Beiträge von chilipaprika

    Das gilt jedoch nur noch für Privatpatienten. Bei den anderen wird es als E-Rezept direkt in die Apotheke geleitet - und auch dort nicht mehr ausgedruckt.

    Wenn wir schon bei Spitzfindigkeiten sind: auch nicht jede Arztpraxis ist so weit (ich weiß es: mein Arzt ist gesetzlich versichert und wir waren beide in den letzten Monaten sehr viel beim Arzt, ich kann vergleichen).

    A propos: Auch dir werden viele Tätigkeiten als Lehrer abgenommen. Die Schulsekretärin, der/die SL - und auch der Hausmeister und der Reinigungsdienst - sitzen nicht zur Zierde herum.
    BTW: In den 24/26/28 UE und den Ferienzeiten sind eine Menge Stunden eingerechnet, die für Verwaltung, Korrektur, Vorbereitung, Klassenfahrten und "Tage der offenen Tür" vorgesehen sind.
    Für Beamte in Ba-Wü gilt eine wöchentliche Arbeitszeit von 41 Zeitstunden und ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Auch für Lehrkräfte.
    Zudem ist (fast) jeder 2.Samstag Schultag - selbst wenn kein Unterricht stattfindet. Die Zeitstunden der Samstage wurden nur auf die Wochentage (und Ferienzeiten) verteilt.

    Ich befürchte, im Alter fällt dir das Lesen schwer.
    Es geht hier nicht darum, ob uns keine Aufgaben abgenommen werden, sondern darum, dass einige Aufgaben, die man einfach "hop hop, ist durch das Deputat abgedeckt" immer wieder hinzufügt, nicht woanders effizienter aufgehoben wären.
    Da hast du dir die Falsche ausgesucht, ich bin mir ziemlich sicher, meine 41 wöchentlichen Stunden jährlich zu leisten. Ich weiß, was ich jetzt gerade mache.

    Und es ist ein Fakt, dass das Herstellen von Differenzierungsmaterialien, das Schreiben von Förderplänen, das Fördern, usw.. viel sinnvoller verwendete Arbeitszeit wären, als die 4. Aufsicht der Woche, das Schlangenwarten am Kopierer oder das Auflisten der Fehlzeiten.
    Die Länder, die es anders machen als Deutschland, tun das nicht aus Menschenfreundlichkeit, sondern aus ökonomischen Gründen.
    Aber solange es zu meinen Tätigkeiten gehört (und es wird sich eh nicht ändern), mache ich es.

    Das verstehe ich nicht wirklich. Dann könnte die betreffende Ärztin/Arzt dir doch auch direkt diese Unterlage(n) geben. Warum der Umweg über den Empfang? Gibt's dadurch irgendwie einen "Zeitgewinn" für den Arzt/die Ärztin? Den sehe ich darin nicht wirklich

    Ich bin nicht die Frauenärztin, ich kann es dir nicht sagen (sie macht es so). Vermutlich könnte die Person am Empfang noch was hinzufügen?
    Oder die Ärztin möchte keinen Drucker bei sich im Untersuchungszimmer haben, obwohl es auch einen am Empfang geben MUSS? (Bei meinem Hausarzt gibt es den Drucker im Flur zwischen den zwei Untersuchungszimmer und 3-4 Meter vom Empfang weg. Lärm? Belästigung?

    Dann ist auch der Schulassistent für unsere Schule ein gutes Beispiel: Der füllt bei den Kopierern das Papier nach, ersetzt Tonerpatronen usw. ;)

    unterschiedliche Welten: das tun wir auch ;) (naja, nicht jede*r Kollege, einige stellen dumm oder sind sich zu fein dafür, dann macht das eben ein anderer Kollege.

    ich glaube, der Fachkräftemangel ist bei euch noch nicht angekommen, Humblebee

    Mein Arzt druckt definitiv kein Rezept selbst.
    Und ich kann dir das vom Hausarzt und drei Fachärzten, zu denen ich regelmäßig gehe, sagen.
    Je nach Arzt (keine Ahnung, ob es mit dem Vertrauen, dem Verantwortungsbewusstsein oder den verschriebenen Medis zu tun hat) liegt das unterschriebene Rezeptpapier da und wird gedruckt, oder ich muss warten, bis der Arzt wieder rauskommt und 10 Zettel unterschreibt.
    Oder der Arzt/die Ärztin drückt vom Untersuchungszimmer aus und es wird am Empfang bestätigt.

