Beiträge von chilipaprika

    Du hast viele Jahre hochqualifiziert beste Arbeit geleistet und tust dies auch jetzt noch, bittest lediglich darum, zu bestimmten Tageszeiten arbeiten zu können. Ich finde nicht, dass man ein schlechtes Gewissen haben muss. Gesellschaft funktioniert nur, wenn man aufeinander Rücksicht nimmt und dass gesunde Menschen mehr leisten als kranke, sollte in Deutschland bezahlbar sein.

    Es ist lieb, aber ich habe schon eine sehr privilegierte Position als Beamtin. Als Angestellte wäre ich schon seit 16 Monaten im Krankengeld und bald im (nicht ausgezahlten) Bürgergeld.


    Tax the rich, sag ich mal, die haben sich nicht alles hart erarbeitet sondern leben von Erbe und Zinsen.

    ich WEIß, dass es über uns Schichten gibt, bei denen ich nicht mal die Vorstellungskraft zum Vermögen und Einkommen habe. Ich kenne als Sozialwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Soziale Ungleichheit alle Studien und Zahlen.
    Trotzdem lebt in mir das Gefühl, dass ICH mich (schon immer, also lange lange lange vor der Verbeamtung) dafür schäme, wie gut es mir geht. (Spoiler: Und deswegen komme ich erst jetzt dahinter, wie schlecht es mir geht, aber finanziell habe ich familienintern tatsächlich den Jackpot gewonnen. Selbst als angestellte Vertretungslehrkraft habe ich mehr verdient als meine beiden Eltern zusammen ... Da kann ich den Gedanken schlecht wegwischen, dass ich reich bin, trotz aktueller Ängste.
    Und die neuen schlauen Merz-Ideen helfen nicht .. er kann mich gerne höher besteuern, aber die Stigmatisierung von chronisch Kranken, das macht mir für diese Gesellschaft Angst.

    Die Entlastungsstunden könnten natürlich von Anfang an an jdn anderen delegiert werden, der für diese 6-8 Stunden klare Aufgaben bekommt.
    ich schätze allerdings, dass die größte Mehrarbeit einer SL in Außenterminen, auch abends und das lässt sich kaum delegieren…

    Ich habe mir vorgenommen, mich jeden Tag über etwas zu freuen. Nicht im Forum, aber wenn ich hier meckere, muss es zum Ausgleich auch eine Freude geben.
    Ich freue mich ...
    ... dass es nicht mehr so warm ist und ich wieder unters Dach ziehe.
    ... dass ich heute zum ersten Mal seit Monaten Stoff zugeschnitten habe und zwar noch auf Reißverschlüsse warte, aber morgen anfangen kann, kleine Mäppchen zu nähe.
    ... dass ich alle Noten eingetragen habe und die Zeugnisbausteine auch.
    ... dass Marokko gerade führt (ich habe KEINE Ahnung von Fussball und freue mich grundsätzlich mit allen afrikanischen Mannschaften.)

    Auch wenn man oft nicht vorm Kopf gucken kann, weswegen ich immer vorsichtig mit Urteilen wäre: Ich habe es schriftlich. Der Schule tatsächlich noch nicht, aber JETZT bin ich dankbar, dass ich in der Situation bin, wo ich doch alles festlegen werde.
    Ich werde mich bis morgen beruhigen, am Montag mit dem Stundenplaner reden, ob sie das im Blick haben (ER hat mir gesagt, mich nicht für den Kurs einzutragen - was ich eh nicht vor hatte). Ich vertraue auf Karma, aber doch nicht mehr 100%.
    Und sonst jammere ich hier immer ein bisschen... ;)
    (und ich schreibe dann immer parallel immer einen Beitrag im Freudethread)

    Ich verstehe, was du meinst.
    1. Mein Energiezustand ist tatsächlich im Laufe des Tages am Sinken, bis ich nach ein paar Tagen komplett durch bin (so gestern fast 30 Stunden im Nebel verbracht, heute Nachmittag geschlafen - wie an 2-3 Nachmittagen in der Woche - weswegen ich jetzt noch wach bin.). (und leider bin ich unabhängig der Bettgehzeit um halb fünf spätestens wach, in letzter Zeit auch häufig um drei.) Ich überlebe also durch Nachmittagsschläfchen bzw. durch "einfache Tätigkeiten" am Nachmittag.
    2. Ich habe 4 Mal die Woche Kurse, die in der 1. Stunde sind. Die "Kröte" schlucke ich, da kann ich NICHT 9./10. haben (an welchen Tagen?)
    3. Aufgrund von Arztterminen baue ich schon alles drum herum.
    Wir reden über (aktueller Stand, der der Schule vorliegt) über 13 Stunden / 25,5 in der Wiedereingliederung mit der Information darüber, dass eine Prüfung der eingeschränkten Dienstfähigeit beantragt wurde.
    Ich kenne die Fälle "VZ, keine 1. Stunde, kein Nachmittag", glaub mir, ich reflektiere regelmäßig meinen Stand, ich habe auch Kompromisse in meinen UV-Wünschen gemacht, Korrektur in einer sehr unbeliebten Klasse angeboten, usw.. ich kämpfe gerade, die 50% anerkannt zu bekommen. (die ich im Schnitt auch "gut" schaffe)

