Beiträge von raindrop

    Und dennoch beschweren sich offenbar einige Eltern, dass das so nicht geht, dass man das wie folgt machen möge, dass man täglich mehrere Stunden Videounterricht machen möge...

    Letztes Frühjahr haben wir den Eltern alles analog hinterhergetragen, das war ihnen nicht Recht, jetzt haben wir alles auf digital umgestellt (von zu Hause aus), jetzt wird auch gemeckert: Zu viel ausdrucken, zu viele Links, zu viele Abgaben, zu viele Videokonferenzen.

    Ihr habt beide Recht, wir haben viel zu tun und das gemeckere nervt. Aber, die Eltern kann ich verstehen, die stehen unter Strom und sind völlig überfordert. Die müssen arbeiten und sich nebenbei um die schulischen Belange der Kinder kümmern, was sie erstens sonst nicht machen müssen, zweitens nicht können und drittens sie ihren Job nebenher auch noch machen müssen. Die Kinder in der Grundschule können größtenteils nicht alleine zu Hause arbeiten und müssen betreut werden.

    Wir haben Deutsch/Sachunterricht und Mathe für alle Jahrgänge und Englisch für 3/4 auf den Plänen. Es gibt aber pro Jahrgangsstufe ein Padlet mit zusätzlichen Links bzw. Angeboten für Musik, Sport, Kunst.

    so machen wir das überwiegend auch, nur das wir Englisch momentan noch weglassen und uns erst auf die Kernfächer konzentrieren. Die Angebote über Padlet für die anderen Fächer sind freiwillig.

    Frage ist, ob der KK nicht reicht, dass dies öffentlich in den Medien steht in eurem Bundesland.

    Das wird höchstwahrscheinlich nicht reichen, würde mich sehr wundern.

    Weiß jemand, ob es da eine offizielle Bescheinigung gibt

    Am Besten soll sie bei ihrer Krankenkasse nachfragen, ob die schon ein Formular zum Ausfüllen haben oder was genau die erwarten.

    Ansonsten genau das, was du schon vermutest. Wir die Schule setzen eine Bescheinigung auf, aus der hervorgeht, dass diese geschlossen ist oder nicht besucht wird.

    Puh, ich muss ehrlich sagen, dass ich bei Elternsprechtagen es immer anstrengend finde, wenn ein Elternteil ebenfalls Lehrer ist.

    ich freue mich auch immer auf die "begeisterten" Blicke der Lehrkräfte meiner Kinder, wenn ich in die Sprechstunde komme.:teufel:

    Die Mathelehrerin in der Grundschule ist aber auch sowas von verpeilt und grottig ;)

    Natürlich kann man immer in die GKV, dann aber eben mit dem vollen Satz.

    Krass, ich war mit meinem vorherigen Post etwas zu vorschnell. Tatsächlich dachte ich, dass wie bei normalen Arbeitnehmern der Staat den Arbeitgebeanteil bezahlen würde. Wie ich eben gelesen habe, ist das bei Beamten tatsächlich nicht der Fall und sie müssen überwiegend den vollen Beitragssatz von maximal 700 Euro komplett selbst zahlen, wenn sie in die GKV gehen. Irre

    Im Referendariat sollte die freiwillige GKV um die 200€ kosten.

    liegt das Referendariatsgehalt heutzuage schon bei 2500 Euro? Dann müsste sie 200 Euro zahlen. In der gesetzlichen sind es etwa 15,6 % und davon zahlt die Hälfte der Arbeitgeber.

    Also

    Ich glaube, sie meint danach, als Lehrerin.

    Auch dann sind die 600 € zu hoch. Der Maximalbeitrag der sich aus der Beitragsbemessungsgrenze ergibt beträgt etwa 350 € etwas mehr oder weniger, je nach dem welche Krankenkasse man gewählt hat). Die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber.

    Der normaldenkende Mensch verfügt normalerweise über einen inneren Kompass, der u.a. für Respekt, Wertschätzung, Empathie, Mitgefühl, Toleranz und Liebe steht. Hass, Hetze und solche Herabwürdigungen gehören sicher nicht dazu.