    Nebenbei: der Arzt ist ein gutes Beispiel: bei den meisten Fachärzten wird ein Teil der Tätigkeiten (Blutdruck messen, "Anamnese" und so) von der Assistentin übernommen. Blut wird auch nicht vom Arzt übernommen, auch wenn er es könnte.

    Den Teil finde ich etwas problematisch. Noten werden doch nicht verhandelt, sondern basieren auf vorangegangenen Leistungsüberprüfungen.

    joa.
    Wenn aber sowohl die 5 in Englisch als auch in Latein überraschend kommen ( = waren nicht bekannt / vorgewarnt), kann etwas nicht stimmen.
    Sowohl in der Notenbildung als auch auf der formalen Ebene.
    Dann muss man als Lehrkraft auch vielleicht 5 fallen lassen, wenn die Note erst gegen Ende des Schuljahres auf 5 gekippt ist...

    chilipaprika : In deiner Grundschulzeit in Frankreich gab es "Kopierfrauen"? Nie gehört, dass es solche Personen auch in Deutschland gab. In meiner Schulzeit haben die Lehrkräfte ihre Matrizen oder Kopien ebenfalls alle selbst hergestellt.

    ja, in meiner Grundschule. Sicher nicht überall. Sie hat natürlich auch andere Sachen gemacht (was, weiß ich nicht :D ), vermutlich Verwaltungs-/ teil pädagogische Aufgaben gehabt. Sie hieß nicht Kopierfrau, sondern Madame Pigeard, aber es sagt euch nichts. In meinem Dorf wissen Generationen von Kindern, wer Madame Pigeard war und als sie vor ein paar Jahren in Rente gegangen ist, war ein Artikel in dem Dorfnewsletter genau das: der Geruch vom Kopierer und der Matriz, die warmen Kopien..
    (sie war auch definitiv in der Mittagspause eine der Mensa-Frauen)

    (Matrizen kenne ich auch, aber in meiner Grundschule waren wir zu meiner Zeit schon raus. In der weiterführenden Schule wiederum, wo alles streng kontingentiert war - anderer, ärmerer, Sachträger, und da haben einige Lehrkräfte eine private Matriz zu Hause gehabt. Meine Biohefte sind voll von lilanen und grünen Blättern, die so toll rochen ;)

    Aber Frankreich hat tatsächlich 1001 (schlecht bezahlte) Helferlein, damit die schlecht bezahlte Lehrkräfte wirklich fast nur unterrichten.

    Humblebee Ersetze den Begriff "überqualifiziert", der vielleicht anstößlich klingt, durch "überbezahlt" und ineffizient.
    Wenn ich auf meine 41-Stunden wöchentliche Arbeitszeit achten würde und davon ausgehe - nicht übertriebe, dass ich pro Woche zwischen 40 und 50 Minuten da stehe (5 (bis 10) Minuten pro Tag plus die regelmäßigen Großaufträge à la Klausur, Erwartungshorizont, usw..), dann ist es einfach verschwenderisch. Für A12/A13 (und mehr) wäre ich viel besser dran, einen Förderplan aufzuschreiben, eine Musterlösung zu formulieren, oder (verrückt!) mich in die aktuellere fachdidaktische Forschung einzulesen.
    Nicht, weil ich etwas besseres bin, sondern, weil es Sachen gibt, die ich delegieren könnte, um selbst was wichtigeres und adäquateres zu machen. Opportunitätskosten dieser Kopierzeit ist die fehlende Weiterentwicklung meines Unterrichts.

