"Meine" Schule wird in den nächsten 2-3 Jahren 3 von 4 Lateinlehrkräften verlieren.
Ich bin aber ganz ehrlich: ich würde durchdrehen, wenn die Schule jemanden mit Latein/Geschichte einstellen würde.
Latein wird maximal 14-16 Stunden einnehmen (7.-10. Klasse, ich habe die aktuellste Stundentafel nicht im Blick), und es gibt in der Regel nur 2 Lateingruppen im Jahrgang. und dann noch 10 Stunden müssen also Geschichte sein. Minimum, jedes Jahr.
Da wir in Geschichte sicher eine Überbelegung haben, bringt es Unruhe in beiden Fachschaften (der Lateinlehrer mit einem "unbrauchbaren" Zweitfach (UV-teachnisch!!!) muss also möglichst viel Latein bekommen, die anderen Lateinlehrer bekommen nie Oberstufe, und/oder kriegt automatisch sein Zweitfach, der Deutsch/Geschichtskollege hat also am Ende vielleicht 20 Stunden Deutsch und 5 Stunden Latein, Jahr für Jahr...
Aber sei beruhigt, ich bin nicht SL und meine Erfahrung zeigt: die wenigsten SL denken so weitsichtig, wie ich es tue. (und einige können es sich nicht mal leisten, so zu denken...)
Beiträge von chilipaprika
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und warum hast du diese Schulstelle angenommen? Was waren denn deine Gründe? (insbesondere, wenn du rechnen konntest, dass an deiner Wunschschule zwei Jahre später eine Ausschreibung kommen würde (könnte), wirst du nicht halbherzig was angenommen haben.)
Versuche, dich auf diese Gründe zurückzubesinnen. Oder sind sie jetzt alle weg? -
steht irgendwo, dass es "Ein-Fach-Bachelor"-Leute sein soll?
An vielen Unis werden schon im Bachelor 2 Fächer kombiniert... auch ohne Lehramtsanteile. -
Klassenleitung ist keine Extraaufgabe. Ungerecht ist das nur insofern, dass sich manche Kollegen davor drücken.
oder (um jetzt die KuK in Schutz zu nehmen, die keine Klassenleitung haben):
Viele Schulen haben sie gar nicht auf dem Schirm, weil viele SL von der Gottgegebenheit der Klassenleitung durch Deutsch, Mathe oder Englisch ausgehen.
und viele gehen auch immer von ihrem Pool an LK aus, ohne an neue denken zu können.
Ich habe in meinem ersten Jahr "nein" gesagt (die rumlaufende zuständige Kollegin machte es mir auch noch sehr schmackhaft mit "besonders schwierige Klasse, blabla" (?)), danach wurde ich nie wieder gefragt (ich bin nicht traurig drum, ich bin nicht soooo wild auf eine Klassenleitung..) Es war glaube ich eine Mischung aus "oh sie hat sicher abgesagt, weil sie schwanger wird" (besagte Kollegin war auch der Meinung, eine Frau im Alter, Kinder zu bekommen, solle ihrer Meinung nach keine Klassenleitung bekommen ( ...) ) und "sicher unfähig" und es war der Anfang einer sehr langen Kette an schlechten beruflichen Entscheidungen. Ab auf den Abstellgleis.
Wenn ich aber sehe, wie Klassenleitungen fertig aussehen und dass keine angemessene Unterstützung für die gegeben wird, dann werfe ich mich nicht in den Graben und engagiere mich woandershin. -
ich spielte mit dem Gedanken, meine Planstelle in Teilzeit anzutreten (viel Pendelei und "Eingewöhnen"), meine Schulleitung erklärte mir, dass es eine ganz schlechte Idee sei, ihrer Erfahrung nach würden die wenigsten dann wieder aufstocken.
