Beiträge von chilipaprika

    Aber die Vorstellung, für eine Familie Vorräte in dem Ausmaß parat zu haben, kann nur von Einfamilienhausbesitzern kommen. Der Großteil der Menschen wohnt aber in städtischen Mietwohnungen.

    Klar. In dem vermieteten Einfamilienhaus kann man natürlich keine Vorräte lagern und städtische Eigentumswohnungen haben einen Keller, während die Mietswohnungen NIE einen haben.

    Also ja, diese Erhöhung ist Luxus. Trotzdem finde ich, beschweren sollten sich eher die Nicht-Beamten mit Kindern, als die Beamte ohne Kinder, die i.d.R. ein gutes Leben (meine Maßstäbe, will nicht den anderen Thread über die Angemessenheit des Gehalts hier rüberkopieren) ermöglichen.

    und wie ich schon mal schrieb: man kann sich "beschweren" und kritisieren, auch für Andere. Daran krankt auch ein bisschen die politische Demokratie: dass die meisten nur an ihre eigenen Partikularinteressen denken.
    Mein Leben ist schön und gut. Ob es daran liegt, dass der liebe Gott mir keine Kinder gibt, wage ich zu bezweifeln.


    Allerdings ist mein Leben NICHT schön, solange ich weiß, dass die soziale Schere in unserem Land weiter auseinanderklafft.

    Was ich total nervig finde: Es gibt in den letzten Jahren den Trend, als Klasse gemeinsam eine "wunderschön" bemalte Tasse/Teller/Schüssel... zu schenken. Da wird der Rohling für richtig teuer Geld in einem entsprechenden Laden gekauft, bemalt und gebrannt. Dann kostet das gute Stück schnell mal 20€ und das ist doch leider rausgeschmissenes Geld. Zu schade für die Arbeit und das Geld, wenn es dann "verschwindet" oder Staub fängt.

    Ich habe in 13 Jahren tatsächlich nur einmal eine Tasse bekommen und ganz ehrlich: ich liebe sie. Zugegeben, ich habe sie jetzt ein paar Jahre nur auf der Fensterbank als Stiftetasse, die Tasse ist 10 Jahre alt, die Kids haben 2016 Abitur gemacht, ich habe sehr gute Erinnerungen an die Gruppe.
    Meine Fensterbank könnte noch ein paar Tassen vertragen (obwohl ich aus der Thermostasse trinke :-D), aber wir haben auch viel Auswahl zu Hause oder in der Lehrerküche.

    und wenn jemand zwei Tage vor der Notenkonferenz kommt und 3 Monate nachreicht, dann ist es plötzlich anders?
    (in NRW haben wir leider keine offiziell geltende Frist, aber ihr habt die nunmal in BaWü... ein Tag ist sicher was Anderes als deutlich drüber... und du hast mit "ausbildungsreifen" (haha) Kids zu tun: da kann man nicht endlich die Augen drücken, wenn jemand zb 2 Monate braucht, einen Attest nachzuliefern.
    Wenn man es am Montag nicht schafft, den Attest einzuwerfen, obwohl man seit Mittwoch zurück ist, und am Dienstag vor der 1. Stunde die Lehrkraft sucht, ist was Anderes...

    Jetzt doof rungefragt (als nicht-Grundschullehrkraft und nicht-Mutter fehlt mir vielleicht der Blick für die besondere beziehung zur Grundschullehrkraft): ist so ein Adventskalender nicht ein bisschen zu viel des Guten? Immerhin ist es ‚nur‘ was in der Mitte des Jahres… der Abschied ist schon was Anderes…

    Ja, mir ist klar, dass es pro Person wenig ist (und ich hab in der Grundschule (von meiner Mutter) selbst gemachte Pralinen geschenkt, weil meine Mutter eh welche gemacht hat und uns immer fragte, ob wir was schenken wollten.), aber in der Gesamtheit erscheint es mir doch sehr viel (weil es auch als Gesamtheit verschenkt wird)

    Wenn's regnet die eigenen Kinder einlaminieren, damit sie trocken bleiben...

