Also ich war ja als temporärer Behördenmitarbeiter auch mehrere Monate im Homeoffice. Wenn meine Frau mir jetzt sagen würde, dass ich störe, dann würde mich das schon sehr treffen. Immerhin will ich ihr ja nichts Böses sondern nur meine Arbeit erledigen und ihr ggf. etwas unter die Arme greifen.
Natürlich entwickelt sich je nachdem, welches Elternteil anwesend ist (oder eben beide) eine andere Routine, das ist völlig normal.
Ich denke auch, dass man einfach eine andere Routine entwickeln muss.
Ich bin immer noch dabei, mich daran zu gewöhnen, dass ich eines unserer Zimmer nicht wie jahrelang üblich einmal in der Woche am Nachmittag staubsaugen kann. Das geht einfach nicht, wenn dort jemand im Homeoffice telefonieren muss. Ich muss dann immer fragen und den passenden Moment abwarten.
Daran, dass ich beim Kochen Unterstützung habe, habe ich mich dagegen viel schneller gewöhnt. Wenn ich wie sonst aus der Schule nach Hause hetze, um für die Kinder zu kochen, ist jetzt oft schon alles fast fertig.
Räumliche Probleme haben wir in geringem Maße auch, aber zumindest haben wir zwei Büroecken und eine Tür, mit der man diese Ecken von dem restlichen Wohnbereich trennen kann. Das hilft ungemein. Da die Büroecken fast direkt nebeneinander liegen, können wir nur nicht gut gleichzeitig an Videokonferenzen teilnehmen, bei denen wir selbst viel sprechen müssen. Da habe ich dann schon an allen möglichen Tischen in der Wohnung gearbeitet.
Außerdem arbeite ich nachmittags jetzt nur noch ungern an meinem Schreibtisch, weil die Kinder, wenn sie mich brauchen, dann an beiden Schreibtischen vorbeikommen und stören. Da bin ich dann gestresst, weil ich nicht möchte, dass sie beide Eltern stören.
Daher sitze ich jetzt wieder später am Schreibtisch als mir eigentlich lieb ist.
In dem Fall aus dem ersten Posting würde ich aber auch auf jeden Fall abklären, wie das rechtlich ist, wenn die Situation mit dem mobilen Arbeiten von zu Hause im Einzelfall nicht möglich ist. Es kann ja nicht sein, dass es da keine Einzelfallentscheidungen gibt, wenn vor Corona in der Wohnung kein Platz für mobiles Arbeiten eingeplant wurde. Laut Arbeitsvertrag ist ja vermutlich die Firma für das Bereitstellen eines Büros zuständig.
(Wenn man zu sehr darauf pocht, was vereinbart, muss man aber natürlich damit rechnen, dass auch die Firma in Zukunft genau darauf schaut.)
LG DFU