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Die Höhe kenne ich nicht (ich hatte eine niedrigere im Kopf), aber @NRW-Lehrerin in NRW gibt es kein Altersgeld aber in anderen BL schon
(Ich weiß nicht, ob dein Unglaube sich auf die Höhe oder Pension bezog)
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die "grundlose" (und auch die familiär bedingte) Teilzeit wird eben nicht mindernd angerechnet.
Es gibt nicht für jede reduzierte halbe Stelle eine Vertretungslehrkraft, sondern: das Ministerium geht davon aus, dass diese natürlichen Schwankungen im System eingespeist sind und das Kollegium das einfängt (bei der Altersermäßigung ist es definitiv so, mir wurde es auch für die "grundlose" TZ auch so erklärt. Deswegen muss eine SL nicht nur ihr Okay geben, sondern sagt auch damit, dass sie keine Probleme dadurch bekommt, die UV zu halten. -
Jetzt verstehe ich endlich, warum die Französischkollegen immer diese Crêpes mit ihren Klassen backen!

tja, das Crêpes-Gerät (von der Steuer abgesetzt) und die Zutaten (von der Steuer abgesetzt "Lektion 8, Landeskunde") sind schnell rentabilisiert.
Ich bin übrigens sicher, dass man den Dreisatz auch anhand von Rezepten sehr gut üben kann. -
Ich bin auch nicht davon ausgegangen, dass es mit der Verbeamtung klappt und war sogar ziemlich baff.
Ich bin aber ganz ehrlich: ohne Verbeamtung wusste ich damals schon, dass ich (Korrekturfächer) vermutlich auf 70% oder so gehen würde (wenn schon weniger Geld, dann auch mal Wochenende, der Unterschied macht es auch nicht mehr).
Ich glaube, ich hätte aber tatsächlich noch mehr gezweifelt. Nicht, weil das Geld oder der Status (sowieso nicht) für die Berufswahl entscheidend war (haha, ich wollte in einem Land Lehrerin sein, wo man die Hälfte verdient), aber dann hätten die Kombi von Ungerechtigkeit im Vergleich zu anderen Kolleg*innen zu Belastung des Jobs an sich dazu geführt, dass ich gekündigt hätte.
Ja, E13 außerhalb der Schule ist echt schwierig zu finden (merke ich gerade, wie unverschämt die Stellen ausgeschrieben werden), aber E13 in der Schule mit 70/80% oder E11, ganz ernsthaft: wenn man sich eh noch nicht daran gewöhnt hat, dann hat man (vielleicht je nach Hintergrund) andere Erwartungen. Ich lebte als Vertretungslehrerin mit 60% E-13 ganz okay (klar, ich war alleinstehend und ohne zu große Verantwortungen) und habe mindestens ein Jahr auf A13 gebraucht, um zu verstehen, dass das Geld, was jetzt reinkommt, meins ist und zu meinen Lebenshaltungskosten beitragen kann.
Jetzt ist ein Großteil des Geldes verplant, aber eyh: das Haus muss nicht jetzt sofort abbezahlt werden, wenn ich dafür unglücklich bin (und das beziehe ich jetzt nicht auf mich, sondern generell: Vom A wird man nicht glücklich, vom E wird man nicht arm. Trotzdem muss der Rest jeweils stimmen und ich habe hohen Respekt für alle E-Leute, die tagtäglich im SELBEN Lehrerzimmer mit A-Lehrkräften arbeiten (kein Vergleich zwischen Schulformen und Bundesländern). -
Was ist denn eine "Korrekturgruppe"?
in NRW schreiben die Schüler*innen nur in den 4 "Hauptfächern" in der Sek1 Klassenarbeiten (dafür 5 bis 6 im Jahr), in der Oberstufe nur in ca. 6 Fächern, wobei Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache (99%: ENglisch) Pflicht sind, und die Abiturfächer, viel mit Überschneidung.
Das heißt: Im Bio-LK schreiben alle, im Philo-GK mit 15 SuS schreiben wenn überhaupt 1 oder 2 SuS (an meiner Schule). Im Bio-GK schreiben mehr ("einfacher") als im Chemie-GK.
