Ich habe keinen angegriffen, aber ich finde das Wort lieben problematisch.
Und das Stockholm-syndrom würde ich niemandem ferndiagnostizieren, aber lustigerweise könnte ich es mir zuschreiben. Allerdings jeder einzelnen Form von Arbeit.
Und das Wort lieben suggeriert eben, dass man keine Distanz hat, dass man keine Trennung vornehmen kann, dass man sich nicht abnabbeln kann, wenn es notwendig ist (und dazu haben wir gerade auch einen Thread und immer wieder).
Es kann sein, dass das Wort triggert, ich mag meinen Job, ich mach ihn okay bis gut, ich hab ihn vermisst, als ich einen anderen ausübte (und vermisse jetzt den anderen), aber Liebe sollte es nicht sein.
Ich bin monogam und Liebe sollte es für etwas Anderes geben. Gut, ich liebe Tiramisu und Kichererbsen, ich liebe Schaukeln und so. Aber nein: ich mag Schaukeln, es gibt mir Glücksgefühle. Genauso wie ich auch Glücksgefühle habe, wenn Schüler*innen was gelernt haben oder Studis eine gute Praktikumsreflexion abgegeben haben. Aber es darf nicht sein, dass ich zusammenbreche, wenn mein Job mir heute die Liebe verwehrt (weil es stressig ist, weil es heute nicht klappt…)
Und natürlich gebe ich in bestimmten Jobs in Bildung und Soziales mehr ‚von mir‘ als mein Mann als Personaler, ABER es muss ein Job bleiben.
Ich hake auf keinen rum, aber dieser ‚Liebediskurs‘ befeuert viele Probleme in unserem Feld UND bei den anderen Personen/Kolleg*innen.