"Friseurinnen" ist keine "Genderkonstruktion", das ist einfach die movierte Form vom "Friseur". Es gibt auch im Französischen beide Formen: Coiffeur und Coiffeuse, ein Gallizismus, der eben in der Schweiz für die Berufsbezeichnung genutzt wird. Wenn dich das irritiert, müsste dich der Friseur ja auch irritieren, wenn eigentlich eine Friseurin gemeint ist. Oder der Lehrer, wo eigentlich eine Lehrerin gemeint ist.
Vermutlich würden mich weibliche Friseure tatsächlich weniger irritieren, weil ich beim generischen Maskulin durchaus an männliche und weibliche haarschneidende Personen denke. Auch wenn es vielleicht genauso falsch wäre.
Da im Radio aber ausdrücklich nur vom männlichen Anteil der Berufsgruppe die Rede war, hätte in meinen Ohren jedenfalls Friseure besser gepasst als ein Friseur:innen, Friseur*innen oder FriseurInnen, das wie Friseurinnen klingt. (Ich habe jedenfalls keinen Glottisschlag gehört.)
Geschrieben in einem Zeitungsartikel könnte das dann aber schon wieder anders aussehen. Für die gesprochene Sprache finde ich die Genderkonstruktionen oft nicht eindeutig zu hören. Da muss man dann schon wie im Französischen den inhaltlichen Zusammenhang genau wissen, um das Gehörte korrekt zu schreiben.