Beiträge von chilipaprika

    und wie die Reichen und Vermögenden es geschafft haben, dass "wir" von der oberen Mittelschicht glauben, dass wir plötzlich arm sind, wenn eine Reform der Spitzensteuer, Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer käme. Wir gehören zwar zu den 10% Spitze, aber diejenigen, über uns haben nicht 2000 mehr im Monat.

    Nein, reicht aber fürs Durchkommen.
    und deswegen ist alles so wackelig in den höheren Jahren...
    Komisches Beispiel, aber fällt mir gerade ein: meine Schwester hat in der Grundschule NIE die 4mal-Tabelle gelernt. Zu faul dafür. Aber sie konnte sich bei Kopfabfragen (und schriftlichen auch) retten, weil sie die zweite Zahl kannte. Selbst in der 8. Klasse konnte ich beim Abfragen sie ärgern, wenn ich 4 mal 4 gefragt habe.
    Und so ist es bei sooooo vielen SuS. Nur halt in Form von 50% des Stoffes.

    (Ich habe keine Lösung. Ich bin nur traurig darüber und weiß, dass wir als Gesellschaft so nicht weiter kommen können. Auch wenn mir klar ist, dass man ein super Elektriker werden kann, wenn man kein Französisch oder gar Englisch kann und sogar schnell Mathe/Physik lernen kann, wenn man es will, "produziert" das Schulsystem so viele Schüler*innen ohne Abschluss wie noch nie und diejenigen mit den einfachsten Abschlüssen können kaum etwas, um einen Job zu bekommen, mit dem man würdig über die Runden kommt :(

    Das ist dann schade, dass es in bestimmten Klassen keine guten oder sehr guten Noten gibt, weil Grundlegendes nicht gut genug beherrscht und AFBIII nicht bearbeitet wird.

    Da ich trotzdem IMMER AFBIII habe (Referendariat in einem Studienseminar, wo weniger als 15 Minuten AFB3 fast ein Grund zum Durchfallen war), kann ich mir kaum vorstellen, dass es nicht bearbeitet wird, aber im Prinzip habe ich oft weniger Zeit, bzw. ich brauche grundsätzlich mehr Zeit für den Bereich, weil - zumindest in meinen Fächern - die SuS diese Art von Denken anstrengender finden, weil außerhalb der Schule nie angewendet (politische Diskussion, ethische Bewertung, ...)

    Aber diesen Schüler:innen bzw. Eltern muss ich ja nicht das Gymnasium empfehlen, sondern kann bei guten Noten dennoch meine Bedenken äußern.

    wird auch hier gemacht. Die Hälfte meiner SuS hat keine vollständige /reine Gymnasialempfehlung.
    Aber freie Schulwahl ...

    Es ist nicht damit gleichbedeutend, dass Grundschullehrkräfte generell zu gute Noten geben würden.
    Und es kann auch damit erläutert werden, dass Lehrkräfte selbst, unabhängig von Sozialindex oder Zusammensetzung der Klasse, Anforderungen stellen und Schwerpunkte setzen, die dem einen liegen und dem anderen nicht, die das Curriculum unterschiedliche abbilden und eine höhere oder geringere Passung zu dem haben, was andere Lehrkräfte ab Klasse 5 an Schwerpunkten setzen.

    Voll damit einverstanden. Aber das hatte ich sowieso nicht gesagt.

    nein, ich glaube in dem Punkt, dass JEDE Schule (ob Grundschule, weiterführende Schule) und sogar Klasse eine Art Sozialnorm hat. (Habe ich auch mehrmals geschrieben).
    Also ja, einige SuS bekommen an einigen Schulen bessere Noten bzw. Empfehlungen, als sie woanders bekämen.

    Zwei Argumentationen meinerseits

    1. Weil man grundsätzlich eine Art Gaußsche Verteilung im Kopf hat, die soziale Norm eine wichtige Rolle spielt (wenn man die Arbeit formuliert, wenn man seine Klasse sieht, usw..)
    2. Weil einige SuS aufgrund des Systems, in dem sie sind, nicht angemessen gefördert werden.
      Ein Schüler, der großes Potenzial hat, wird vielleicht ohne große Arbeit, ohne große Auffälligkeit seine 1 bekommen. In einer anderen Klasse / Schule müsste der selbe Schüler für die selbe Note mehr tun. Und ggf. würde er es bekommen, weil Potenzial vorhanden ist, ggf. wäre bei einer rein kriterialen Beurteilung eine 2 das Ende der Fahnenstange gewesen.
      GENAUSO funktioniert es auch nach unten.

