Ich habe mir gerade historische Zahlen für BW rausgesucht und aktuelle Zahlen für ganz Deutschland. In den 50er Jahren standen für ca. 60% der 3-6 Jährigen Kitaplätze bereit, für U3 hätten ca. 1-2% der Kinder einen Betreuungsplatz bekommen. Im letzten Jahr besuchten 91,3% der 3-6 Jährigen eine Kita und 37,4% der U3 Kinder. Die Idee, dass mehr Kitaplätze das Problem lösen, scheint mir angesichts der Zahlen nicht direkt einsichtig. Irgendwas scheinen die Eltern damals richtig gemacht und heute verlernt zu haben.
Es ist immer schwierig kontextlos Daten der verschiedenen Epochen zu vergleichen. Vielleicht haben sich die Herausforderungen geändert? Wie sah der Betreuungsschlüssel damals aus, wie sieht der heute aus?
Ab Mitte/ Ende der 50er verstärkt sich der Zuzug von Menschen aus anderen Ländern, die hier arbeiten. Wie sah die Sprachförderung damals und heute aus? Gut, heute ist sie quasi nicht mehr vorhanden, bis auf wenige Ausnahmen.
Es geht hauptsächlich im Video auch um die Sprachentwicklung vieler Kinder, Wir sind ein Migrantenland und bekommen es nicht hin, unser Schul oder Vorschulsystem dementsprechend darauf auszurichten.
2.) Es wird als große Frage aufgeworfen, was Kinder zu Schulbeginn können sollten und dass es da keine einheitliche Festlegung gibt. Ich kann problemlos rausfinden, was der Kinderarzt bei den U-Untersuchungen abprüft und was das Gesundheitsamt bei der Schuleingangsuntersuchung haben möchte. Das Problem ist doch nicht, dass man vergessen hat die Kinder zu testen, das Problem ist, dass daraus absolut gar nichts folgt.
Die Sprachentwicklung wird nicht getestet, was eines der Hauptprobleme ist. Aber grundsätzlich gebe ich dir Recht, dass nach dem Testen, eigentlich keine Förderung angedacht ist.
Man hatte in fast allen Bundesländern früher solche Dinge wie Schulkindergärten/Vorschule etc. und hat das aus Kostengründen eingestampft. Das wieder aufzubauen ist angesichts des Personalmangels gerade in den Grundschulen eine Mammutaufgabe, die mindestens ein Jahrzehnt dauern wird.
Der Aufbau würde sich aber lohnen oder alternativ könnte man auch die Kindergärten vernünftig ausbauen und die Sprachförderung dort stärken. Ansonsten wird sich halt auch nichts ändern und wir verwalten das Chaos einfach weiter...