)"- Politiker-Phase.

    Nicht grad ein Anlass zur Zuversicht in meinen Augen^^

    Lasse mich nächste Woche boostern (die zweite Impfung ist dann fünf Wochen und einen Tag her).


    Bin mal gespannt, was dann verimpft wird. BionTech hatte ich super vertragen, Moderna hat bei so ziemlich allen, die ich kenne, ziemlich reingehauen ... naja, mal sehen.


    Möchte noch kurz etwas sagen, zu diesem Aspekt "wir können gar nicht mehr anders, als Covid endemisch werden zu lassen".



    Tja nun .. schön, wenn das funktionieren würde. Habe da aber wirklich große Bauchschmerzen. Das ist in meinen Augen ein echt waghalsiges Roulettespiel und die mehr oder minder unkontrollierte Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen in meinen Augen unverantwortlich.

    Was so frustrierend ist: Über eine ausreichend hohe Impfquote wäre das Ding zumindest in den westlichen Ländern schon unter Kontrolle.

    Aber, nein, Recht auf Impfverweigerung und so ...


    Bin ziemlich frustriert und deprimiert im Moment, muss ich sagen.

    Es wurde wirklich schon ganz, ganz häufig und auch von Leuten, die sich echt auskennen (Drosten und so ...) erklärt, dass der Antikörper-Titer speziell bei dieser Impfung nicht aussagekräftig ist. Dein Vater weiss also gar nichts über seinen Immunstatus.

    Leider in Bezug auf Delta so nicht ganz korrekt.

    Zum Schutz vor Delta ist wohl tatsächlich die Anzahl der AKs entscheidend, da Delta die sekundäre Immunantwort austrickst (vermehrt sich zu schnell, bevor die Gedächtniszellen anspringen.)


    Daher, bei bekannt zu niedrigem AK-Status, unbedingt boostern lassen!

    Ich hatte auch mal eine OP vor über 10 Jahren, die Diagnose steht immer noch drauf. Oder dass ich eine Fußfehlstellung habe, wegen der ich ab und zu Einlagen bekomme. Oder meine Migräne... Das alles und noch viel mehr steht auch auf der Rechnung, wenn ich z. B. wegen einer Bronchitis beim Arzt bin.

    Das ist ja eigenartig. Vielleicht ein Fehler bei der Abrechnung/in der Software?


    Habe nochmal den Eingangspost gelesen, anscheinend ist das mit den Hausärzten ein Verschreiber und es gibt tatsächlich nur eine Ärztin.

    Vielleicht ist das bei der auch so, dass sie einfach alles, was sie jemals auf Verdacht diagnostiziert hat, dann dort einträgt?


    Korrekt wäre das doch dann aber nicht, oder?

    Ich dachte immer ein Inhaltlicher Diskurs bezieht sich auf Inhalte und Argumente und nicht darauf was irgendjemand als "nicht sagbar" definiert oder welchen Dritten das gefällt oder nicht.

    Stimmt, aber mit dieser Aussage ging es mir darum, ein höfliches Diskussionsverhalten (und damit überhaupt eine Diskussion) zu ermöglichen. Wenn jemand sowieso schon sehr aufgebracht ist, weil er z. B. denkt, andere Diskussionsteilnehmer würden annehmen, eine Impfung schütze immer vor Infektion, dann ist es meistens besser, auf einen Nebenaspekt hinzuweisen um dem Gegenüber die Möglichkeit zu geben, seine Aussage zu konkretisieren (bzw. zu berichtigen). Damit ist dann auch dem inhaltlichen Diskurs geholfen natürlich.


    Hat aber trotzdem nicht viel gebracht, in dem Fall, leider^^

    Antimon, reg dich doch nicht gleich so auf.


    Natürlich schützt die Impfung auch (!) bis zu einem gewissen Maße vor Infektion. Das muss man doch überhaupt nicht mehr diskutieren?