    Ich freue mich für euch, wenn ihr solche Beobachtungen in euren Klassen nicht machen könnt, es bedeutet, dass ihr NICHT in einer Schule seid, die einzelne Niveau-Klassen bildet (herzlichen Glückwunsch dazu!), aber sowas habe ich schon zig mal* beobachtet und behaupte jetzt, dass es über die anekdotische Evidenz hinaus geht.

    * a) Französisch 1.FS / Nicht Französisch 1. FS - Vergleich der Erwartungen bzw. Noten, RLP.
    b) Zwei Schulen, selbes Fach, selbe Stadt, nur Sommerferien dazwischen, beste Freundin parallel zu mir in einer dritten Schule, weitere Freundinnen ebenfalls (ja, 5-6 Fremdsprachenassistent*innen, die miteinander reden und Unterrichtsmaterialien austauschten, selbe Stadt, RLP)
    c) Verschiedene Schulen in NRW, unterschiedliche Sozialindexe / Bürgerliches Milieu, wo Arztpapa und Anwältinmama zum Elternsprechtag kommen und fragen, warum Justus nur eine 2 in Politik hat und was er jetzt machen müsse vs. ehemalige Arbeiterstadt am Rande vom Ruhrgebiet, wo keine einzige Zeitung zuhause gelesen wird und die "Nachrichten" einzig auf Türkisch bei einem staatstreuen Medium laufen.
    d) Wechsel von NDS nach NRW (könnte angesichts aller Vergleiche anekdotisch sein, nein, nicht im sogenannten "Nebenfach" Politik/Wirtschaft. Welten...

    Und das NRW-System ist eben NICHT darauf ausgelegt, diese krassen Unterschiede anzugleichen, weil die kompetenzorientierte reine "Mündlichkeit" nicht dazu führt, dass die SuS eine eigene Motivation entwickeln und der Unterricht sich auch an die Lerngruppe wenden muss.
    Das SYSTEM.
    Nicht die einzelnen Lehrkräfte.
    Am wenigsten die Grundschullehrkräfte, die in besagten Standorten SuS haben, die im 4. Lernjahr weiterhin kein Deutsch können, weil kein Mensch einsieht, mit ihnen am Wochenende in die Bibliothek zu gehen und ein Buch auszuleihen.

    Zitat

    Und dann fällt die Klausur schlecht aus, hätte ich jetzt vermutet. Aber nein, denn in NRW gibt man der AFB III-Aufgabe einfach nur einen VP, damit sie nicht so doll ins Gewicht fällt und kein Kind traurig ist kein Vater klagt.

    Natürlich wird auch der AFBIII mit der richtigen Punktzahl bewertet (du erinnerst dich: wir sind da nicht frei. Und es ist gut so).
    Nur kann ich nicht so viele unterschiedliche Sachen abfragen, bzw. die SuS hatten weniger Gelegenheit den AFB III zu üben.
    Wenn ich in der Oberstufe die Verfassungsorgane wiederholen MUSS, weil kein Kind noch was aus der Mittelstufe weiß (WEIL sie nie eine Klausur darüber schrieben, nie verstanden haben, dass es gelernt werden muss, und das Ganze fast nur auf Kurzzeitgedächtnis basierte (ich weiß, Mittelzeit..) usw..), dann habe ich weniger Zeit im Unterricht, schlaue Urteilsbildung zur Rolle des BVerfG in unserer Demokratie, zum Parteienverbot, usw. Oder ich mache eben nur diese zwei Sachen und dann wird es in der Klausur enger.
    Das hat NICHTS damit zu tun, dass Kinder nicht traurig sein sollen, sondern damit dass - unter den Voraussetzungen, die ich habe - der Unterricht angepasst wird.
    Ich bin in der Oberstufe meine eigene Zuliefererin und weiß ganz genau, was ich alles in der Mittelstufe gemacht habe, hat trotzdem nichts gebracht.

    Natürlich liest man den dystopischen Roman.
    Verbringt aber mehr Zeit damit, Vokabelarbeit zu machen, Zusammenfassungen /Verständnisaufgaben zu formulieren. Keiner liegt den Grüffelo (und es ist albern, sowas von einer angeblichen anderen Sek2-Lehrkraft zu lesen). Aber der AFB3 kann eben nicht so oft und so breit geübt werden, weil ich den AFB1 machen MUSS, sonst komme ich gar nicht dazu, den AFB2 zu erreichen.

    Ihr differenziert beide nicht, ihr unterstellt zu gute Noten. Eine Einschränkung gibt es da erst einmal nicht, jetzt wird es auf den Sozialindex geschoben… also geben Lehrkräfte an allen diesen Schulen pauschal zu gute Noten?

    Wer ist beide?

    Ich hab doch sofort die schulinterne Verteilung und den Sozialindex angesprochen, auch pro Klasse.

