Beiträge von chilipaprika

    Frankreich legt halt bekanntlich den Fokus auf gesprochene Sprachen 🤣

    Aber Nicht vergessen: Frankreich hat eine reine Gesamtschule. Latein ist also quasi der kleine Bildungsplus on top (deswegen wird es - genauso wie Deutsch - gerade gekillt, wir wollen doch keine Elitenbildung. Als ob meine Banlieue-Klasse mit Deutsch als erste Fremdsprache (tatsächlich eine ganze Klasse) und einer Handvoll Latinist*innen (25 SuS auf insgesamt 7-zügig?) die Elite der Nation war (hat die Lateinlehrerin der Oberstufe immer vorgeweint, dass es echt der Untergang sei, wenn WIR die Elite der Nation wären 🤣)

    Es tut mir leid für die Latinisten in Frankreich, Latein ist dort immer nur ein zusätzliches Wahlfach aber ohne diese Regelung hätte ich nie Latein nach Deutsch gelernt, und für mich ist das larifari der englischen Sprache ein no go gewesen. Die schöne Struktur, Deklination und Konjugation lernen, anwenden, sprechen/schreiben, DAS war mein Glück.

    Latein hat zwar vielleicht eingebusst, dass man die Legende des notwendigen Latinums fürs Medizinstudium brechen kann, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Latein ‚abgeschafft‘ wird, solange es die Pflicht zur 2. FS geben wird.

    Altersgeld (Mitnahme der Pensionsansprüche) hat Hessen, RLP aber nicht: Diese Bundesländer gewähren jetzt Altersgeld bei der Kündigung als Lehrer und Landesbeamter - Isabell Probst - Beruflicher Kurswechsel für Lehrer

    50/50 geht in keinem Bundesland, es ist einfach mit dem Beamtentum nicht vereinbar.
    Geldgrenzen mögen in einigen Bundesländern existieren, das glaube ich aber nicht wirklich. Zeitgrenze: 20% deiner Haupttätigkeit. Du darfst also maximal 4 Stunden nebenberuflich tätig sein (falls es überhaupt genehmigt wird!), wenn du 50% TZ arbeitest (falls das dir überhaupt genehmigt wird).

    In Zeiten von Lehrermangel ist jede Reduzierung ein Problem und wenn du aus familienpolitischen Gründen reduzierst, wird es schwierig, zu begründen, dass man eine Nebentätigkeit haben möchte.

    Wenn du tatsächlich mit einem L2-Fach dein L3-Studium erweitern darfst: Go for it!

    Naturwissenschaften sind gesucht, aber Bio deutlich (!) weniger.
    Dass in Deutsch und Englisch mehr Leute sitzen, als in Bio: Wenn du dir die Stundentafel anschaust, wird dir auch das Verhältnis auffallen: jede*r Schüler*in hat jedes Jahr ca. 4 Stunden Deutsch und Englisch, dafür nur in ausgewählten Jahrgängen 3 Stunden Bio? Der Bedarf ist also ganz anders.

    Deine Fächer sind an meiner Schule durchaus bald sehr gesucht. Würde aber ein Physiker oder Informatiker vorbei kommen, dann wären sie interessanter. Was bringt dir die Info? Wenig. Mathe zu nehmen, wenn du dich dabei (Interesse und Niveau) nicht wohl fühlst, bringt dir auch nichts. Wenn du dir das aber in der Kombination gut vorstellen kannst, ist was Anderes.
    Du studierst seit 3-4 Wochen. Schau erstmal, ob du Latein durchhalten kannst (keine Unterstellung, aber die Schwundquote ist im Fach ähnlich wie in Mathe (gewesen?). Mit LK bringst du aber mehr als viele, die es nur wegen der guten Einstellungschancen nahmen.

    Die Einstellungschancen in 7 (!!) Jahren hängen auch von soviel ab: Wird Spanisch so sehr auf dem Vormarsch sein, dass Latein (oder Französisch) komplett rausgeht? (ich vermute: Französisch leider viel mehr unter Spanisch als Latein)
    Und ja, die Wellen mit dem Pensionseintritt ist so eine Sache: wir tauschen die Lateinfachschaft innerhalb von 3-4 Schuljahren komplett aus. Dann sind aber die Lehrkräfte erstmal 30 Jahre da. Andere Schulen haben vielleicht mehr Abstände und mehr Möglichkeiten. Könnte mit jedem Fach so sein.

    Ich würde mich an deiner Stelle erstmal auf meine gewählten Fächer konzentrieren, das erste (und eigentlich auch das zweite) Semester abwarten und ein Fachwechsel oder -ergänzung erst zum 3. Semester in Erwägung ziehen, außer du merkst schon zu Weihnachten, dass es gar nichts wird. Ob Mathe allerdings das Fach der Wahl ist, nur weil du in Latein oder Bio nicht durchhalten kannst, ist eine andere Frage.

    keine Ahnung.
    Eine Mischung aus "ärgert sich im Stillen/einzeln" und "gehört nunmal zum Job, Geben und Nehmen"

    aber ich gebe zu: vielleicht hat sich das auch geändert (also die Haltung und Diskussionsgrundlage), ich beobachte es zur Zeit nur von außen und zum Glück sind Feiertage wie der 3. Oktober (als Beispiel) netterweise in den Ferien oder auf Sonntagen.
    Ich unterstelle auch keine Bösartigkeit, es gibt gute Zeiträume und wenn man zwischen zwei Wochen eine hat, wo weniger Unterricht ausfällt: umso praktischer.
    Es gibt auch Leute, die unglaublich gerne fahren und nicht an die Auswirkungen für Andere denken.

    Und nebenbei: ich hab bei meinem aktuellen Job mehrere Dienstfahrten gehabt, und davon betroffen waren Fronleichnam, der dritte Oktober, Rosenmontag (arbeitsfrei) und jeweils ein Sonntag und/oder ein Samstag. An Allerheiligen durfte ich auch arbeiten.
    Führt dazu, dass ich eine Menge Überstunden habe, die ich rein theoretisch auch abfeiern könnte / würde, wenn mein Schreibtisch nicht so voll wäre. Das ist der Vorteil von Klassenfahrten: der Unterricht darf zwar vorbereitet werden, muss aber nicht nachgeholt werden. Meine vollständige Arbeit bleibt zur Zeit liegen.
    (ich bin trotzdem mit dem theoretisch nehmbaren Freizeitausgleich zufriedener, weil es zumindest irgendwo auftaucht, auch wenn ich nicht alles nehmen werde. Und es führt dazu, dass ich dieses Jahr nicht dienstreisen muss, weil diese Zahl so rot ist, dass keine Personalabteilung genehmigt, Beamtin hin oder her. Ich hoffe, dass ich meine Zeiterfassung in der Schule genauso konsequent hinkriegen werde, auch wenn es in den ersten Jahren konsequenzlos bleibt.

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