    Da hast du völlig Recht, aber die Pappnasen weiter oben sind halt schon zu lange im Schuldienst, völlig verdorben und können nicht mehr anders. :teufel:

    Deine Anfrage ist allerdings auch etwas ungünstig und etwas frech. Es ist ja nicht so, das wir nicht gerade andere Sorgen hätten und freie Zeit ist etwas, dass viele von uns nur aus Märchen kennen. Es muss mal wieder digitaler Distanzunterricht organisiert und vorbereitet werden, ohne digitale Struktur. Also bildlich gesprochen: ich soll einen Marathon laufen, mir hat man aber vorher Eisenkugeln an die Beine gebunden, mir die Augen verbunden und mein Trainer gibt mir widersprüchliche Anweisungen, wo ich hinrennen soll.

    Im Nebenfach haben wir die Versuche weitestgehend selbst aufgebaut, das war ja Teil des Praktikums das zu tun. Ob das nun am Nebenfach oder an der Uni gelegen hat?

    Vielleicht habt ihr die Versuche für die Hauptfächer aufgebaut? Win-win Situation für den betreuenden Wissenschaflter, alle am arbeiten, selbst keinen Aufwand. :teufel:

    Es ist Teil des Lernprozesses an der Uni, sich die Dinge selbstständig zu erarbeiten.

    Es ist auch ok, wenn man etwas nacharbeiten muss. Es kann aber auch nicht sein, dass man den Beweissprung von eine Zeile zur nächsten in mühseliger stundenlanger Arbeit selbst finden muss, da der Dozent nur gesagt hat: Das ist trivial, das lass ich jetzt weg. In der ersten Vorlesung, erstes Semester. Da fehlt dann einfach auch ein bisschen Didaktik.

    In deinem konkreten geschilderten Fall hätte man meiner Meinung nach stärker unterscheiden sollen, was angehende Grundschullehrer, was angehende Gymnasiallehrer und was angehende Fachmathematiker benötigen. Wenn man der Meinung ist, dass Grundschullehrer Wissen über lineare Algebra benötigen, dann wenigstens so anschaulich wie möglich.

    Ok, mein Fehler. Das war Mathe-Diplom, mein Erst-Studium. Dort wurden nur die angehenden Gymnasial-Lehrkräfte und die Mathe-Diplomer gequält. Angehende Grundschullehrer werden dort nicht sitzen. Die Vorlesungen dafür sind anders strukturiert, eher Zahlentheorie oder Zahlbereiche, Geometrie, ein bisschen Stochastik. Es sind dort in der Regel auch keine üblichen Mathe-Profs, die diese Vorlesungen halten, sondern Mathe-Didaktiker. Die Betreuung ist ebenfalls besser organisiert. Die Turorien besser auf die Bedürfnisse der Studentinnen ausgerichtet. Ist für vielle trotzdem mega schwer mit Beweisen zu hantieren.

    Naja, das kann man auch umgekehrt sehen. Da die Uni anders als die Schule gerade nicht das Ziel hat, auch ungeeignete Studenten auszubilden, kann man genauso argumentieren, dass das Aussieben gerade die Fähigkeiten der ankommenden Studenten in den Blick nimmt.

    Die Uni soll auch nicht die ungeeigneten Studenten ausbilden, aber es wird meiner Meinung nach auch viel Potential verschenkt. Wenn sich einige Profs ein bisschen bemühen würden, wäre die Abbrecherquote nicht so hoch. Aber Lehre hat bei vielen Profs keine hohen Stellenwert. Ich erinnere mich noch an meinen Prof in Lineare Algebra. Der Kurs wurde von ihm mit Absicht so durchgeführt, das nach 4 Wochen die meisten aufgegeben haben (In Woche 4 hat er mit Dualräumen angefangen, damit killst du bewusst fast jeden). Man hatte dann die Wahl sich alleine oder in Gruppen durch das Lehrbuch zu quälen oder im nächsten Semester den Kurs mit einem "besseren" Prof auszuwählen. Das war leider nicht die Ausnahme. Ich erinnere mich glücklicherweise aber auch an Profs wie Grotemeyer die sich wirklich Mühe gegeben haben, vernünftige Skripts erarbeitet und auch rausgegeben haben, einen roten Faden verfolgt haben, er wollte die Mathematik den Leuten wirklich vermitteln.