    Das Laminiergerät wird im GS-Haushalt öfter benutzt als der Rotstift. Womit wir bei der Ausgangsfrage wären: Misch-Packung Laminierfolien als Geschenk. :geschenk:

    Ich habe einer (von "hier") ausscheidenden Kollegin, die den Seiteneinstieg für die Grundschule jetzt macht, zum Abschied eine Packung Laminierfolien geschenkt und danach gefragt, ob sie schon das entsprechende Gerät gekauft hat. Ihre Antwort, dass die Schule sowas wohl haben wird, konnte ich nicht so ganz zwischen "süss" und "haha" einordnen. Ich würde gerne wissen, wieviele Abende sie jetzt in der Schule verbracht hat oder ob sie doch ein eigenes Gerät hat, und abends vorm Fernseher laminiert :)

    Also, als Gym-Lehrerin habe ich viel seltener etwas bekommen, und das EINZIGE, worüber ich mich in den vielen Jahren NICHT gefreut habe (egal ob Schule, Kolleg*innen, Eltern oder Schüler*innen) war eine Flasche (Rot)wein. Ich nicht konsequente Nicht-Alkoholtrinkerin, das war schon mal Thema in dem Schuljahr gewesen ("oh du trinkst nicht? du bist doch mit dem Zug unterwegs?"), und auch wenn die Stadt von Weingebieten umgeben ist (und wie ich jetzt kurz nachgeschaut habe "Rotweinstadt" genannt wird :D ), fand ich es unpassend. An dem Tag erhielt der langjährige Hausmeister für fast 20 Jahre an der Schule für seinen Renteneintritt eine kleine Kiste mit 3 Flaschen Wein. Selbiger Hausmeister, der (bekanntlich) trockener Alkoholiker war.

    Wenn man also nicht in sowas greift: mein Gott, meine Schüler*innen haben mir eine Teesorte geschenkt, die ich nicht trinke, ich habe mir einen Ast gefreut. Badekugel, obwohl ich keine Badewanne hätte? Ich würde mich riesig freuen!
    Es geht um die Geste!! und wenn das Fettnäpchen bzw. der Fehlgriff nicht aus absoluter Unaufmerksamkeit passiert, dann ist es halt doch nicht schlimm (die Schokolade zum Tee habe ich aus Freude gegessen :D

    Da wird zB der Alleinstehende, der nie fehlt und seine Arbeits zum allergrößten Teil vorschriftsmäßig macht, ggf versetzt, weil es ihm zuzumuten ist.

    Der schwerbehinderte Kollege, oft krank und über dessen Unterricht sich SuS nicht positiv äußern, bleibt.

    Ist das nicht nachvollziehbar, dass jemand das System als ungerecht, grade im Vergleich zur Privatwirtschaft, empfindet?

    Klar, in der Privatwirtschaft würden solche Kriterien nie eine Rolle, sondern nur Leistung.
    Ich sehe, da hast du viel Erfahrung.

    Sorry, ich versuche wirklich, von meinem anfänglichen genervten Eindruck wegzukommen und empathisch zu reagieren, aber du tust es echt nicht leicht.
    Bei einem Sozialplan (und bei einer anstehenden Schulschließung ist es das genauso) "in der Privatwirtschaft" zählt da nicht die Leistung.

    1) Wenn das Kriterium "ist inkompetent" herangezogen werden würde: das Arbeitsgericht kassiert es ein, weil: schließlich gab es bisher keine Abmahnungen odergar Kündigungen. Wer gestern noch gut war, ist es heute noch.

    2) Wer kompetent ist, aber seine Kompetenz wird nicht mehr gebraucht (Schließung einer Werkstatt / hier: Wegfall eines Faches) -> was hilft es ihm? Und wenn die Werkstatt verkleinert wird, dann wird im Einvernehmen mit dem Betriebsrat ein Sozialplan gemacht. Da spielt die Betriebszugehörigkeit genauso eine Rolle wie die Familienlage, aber nicht sowas wie "fehlt öfter".

    Und noch mal: man kann nicht zwei komplett verschiedene Systeme vergleichen: wenn man die absolute Freiheit und Leistungsgerechtigkeit haben möchte, dann ist das Beamtentum nicht der richtige Status.

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