    Und natürlich sprechen Maylin und ich über die Misere in NRW und die liegt nicht an Grundschulen und deren Lehrkräfte sondern an den Regeln. Das größte Problem: Schriftlichkeit/Mündlichkeit.
    Versetzungsregeln.

    Bezirksregierungen und SL, die schon im Voraus alles gegen die eigenen Regeln durchwinken, weil ‚es könnte jemand klagen‘…

    Glaub mir/uns: wir sprechen über das System, in dem wir sind.

    Und weil ich auch in RLP und NDS unterrichtet habe, kann ich es wirklich wirklich unterscheiden. Genauso wie der Einfluss des Sozialindexes. Und der SL.

    Nur fürs Protokoll: Man darf in NRW auch in den Nebenfächern schriftliche Leistungen einfordern und die bei der Notenbildung berücksichtigen.

    Bisher hatte ich nur selten Beschwerden über Zeugniszensuren in meinen Fächern und konnte auch Fünfen immer problemlos begründen.

    Ja, aaaaabet: die Note darf nicht mehr als die Einzelstunde zählen.
    Ich habe schon mal die 5 gegeben, und das OBWOHL meine allererste 5 im ersten Halbjahr von der Schulleitung schmunzelnd ‚nachgefragt‘ wurde… „Können Sie auch nachweisen, dass Sie alles gemacht haben und wann und so weiter?“.
    Ich hatte gute Argumente aber ein ‚blabla-Fach‘, also wurde es eine 4.

    Im selben Halbjahr wurde eine 5 wegen nach 6 Monaten akzeptierten nachgereichten Entschuldigungen auch geändert.


    es ist vermutlich eindeutig einfacher in den nawi-fächern als im gesellschaftwissenschaftlichen Bereich, wo der AFB3 in den 20-Minuten-Tests nicht genug zu Trage kommen kann.

    Nicht Familien sind überalimentiert sondern ledige Beamte unteralimentiert.
    Glaubst du ernsthaft, dass Familien 1 Cent mehr bekommen als rechtlich nötig.

    Ich will und kann mich inhaltlich nicht äußern, aber: Wenn es so ist, warum nimmt das Land das Risiko einer Nullrunde (wenn sie kein Cent mehr als nötig bekämen, müssten sie im nächsten Jahr wegen Inflation mehr bekommen ...)

    Natürlich liest man den dystopischen Roman.
    Verbringt aber mehr Zeit damit, Vokabelarbeit zu machen, Zusammenfassungen /Verständnisaufgaben zu formulieren. Keiner liegt den Grüffelo (und es ist albern, sowas von einer angeblichen anderen Sek2-Lehrkraft zu lesen). Aber der AFB3 kann eben nicht so oft und so breit geübt werden, weil ich den AFB1 machen MUSS, sonst komme ich gar nicht dazu, den AFB2 zu erreichen.

    Wieso ist es denn Härte, mit 16 die Schule zu wechseln und warum sollte man gar zweimal dafür wiederholen? Das ist doch eher unfair den SuS gegenüber und nicht mitfühlend oder mild.

    das sind die Versetzungsregeln in unserem BL. Und wenn die Eltern / das Kind nicht freiwillig geht (was es in 80% der Fälle nicht geht, es gibt einfach KEINE aufnehmende Schule), dann bleibt es und wiederholt ...
    Bei mir am Ort kann ausschließlich die Hauptschule noch aufnehmen. Sie ist zwar NRW-konfessionell, DAS spielt aber keine Rolle. Nur: sie hat keinen Ganztag (was für einige durchaus das Argument ist, dahin zu gehen) und es ist schon ein Sprung vom Gym zur Hauptschule.

    ich weiß.
    und du weißt, dass ich es weiß, genauso umgekehrt.
    Trotzdem wird mir kein Lehrer erklären können, dass er nicht schon mal Widerstand erlebt hat (also Blicke und Kommentare von SuS, KuK, oder selbst von der SL), wenn es rein zu viele gute Noten gibt, oder keine einzige 3 oder so gibt.. Ich hatte schon (mehrmals!) beide Extreme. Anfängergruppe, nur eine 3 auf dem Zeugnis, alles sonst 1er oder 2er. Sie waren auch TATSÄCHLICH sehr gut (ging dann über die Jahre bergab.). Nach den damaligen Maßstäbe würde JEDE einzelne Klasse heute einen Schnitt (weit) unter 4 haben. Nach den heutigen Maßstäben habe ich vll eine 1 auf dem Zeugnis, eine Handvoll 2er und 3er, eine Handvoll 5er und der Rest im 4er Bereich. Aber die Arbeiten können auch nur das messen, was ich im Unterricht gemacht habe, und wenn ich ständig Basis mache, reicht es für eine 1 oder 2,auch wenn es keine 1 oder 2 woanders wäre.