    In meiner Grundschulzeit war es die größte Belohnung, wenn man als Kind zur "Kopierfrau" flitzen durfte, die dann ein Blatt zum Klassensatz kopiert hat, man durfte warten und dann die warmen Blätter nach oben tragen.
    Rückwirkend war das die Differenzierung nach oben, die meine Lehrkräfte schon vor der Zeit erfunden hatten :D . Man musste nicht nur "schnell" fertig sein ( = vor den Anderen), sondern auch alles richtig haben.

    Ich weiß, warum sich an den Zuständen in Schulen in diesem Jahrhundert nichts ändern wird.

    Schaut mal ins benachbarte Ausland: Niederlande und Belgien hab ich aus erster Hand erlebt. Auch Finnland. All diese Schulen haben Personal für sowas. Da wird zB auch nicht kopiert, sondern nur ein Druckauftrag versendet. Man holt sich das Material sortiert, geklammert etc dann nur noch ab.

    Nur in D machen das alles und viel mehr hochbezahlte und hochqualifizierte Lehrpersonen und halten andere noch für bescheuert, wenn man das in Frage stellt.

    dafür werden die Lehrkräfte wesentlich weniger bezahlt.
    So dass am Ende ähnliche Summen ausgegeben werden.

    (Ich würde aber durchaus für eine Umverteilung der Gelder zu haben, es ist sooo unsinnig, für A13-A15 Pausenaufsichten und Vertretungen durchzuführen, da kriegen sie in Frankreich Mindestlohn.
    Aber klar: wir machen es ja kostenlos.

    Ach, es wird doch wohl aufgefallen sein, wenn sich große Mengen an Menschen nach der Entscheidung umgemeldet haben.

    Und wer schummeln will, schummelt richtig. Da man keinen schriftlichen Mietsvertrag haben muss und die polizeiliche Meldung beim Bürgeramt "einfach so" abläuft, wird derjenige, der betrügen will, es dort auch gemacht haben.

    Wobei tête à tête offensichtlich keine Zugeständnisse will und braucht.

    Manchmal ist es gut, wenn nicht jeder alles weiss (wenn es sich bei mir ergeben hat, dann nur, weil es passte und ich der Person total vertraute (oder gerade meinem Chef einen reindrücken wollte) )

    Ach so, wenn absolut unsicher: Einfach bei deiner Gewerkschaft / Berufsverband anrufen und um Rat fragen.
    Genauso habe ich es gemacht, als mein Chef die A... Karte gezogen hat.
    Ja, er durfte mir was verbieten.
    (Dann hat er so getan, als würde er es mir erlauben, hat aber der Nebenjobstelle erklärt, dass er nicht will, dass ich dort arbeite und es ihnen also nahelegt, mir das Angebot zurückzunehmen). Dann habe ich ein Studium angefangen :D
    DAS konnte er mir nicht verbieten.

    Super, ich danke euch sehr! :top:


    Dann werde ich mich mal für den Kurs anmelden.

    chilipaprika gibt es denn hier einen einschlägigen Paragraphen o.ä., der das belegt?

    Was soll es für einen einschlägigen Paragraph gaben?
    Sorry, aber: es ist der Punkt: es gibt keine abschließende Auflistung von Sachen, die man in der Freizeit machen darf. Du fragst auch nicht nach dem Paragraph für die Teilnahme am Sportkurs oder Französischkurs bei der VHS, oder wenn du deine Kinder zum Sportkurs eine Stunde entfernt chauffierst und deswegen zwei Mal die Woche drei Stunden Zeit dafür aufbringst.

    Nur aus dem Kopf:
    Wissenschaftliche und künstlerische Tätigkeiten sind anzeigepflichtig.
    Tätigkeiten zum Gelderwerb sind genehmigungspflichtig.
    DAFÜR gibt es Paragraphen.