    Zitat

    Konzeptionell muss verstanden werden, dass die COVID-19-Impfstoffe zumindest einen Teil ihrer Wirkung dadurch erreichen, dass sie das Spektrum der Erkrankung von schweren Krankheitsausprägungen (Tod, intensivmedizini-sche Behandlung, Hospitalisierung) in mildere Aus-prägungen (mild symptomatisch und asymptoma-tisch) verschieben, bei gleichzeitiger deutlicher Reduktion der Gesamtzahl an PCR-positiv geteste-ten Personen6 (s. Abb. 1).

    https://edoc.rki.de/bitstream/…df?sequence=1&isAllowed=y


    Und genau darum geht es doch: Die Gesamtzahl an C.positiven kann durchs Impfen vermindert werden. Und je weniger positiv, desto weniger können das Virus weitergeben, desto weniger positiv etc. etc.


    Dass (auf den Einzelfall bezogen) eine Impfung keinen Schutz vor Infektion garantiert, darüber sind wir uns doch alle einig.

    Verstehe schon mal grundsätzlich nicht, wie man mehrere Hausärzte haben kann ... und dieses eventuelle Verklagen der Hausärztin (klingt ja schon ein bisschen gruselig, fast nach Erpressungsversuch) liest sich für mich einfach nur creepy.


    Vielleicht erstmal checken, ob das einfach nur Verdachtsdiagnosen sind: Wenn du zum Arzt gehst und erzählst, was dir alles wehtut oder auch nicht, muss er ja zunächst mal etwas vordiagnostizieren. Das Entscheidende ist, ob du die Krankheit dann immer noch hast.

    Bei einer "chronischen Nebenhöhlenentzündung" hättest du diese ja jetzt auch noch, mit entsprechenden Beschwerden und entsprechender Therapie. Wenn nicht, hat sich die Sache erledigt.


    Wenn es dich so beschäftigt, suche eben noch einmal das klärende Gespräch mit deiner Hausärztin (ohne Drohungen mit Paragraphen). Bin sicher, damit wird sich die Angelegenheit leicht klären lassen.

    Diese Fälle werden selbstverständlich mit der Zeit zunehmen, die Impfung schützt einfach *nicht* vor einer Infektion. Das ist halt eine Tatsache.

    Wäre vorsichtig mit solchen Aussagen, denn damit spielt man Impfgegnern in die Hände. Nicht zu hundertprozent, klar, aber eben noch sehr gut messbar. Sieht man jetzt ja in Israel, nach Verabreichung der dritten Dosis.


    Womit wir wieder beim "moralisch-überlegenen", oder auch einfach vernünftigem Fazit wären: Impfen, so rasch und so viele Personen wie möglich, und weiter Maske tragen (vor allem in der Schule), um die, die (noch) nicht geimpft werden können, zu schützen.

    Ich sage ja nicht, dass das Verständnis gar nicht vorhanden wäre. Aber es reicht, wenn ein oder zwei SuS dies "nutzen", um Stimmung gegen den L zu machen.

    Da müsste dann aber mE auch mal eine klare Ansage/Statement der Schulleitung her, gegenüber Eltern, Schülern bzw. beiden.


    Die Schüler können froh sein, dass du sie unterrichtest, sonst würden evtl diese Fächer einfach ausfallen.

    Habt ihr einen Personalrat, mit dem du über dieses Phänomen/Problem sprechen kannst?


    Dass es nicht "gern gesehen" wird, wenn man sich als Seiteneinsteiger/fachfremder Lehrer etc. outet, finde ich total daneben.

    Da muss eine ganz andere Kommunikationsstrategie her.

    Gerade als Seiteneinsteiger bringt man doch zahlreiche Zusatzkompetenzen mit, von denen die Schüler profitieren.

    Meint ihr, ich sehe das zu naiv, positiv, blind?

    So würde ich das nicht formulieren: Würde eher sagen, du siehst das (meiner Meinung nach) zu optimistisch.

    "Naiv" finde ich in diesem Zusammenhang zu abwertend und die Sichtweise wäre es nur, wenn offensichtliche Warnzeichen und wissenschaftliche Fakten übersehen worden wären - z. B., wenn sog. "Querdenker" der Ansicht sind, Corona sei nur ne Grippe und mit einem gesunden Immunsystem sei das leicht zu packen.

