Beiträge von raindrop

    Das bedeutet für mich, sie rechnen das oder verstehe ich "ausführen" falsch?

    ja, das hast du richtig verstanden. Wir führen die schriftliche Division mit einstelligem Divisor ein und üben diese auch. Aber im Gegensatz zu den anderen drei Verfahren (Addition, Subtraktion, Multiplikation) bleibt in einem halbem Jahr nicht genug Zeit, diese so weit zu üben, das sie sicher beherrscht wird.

    Grundschule nach Klasse 4 und dann nicht einmal die vier Grundrechenarten beherrschen, aber dafür sollen sie dann zwischen unterschiedlichen Verfahren, die sie alle nicht kennen, auswählen...

    Ganz so schlimm ist es jetzt auch nicht. Sie lernen selbstveständlich bei uns alle vier Grundrechenarten. Es ist pragmatischerweise aber gar keine Zeit, den Kindern in der zweiten Hälfte des vierten Schuljahres die schriftliche Division sicher beizubringen. Sie lernen sie kennen, wir üben sie, aber mehr geht halt nicht

    DAs ist zumindest weder in Berlin noch in Brandenburg allgemein üblich, nach den Lehrbüchern scheinbar auch in vielen anderen Bundesländern nicht, denn Flex und Flo usw. sind ja durchaus üblich und die enthalten in der Regel zwei Wege. Und ja, hier wird nach Curriculum bei uns (und auch bei meinem Töchtern in Brandenburg) Abziehen und Ergänzen gelehrt.

    In den Schulbüchern werden oft die zwei am meist genutzten schriftlichen Subtraktionsverfahren vorgestellt und wir als Lehrkraft wählen EIN Verfahren aus. Wir haben in NRW und Niedersachsen diesbezüglich Wahlfreiheit welches Verfahren wir einsetzen, aber wir lehren nur EINS. Und ich würde fast vermuten, das ist in Berlin nicht anders. Zumindest habe ich von Didaktikern noch nie was anderes gehört. Aber vielleicht ist das ja eine neue Berliner Sache, die ich übersehen habe.

    Kommt auf die Schule an bzw. die Kollegen. Ein einheitliches "Ihr" gibt es hier genausowenig wie in anderen Fragen und daher kann ich auch nicht für "uns" sprechen.
    Ich mache es nicht.

    Das "Ihr" bezog sich auf diese Aussage

    In meinem Bundesland steht im Lehrplan, dass die Kinder verschiedene Wege kennen lernen sollen.

    und das bedeutet für mich das "ihr" alle Berliner Lehrkräfte wohl dazu laut Berliner Lehrplan aufgefordert seit.
    Was mich etwas wundert. So eine Vorgabe habe bezüglich schriftlicher Verfahren habe ich in eurem Lehrplan nicht gefunden. Kann ich aber auch übersehen haben oder wird das bei "euch" in Berlin an der Uni gelehrt?

    (die wenigsten können sicher schriftlich dividieren, etwa 50% können es gar nicht)

    Bedauerlicherweise ist das laut Lehrplan in Niedersachsen auch auch gar nicht mehr unser Ziel. Sie müssen das Verfahren der schriftlichen Division mit Einerzahlen kennen.
    Sicher beherrschen müssen sie nur das Additions-, Subtraktions- und Multiplikationsverfahren.

    Zum Subtrahieren bieten wir zwei Wege an, die beide in unserem Schulbuch vorkommen. Ich stelle beide vor, die meisten Kinder entscheiden sich dann aber für einen der beiden und gerade für Schwache ist es, meiner Meinung nach, besser dann irgendwann bei einem Weg zu bleiben.

    Es ist eigentlich üblich, dass die Lehrkraft sich für ein Verfahren entscheidet und das durchzieht. Für die mathematisch schwachen Kinder ist es eine Katastrophe hier immer hin und her zu springen und auch für die anderen Kinder bringt es überhaupt keinen mathematischen Vorteil mehrere Verfahren zur schriftlichen Subtraktion zu kennen. Es geht hier ja nicht um geschicktes mathematisches Rechnen sondern um einen Algorithmus, die beide Vor- und Nachteile haben.

    . In meinem Bundesland steht im Lehrplan, dass die Kinder verschiedene Wege kennen lernen sollen. Das überfordert leistungsschwache manchmal, die leistungsstärkeren eigenentlich nicht.

    Ernsthaft? Im Ausgangspost ging es um ein schriftliches RechenVERFAHREN, nicht um die verschiedenen Rechenwege beim Kopfrechnen oder halbschriftlichen Verfahren.
    Ihr präsentiert den Kindern zum Beispiel beide überwiegend genutzten schriftlichen Rechenverfahren zur Subtraktion (Abziehverfahren oder Ergänzugsverfahren) und die Kinder suchen sich eines aus?
    Das ist mir völlig neu und widerspricht auch völlig der gängigen Didaktik in diesem Bereich.

