Beiträge von chilipaprika

    Es ist übrigens auch wenig feinfühlig, Kris24 aufs Butterbrot zu schmieren, wie galant hier einige die Situation gemeistert hätten. Aus der Ferne, in der Rückschau und als nicht Betroffene/r lässt sich gut reden.

    ich vermute, das was als "besserer Umgang" gelesen werden kann, ist das, was viele von uns aus schlechten Situationen gelernt haben. Ich glaube: Nur, wenn man mehrmals sowas erleben durfte (kleinere und größere Sachen wie hier), versteht man den Weg über ein anderes Mittel. Das heißt, jede*r / die meisten hier haben schon ihre schlechten Erfahrungen mit dem unflexiblen System gemacht....

    Ich habe für meine Großmutter "großzügigerweise" einen Tag bekommen. Die Beisetzung war an einem Freitag (hat meine Mutter so organisiert und den Zeitraum ausgereizt, damit so viele wie möglich, auch ich, anreisen können). Ich bin an dem Donnerstag nach der Schule (Nachmittagsunterricht) gefahren, 8-9 Stunden später bei meinen Eltern angekommen, am nächsten Vormittag die Beerdigung und am Nachmittag wieder gefahren, weil am Samstag der Tag der offenen Schule war und ich unabkömmlich war (Ironie aus).
    Mein Mann hat übrigens den Donnerstag Nachmittag und den Freitag bekommen und musste nur die Stunden des Donnerstags irgendwann wieder ausgleichen.

    Ein paar Wochen später starb die Mutter meiner besten Freundin und ich konnte mir nicht frei nehmen ("nee, ein zweites Mal, das geht nicht") und ich bin bis heute sehr verärgert. Man geht auf Beerdigungen für die Überlebenden und wenn ich hätte wählen müssen, wäre ich für meine Freundin statt für meine Mutter da gewesen (don't judge, wenn ihr nicht das ganze Bild kennt).
    Ich frage mich allerdings, was gewesen wäre, wenn ich noch einen weiteren Großelternteil oder Familienmitglied verloren hätte.

    Aus dem Forum glaube ich gelernt zu haben: nur in Bayern und BaWü gibt es besondere Regelungen zum Drittfach, dessen Einbeziehung in die Note und Unterricht im Ref.

    NDS: ich hätte ein Drittfach im Ref unterrichten dürfen (on top) und auch da Besuche und Seminar nehmen dürfen (on top), meine Note hätte es nicht geändert.
    RLP: auch ziemlich sicher, da ich da schon plante, nur mit 2 Fächern ins Ref zu gehen.
    (und sowohl für RLP; NRW und NDS gilt: das Erweiterungsfach - sofern voll examiniert - ist völlig gleichwertigi und kann eins der zwei Fächer im Ref sein.)

    Hilft dir nicht, macht ggf. nur neidig ...

    Vorsorgeuntersuchungen und Kontrolltermine sind nie medizinisch notwendig.

    also ab einem bestimmten Alter deute ICH sie als notwendig, um eben nicht 5 Jahre zu spät über Krebs informiert zu werden. (aber zugegeben, die einzige unflexible Fachärztin ist die Frauenärztin und es ist bei mir keine reine Vorsorge). Haut-, Zahn-, Ohren- und Augenarzt haben tatsächlich immer geklappt, da warte ich "nur" 3-5 Monate. Haha.

    Mittlerweile bin ich sehr pragmatisch. Klar nehme ich keinen Frauenarzttermin um 10uhr morgens, aber nur noch den 18.45 uhr-Termin, der nur einmal in der Woche angeboten wird (ich fahre 70-80 Minuten), nee…

    Ich nehme, was mir im mittleren Nachmittag angeboten wird. Wenn es nicht passt, rufe ich ca. 10-14 Tage vorher an, ob sie spontan was anderes gibt. Wenn nicht, dann Pech und ich stelle einen Freistellungsantrag.
    Daich jetzt weiss, wann ich nächstes Jahrfrei habe, habe ich letzte Woche einen Termin umgestellt.

    Vorsorge ist bei einigen Ärzten genauso wichtig wie akut, und es passt nicht immer in den Ferien….

    Bei uns dürfen sie auch keine Springstunden haben, wenn sie vormittags und nachmittags arbeiten. Das ist in der Praxis kaum umsetzbar. Es gibt immer noch die Einschränkungen, dass alles möglich ist, wenn die Lehrkraft einverstanden ist. Aber wenn jemand darauf bestehen würde, bekämen wir Probleme. Dann müsste man Fächer irgendwie aufteilen.

    DAS fällt für mich unter "zuviel".
    Also in jedem normalen anderen Job normal, aber so lange es nicht für 90% der VZ-Leute auch realisierbar ist, sollte es keine Muss-Regelung für 60%-TZ sein (also alles kombiniert, was du erzählt hast)

    Berücksichtigst du das das mögliche Rausgehen bei der späteren Leistungserhebung zu der zugehörigen Unterrichtseinheit? Und, falls diese Themen so vom Curriculum vorgeschrieben sein sollten (Ich weiß nicht, ob das historische Curriculum in NRW konkrete Epochen/historische Ereignisse enthält oder ob es eher bestimmte Konzepte vorgibt, von denen ausgehend die Geschichtslehrkräfte passende historische Ereignisse heraussuchen können.), wie gehst du sicher, dass die betroffenen Schüler (m/w/d) dennoch die notwendigen Kompetenzen am Ende erworben haben?

