Beiträge von chilipaprika

    Tochter eines Eisenbahners und einer Steno-Sekretärin, die nach einer betriebsbedingten Kündigung nie wieder einen Job gefunden hat und sich "für das Wohl ihrer Kinder" opferte und Tages- und dann Pflegemutter wurde. (In Anlehnung an einen anderen Thread: natürlich ohne Ausbildung, sie hat ja schließlich selbst zwei Kinder).

    Ob es mich geprägt hat: Klar doch.
    1) Sie hielten den Lehrerjob für den Aufstiegsjob schlechthin, lauer Lenz, gesellschaftliche Anerkennung, gutes Geld. (hahaha)

    2) Ich bin Zugpendlerin durch und durch :D (es hat andere Gründe, aber ich fühle mich tatsächlich wohl in Zügen)

    3) Ich fühle bei jedem Streik mit und denke nicht nur an meine primären Individualbedürfnisse.

    4) Ich wusste schon sehr früh, dass Babys und Kinder nicht "soooooooo süss" sind, sondern verdammt viel Arbeit und ich diese Arbeit nicht machen möchte.

    5) Ich hatte jeden Tag vor Augen das Gegenbeispiel pädagogisch geprägter, wohlwollender Erziehung und bin froh, dass das Tagesmutter- und Pflegesystem sich doch durchaus geändert hat.

    6) Ich wusste schon sehr früh, dass ein Kind nicht per se glücklicher ist, weil ein Elternteil zuhause ist und dass ich nicht wegen Kinder meinen Job aufgeben würde. Ein ausgelasteter Elternteil ist besser als ein Mensch zu Hause (aufgrund meiner Sozialisation kenne ich nur die Extreme, es gibt in Frankreich kaum Teilzeit und definitiv nicht die "deutsche Teilzeit", meine Mutter war die einzige Mutter zuhause in meinem Freundeskreis und vor der Schule standen nur Tagesmütter)

    Ich habe zur Zeit nicht nur ab und zu Studis vor mir, die genauso eine Haltung/eine Rede an den Tag legen, sondern studiere auch mal nebenbei und komme in Lerngruppen oder Gruppenarbeiten (mein Gott, ich wusste schon immer, dass ich sowas hasse, aber dieses Jahr noch mehr. Drei Kreuze mache ich in 3 Wochen, wenn sie vorbei ist) nicht mehr aus dem Staunen, was einige glauben, verdient zu haben (und ich realistischerweise denke "sorry, Kinder, die Noten sind sogar zum Teil nur zu gut" oder "wenn du den Unterschied zwischen deiner und meiner Leistung nicht siehst, nach einem akademischen, sozialwissenschaftlichen Studium, verstehe ich es auch nicht" (Beschwerde darüber, "das Selbe wie chili geschrieben zu haben", "gut, nur in Stichpunkten und ohne Beispiele und ohne Argumente und ohne Transfertleistungen aber halt trotzdem das Selbe", Beschwerde darüber, ein "befriedigend" für reines stichwortartiges copy paste der VL-Unterlagen geschrieben zu haben.)

    Verstehe ich es richtig, dass das Kind einen Rückmeldebogen vor den Augen hat, wo 100% der Punkte erreicht sind und eine 2 drunter steht?

    Dieses "Etwas Außergewöhnliches" muss ja irgendwo in deinem Kriterienkatalog stehen.
    Und es muss halt konkret sein.

    Also zb. Wenn der Bericht eigentlich nur die Teile "Vorbereitung, Vorstellung des Berufsfeldes, ein typischer Tagesablauf, Abschlussreflektion" hat, dass als Kriterium kommt wie "persönliche Auseinandersetzung und Reflexion der Herausforderungen des Zugangs zum Beruf, der Bedeutung des Berufs, usw.."

    Aber es sind ja keine "Superduper Kriterien", sondern es sind normale Kriterien, wo die meisten SuS eben keine 5/5 Punkte haben, weil sie nur das schreiben, was ihnen in dem Moment einfällt, die volle Punktzahl bei den Reflexions- und Transfertabschnitten aber vielleicht auf eine abstraktere Ebene zu erreichen wäre. Wenn zb. der Schüler einen Vergleich mit anderen Berufen desselben Feldes macht.