    Nun ist es aber so, dass seit Beginn der Pandemie ständig das Narrativ (auch immer wieder gegen warnende Stimmen) bedient wurde, Covid sei für Kinder nicht zu gefährlich (ganz zu Anfang war es sogar so, dass hartnäckig behauptet wurde, Kinder würden sich nicht anstecken und auch nicht das Virus verbreiten etc., obwohl bereits da - Anfang 2020 - die Ärzte in den Kliniken Italiens ganz andere Beobachtungen gemacht haben.)

    Im Übrigen ist ja in der öffentlichen Wahrnehmung schon allein durch die Begriffsformulierung der Kern dafür angelegt, eine Covid-Infektion tendenziell als eher zu harmlos (wenn wenige Initialsymptome) als zu gefährlich zu betrachten, und zwar, indem man von Beginn an zur Beschreibung dafür die Wörter "milder Verlauf" und "genesen" verwendet hat.

    Kein Mensch hat davon gesprochen (oder tut es jetzt), dass Covid-Infizierte wenige Initialsymptome haben (was zumindest in der Wahrnehmung nicht ausschließt, dass Langzeitfolgen auftreten können), oder "genesen" mit "kein Virus mehr nachweisbar im Rachenabstrich" gleichgesetzt (und auch da wäre zumindest theoretisch klar, dass genesen nicht automatisch als Synonym für gesund angenommen werden kann).

    Hat man nun aber nicht gemacht, und wenn Abend für Abend die neuen Coronazahlen und Dashboards in den Nachrichten vorgelesen werden, erfährt ganz Deutschland, dass so und so viele genesen sind; dass es so und so viele Fälle auf den Intensivstationen (vergleichsweise sehr wenige) und so und so viele einen "milden Verlauf" haben (vergleichsweise sehr viele). Das macht natürlich etwas mit der öffentlichen Wahrnehmung und auch mit der individuellen Gefährdungsbeurteilung der Situation durch den Einzelnen.


    Denke, das wird in einigen Jahren, wenn man historisch auf die Covid-Pandemie zurückblickt (oder, je nachdem, auf die Anfangszeit) auch als Fehler eingestuft werden, dass man so eine ungenaue Terminologie verwendet hat (aber auch erklärbar, wir hatten/ haben ja keine Erfahrungen damit).


    Verständlich ist es natürlich, dass man sich wünscht (und es besteht ja durchaus auch eine gute Chance), dass eine Covid-Infektion für Kinder unproblematisch verläuft (vor allem vor dem Hintergrund, dass innerhalb der nächsten drei Monate sich die allermeisten ungeimpften jetzt infizieren werden).

    Aber ob das eine Sichtweise ist, die tatsächlich die Realität abbildet? Ungewiss.

    Ich würde eher sagen, nein.
    Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass Covid auch (von Betroffenen ganz unbemerkt) zu Organschädigungen führen kann, die erst in Jahren, vielleicht auch Jahrzehnten sich in ihrer Auswirkung zeigen.

    Heute erst wieder hat die NYT einen großen Artikel darüber gebracht, dass eine "milde" Infektion zu langfristigen Nierenschäden führen kann, die die Lebensdauer der Nieren verkürzen kann. (ich verlink den Artikel auch gleich im Faktenthread)

    Möchte man wirklich gesunde Kinder dem Risiko aussetzen, in ein paar Jahrzehnten vorzeitig dialysepflichtig zu werden? Ich würde das klar verneinen, und zwar auch dann, wenn es ich "nur" mal wieder um die vielzitierten Einzelfälle handelt.

    Das Risiko ist in meinen Augen viel zu groß.

    Problem: Dann wird man eben gern wieder in die "Panikmache"-Schublade gesteckt. Kein Mensch kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, welche Folgeschäden Kinder durch eine Covid-Infektion davontragen. Kann statistisch gesehen sich im Rahmen anderer Infektionskrankheiten des Kindesalters bewegen; kann aber auch ganz anders sein. Natürlich hofft man auf die erste Möglichkeit. Aber ob man damit auf das richtige Pferd setzt, das weiß niemand.


    "There is no glory in prevention", galt vor einem Jahr, gilt nach wie vor.