Wer also 80% Sek 1 mit "Nebenfächern" hat, hat ggf. nur 10-20 Klausurschreiber*innen, während der D/E-Lehrer keinen einzigen Schüler hat, der keine Klassenarbeit oder Klausur schreibt.
Eine "Korrektur(gruppe)" ist also eine Lerngruppe, die überhaupt eine Klausur schreibt, und manchmal sind es sehr kleine Gruppen, dann sind aber hoffentlich die KuK nicht so frech, die Gruppe "Korrekturgruppe" zu nennen (sagt jetzt die Korrekturlehrerin
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In Bayern gibt es das leider auch nicht.
Wovon ich allerdings schon gehört habe und was ich vom Grundprinzip her sinnvoll finde, wenn auch im Detail kompliziert umzusetzen, ist ein schulinternes Punktesystem: Eine bestimmte Anzahl von Punkten wird vergeben für Fach/Klassenstufe/Aufsichten/Sonderaufgaben/..., um Vergleichbarkeit und eine gewisse Gleichberechtigung herzustellen.
so in etwa funktioniert es auch an meiner Schule (also jenseits der Entlastungspunkte für Nachschreiber*innen /Ironie off).
Das Punktesystem berücksichtigt die Klassenleitung und die Klassenarbeiten.
Die Anzahl an Entlastungsstunden ist aber echt kein großer Topf, also hatte ich trotz nur Korrekturgruppen in Vollzeit (aber nie Klassenleitung) selten eine Entlastungsstunde. Spitzenreiter*innen: D/E, D/Päda mit Klasenleitung: vielleicht maximal 1,4 Stunden?
Also nicht etwas, wofür man sagt "juhu, ich nehme die nächste Korrekturgruppe!" (Trotzdem immer ganz "nett", am Ende des Jahres da zu stehen, mehr als 1500 Punkte in der Tabelle zu sehen und dann zu sehen, dass irgendein Kollege tatsächlich einen Antrag auf Anrechnung eingereicht hat und 12 Punkte hat. (Bedeutet also sowas wie: 1 Klausurschreiber eines "Nebenfachs" in der Oberstufe. (Ja, ich meine EIN Schüler), gibt ihm ja nach 30 Jahren an der Schule eine Viertelstunde Anrechnung? Kleinvieh macht Mist.) -
ach, mein Fehler, zu schnell bzw. zu schlecht kombiniert. Ich dachte, du hättest geschrieben, du würdest die Meinung des Profs in seinen Äußerungen teilen.
Sorry.
Nee, zum Einkommen habe ich da keine Äußerung gehabt, ich finde es auch nicht so üppig, wenn man eben bedenkt, was davor (im Regelfall) gemacht werden musste. -
(du hast aber einen "nicht" vergessen, oder, @TwoRoads ?)
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denen zwar haufenweise schulische Nebenfächer einfallen, die sie studieren könnten/ wollen würden, aber kein Hauptfach schmeckt, weil zu schwer, zu viele Korrekturen später, Auslandsaufenthalt verpflichtend, etc. Das Risiko wird man wohl gerade aktuell nicht eingehen wollen.
und es ist ein ewiger Teufelskreis, denn ganz ehrlich: wie oft (immer!) wird hier im Forum JEDEM davon abgeraten, seine Wunschkombi zu nehmen, sobald es nach Korrektur riecht? Klar, Deutsch/Englisch würde ich selbst Harcore-Sprachliebhaber*innen mit SM-Hang abraten, aber es fängt auch mal mit "Mathe/Französisch" -> Ach, zu viel Korrektur, "Oh, du hast ENglisch/Kunst, aber würde dir Physik nicht lieber gefallen, ENglisch ist korrekturintensiv". Irgendjemand muss den Job machen, es wird nicht dadurch einfacher, dass man dem Nachwuchs Erdkunde/SoWi empfiehlt. Nicht, weil ich will, dass der Nachwuchs meine Korrekturen übernimmt (obwohl...), sondern weil es ein systemisches Problem ist und man es nicht auf individueller Ebene lösen kann. Und die Sprüche vom Chemie/Sport-Kollege "Augen auf bei der Fächerwahl", um zu rechtfertigen, dass er ein schöneres Leben hat als ich, sind nicht nur unerträglich sondern der blanke Hohn.