    ABER: auch das muss im Vorfeld transparent gemacht werden.

    Oder meinen sie, du hast eine sehr gute Leistung zu schlecht bewertet? Dann frag den Schüler, wo er die Erwartungen übertroffen hat, und erklär ihm, warum du das in seinem konkreten Fall anders gesehen hast.

    Auch wenn ich den Ansatz nicht per se verteufeln würde und auch will, dass Schüler*innen dazu ermächtigt werden, ihre Leistungen einzuschätzen, sehe ich es bei einer schon bewerteten (und rückgemeldeten) Leistung anders:
    Der Schüler ist nicht in der Bringschuld zu erklären, warum er eine 1 verdient.
    Zumindest nicht bevor man ihm erklärt hat, warum er "nur" eine 2 hat.

    naja, eine 1 ist ja auch laut Definition etwas Außergewöhnliches und nicht durch einfach so gute Reproduktion erreichbar, sondern mit über die Erwartungen.

    Trotzdem kein Grund, dass man nicht in der Lage ist zu sagen, was fehlt, weil jedes Kind in der Lage sein sollte, sich zu verbessern. (Klar, unter einer Arbeit, die mit einer 4 oder 3 bewertet wird, schreibe ich nicht ausführlich, was zur 1 fehlt. Aber den Unterschied zwischen einer 2 und einer 1 sollte einem Kind, das regelmäßig eine 2 schreibt, bekannt sein.)

    Du verkennst etwas: diejenige Person, die dich „abschmettert“ (sic!), verwaltet den Mangel und soll auch dafür sorgen, dass die anderen Personen im System (Kolleg*innen und Kinder) keine Nachteile haben.

    Zaubern kann sie ja nicht…

    Dann biete direkt 20 Stunden an.
    Aus Sicht der weiterführenden Schule (und es ist ein ganz anderes System, dessen bin ich mir bewusst), ist es natürlich dreist, 20 Stunden auf 20 Stunden haben zu wollen, aber vielleicht passt es.
    Und zwischen 75% und 50% gibt es schon einen großen Unterschied. Vielleicht kannst du eben 18-20 Stunden anbieten?

    vorweg: ich habe weder Erfahrung mit Grundschule noch mit Kind und Kita, aber: da fehlen Infos:
    Ist dein Betreuungsplatz so, dass du ALLE Stunden an den vier Tagen machen kannst? (oder klammerst du die 1. Stunde / den Nachmittag aus?)
    Bist du eher ein Abendtyp, der bei schlafendem Baby ganz viel macht?
    Hat deine Schule ein gutes Teilzeitkonzept und du musst nicht jede Woche zu einer DB?

    (Ist die Betreuung für die Termine außerhalb der festgelegten Betreuung auch geregelt? Partner/Nachbar/Eltern?)

    Noten sind zwar nicht das Wichtigste im Leben, aber ich muss jedem Lernenden die Chance geben, die 1,0 zu erreichen und dafür wenigstens sagen können "die Fachsprache war nicht durchgehend genug", "Rechtschreibung und Zeichensetzung haben zum Abzug geführt", "im Transfertbereich hätte ich mir mehr Tiefe erwartet, das wäre zum Beispiel durch mehr Argumente und Beispiele möglich gewesen", "Bei der Erörterung fehlten Kontra-Argumente, um zu zeigen, dass du eine mögliche Gegenargumente widerlegen könntest".

    Nein aber die Abwesenheit von solchem Fachpersonal ist Indiz genug.
    Oder kannst du mir etwa Belege vorweisen?

    Du meinst die voll ausgebildeten Fachärzte, denen gerade mal die Pflegeausbildung anerkannt wird?
    Die seit Jahren arbeitende Grundschullehrerin (oder war sie sogar Schulleiterin?), die nicht mal eine Anerkennung als Erzieherin bekam (es ging nicht um die unterschiedliche Altersgruppen, sondern um eine komplette Nicht-Anerkennung)

    Abgesehen davon, dass ich eine solche Frage noch nie hätte nachvollziehen können...
    Ich hatte letztens genau eine solche Diskussion mit einem Prof, der mich genauso abgespeist hat "es ist doch nur eine Note" (die im Abschluss prozentual zählt)

    Wenn ich als Lehrkraft nicht in der Lage bin, zu sagen, warum ich Punkte abziehe, dann mache ich etwas falsch.