    Ach, das ist wieder die tolle Klausel aus der S3-Leitlinie des Bildungsministeriums:

    Eltern dürfen das Kind in die Schule schicken, wenn die Eltern der Auffassung sind, die (leichten oder leicht mittelschweren; Interpretation hier natürlich total offen) Erkältungssymptome ihres Sprösslings seien nicht auf eine Covid-Infektion zurückzuführen.


    Zitat

    Schüler*innen mit Rhinorrhoe (laufender Nase) oder verstopfter Nasenatmung (ohne Fieber), gelegentlichem Husten,

    Halskratzen oder Räuspern, die gemäß der Beurteilung eines Elternteils oder Betreuenden nicht auf eine beginnende

    akute Atemwegsinfektion hinweisen, sollten weiterhin regulär an Präsenzunterricht teilnehmen.

    https://www.awmf.org/uploads/t…in_Schulen_2021-02_01.pdf


    Na dann, kann ja nix mehr schiefgehen. Wenn die Eltern das so meinen, dann muss es wohl so sein. :aufgepasst:

    Das Absurdeste, was ich in diesen Tagen dazu gelesen habe:

    Schüler brauchen diese Tests, die für die Erwachsenen nicht gelten, nicht machen.

    Begründung:

    In der Schule werden die Schüler ja oft getestet.

    Wenn Ferien sind, gilt diese Regelung weiterhin (hat das Gesundheitsministerium ausdrücklich auf Nachfrage verwunderter Bürger klargestellt).


    Am ersten Schultag sammeln sich also alle über Wochen Ungetesteten dann zum fröhlichen Superspreader-Event (Test im engen Klassenzimmer; maskenlose Begrüßungsküsschen und Umarmungen vor und dem Unterricht).

    Bin jetzt schon gespannt, wie viele positive Ergebnisse wir beim ersten Test haben werden und wie die Quarantäneregelung dann sein wird.

    Mein Tipp: Ergebnisse im zweistelligen Bereich; in Quarantäne werden nach dem politischen Willen nur noch Sitznachbarn gehen.

    Mir ist jetzt schon übel.

    #shells

    Ich hätte Interesse an dem von dir genannten Link.

    na klar, gern ;)


    zum Überdauerungspotential im Darm bei Kindern:

    https://translate.google.com/t…5%82%B3%E6%92%AD%E8%80%85

    (ist ein chinesischer Artikel, mit Translator übersetzt, dazu gibt es aber auch eine Originalstudie, die ich noch raussuche)


    dann zum Überdauern von Sars-CoV-2 im Nervengewebe:

    https://stm.sciencemag.org/content/13/596/eabf8396

    (leider nur das Abstract, der FullText ist anscheinend jetzt nur noch mit Account nachweisbar)

    Damals habe ich ihn aber gelesen, und das Virus war bis zu 6 Monate noch nachweisbar (und zwar kein totes Virusmaterial, sondern replikationsfähiges). Mache mich gleich nochmal auf die Suche, vielleicht finde ich den Full Text verlinkbar auch noch woanders ;)


    Es gibt auch noch relativ eindrückliche Studien zu Schädigungen des Gehirns durch Sars-CoV-2.

    Deepti Gurdasani hat das sehr gut zusammengestellt, man findet das auf Twitter, ich verlinke einfach mal:

    Externer Inhalt twitter.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Eine ziemlich interessante Arbeit, wie Sars-CoV-2 imstande ist, im Darm anzudocken, ist auch diese hier (Achtung lang, aber es gibt auch eine sehr interessante Grafik, die die Mechanismen zeigt):

    https://www.nature.com/articles/s41575-021-00416-6

    Ich finde die Diskussion um Kinder ehrlich gesagt etwas merkwürdig.


