Beiträge von chilipaprika

    Was hier auch meiner Meinung wichtig ist: Auch für VZ-Kräfte bedarf es eines "Ausgleichs". Auch VZ-Kräfte können nicht jeden Tag zur 1. und 4 mal die Woche am Nachmittag bis 15 oder 16uhr30 sein. Nicht, weil die Arbeitszeit unmenschlich wäre, sondern weil es nur den Unterricht betrifft und es keine passende Arbeitsplätze gibt bzw. Unterrichtsplanung nicht unbedingt immer nur in einem 45-Minuten-Slot geht.
    Oder: eine Lehrkraft hat das Glück 3 Fahrten in dem einen Jahr zu machen..

    Das Wollen ist auf beiden Seiten.
    Ich bin GANZ sicher, dass KEINE*R hier meint, "Wenn du nur willst, schaffst du es, wie die Lehrkraft ggü es auch will".
    Sondern: durch Kommunikation findet man Kompromisse.

    Es ist schön, dass bei euch alle/viele zufrieden sind. Es gibt auch welche, die dann sagen "Nee, freitags hast du Schwimmen und es ist mir egal und am Montag hast du zwar Deutsch in der 1. und könntest tauschen, aber ich werde mir keine Mühe geben".
    (Und es gibt aber auch Kolleginnen, die auf ihren Freitag bestehen und jeden 2. Freitag krank melden."

    Viele TZ-Lehrkräfte wollen nicht in den Ganztag. Wenn ich alle mit einem anerkannten Grund rausnehmen (Familie, Behinderungen, Pflege von Angehörigen etc.), bleibt nicht genug Personal um den Ganztag durchzuführen. Wie löse ich das Problem?

    "Liebe TZ-Kräfte, ihr habt keinen Anspruch auf freien Nachmittag, der Ganztag kann nicht von nur 2 über gebliebenen KuK getragen werden. Ihr könnt auch morgens pflegen, die Belastung der Behinderung habe ich im Blick, ... Ich kann dafür einen freien Tag oder einen freien Nachmittag am Tag des Nachmittagsunterrichts /Beginn erst zur 3. an dem Tag, ... was ist euch lieber, was soll ich versuchen?"

    Freitags gerne früher frei haben. Sie kümmert sich am WE um die pflegebedürftige Mutter und muss da hinfahren. Damit hat sich auch einen Anspruch, dass das berücksichtigt werden muss. Allerdings ist dort unsere Schwimmzeit. Andere Lehrkräfte dürfen den Unterricht mangels Zusatzausbildung nicht alleine durchführen. Ein Tausch der Schwimmzeiten ist nicht möglich, da die Busfahrpläne entsprechend vom Schulträger vorgegeben sind und die Busse bestimmte Schulen in einer bestimmten Reihenfolge abholen und dadurch die Schwimmzeiten festgelegt werden.

    "Liebe Kollegin, Es geht leider nicht. Ganz und gar nicht, Systemische Gründe. Mir ist bewusst, dass du als pflegende Angehörige mehr Zeit am Stück brauchst. Wäre dir geholfen, montags später zu kommen oder je nach Deputat frei zu haben? "


    Und drittens: Ich habe mehrere Lehrkräfte mit kleinen Kindern. Die möchten alle nicht in der 6. Stunden arbeiten, damit sie ihr Kind pünktlich abholen können. Gleichzeitig sind an dem Tag noch unsere Anwärter auf Seminartag und unsere Förderschullehrerin an einer anderen Schule abgeordnet. Ich kann 2 vielleicht 3 rausplanen. Ich habe aber 5 mit einem Anspruch.

    "Liebe Lehrkräfte mit Kindern. Wir leben in einer veränderten Gesellschaft und der Schuljob ist kein Halbtagsjob mehr. Mir ist bewusst, dass es Mist ist, die volle Bandbreite an Stunden zur Verfügung zu stehen. Wollen wir alle als Team schauen, dass wir die Nachmittage untereinander aufteilen? Es ist keine Frage / Bitte, sondern die (einzige) Möglichkeit, die ihr habt, mitzugestalten. Jede von euch muss zwei anbieten."