    Also bei mir in der Stadt gibt es schon die eine oder andere Schule, wo 2/3 aufs Gym wechselt (mehrheitlich nicht meins..). Zum Beispiel die Schule mit Sozialindex 1 oder Sozialindex 2.
    Die Schulen mit Sozialindex 6, 8 oder 9 haben (nehme ich an) eine Gaußsche Verteilung und deren besten SuS hatten nie die realistische Möglichkeit, mit den SuS der anderen Grundschule mit Sozialindex 2 mitzuhalten. Wäre also unfair, deren Bemühungen und sehr guten Noten abzutun. Aber sie konnten aber, trotz 1er oder 2er auf dem Zeugnis, nicht die selben Ziele erreichen. Und von denen mit 2-3er-Zeugnis sowieso nicht.

    Und dann muss man - sorry - auch die unbequeme Wahrheit an einzelnen Schulen nennen: Das selbe Spiel wird unter den Klassen eines Jahrgangs fortgesetzt, die Klassen mit und ohne Profil, zum Beispiel. Und die eine Klasse hat nie nie nie dieselben Voraussetzungen wie Parallelklasse. Da kriegt zwar kaum einer ein 1er-Zeugnis, selbst 2er werden nicht (in den mündlichen Fächern) verschenkt, aber die Hälfte der Klasse kriegt nicht gesammelt eine 5, obwohl es im Nachbarraum der Fall wäre.

    Da sich ein jeder am Gymnasium anmelden kann (OT: "Noten sagen ja nicht so viel aus"), sind die Klassen 5 und 6 gespickt mit Kindern, die dort ihre Zeit vergeuden. Die Ursache sind idiotische Eltern, aber auch das Blendwerk der Grundschulen in Form zu guter Zeugnisse.

    Ich sehe die Zeugnisse nicht, aber:
    - die Quote derjenigen, die sich ohne (vollständige) Gymnasialempfehlung anmelden, ist sehr hoch
    - eine gewisse Gaußglocke wird jede Grundschule auch haben
    - die Schulen "lernen" vielleicht auch: Wenn sie merken, dass einige SuS mit Empfehlung X an der Schule Y "weiterkommen", dann wird vielleicht entsprechend beraten.
    In meiner Stadt beraten einzelne (!!!) Grundschulen genauso "Wenn Sie auf das Gym A (konfessionell) wollen, kriegen Sie eine Realschulempfehlung, aber für Gym B (meins..) kriegen Sie eine eingeschränkte Gym-Empfehlung".
    Ein Teufelskreis.
    Unsere Glocke ist also eine andere Glocke als die Nachbarsglocke.

    Am Gymnasium in NRW schulen wir nach der sechsten Klasse ab und in den höheren Klassenstufen fallen Wiederholer kaum ins Gewicht. Die gehen in der 7 und 8 nach einer Klassenwiederholung und weiterhin ausbleibendem Erfolg an die nächste Schulform. Also, wenn die überhaupt Plätze hat, die staatliche Realschule eröffnet hier nämlich nicht einfach so neue Klassen, nur weil Kinder wechseln möchten. Letzter Ausweg wäre die private Realschule (wenn die noch Plätze hat), aber in der Regel müssen die Kinder dann an die Gesamtschule.

    GENAUSO bei uns (außer, dass nach der 6. Klasse nicht mehr "abgeschult" wird; seitdem die 2. FS nicht mehr in der 6 startet, hat die 6. Klasse keine besondere Rolle mehr.
    Und dass wir keine Realschule mehr und die Gesamtschule auch nicht aufnimmt, weil sie keinen Platz hat.
    Freiwillige Wechsel sind absolut unmöglich, geschehen also in der Regel erst, wenn ein Schüler zwei Mal nacheinander sitzen bleiben würde. Also quasi nie.
    Gefährlich wird ab der 9. Klasse, wo es um Schulabschlüsse geht, der Wechsel nicht mehr möglich ist (rechtlich) und einige SuS somiit in Sackgassen gelandet sind.
    und dann die 10. Klasse mit dem einfachen mittleren Schulabschluss / Hauptschulabschluss verlassen.

    Aber alle, die es wollen, früher oder später. Niemand, der Ambitionen darauf hat, ist nach zehn oder fünfzehn Jahren noch Studienrat.

    Das dürfte länderübergreifend gelten. In jedem Fall für BW, auch wenn Kris24 , die selbst A14 oder A15 ist, das gleich bestreiten wird. 😉

    Super Technik, etwas gegen die Aussage einer Person, die im fragliche. System ist, behaupten, und gleichzeitig sagen, dass andere Personen aus diesem System es auch bestreiten werden.

    Vielleicht, weil es nicht stimmt?

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