Beiträge von chilipaprika

    Mein Studienseminar war wirklich unmenschlich auf vielen Ebenen, aber ich konnte Ortswünsche angeben und ohne die Angabe, dass ich ein Auto habe (extra fürs Ref gekauft), hätte ich meinen Wunschort nicht bekommen. 60km, anderthalb Stunden Zug mit Umsteigen, wenn mann 2-3 mal die Woche um 15 Uhr sein muss, schlecht. Diejenigen ohne Auto oder Führerschein waren am Seminarort, oder auf der direkten Verbindung, die eh eine starke Fahrgemeinschaft hatte, weil mehrere Schulen am Standort.
    Darauf wurde schon geachtet (und aus Kostengründen wurde eh gebeten, Fahrgemeinschaften zu bilden)

    Das Ref ist aber etwas Anderes als die Planstelle. Ich bin bewusst an den Schulort gezogen, damit ich sowohl kurze Wege zur Schule habe als auch nicht unter dem sehr diskontinuierlichen Alltag (Konferenzen, AGs, Veranstaltungen im Abendbereich oder Nachmittag, an denen ich doch teilnehmen WILL) leide.

    Entschuldige, das habe ich offenbar überlesen oder dank vorweihnachtlicher Demenz wieder vergessen. War das in diesem Thread?

    nee, sorry, vermutlich nicht und keine Ahnung in welchem Thread es war.
    Aber Fakt ist: viele Länder (ALLE anderen?) lösen es NICHT so, dass Lehrkräfte springen müssen und das auch noch kostenlos für die ersten 3 Stunden.
    Ich kriege langsam Einblick in viele europäische Länder und es ist NICHT so.
    ich würde mal sagen: in mindestens 5 Ländern Europas (F, SP, DK, IRL, UK, vorm Brexit bzw.) haben einige "meiner" Praktikant*innen in den letzten 18 Monaten Vertretungen übernommen, die dann bar auf die Hand bezahlt worden sind. Sie haben dort alle Fachkräfte, die das eigentlich tun und haben es in Klassen, wo es eh passte, den/die Praktikant:in eingesetzt. Alles staatliche Schulen, außer Frankreich, aber da weiß ich, dass es eh die zuständige Person gibt. In England und Irland gibt es in ALLEN mir bekannten Grundschulen eine ständige Doppelbesetzung mit der Special Needs Education-Person und sie wird NIE herausgeholt für eine Vertretung... Warum auch? Nur weil Kollegin B krank ist, sind die Bedürfnisse der SuS von Kollegin A nicht gedeckt.

    Deutschland bezahlt seine Lehrkräfte verdammt gut, erwartet aber den Job von 1,5-2 Personen (wenn ich die Länder vergleiche, wo die Aufgabenverteilung sehe). und wenn ich sehe, dass Schulen in NRW (weil ich das BL kenne) sich entscheiden "dürfen", zur Entlastung (und das ist es!!!) eine Verwaltungsassistenz zu haben, dafür aber Lehrerstunden kapitalisiert werden müssen, dasselbe ganz oft für Schulsozialarbeit, das ist eine Unverschämtheit. Natürlich ist der Deal am Ende wertvoll. Jede Stunde der Schulsozialarbeit und der Schulverwaltungsassistenz nimmt mir Aufgaben weg, die ich sonst "nebenbei" machen müsste. Aber es ist eine Schweinerei, dass man eben erwartet, dass Lehrkräfte "nebenbei" Schulsozialarbeit, Familienberatung, Konfliktlösungen usw--- macht, und dann auch noch den Haushalt / Buchhaltung, die Verwaltung, Bücherausleihe und -bestellung, usw..

    Und das soll nicht ungerechnet sein? Da verdienen Referendare solange sie nur genug Kinder haben einfach mal das gleiche wie Angestellte (die auch teilweise Familien haben).

    state_of_Trance
    Ich bin sowas von der falschen Ansprechpartnerin, was die ungerechte Behandlung von Kinderlosen angeht, und erst recht nicht diese Woche. (In dem Fall bin ich zwar eine totale Gegnerin vom Mietzuschuss, die Kinderzuschläge sind mir (auf eine gewisse Art und Weise) fast egal)

    Wie soll das gehen an Schulen ohne Doppelsteckungen, auch ohne 140% Lehrkräfteversorgung, aber mit unterschiedlich akutem Lehrkräftemangel? In der Theorie kann ich mir da auch manches vorstellen, was in der Praxis am Personalmangel scheitert.