    "mit einem Anspruch".
    Kaum ein Mensch hat ANSPRUCH auf alle Nachmittage.
    Kommunikation tut gut.

    Sage ich als eine Kollegin, die einiges in Kauf nehmen würde, wenn sie nicht vom Stundenplan erfahren würde, dass sie ab gestern alle Arzttermine umplanen darf.

    Ich hatte eine Schule (Ref), die wirklich für jeden jedes Jahr gute Stundenpläne hatte (zumindest hörte ich nie eine Kritik dazu und alle waren sichtlich zufrieden).
    1. Viel hat sich an der Schule einfach nie geändert (Sport donnerstags nachmittags, Sprachschiene der Oberstufe an zwei bestimmten Tagen 1./2 morgens, Musische Fächer immer montags vormittags in der Stufe X, dienstags in der Stufe Y, PK immer montags nachmittags ..)

    2. Die SuS hatten deutlich weniger Auswahl (kein EK, kein LK in Fach Y, ..), zum Teil jahrgangsübergreifende, LK/GK-übergreifende oder GK/Abdecker-Kurse (NRW: Zusatzkurse) zusammen..

    3. Außer ein paar "wichtige" Kurse (Leistungskurse und Klassenleitung) stand im Deputat alles auf der Kippe, der Stundenplaner konnte umwerfen, wie es ihm passte, um gute Stundenpläne für SuS UND KuK machen zu können.


    Wenn eine Schule aber 5 verschiedene Parallelangebote machen will (oder muss, örtliche Konkurrenz) und mit anderen Schulen kooperieren muss/will, einige KuK beschäftigt werden müssen und der Stundenplaner auch mit einer festen Deputatsverteilung umgehen muss, dann ist es erschwert.
    Da man in Deutschland keine Freistunden im Stundenplan der SuS machen darf (Ausnahme Oberstufe), dann ist klar, dass irgendwas nicht klappen kann.

    Ich finde den Ansatz, dass Kollegen (m/w/d) mit besonderen Bedürfnissen (kleine Kinder, zu pflegende Angehörige, Lehramtsanwärter (m/w/d)) ein Zugeständnis erhalten (z.B. an Tag X frei, erst ab Stunde Y oder nur bis Stunde Z) und im Gegenzug selbst ein Zugeständnis anbieten (also irgendeine Sache übernehmen, die innerhalb des Kollegiums eher unbeliebt ist), gut und das sollte auch trotz der zuvor genannten (berechtigten) Herausforderungen bei der Stundenplanung umsetzbar sein.

    Schwierig..
    Wenn ich als pflegende Angehörige bei 50% TZ nachmittags ab 14 Uhr frei brauche, dann ist das "Zugeständnis", dass ich sonst immer 1.-7. Stunde kann (also nicht freien Tag UND Nachmittag verlangen kann).
    Aber von mir erwarten, dass ich die Klassenleitung der schwierigsten Klasse übernehme, nur weil ich einen Wunsch am Stundenplan habe, finde ich unangemessen.

    Der Berufsanfang war sicher nie rosarot, aber wenn ich sehe, was unsere "jungen" KuK machen müssen, hola die Waldfee.
    Viele haben ja diese wunderbaren (Teil-)Abordnungen an anderen Schulformen, eine Klassenleitung und co sind selbstverständlich (gehört zum Job, ist klar, aber), dann alle möglichen Erwartungen ("Probezeit") dazu, ob real oder befürchtet...
    Immer mehr Aufgaben, immer weniger Entlastungen. viele aus dem mittleren Alter sind eh schon "ausgebrannt", desillusioniert und können nicht mehr, dann prallt es bei den Jüngeren.

    (Aber ich nehme auch viele Jüngere wahr, die sich seeehr gut abgrenzen und zum Beispiel bewusst keine Planstelle annehmen. Engagiert ja, aber keine Vertretungen, keine Mehrarbeit, keine zusätzlichen Sachen ... Vielleicht nicht als Dauerkonstrukt, aber bevor sie sich irgendwo am Job oder der Schule binden.)