    Letztes Jahr wurde doch argumentiert, dass die Schulen dicht gemacht werden sollen, weil die Kinder das in die vulnerablen Gruppen tragen. Nun ist das Hauptargument die potenzielle Gefahr für Kinder und die Risikogruppen sind aber durchgeimpft. Schnalle ich nicht, warum wird so denn erst dieses Jahr argumentiert? Bei Delta ist, so wie ich das sehe, die Viruslast höher und die Variante ist infektiöser. Aber gefährlicher als der Wildtyp Ist die Mutation doch nicht rein von den Symptomen betrachtet, oder? Und gefährdete Kinder konnten sich schon immer impfen. Warum der ganze Bohei noch?

    im letzten Jahr ist man (zumindest am Anfang der Pandemie) noch davon ausgegangen, dass es ein respiratorisches Virus ist, das v. a. für Ältere und Risikogruppen eine große Gefahr sein kann, da es die Lunge angreift, welche so stark geschädigt wird, dass durch Sauerstoffmangel dann eben auch die anderen Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, was dann dann im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

    Erst nach und nach wurde deutlich, dass Sars-Cov-2 eben kein typisches respiratorisches Virus ist, sondern auch andere Organe direkt befällt, Nieren, Nervensystem etc.

    Das ist eine ganz neue Dimension.

    Kann mich noch gut erinnern, als diese ganzen Studien dazu rauskamen, unter anderem die, in der man das Virus noch nach bis zu zwei Monaten nach Erstinfektion im Darm nachgewiesen hat (mittlerweile gibt es solche Darstellungen auch Befall des Gehirns, auf Wunsch verlink ich) . Ein Virus, mit einem derartigen Überdauerungspotential und einem multi-Angriffsmechanismus, das spielt einfach in einer anderen Liga.

    Auch war damals das Phänomen des Long-/Postcovid überhaupt noch nicht bekannt; und ja, das betrifft auch Kinder; und das ist für die Familien unheimlich belastend. Kein Mensch kann ihnen sagen, ob und wann ihr Kind wieder vollständig gesund wird.


    In der Schule haben wir übrigens anfangs auch viel drüber gesprochen, und ich weiß noch, dass alle Kinder unglaublich diszipliniert ihre Masken getragen haben, eben weil sie nicht wollten, dass sie Oma und Opa anstecken.

    Das war teilweise rührend zu sehen.

    Und jetzt, nachdem sie sich alle (gerade Kleinsten) die ganze Zeit so angestrengt haben, versucht haben, so gut es ihnen möglich ist, bei der Eindämmung des Virus mitzuhelfen, sollen sie einfach durchseucht werden? Sie werden nicht gefragt, ob sie das möchten, und selbst wenn sie zustimmen würden, könnte ihnen niemand die Unversehrtheit bei diesem Prozess garantieren.



    Das finde ich (eigentlich habe ich keine Worte dafür) - sagen wir einfach mal "unverantwortlich" (kann sich ja jeder selbst überlegen, was für eine solche Vorgehensweise der treffendste Begriff wäre).



    Und noch einmal zu: "Was soll das Theater, wer will, kann sich doch einfach impfen lassen, Pandemie damit für die, die nach den Regeln spielen, damit beendet" - nein, so einfach ist es nicht.

    Kinder unter 12 können (noch) gar nicht geimpft werden, und bis es soweit ist, hat Delta sie schon erwischt und:

    Auch als Geimpfte(r) kann man sich mit dem Virus infizieren (wie von einer Kollegin im NRW-Thread grad eindrücklich beschrieben), und das natürlich besonders gut im Umfeld Schule, da dieses aufgrund der fehlenden Schutzmaßnahmen geradezu die massenhafte Infektion der Kinder (auch der Lehrer, aber vor allem der Kinder) herausfordert.

    An welcher Stelle habe ich behauptet, Corona sei für Kinder harmlos? Bitte beleg deine Behauptung doch einmal.

    Hast du nicht, wo hätte ich das gesagt?


    Meine Aussage war:

    Wenn (!) man der Meinung ist, eine Infektion mit dem C.Virus, rsp. der Deltavariante, wäre für Kinder harmlos, könne man einer Durchseuchung zustimmen.

    Wie man sich positioniert, entscheidet jeder selbst. Wie dein Standpunkt dazu ist, weiß ich leider nicht.

    Schau mal hier:

    https://www.gew-hessen.de/aktu…ona-faq/corona-faq-schule


    In Hessen strebt man neuerdings kein generelles Beschäftungsverbot mehr für Risikogruppen und Schwangere an. ABER: Es muss ein Gefährdungsbeurteilung erstellt werden. Gibt es die nicht, dürfen Schwangere nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden.