Das ist das Problem an diesem "Entlastungssystem". Solche Entlastungsstunden muss erstmal das System haben und dann auch entsprechend verteilen. Dies wird allerdings von der Lehrerkonferenz abgestimmt (auf Vorschlag, klar...) und bedarf also des "Gönnens" der Fächergruppe II-KuK, die dann nicht anfangen, davon zu fabulieren, dass sie in JEDER Stunde ein Experiment machen, dieses für JEDE Stunde wieder erproben und vor jeder Musikstunde alle Gitarrensaiten aufziehen und danach nur Kopfschmerzen haben (Beispiel frei erfunden, weil ich ausnahmsweise nicht nur auf NaWis und Sportler schießen wollte). -
Ich pendle zur Zeit von Tür zu Tür fast 2 Stunden (effektiv, offiziell 1 Stunde 45 ohne Puffer und Verspätung). 3-4 Tage die Woche.
Das würde ich mit einem Schulalltag nie hinkriegen.
Mein Zug hat Verspätung? Dann bin ich halt 10 Minuten später da. Mein Zug fährt nur stündlich, dann arbeite ich den vollen Leerlauf, bis ich das Büro verlassen kann (und schreibe auch entsprechend die Arbeitszeit auf). Ich lege nie Termine da, wo ich rein theoretisch locker im Büro im bin, lasse mir 30-45 Minuten zum Ankommen, also schon zum vollen konzentrierten Arbeiten, aber ich würde durchdrehen, wenn ich im Zug säße und - wie so oft - ein Problem am Triebzeug, ein fehlender Lokführer, eine Überholung durch verspäteten Zug, blabla meine Zugfahrt verspätet. WENN ich frühe Veranstaltungen habe und um 8 ins Büro muss, dann muss ich um 10 nach 7 im Büro planen (und bin nicht gestresst), muss aber dafür ein Auto organisieren, um einen Teil des Weges zu machen, um eben nicht um halb 6 das Haus zu verlassen.
Mein Körper schafft es erstaunlich gut, aber NIE im Leben würde ich sowas vor und nach einem Schultag (und dann noch vor der weiteren Vorbereitung) hinkriegen. Hut ab für jeden, der das schafft! -
15? Profis kommen auf die Zahl im Monat.
sorry, ich dachte, es wird sonst zu auffällig, wenn die Quote an Lebensmittelvergiftung unter Französisch-SuS signifikant explodiert...
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Wie, kriegt ihr nicht?
Ich sorge immer dafür, dass mindestens ein Schüler bei der Klassenarbeit oder Klausur fehlt.
Für 3 Nachschreibeklausuren bekomme ich eine ENtlastungsstunde. Deswegen unterrichte ich schon seit Jahren nur 15 Stunden die Woche. -
In Deutsch hatten wir schon ein Portfolio, ich mache es nie wieder. In Französisch halte ich tatsächlich die Kommunikationsprüfung für absolut sinnvoll (ob das Format sooo geeignet ist, ist eine andere Sache), ist ein Mörderaufwand für die Schule und da muss tatsächlich die Fachschaft an einem Strang ziehen.
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Klar, ich habe es mir ausgedacht, dass ich 6 mal im Jahr eine dämliche Spracharbeit in der Sek1 schreibe.
Und dass eine Gedichtsanalyse länger als eine halbe Seite ist (und trotzdem in der Form, wo sie "abgefragt" wird, kaum in die Tiefe geht, die man im Unterricht üben könnte), ist ja logisch.
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