    Ich (zuerst Angestellte in TZ, dann Beamtin in VZ, NRW) habe / studiere neben dem Studium, das war zwei verschiedenen SL und meinem aktuellen Dienstherr aus Gesprächen bekannt und auch mal wegen Freistellung für ein paar Präsenztermine, kein einziger der drei hat die Anzeigepflicht erwähnt.

    Und zwei von den SL sind sehr korrekt, der aktuelle hat ALLE Register gezogen, um eine Nebenbeschäftigung zu verbieten („weil er es bei mir (Beamtin) darf“)

    Ach: es waren stets ‚Vollzeit-Weiterbildungsstudiengänge‘ (90 oder 120 ECTS auf 2 Jahre)

    Ein Studium / eine Weiterbildung / ein Töpferkurs ist in NRW nicht anzeigepflichtig.

    Sagt ihr hier gerade, dass es manchmal keine Vorgaben für Kompetenzziele oder wenigstens Inhalte einzelner Fächer gibt? Oder zumindest gab?

    Doch. Der Lehrplan galt und gilt weiterhin (was viele leider vergessen).
    Aber der schuleigene Lehrplan (welche Reihen/Vorhaben, mit welchen Kompetenzen des Lehrplans verknüpft sind, dann ggf. mit welchen Materialien, ggf. welchen Überprüfungen, usw..) waren nicht da. Also nicht eine Stoffverteilung mit kleinschrittiger Planung und Materialien und so, aber jede Schule hat durch das Schulcurriculum die Möglichkeit, eigene Akzentuierungen zu setzen. Zum Beispiel zu entscheiden, welches Lehrwerk benutzt wird. In der Spracherwerbsphase in der Mittelstufe sind also die 6-8 Reihen des Jahres komplett am Lehrwerk orientiert mit ggf. der Entscheidung der Schule, im dritten Jahr eine Vorbereitung auf den möglichen Austausch einzuschieben.
    Oder in Politik/Wirtschaft, das seeehr viele Kompentenzen und seeeehr viele Themen hat, die man exemplarisch nehmen kann, steht das Praktikum nicht überall in der selben Stufe, überhaupt haben nicht alle Schulen die Fächer auf den selben Halbjahren&Schuljahren verteilt. Wer im Ruhrgebiet wohnt, wird vielleicht etwas anderes in Politik oder Geografie akzentuieren als im Sauerland.
    Die Fachschaft KANN die Entscheidung treffen, dass die Methode Portfolio mit der Einheit Grammatik verknüpft wird, dass ein bestimmtes Drama Pflicht ist (oder zwei drei zur Auswahl in der Stufe lassen..)
    In Pädagogik haben wir zum Beispiel EINE reformpädagogische Einheit gehabt. Da steht es einem frei, Reggio oder Montessori zu machen, bei Gewalttheorien ist es ähnlich.. (es sei denn, die Abiturvorgaben des Jahres legen es fest)

    Das war definitiv nicht immer der Fall (und ich habe vier Fächer, da waren wir nicht an mehreren Schulen kollektiv blind (und ich kenne die Seite, das Land hat daraus gelernt) ;) )
    Ich sass schon in FoBis (je eine für ein Fach), in der uns erklärt wurde, dass es eben nicht die Aufgabe des Ministeriums sei, dafür hätten sie eben keine Ressourcen. Das Rauen in der jeweiligen Versammlung war .. nett).

    Als Lehrerin finde ich es sehr befremdlich, dass das Land (oft? immer?) keine Vorlage / Beispiel zur Verfügung stellt, sowas erst nach Monaten auf irgendeiner Fortbildung präsentiert hat (eine Schule wurde genötigt etwas vorzulegen?) und dann gut vernetzte Kolleg*innen alle das Beispiel oder das Werk einer Schule immer weitergeben, mit jeweils leichten Anpassungen.
    Ich stelle mir immer vor, dass unsere Fassung im Norden das Ergebnis einer Stille-Post-Weiterleitung des Werks eines Kollegen aus Köln ist. Über das Sauerland und zurück.

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