    Diese Gefährdungsbeurteilung dürfte heikel werden (und auch bestimmt juristisch angreifbar), wenn die altersabhängigen Inzidenzen weiter so stark steigen.

    Ist sie einem Berufsverband? Kann sie sich deine Freundin da evtl beraten lassen?

    Wenn sie noch ungeimpft oder auch nur teilgeimpft ist, ist die Gefährdung sicher zu hoch.

    Auch, wenn sie noch andere Risikofaktoren geltend machen kann (in einer Schwangerschaft kann da ja einiges auftreten).

    Im Zweifelsfrei würde ich eben ein ärztliches Attest einholen.


    Alles Gute für deine Freundin!


    Shells, ich bin weder blauäugig noch färbe ich etwas schön, sondern ich bin realistisch. Dein Geseufze überzeugt in keinster Weise.

    Im Zweifelfall muss das jeder für sich selbst entscheiden: Ist eine Infektion etwas Erstrebenswertes oder nicht?

    Jeder, der nicht geimpft ist, wird sich mit nahezu 100prozentiger Wahrscheinlichkeit mit Corona infizieren (es sei denn, man lebt als Eremit im Wald, aber das kann man von Schulkindern im westlichen Bildungssystem wahrlich nicht behaupten).


    Willst du das - für eigene Kinder, für die dir in der Schule anvertrauten Schützlinge? Ich nicht.

    Wenn man die Ansicht vertritt, C. wäre harmlos für die Kids, klar, dann hat man natürlich eine andere Perspektive auf das Thema.


    In meinen Augen jedoch ist die Durchseuchung der Kinder keine (!) Option; das Datenmaterial, das uns vorliegt, spricht klar dagegen.



    Vielleicht, um die Perspektive noch einmal geradezurücken: In den Schulen haben wir eine Impfpflicht gegen die Masern. Die Masern können in sehr wenigen Einzelfällen eine tödliche Krankheit auslösen, vor allem bei sehr jungen Kindern, die in mehreren Jahren zum Tode führt. Es gibt dagegen keine Behandlung.

    Auch bei Corona haben wir es mit einem neurotropen Virus zu tun - das in sehr wenigen Fällen das Nervensystem irreversibel befällt.

    Ich finde, als Gesellschaft ist es unsere Pflicht, die Kinder zu schützen. Man kann hier auch nicht auf das sogenannte "allgemeine Lebensrisiko" abzielen, da dies eine Infektionskrankheit ist, die mit den entsprechenden Maßnahmen vermieden werden kann.
    Jedes tote oder chronisch kranke Kind ist eines zu viel!

    Die wichtigste Aufgabe ist damit nun einmal, so viele Infektionen wie möglich unter den Kindern zu verhindern. Dafür gibt es jede Menge Möglichkeiten, und ich finde es sehr schwierig, wenn die öffentliche Debatte hier ständig polemisiert und (in meinen Augen zumindest) verharmlost.

    Womit wir wieder bei den unterschiedlichen Sichtweisen wären.

    Findest du das nicht leicht übertrieben? Unsere SuS werden zweimal die Woche getestet, viele lassen sich impfen, warum solltest du dann die am meisten gefährdetste Gruppe sein vor Ärzten, die tagtäglich am Patienten arbeiten, keinen Abstand halten können, möglicherweise bereits Infizierte behandeln?

    Ganz einfach:

    Wenn du zum Arzt gehst, wird peinlich genau darauf geachtet, dass du symptomlos bist. Außerdem ist das Tragen einer FFP2-Maske (die in ihrer Filterleistung weit besser ist als eine OP-Maske oder gar Stoffmaske) Pflicht. Zudem ist die Untersuchung durch den Arzt von kurzer Dauer (Expositionsrisiko), der Behandler achtet außerdem natürlich darauf, dass die entsprechenden Hygienemaßnahmen penibel eingehalten werden.