    Nein, ich meine die Art, wie generell Planstellen vergeben werden. In manchen Bundesländern können Stellen nur von Schulen direkt ausgeschrieben werden. Sprich schulscharfe Ausschreibung und auch Bewerbung (in NRW läuft das meine ich nur so).

    In anderen Bundesländern gibt es nur die Einstellung nach Liste. Wer sich bewirbt bekommt in jedem seiner Fächer basierend auf seinen Noten einen bestimmten Listenplatz zugewiesen. Je nachdem, wie viele Lehrkräfte mit Fach A, B,… benötigt werden kann es dann sein, dass man lediglich Bus Listenplatz 2 berücksichtigt wird und ein Einstellungsangebot erhält oder ggf. auch bis Listenplatz 40. (Ist das in Bayern so?)

    Schließlich gibt es noch Bundesländer- wie BW- in denen es beide Verfahren nebeneinander gibt.

    Darüber hinaus gibt es dann in allen Bundesländern noch Sonderverfahren für schwerbehinderte Lehrkräfte und ihnen Gleichgestellte. Sollte das für dich relevant sein, dann könntest du dich mit deiner örtlichen Schwerbehindertenvertretung zusammensetzen und beraten lassen, da das auch ein relevanter Grund wäre für eine möglichst wohnortnahe Stellenzuweisung.

    nur zur Minikorrektur:
    NRW hat ebenfalls beide Verfahren aber die überwiegende Mehrheit der Stellen wird schulscharf besetzt.
    Das Listenverfahren existiert parallel (und ist zumindest ganz oft eine Farce. Man guckt, wer oben auf der Liste ist, trifft den Kandidaten und fragt ihn, ob er Interesse hat und dann wird er per Liste zugewiesen). Ich schließe nicht aus, dass es Schulen / Schulformen gibt, die wirklich die Liste blind nehmen, aber oft ist Liste eine Möglichkeit an Namen zu kommen, die man dann abtelefoniert... (oder zu gucken, ob ein Wunschkandidat ganz oben auf der Liste ist, so dass man sich das Verfahren spart)

    oh ja, das Älter werden hat auch meine Noten wesentlich verbessert.
    Und ich glaube, wenn man Lehrkraft ist und entsprechend vorgebildet, checkt man auch viel schneller, in welche Richtung eine sinnvolle Kompetenzüberprüfung gehen wird/ sollte und kann es auch viel passender vorbereiten (nicht im Sinne von learning for the test, sondern Zusammenhänge selbst erkennen).

    Gratuliere!

    Bei Teilzeitkräften findet diese Verrechung aber Wochenweise statt und nicht über den gesamten Monat hinweg.

    Sorry, aber ich habe echt das Gefühl, einige (allgemein, und ich bin gerade sehr einfühlsam) lesen nur das, was sie lesen wollen.
    Habe ich was Anderes geschrieben?
    Soweit ich weiß, liegen Montag und Donnerstag innerhalb einer Woche und ich antwortete auf einen Beitrag, der sich auf eine Woche bezog.

    Doch: das ist doch genau der Konstrukt beim Frosch.
    Es ist eine PRINZIPIELLE WÖCHENTLICHE Vertretung aber keine der beiden Parteien wollte/konnte sich mittelfristig festlegen mit einer Vertragsanpassung (und "Vertragsanpassung" muss ja nicht sofort das Papier mit dem Geld sein, sondern es kann auch ein virtuelles Stundenkonto sein).

    Wenn der/die Kolleg*in sich dann besser fühlt, Mitte März sagen zu können "Keinen Bock mehr, ich gehe weg", tja, sein Fehler.
    Ich hätte gedacht, dass man auch an der Grundschule langfristige Unterrichtsplanung macht und es also so ist, dass man zwar gerade 18 Stunden plant, alle auf einmal, und dann nacheinander hält und nicht jede Woche einzeln entscheidet, was man am nächsten Tag macht.

    Ich bin die Letzte, die Menschen zu ihrem Glück zwingen will. Wenn er bei Krankheit nicht bezahlt werden will, gut.

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