    Das gleiche Phänomen sehe ich auch bei Mathematikern, die in anderen Fakultäten dann die Mathevorlesungen halten und dort noch viel mehr Schaden anrichten.

    Vielleicht sollte man fairerweise auch sagen, dass die Profs die Didaktik auch nirgendswo gelernt haben. Es braucht vielleicht doch eher eine Trennung zwischen Forschung und Lehre in der Uni mit einigen Berührungspunkten in den Hauptseminaren, aber mit Begleitung von Didaktikern ;)

    Es ist also nicht so, dass ein Schüler nur deshalb digitalsüchtig wird, weil er in einer Laptop-Klasse z. B. sitzt.

    Ich denke auch nicht, dass die schulische Nutzung die Einstiegsdroge ist. Das Problem besteht schon vorher und wird heutzutage durch die Art, wie soziale Medien präsentiert und gehypt werden, stark unterstützt. Ganz abgesehen davon wie heutige Online Spiele funktionieren, die ja gerade mit Verhaltenssüchten spielen und die Spieler abhängig machen.

    Es gab damals schon Videospiele, ja, exzessive Zocker?

    exzessive Zocker gibt es seit es Computer gibt. Die ersten waren bestimmt die Studis die Textadventure in der Uni auf den Unix Rechner gespielt haben (z.B.: Colossal Cave Adventure) und richtig los ging es dann mit den 386er und den Grafikspielen.

    Echt? Kannst Du das sagen ohne den Grund für den Studienabbruch zu kennen?

    Es gibt natürlich noch andere Gründe, warum ein Studium abgebrochen wird (Studium ist zu unpraktisch, falsche Vorstellungen vom Studium, Finanzierung des Studiums, etc.). Es bleiben trotzdem 30-50 % übrig, die das Studium abbrechen, da die Anforderungen aus ihrer Perspektive zu hoch sind oder sie sich nicht mit dem Studienfach identifizieren können.

    Ich denke auch nicht, dass die Schule hier das Hauptproblem ist. Schulen bereiten natürlich unterschiedlich auf das Studium vor. Bei der Bandbreite an Wünschen der verschiedenen Fakultäten, was Schülerinnen können müssen, ist es auch schwierig, alles abzudecken. Wenn man hier ansetzen würde, müsste man massiv in den Mathekursen differenzieren (mehr Stochastik/ Statistik für die eine Gruppe, mehr Analysis/ Differenzialgleichungen für die andere Gruppe, mehr Beweiswerkzeuge und grundsätzliche mathematische Gedankengebäude für die dritte Gruppe und so weiter).

    Ich vermute auch stark, dass Abiturienten heutzutage nicht weniger wissen als frühere Generationen. Das Wissen an sich hat sich geändert. Abiturienten heute könnten bestimmt nicht die Abituraufgaben von vor 30 Jahren lösen, umgekehrt wird das auch so sein. Ob das Teil des Problems ist, weil sich die Unis nicht weiterbewegt haben oder Schulcurricula nicht angepasst wurden?

    Meine Erfahrungen als ehemaliger Tutor und Dozent an der Uni sind, dass viele Studenten an den überfrachteten Erwartungen der Mathematikvorlesungen und Tutorien scheitern. Es gibt auch noch zu viele Professoren die knallhart aussieben, ohne Blick auf die Fähigkeiten der ankommenden Studentinnen. Wie du auch festgestellt hast, ist die Diskrepanz zwischen Mathematik in der Schule und der Uni immens groß. Ob es besser wäre auch schon mehr Abstraktheit und vertiefende Gedankengebäude in die Schule zu bringen? Ich bezweifele es.

    Auch Vorkurse, die oft nur 4 Wochen dauern, können nicht alle gewünschten Defizite aufholen. Es wäre wünschenswert längere Eingewöhnungsphasen an der Uni einzubauen, in denen man die Kluft zwischen Schulmathematik und Unimathematik überbrücken könnte.

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