    Als Lehrer werden wir in den kommenden Monaten inmitten der Delta-Pandemie (kommende, noch ansteckendere Varianten nicht mitberücksichtigt) unsere Zeit stundenlang mit sicherlich auch unentdeckten infizierten Schülern in engen und schlecht belüfteten Klassenräumen verbringen, einzige Sicherheitsmaßnahme: Lüften. Wenn man erlebt hat, wie Kinder Masken tragen, wie gut bzw. schlecht sie imstande sind, einfache Hygieneregeln zu befolgen (schon allein deshalb, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen und z. B. schon allein aufgrund von Platzmangel Abstände nicht eingehalten werden können), dem dürfte wohl schnell klar sein, dass das tatsächlich einfach nur schiefgehen kann, vor allem, wenn jetzt nicht deutlich viel mehr Jugendliche (und natürlich auch die Kinder möglichst schnell !), durchgeimpft werden. Was das Testen anbelangt, sind die Antigen-Tests viel zu unzuverlässig. PCR-Tests wären gut, sollen wohl auch kommen. Wir werden sehen.


    Die momentane Situation ist, vorsichtig ausgedrückt, bislang angesichts der drohenden vierten Deltawelle allerdings eine präventionsmedizinische Katastrophe (natürlich und insbesondere auch für die ungeimpften Kids!).

    Jede andere Sichtweise ist mMn blauäugig und Schönfärberei.

    Man sehe sich dazu nur einmal die altersabhängigen Inzidenzen bei den Kindern und Jugendlichen an, dreistellig oft, und das, obwohl die Schule in manchen Bundesländern gerade erst, bzw. noch gar nicht begonnen hat.


    Was ich dabei am traurigsten finde: Als Lehrer kann man wenigstens noch versuchen, sich einigermaßen zu schützen, durch das Tragen einer FFP2-Maske. Die Kleinen haben diese Möglichkeit nicht, das wird in der Diskussion völlig ausgeklammert. Wie soll ihr Schutz gewährleistet sein, mit zerfusselten OP-Masken, Maskenpausen im Klassenraum, keinerlei Impfschutz unter 12 und bei den Älteren bislang nur 20 Prozent? In meinen Augen mehr als unverantwortlich, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Kinder noch nicht die geistige Reife sowie die Möglichkeit haben, zu entscheiden, ob sie mit einem neurotropen Virus durchseucht werden möchten oder nicht.

    Was ist mit Booster Impfung für Risikolehrkräfte? Es verdichten sich Hinweise, dass für die Deltavariante der Impfschutz nach sechs Monaten deutlich schwächer wird, so dass ich mir für Dezember spätestens Januar eine dritte Impfung vorstellen kann. Die Quote infizierter Kinder in Quarantäne ist bei uns nicht gerade niedrig. Insoweit habe ich wirklich Angst und müsste mir sonst überlegen Ende des Jahres erneut einen Antrag zu stellen, mich aus dem Distanzunterricht herauszunehmen.

    Nicht nur für Risikolehrkräfte, für alle (doppelt) Geimpften sollten die mMn so schnell wie möglich angeboten werden.

    Schätzungsweise ist man als Lehrer in den kommenden Monaten sowieso als Berufsgruppe am gefährdesten (wsl noch vor Ärzten).

    Heute morgen habe ich erst einen Artikel gelesen, in welchem es um einen 36-Jährigen Schulcoach (voll geimpft) aus USA ging, der sich kürzlich mit Corona infiziert hat und leider daran verstorben ist.

    Die ersten Zahlen, die mit den Schulstarts aus den einzelnen BL hereinkommen, lassen auch nix Gutes erahnen - teilweise Verdopplung der Inzidenzen bei den Schülern und das wird jetzt erstmal eine Weile so weitergehen.

    Wenn Querlüften das einzige Mittel dagegen sein soll (neben temporärem Masken tragen), dürfte das kommende Schuljahr mit Sicherheit noch übler werden als die eineinhalb Corona-Schuljahre davor.

    Immerhin, PCR-Pooltests statt dieser unsäglichen Antigentest ... reicht aber sicher auch nicht.

    Allen, die jetzt noch Ferien haben, eine schöne Zeit! Allen anderen, gute Nerven. Bleibt gesund und passt gut auf euch auf.

Werbung