Wie benotet man einen Schüler, jetzt 3. Klasse, der offensichtlich klug ist und viel Wissen hat, aber die Schule nicht mag und faul und schlampig im Alltag ist?
Wir haben hier wöchentlich Wiederholungen (Tests) im M, D oder SU. Der Schüler schreibt nur 1er und 2er.
Wegen schlechter Heftführungen, vergessenen HÜs usw. soll er jetzt in allen Hauptfächern sowie zwei Nebenfächern mit 3 benotet werden.
Ich bin nicht ganz glücklich damit zumal ein Grundschulzeugnis mit fünf 3er ein ganz falsches Bild vermittelt. Mich würde es nicht wundern, wenn der Bub eine HB hat und unterfordert ist - mit diesem Zeugnis hat er aber keine Chance auf Gym und damit Besserung.
Meine Gedanken dazu:
Du bist Schachtrainer. Der Junge ist sehr gut im Schachspielen und sehr interessiert. Du bist aber im Unterricht nicht dabei und kannst doch somit gar nicht beurteilen, ob er dort genauso gute Leistungen zeigt. Nach Einschätzung des Schachtrainers "offensichtlich klug sein und viel Wissen haben" (In was denn eigentlich? Schach, okay, und sonst so?) berechtigt halt noch keinen zu einer Note 1.
Schlechte Heftführung - wenn das benotet werden darf, dann ist das halt so. Vergessene HÜs, dito. Im Unterricht entstehen auch Noten, nämlich zum Beispiel praktische Noten, mündliche Noten und so fort.
Wöchentliche Wiederholungen sind vielleicht "kleine Noten", die weniger zählen in der Notenberechnung als umfangreichere Probearbeiten, das weiß man nicht.
Was ich damit sagen will ist, dass du als Schachtrainer zu wenig Einblick hast als dass du das wirklich beurteilen kannst. Rede mit den Eltern, die können in die Sprechstunde gehen und sich die Noten bzw. deren Zustandekommen erklären lassen. Zuerst dachte ich noch, dass du wenigstens ein Trainer bist, der vormittags an der Schule mit den Kindern arbeitet, aber offenbar bist du nachmittags im Freizeitsektor tätig. Da wundert es mich dann noch mehr, dass du dich extra hierfür in einem Lehrerforum anmeldest.