    Auf "meine" Stelle haben sich damals 120 Grundschullehrer mit dem Mangelfach Musik beworben (andere waren gar nicht zugelassen zur Bewerbung) - aber nur, weil es sich um eine Schule im Brennpunkt handelte, an den Nicht-Brennpunkt-Schulen sollen es ca. 180 gewesen sein.

    Damals zu meiner Zeit in NRW waren es teilweise über 200 auf eine Stelle und dabei wurde während des Referendariats schon fleißig gesiebt.

    nennt sich Schweinezyklus.
    Die richtige politische Antwort wäre: falsche Planung. In den 90er Jahren bis etwa 2010 wurden viele fertige Grundschullehrkräfte mit Vertretungsstellen hingehalten oder nicht eingestellt. Die suchen sich dann natürlich was anderes und natürlich fangen dann auch weniger an auf Grundschullehramt zu studieren und jetzt wo man sie braucht, Pech gehabt. Und überraschenderweise gehen immer so viele Lehrkräfte zugleich in Pension, die alle zugleich in den 780er, 80er Jahren eingestellt wurden.

    Dann ist es irgendwie auch politisch strunzdumm nicht auf die Geburtenzahlen zu gucken. Man weiß ja eigentlich was einen dann 6 Jahre später in der Grundschule erwartet. Man hätte ja mal durchzählen können, wie viel Lehrkräfte man hat und wie viel man braucht und dann Werbung machen und noch diverse andere Maßnahmen ergreifen.

    Wenn du aus der Berufsschule kommst, solltest du dir klarmachen, wir haben einen fachlichen Auftrag, den Kindern was lehrplankonformes beizubringen. Aber der pädagogische/erzieherische Auftrag ist im Vergleich zu den Sekundarstufen immens höher und ich behaupte auch, aus meiner Perspektive, anstrengender über die Jahre geworden. Was nur zum Teil an den Kindern liegt sondern an diversen politischen Achterbahnfahrten.

    Was soll das mit der Digitalisierung in der Grundschule? Setzen da die Leute aus der freien Wirtschaft an, weil sich die Grundschüler (und vielleicht auch ihre Lehrer) weniger wehren? Oder haben manche Leute ein völlig falsches Bild vom Abstraktionsvermögen von Grundschülern? Oder habe ich da ein falsches Bild davon, scheitern bei mir nicht wenige Schüler am anspruchsvollen Fach Informatik, weil ich so ein schlechter Lehrer bin?

    Wir wehren uns schon, aber komischerweise hören die nie auf uns. War bei der Sparmaßnahme Inklusion so und wird auch hier so sein. Hört sich politisch wichtig an, ist inhaltlich völliger Quark. Medienbildung passiert ja schon in der Grundschule und finde ich wichtig. Ein eigenes Fach Digitalkunde ist mal wieder völliger nonsens. Ich warte noch darauf, das ob des fehlenden Pflegepersonals oder anderer unterbesetzer Berufe wir laufend neue Fächer bekommen, man muss die Kinder ja schon früh für die Wirtschaft in die richtige Richtung schubsen.

    Bei den Grundschulen am Ort sind Vollzeitkräfte eh schon auftgrund der Stundenplanung nicht so gerne gesehen. Wenn man da jemandem 28 Stunden in den Plan schreiben will, wo die Schüler nur 30 Stunden maximal da sein können, wird das für die Stundenplanung schon interessant. Springstunden gibt es da praktisch keine mehr. Viele Teilzeitkräfte sind da wesentlich einfacher zu handhaben, weil die ja auch parallel arbeiten können.

    Man arbeitet in der Grundschule als Klassenlehrerin ja nicht nur in seiner Klasse. Bei uns zum Beispiel wird oftmals Mathe nicht von der Klassenlehrerin gegeben und dann gibt es noch Musikstunden, Sport, Reli usw. die ohne Probleme in anderen Klassen verteilt werden können. Im Prinzip ist es in der Grundschule noch viel leichter die Vollzeitkräfte unterzubringen, da ja natürlicherweise (das ist jetzt Ironie) die Lehrkraft alles unterrichten kann. Und bei dem Lehrermangel gerade bei uns ist es zum Kotzen was da teilweise angeschleppt wird und unterrichten darf.

    Das sieht bei mir ähnlich aus wie bei elefantenflip und Conni (außer das wir mittlerweile mit den Materialien von Denken und Rechnen arbeiten und mit vielen anderen Materialien von Klett ergänzen ;) ). Es ist für die mathematisch sehr guten Kinder auch viel fordernder und für die weitere Entwicklung tragfähiger tiefer in die mathematischen Konzepte einzusteigen, sie mit Problemlöseaufgaben herauszufordern, sie nach neuen mathematischen Mustern suchen zu lassen usw.

    zu einer Informationsveranstaltung hinsichtlich des Schulbesuchs, zB mit den Aspekten "wie kann ich mein Kind optimal auf die Schule vorbereiten" und "wie helfe ich meinem Kind, zuhause erfolgreich zu lernen".

    Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich krass. Üblicherweise machen wir das für die Kinder, die nächstes Jahr in die Schule kommen, aber nicht mit zwei Jahren Vorlauf. Ist das ein besonders gefördertes/ unterstützes Projekt einer Uni oder ähnliches? Ansonsten sollte man die Kinder und die Eltern in Ruhe lassen und keinen Stress bezüglich Vorbereitung auf die Schulzeit verbreiten.

    Es geht überhaupt nicht um den "durchschnittlichen Arbeitnehmer" sondern um Hochschulabsolventen auf Master-Niveau, die Vollzeit arbeiten. Alle andere Vergleichswerte sind völlig irrelevant.

    Das sehe ich nicht so, die Statistik beinhaltet auch das Gehalt von Akademiker. Die Aussagen geben einen guten Überblick wo man, was das Gehalt angeht, gesellschaftlich steht und das ein Beamter, der Vollzeit arbeitet sehr gut im Vergleich darsteht. (Es betrifft 8%, die mehr als diese angegebenen 3200 € oder 4600 € verdienen, nur etwa 20 % der Arbeitnehmer sind Akademiker) Das Lehrkräfte verbeamtet und Vollzeit arbeitend auch im Vergleich zu anderen Akademikern gut darstehen, zeigt die andere Statistik von Meike.

    Dann hilft das hier wohl weiter (Gehaltsreport 2015):
    ie folgende Grafik zeigt die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter nach Studiengängen:
    absolventa.de/karriereguide/ar…tgelt/durchschnittsgehalt

    wobei man berücksichtigen muss, dass die Stastik für unseren Vergleich als verbeamtete Lehrkraft nicht besonders aussagekräftig ist. Für die Angestellten Lehrkräfte mag das zutreffen und hier sollte unser Dienstherr nachbessern. Aber wenn ich für mein Beamten netto Verdienst ausrechne, was ich dafür brutto in der freien Wirtschaft verdienen würde, wäre ich eher oben in der Liste anzusiedeln.
    Das zweite ist, dass bei diesen Listen die Angabe von Durchschnittsgehältern sehr unglücklich gewählt ist, besser und ehrlicher wäre der Median, wenn man sich schon vergleichen will. Es brauchen nur ein paar Vorstandsherren dabei sein, schon ist klar, warum der Durchschnitt so hoch ist, das hilft nicht der breiten Massse, die bei 40-50k rumdümpelt

    Ich halte den Threadersteller für jemanden, der entweder in der falschen Region lebt oder keinen Kontakt zur freien Wirtschaft hat.

    Der Theadersteller hat es schon sehr genau auf den Punkt gebracht. Das kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen, aber die ist genauso subjektiv und irrelevant, wie die anderen persönlichen Beispiele, die hier genannt wurden.
    Es gab in der Zeit, Ausgabe 40/ 2016 einen schönen Artikel: "Reich sind immer die anderen", den ich sehr interessant und augenöffnend fand.
    Wenn wir Gehälter vergleichen wollen, sollten wir von unserem Netto Gehalt ausgehen und da stehen wir Beamte sehr gut da. Man kann sich ja mal aus Spaß ausrechnen, welches Brutto-Gehalt wir in der freien Wirtschaft verdienen müssten, um auf das gleiche Netto-Gehalt zu kommen (jaja auch nach Abzug der privaten KK-Beiträge sieht das noch deutlich besser aus).
    Das statistische Bundesamt geht davon aus, dass nur 8% der Arbeitnehmer mehr als 3100 € netto als Single oder 4600 € netto als Ehepaar verdienen, 68 % sogar weniger als 2000 € netto.
    Es gibt natürlich auch regionale Unterschiede und es gibt immer den einen, der es unter tausenden geschafft hat, Chef zu werden und viel mehr verdient als man selber. Aber mein Maßstab ist das nicht. Ich finde, dass wir Beamte ganz gut verdienen und ich mache meinen Arbeit vor allen Dingen sehr gerne und würde ungern in der "freien" Wirtschaft arbeiten wollen.

    und es gibt doch tatsächlich auch viele richtige Mathematiker, die gerne in den Schuldienst gehen wollen oder gegangen sind,
    weil das was Mathematiker in der Wirtschaft an Tätigkeiten machen müssen, teilweise der totale Schwachsinn ist.
    Es geht halt nicht immer allen Menschen um das liebe Geld. Daher ist dieses pauschale Schubladendenken, dass die
    Mathematiker, die an die Schulen gehen, nur die schlechen sein können, ziemlich absurd.

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