    Ich habe doch von Frankreich berichtet.
    Ob die Qualität der Vertretung gut ist, ist eine Sache, aber ob die Qualität meiner Physik- oder Sportvertretung je gut war, auch.
    Dort fallen keine zusätzlichen Stunden an, weil die "Aufsichtspersonen" eh da sind und wenn es keine Vertretung gibt (haha), dann haben sie auch kleine Vertretungsaufgaben.

    oh ja, ich habe nicht gesagt, dass ich nicht an deiner Schule arbeiten möchte, sondern generell nicht an der Grundschule.
    Zumindest wurde ich an meiner Schule noch nie als Oberstufi oder Achti bezeichnet.
    Und wenn ich ganz ehrlich bin: ich arbeite seit mehr als 10 Jahren daran, dass meine Schüler:innen NICHT "Franze" auf Ihrer Französischmappe schreiben. Aber jetzt überrascht es mich nicht, vielleicht ist es einfach der moderne Sprech und ich bin total altmodisch.

    Oder meinst du, einfach nur bewerben auch ohne Chance, nur, um das Gutachten noch zu bekommen?

    Es gilt die BEstenauslese.
    Warum dann "ohne Chance"? Deine Schulleitung muss dich gerade aufgrund deiner nicht interessanten Fächerkombination gehen lassen, das heißt nicht, dass du keine schöne Bewertung brauchst. Mach das jetzt, wo die SL dein ganzes Engagement noch einschätzen kann, und wo dein Unterricht in der Schulform ist, die du kennst.

    Es schreibt sich eben einfach viel leichter "liebe Jülis" als lieber Lehrer der Jül-Schüler ;)

    ... und ein neuer Grund, warum ich nicht in der Grundschule arbeiten möchte und könnte

    Zitat

    Wir hatten nach der Nikolausstaffel tatsächlich von einer unserer neuen Quereinsteigerinnen eine Beschwerde, warum denn die Klassenlehrer der Jül-Klassen bei der Staffel nicht mitlaufen durften, da hätten doch alle viel mehr Spaß gehabt (vor allem das Rollbrett schiebend, wenn einige Kollegen dann gar nicht mehr hochgekommen wären ;))

    und ein zweiter...

    Ja, können kann ich einiges. In der Theorie.

    Aber seien wir mal ehrlich: als Land würde ich es vermutlich genauso machen, wenn sich am Ende keine*r wehrt.
    Und ich benutze nicht das Wort "wehren" wegen der Zielschule an sich sondern wegen des Maßnahmenpackets.
    Ich würde mich gegen jede Versetzung versuchen zu wehren. Nur bei einigen würde ich gleichzeitig einsehen, dass meine Chancen sehr niedrig sind (anderes Gymnasium, Gesamtschule, Sek1, BK), bei anderen würde ich die Welt nicht verstehen.
    und das tue ich hier auch nicht. Für mich klingt es nach einem falschen Gag, den sich ein gelwangweilter Kollege mit uns erlaubt (nein, ich glaube es, aber trotzdem) [alles unabhängig von seiner Haltung, die ich ablehne, aber ICH könnte es einfach nicht.]

    Ok, also bewirbt man sich in einem solchen Fall auf sämtliche a14 bzw. a15 Stellen? Für die Bewerbung muß man doch eine einschlägige Lehrprobe abgeben? Oder reicht da irgendeine Lehrprobe?

    Also kann man eine Grundschule eine Lehrprobe für die Bewerbung auf eine a15-Stelle machen?

    Wenn man sich auf alle möglichen Stellen bewirbt, wie häufig muß man dann solche Lehrproben machen? Für jede Stellenausschreibung neu oder maximal eine Lehrprobe pro Monat?

    Ist ein a13z Schulleiter überhaupt befugt eine a15 Lehrprobe zu begutachten?

    Freut sich ein GS-SChulleiter darüber, wenn er für einen Kollegen immer und immer wieder Gutachten schreiben darf?

    Wenn du in der Abordnung bist, machst du eine Revision an deiner Stammschule.
    Die Bewertung ist drei Jahre gültig. Das solltest du in den letzten Jahren doch mitbekommen haben.

Werbung