    Ich beantworte für mich und den schon erwähnten Fall in Päda, Erziehung im Nationalsozialismus.
    Wenn jemand sich Szenen aus dem Film Napola nicht angucken kann, hat er trotzdem Texte und muss trotzdem wissen, wie Manipulation / Erziehung in der Hitlerjugend, in der Schule und in den NAPOLA-Schulen abliefen. Jemand kann visuell getriggert werden, wird trotzdem keinen Freibrief für die Klausur erhalten.
    Ich "durfte" in der 9. Klasse mehrere Stunden Filme zu den Nürnberger Prozessen schauen. (Hieß auf Französisch "von Nürnberg nach Nürnberg"). Ich wäre froh gewesen, ich hätte den Raum verlassen dürfen. Es war für die Vermittlung des Stoffs untermauernd, aber nicht notwendig. Ja, die Alpträume und die bis heute wirkenden Bilder sind vielleicht Erziehungsziel, aber ich war zu dem Zeitpunkt zu jung (in meinem Kopf). Selbstverständlich hätte ich nicht später sagen können "ich lerne den 2. Weltkrieg nicht, es ist zu schwer zu verdauen".

    Valerianus bin bei allem bei dir.
    und ich habe tatsächlich schon mehrere Mädels nach krassem Gewichtsverlust kurz und privat angesprochen, zum Teil nebenbei mit Eltern darüber gesprochen (NIE eine Diagnosevermutung gegeben, wäre auch nicht möglich, sondern erwähnt, dass dies und das aufgefallen sei).
    Ich bin Essstörung-seeeeehr sensibel, es fiele mir im Leben nicht ein, kein Essen mehr mitzubringen. Nein sagen kann immer jemand, ich passe eh immer auf, vegan / halal auch dabei zu haben und sage auch, man könne sich den Schokoriegel für später mitnehmen.
    ABER: ich würde keine Schullektüre behandeln, wo meine Behandlung darauf angewiesen ist, ein paar Erbrechsituationen literarisch zu interpretieren.

    ist bei uns (NRW) eine soll-Regelung.
    Und bei uns konkret: erst ab 17 Stunden (von 25,5, also 66%) soll versucht werden, einen freien Tag zu ermöglichen.
    Es gibt Leute, wo es nicht funktioniert (und einige VZ-Leute, die einen freien Tag haben, manchmal ist es halt so, verstehe ich schon, aber TZ-freundlich ist es nicht.) Aber unser schulinternes Konzept soll überarbeitet werden, ich weiß nur: es wird dadurch nicht besser.

    Sorry chilipaprika aber ich muss mich in der Schule schon so oft über irgendwelche Coaches oder heilpraktischen Psychotherapeuten aufregen, die mit so pseudo-wisaebschaftlichen Begriffen und anekdotischer Evidenz um sich werfen (hochsensibel und Autismus-Spektrum-Störung ist momentan bei uns ganz groß im kommen). Mir geht es nicht darum, dass man nicht sensibel mit traumatisierten Menschen umgehen soll, aber alles was ich zu "traumasensibel" gefunden habe (hab gerade noch einmal ausführlicher recherchiert) ist weder von Medizinern noch von Psychologen und man sollte keine Laien auf Menschen mit echten Problemen die Hilfe suchen loslassen.

    Die Zulassung zum Heilpraktiker bekommst du hinterhergeworfen in Deutschland, das ist echt Wahnsinn wenn du dir anguckst wie lange ein Pfleger oder ein Psychologe (ohne Therapeutenausbildung) ausgebildet werden und was die dürfen und was Heilpraktiker teilweise legal für eine Scheiße abziehen...

    Aber eben: ist es nicht ein bisschen riskant, uns Laien damit zu beauftragen?
    Solche Themen sollten in der Hand von Profis sein, im Rahmen von externen Expert*innen, in Projekttagen oder niederschwelligen Angeboten. Weil ich mich eben nicht anmaße, ohne angemessene Kompetenz eine passende Anlaufstelle zu sein. und das bin ich automatisch, wenn ich es zum Gegenstand des Unterrichts in dieser Form mache.

    PS: hochsensibel und ASS gleich zu setzen (nennen) ist aber so eine Sache, das eine hat eine wissenschaftliche Fundierung, Kriterien und ist anerkannt, das andere (noch?) nicht und hat wenig Kriterienorientierung, wenn ich mich nicht täusche.

    Als besonders betroffen empfinde ich noch die TZ-Kräfte. Die haben in Nds. Anspruch auf einen freien Tag. Den sprechen wir aber vor den Ferien ab, so dass sie entsprechend planen können.

    und das ist bei WEITEM keine Selbstverständlichkeit.
    An meiner Schule definitiv nicht (abgesehen davon, dass es eh ausgelegt wird, dass es keinen "Anspruch" gibt.)

    [Ich spreche nicht für mich, ich kenne meinen freien Tag, aber ich habe auch Empathie für alle anderen TZ-Kräfte, die es nicht tun und Kinder / Gründe haben]

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