    Aber es wäre möglich, von vornerein zu klären: "Kein Reli donnerstags. DARAUF könnt ihr euch das nächste Schuljahr verlassen. Wenn ihr einen freien Tag wollt, dann wird es dieser und kein anderer, zumindest nicht garantiert und nicht jede Woche"


    (Mir ist klar, es gibt auch Reli-Spanisch-KuK und der Spanisch/Latein/Italienisch-Band hätte mittwochs frei, aber ...)

    Teilzeit IST ein Verlustmodell in der Schule, man muss es aber NICHT noch schlimmer machen.
    und dass jede*r unterschiedliche Kompromisse braucht, macht es schwieriger, aber wenn sie fair und transparent sind, ist es okay. Machen wir auch mit unseren SuS immer (Nachteilsausgleich). Sich darauf verlassen können, dass ich meine Arbeit länger schreibe - auch wenn ich es nicht brauche - oder eine Sehhilfe habe, ist viel wert. Sich darauf verlassen können, dass ich meine Nachmittage frei habe, motiviert mich, morgens immer die erste Stunde zu haben.
    Und wenn mein "Kompromiss" wäre: VZ nie zur ersten und kein Nachmittag, dann muss mir der Zahn gezogen werden, dass DAS nicht unter "Familienfreundlichkeit" fällt.

    Man kann auch mit TZ-Kräften durchaus sprechen.
    "Du MUSST mittwochs und donnerstags früh in die Schwimmhalle. Was wäre eine andere, zuverlässige Entlastung?"

    Ich erlebe die ständigen Veränderungen als enorme Belastung und ich werde trotz Empathie nie genau nachvollziehen können, was "Kita-Abholen" für einen Stress bedeutet.
    Ich möchte einen freien Tag. Wenn die Schule mir garantiert, dass es das ganze Jahr der Donnerstag ist, dann ist es super. Ist mir egal (es gibt vielleicht Leute, denen ein bestimmter Tag wichtiger ist. Auch da kann man reden zwischen "wichtig" und "unerlässlich".)
    Das Problem ist: Wenn sich schlechte Kommunikation verselbstständigt und Leute dazu übergehen, Fakten zu schaffen, weil sie eh kein Vertrauen mehr haben.

    Ich kenne tatsächlich beide Fälle:
    Großeltern kämpfen um Besuchsrecht vs. Großeltern verschwinden von einem Tag auf den anderen.
    (zum Teil sogar "Kämpfen" nach vorherigem Desinteresse aber auch "Verschwinden", nachdem die Kids quasi jeden Tag da waren. Es der Schwiegertochter heimzahlen scheint wichtiger zu sein.)

    magst Du auch sagen, warum?

    1. Weil ich es problematisch finde, SuS unterschiedlich zu behandeln. Bewusst oder unbewusst hast du eine Arbeit als erste rausgezogen und nicht eine andere.
    2. Wenn du rein nach Abgabe gehst: es könnte einige SuS motivieren, schneller abzugeben, um es hinter sich zu haben und damit meinen sie auch die Note, statt sich doch ein bisschen länger anzustrengen und auf neue Ideen zu kommen.
    3. Ich korrigiere nicht schneller oder langsamer FÜR oder WEGEN Kolleg*innen, aber ich halte es für eine schlechte Signalwirkung, innerhalb der selben Stunde eine Arbeit (nicht Test) zurückzugeben. Gut, ihr habt offensichtlich nicht den Weg über die Schul-/Abteilungsleitung... SuS können nicht differenzieren, dass andere Fächer wesentlich dauern können.
    4. Wenn die Arbeit kurz genug für alle war: Warum habe ich Zeit zu korrigieren und was mache ich denn sonst im Unterricht?

    Du siehst, viele Gedanken, die da aufkommen.

    Daher meine Frage an euch:
    Würdet ihr in so einer Situation zumindest den nächsten Schritt gehen und ein Vorstellungsgespräch wahrnehmen, um euch ein genaueres Bild zu machen – oder eher zurückhaltend bleiben?

    Warum auf mich aufmerksam machen, wenn ich dann nicht zu einem Vorstellungsgespräch gehen möchte?
    Jedes Ereignis hat auch eine Folge in der Zukunft. Jedes Handeln. Ja.
    Aber auch: Jedes Nicht-Handeln.

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