    nee, es sind seit jeher (zu 80%) am Nachmittag 9./10.
    Und ich habe mich bewusst für die Kurse, die immer in der 1. sind, weil ich da perfekt kann und sie nicht unbedingt beliebt sind. DIE habe ich auch bekommen.
    Ich hoffe, am Montag kann man mir bestätigen, dass einer der drei Kurse des Faches tatsächlich im normalen Stundenplan ist. Gab es mal vor 7-8 Jahren.

    Unterrichtsverteilung gerade bekommen ...
    Einen Kurs bekommen, den ich früher sehr gerne unterrichtet habe, aber mir NICHT gewünscht habe, weil er immer in den Randzeiten unterrichtet wird und ich - aus gesundheitlichen Gründen - den Nachmittag frei möchte/brauche.
    Also entweder kommt die Schiene auf wundersame Art und Weise in den Vormittagsbereich oder ich sehe schon die regelmäßige Krankschreibung.
    Oder der Amtsarzt schreibt mich voll-DU, weil ich aufgrund der blöden UV jetzt schon so am Zusammenbrechen bin, dass er mir nicht zutrauen wird, die (von meinen Ärzten) empfohlene Stundenzahl zu machen.

    Beispiel: Ich habe einen tödlichen Unfall auf der Autobahn und habe 22 Stunden, gebe aber 27, weil die Klasse in der Woche da ist. Die 5 Stunden zu viel, gibt meinen Angehörigen doch niemand wieder.

    1. Es ist dein einziges Problem? Mein Gott, viele Menschen machen Überstunden im Monat vor ihrem Tod. Dann sollen die Angehörigen um deren Auszahlung kämpfen.
    2. Du bist an einer berufsbildenden Schule, es wird wohl nicht das erste Jahr sein, dass du wechselnde Stundenpläne hast, oder? Bzw. es ist wird wohl keine Überraschung sein, dass es oft passiert. Ob mit oder ohne Familie / mit oder ohne chronische Krankheit.
    3. Nicht destotrotz halte ich eine 1/3-Überschreitung, auch bei einer wochenweise/monatlichen Abwechslung für zu hoch, das halte ich für einen Fehler bzw. anfechtbar. Für eine Mehrarbeit grundsätzlich.
      Ich habe es nicht mehr im Kopf, hast du aufgrund deiner chronischen Erkrankung eine Schwerbehinderung?

    Und 100% bei 75% Deputat geht natürlich auch nicht. In NRW darf man keine einzige Stunde zuviel machen und das ist auch gut so. Schließlich nimmt man ja auch eine geringere Bezahlung in Kauf..

    mmmm... da gibt es doch einen Korridor für bis 2 Stunden Mehrarbeit (die es dann im nächsten Jahr auszugleichen gilt) ?! Oder worauf beziehst du dich jetzt?

    Übrigens: dasselbe gilt für die meisten Klausuren.
    Durchlesen, "Bauchgefühl" (aka Berufserfahrung, interner Kompass) kann eine Notengabel nennen. Erwartungshorizont ausfüllen, surprise: passt.
    (außer bei der zentralen Klausur dieses Jahr, meine SuS waren eine gute halbe bis volle Note drüber. Sicher eine Mischung aus "ich bin anspruchsvoll" (aber transparent) und "unverschämter EWH, der echt viel in AFB1 verschenkt hat".

    An alle, die regelmäßig Abi abnehmen, auch in anderen Fächern, gibt es jemals große Diskussionen um starke Abweichungen in der Bewertung?

    Spätestens im zweiten Durchgang im Fach nicht mehr, nur Tendenz.

    Deswegen finde ich es unglaublich wichtig, dass man spätestens im Jahr vorm eigenen Durchgang in einer Prüfungskommission gesessen hat, wenn möglich sogar vor der Übernahme eines Kurses (wenn es geht). Da lernt man immer von alten Hasen, aber je mehr unterschiedliche Kommissionen man hatte, desto mehr Überblick hat man.

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