Beiträge von chilipaprika

    Ich finde den Ansatz, dass Kollegen (m/w/d) mit besonderen Bedürfnissen (kleine Kinder, zu pflegende Angehörige, Lehramtsanwärter (m/w/d)) ein Zugeständnis erhalten (z.B. an Tag X frei, erst ab Stunde Y oder nur bis Stunde Z) und im Gegenzug selbst ein Zugeständnis anbieten (also irgendeine Sache übernehmen, die innerhalb des Kollegiums eher unbeliebt ist), gut und das sollte auch trotz der zuvor genannten (berechtigten) Herausforderungen bei der Stundenplanung umsetzbar sein.

    Schwierig..
    Wenn ich als pflegende Angehörige bei 50% TZ nachmittags ab 14 Uhr frei brauche, dann ist das "Zugeständnis", dass ich sonst immer 1.-7. Stunde kann (also nicht freien Tag UND Nachmittag verlangen kann).
    Aber von mir erwarten, dass ich die Klassenleitung der schwierigsten Klasse übernehme, nur weil ich einen Wunsch am Stundenplan habe, finde ich unangemessen.

    Der Berufsanfang war sicher nie rosarot, aber wenn ich sehe, was unsere "jungen" KuK machen müssen, hola die Waldfee.
    Viele haben ja diese wunderbaren (Teil-)Abordnungen an anderen Schulformen, eine Klassenleitung und co sind selbstverständlich (gehört zum Job, ist klar, aber), dann alle möglichen Erwartungen ("Probezeit") dazu, ob real oder befürchtet...
    Immer mehr Aufgaben, immer weniger Entlastungen. viele aus dem mittleren Alter sind eh schon "ausgebrannt", desillusioniert und können nicht mehr, dann prallt es bei den Jüngeren.

    (Aber ich nehme auch viele Jüngere wahr, die sich seeehr gut abgrenzen und zum Beispiel bewusst keine Planstelle annehmen. Engagiert ja, aber keine Vertretungen, keine Mehrarbeit, keine zusätzlichen Sachen ... Vielleicht nicht als Dauerkonstrukt, aber bevor sie sich irgendwo am Job oder der Schule binden.)

    Aber es wäre möglich, von vornerein zu klären: "Kein Reli donnerstags. DARAUF könnt ihr euch das nächste Schuljahr verlassen. Wenn ihr einen freien Tag wollt, dann wird es dieser und kein anderer, zumindest nicht garantiert und nicht jede Woche"


    (Mir ist klar, es gibt auch Reli-Spanisch-KuK und der Spanisch/Latein/Italienisch-Band hätte mittwochs frei, aber ...)

    Teilzeit IST ein Verlustmodell in der Schule, man muss es aber NICHT noch schlimmer machen.
    und dass jede*r unterschiedliche Kompromisse braucht, macht es schwieriger, aber wenn sie fair und transparent sind, ist es okay. Machen wir auch mit unseren SuS immer (Nachteilsausgleich). Sich darauf verlassen können, dass ich meine Arbeit länger schreibe - auch wenn ich es nicht brauche - oder eine Sehhilfe habe, ist viel wert. Sich darauf verlassen können, dass ich meine Nachmittage frei habe, motiviert mich, morgens immer die erste Stunde zu haben.
    Und wenn mein "Kompromiss" wäre: VZ nie zur ersten und kein Nachmittag, dann muss mir der Zahn gezogen werden, dass DAS nicht unter "Familienfreundlichkeit" fällt.

    Man kann auch mit TZ-Kräften durchaus sprechen.
    "Du MUSST mittwochs und donnerstags früh in die Schwimmhalle. Was wäre eine andere, zuverlässige Entlastung?"

    Ich erlebe die ständigen Veränderungen als enorme Belastung und ich werde trotz Empathie nie genau nachvollziehen können, was "Kita-Abholen" für einen Stress bedeutet.
    Ich möchte einen freien Tag. Wenn die Schule mir garantiert, dass es das ganze Jahr der Donnerstag ist, dann ist es super. Ist mir egal (es gibt vielleicht Leute, denen ein bestimmter Tag wichtiger ist. Auch da kann man reden zwischen "wichtig" und "unerlässlich".)
    Das Problem ist: Wenn sich schlechte Kommunikation verselbstständigt und Leute dazu übergehen, Fakten zu schaffen, weil sie eh kein Vertrauen mehr haben.

    Ich kenne tatsächlich beide Fälle:
    Großeltern kämpfen um Besuchsrecht vs. Großeltern verschwinden von einem Tag auf den anderen.
    (zum Teil sogar "Kämpfen" nach vorherigem Desinteresse aber auch "Verschwinden", nachdem die Kids quasi jeden Tag da waren. Es der Schwiegertochter heimzahlen scheint wichtiger zu sein.)

    magst Du auch sagen, warum?

    1. Weil ich es problematisch finde, SuS unterschiedlich zu behandeln. Bewusst oder unbewusst hast du eine Arbeit als erste rausgezogen und nicht eine andere.
    2. Wenn du rein nach Abgabe gehst: es könnte einige SuS motivieren, schneller abzugeben, um es hinter sich zu haben und damit meinen sie auch die Note, statt sich doch ein bisschen länger anzustrengen und auf neue Ideen zu kommen.
    3. Ich korrigiere nicht schneller oder langsamer FÜR oder WEGEN Kolleg*innen, aber ich halte es für eine schlechte Signalwirkung, innerhalb der selben Stunde eine Arbeit (nicht Test) zurückzugeben. Gut, ihr habt offensichtlich nicht den Weg über die Schul-/Abteilungsleitung... SuS können nicht differenzieren, dass andere Fächer wesentlich dauern können.
    4. Wenn die Arbeit kurz genug für alle war: Warum habe ich Zeit zu korrigieren und was mache ich denn sonst im Unterricht?

    Du siehst, viele Gedanken, die da aufkommen.

    Daher meine Frage an euch:
    Würdet ihr in so einer Situation zumindest den nächsten Schritt gehen und ein Vorstellungsgespräch wahrnehmen, um euch ein genaueres Bild zu machen – oder eher zurückhaltend bleiben?

    Warum auf mich aufmerksam machen, wenn ich dann nicht zu einem Vorstellungsgespräch gehen möchte?
    Jedes Ereignis hat auch eine Folge in der Zukunft. Jedes Handeln. Ja.
    Aber auch: Jedes Nicht-Handeln.

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