Studium abbrechen und zu MA Anglistik wechseln? Hilfe

  • Hallo alle zusammen, ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben.


    Ich studiere zurzeit im Master of Education Englisch und Französisch für Gymnasium in BW und hatte eigentlich vor, das Studium zu beenden und mir danach einen außerschulischen Job zu suchen, weil ich nicht als Lehrerin arbeiten möchte.
    Da ich aber momentan auch Probleme im Studium (vor allem in Französisch) habe, gehe ich alle meine Optionen durch. Ich könnte zum Master of Arts English and American Studies wechseln, zeitlich wären es auch hier nur noch 2 Semester. Die Frage die mir sich stellt ist, findet man damit einen Job? Oder ist es mit Lehramtsmaster einfacher (im außerschulischen! Bereich)?


    Der Vorteil bei einem Wechsel wäre, dass ich kein Französisch mehr hätte und auch das Schulpraxissemester nicht machen müsste, womit ich Zeit hätte, ein anderes Praktikum (z.B. im Bereich Online Marketing/ E-Learning/ Übersetzung) zu machen. Der Nachteil wäre, dass ich kein Pädagogik mehr hätte und mich nicht auf Stellen bewerben könnte, die pädagogische Kenntnisse zertifiziert haben wollen. Ein bisschen Berufserfahrung habe ich als Nachhilfelehrerin, Fremdsprachenassistenz und im Schulbuchverlag in der Redaktion gesammelt.

    Ich bin momentan auch Werkstudentin in einem Schulbuchverlag und die Arbeit dort gefällt mir von allem was ich bis jetzt gemacht habe am meisten. Könnte ich überhaupt während des Praxissemesters den Nebenjob zeitlich noch ausführen? Ich will auf keinen Fall kündigen.


    Was meint ihr, soll ich jetzt zum Master Anglistik wechseln, oder soll ich es weiter mit dem Master of Education probieren, obwohl ich keine Lehrerin werden möchte und außerdem noch durchfallen könnte (womit ich dann nur mit Bachelor dastehen würde)?

    Lehrerin will ich auf keinen Fall mehr werden, ich bin psychisch einfach nicht dazu gemacht und schon das Studium stürzt mich in Depressionen und Angststörungen. Ich würde schon gerne in einem Verlag arbeiten, egal ob normaler oder weiterhin Schulbuchverlag (im Schulbuchverlag werden Leute mit Lehramtsstudium bevorzugt und ggf. Ref bevorzugt). Ich könnte mir auch vorstellen, nach dem Studium ein Volontariat zu machen, wenn ich eins bekomme.


    Ich bin dankbar für eure Hilfe! :)

  • Hallo lellyfee,


    wie gut stehen denn deine Chancen, eine feste Stelle in "deinem" oder einem anderen Verlag zu bekommen? Der Wunsch, in Verlagen zu arbeiten, ist meiner Erfahrung nach sehr beliebt unter Lehrämtlern, die sich umorientieren möchten. Ich kann nicht beurteilen, wie viele vernünftige Stellen es in dem Bereich gibt, kann mir aber vorstellen, dass die Konkurrenz sehr groß ist. Bezogen auf Verlage denke ich auch, dass sich zwei Fächer und ein MEd oder sogar noch Ref sich besser machen als nur ein Fach. Denkst du denn, dass du deine Probleme in FR beheben kannst? Kannst du dir Unterstützung suchen?

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Hallo lellyfee,


    wie gut stehen denn deine Chancen, eine feste Stelle in "deinem" oder einem anderen Verlag zu bekommen?

    Hallo,

    es kommt hat immer drauf an, ob zu der Zeit, wo ich mich bewerbe, eine Stelle frei ist.

    Bezüglich Französisch: mit sehr viel Lernen kann ich wahrscheinlich noch durchkommen, aber das macht mich alles nur noch psychisch fertig. Und dafür, dass ich weiß, dass ich keine Lehrerin werden möchte, weiß ich nicht ob sich der Aufwand lohnt...

    Andererseits weiß ich auch nicht wie viel ein MA in English and American Studies bringt..

  • Ich kenne mich in BaWü nicht aus: hast du schon einen Bachelor of Education bzw. pädagogische Anteile, die in deinem Transcript of Record dokumentiert sind?
    Du hast schon jetzt praktische pädagogische Erfahrung (Praktika, Fremdsprachenassistenz) und didaktische Erfahrung (Schulbuchverlag). Schwenk um! Wenn du glaubst, Französisch könnte dir mehr bieten: mach ein Praktikum in einem französischen Schulbuchverlag? oder in einem englischen (ich empfehle der Einfachheit halber: irischen, maltesischen). Du hast schon die Vorerfahrung, die für eine Praktikantin auf jeden Fall super wertvoll ist, als eingeschriebene Studentin kannst du Erasmus+ beantragen und damit im Ausland "mehr Geld haben" (als in einem eventuell unbezahlten Praktikum in Deutschland) und qualifizierst dich weiter in der Breite.

    Wenn deine Stärke auf Entwicklung von Materialien liegt mehr als auf seine Durchführung: profilier dich durch Praktika in dem Bereich! und da du Sprachen im Portfolio hast: nutze sie als Mittel für Praktika in dem Zielbereich! (Du darfst im Master 12 Monate ErasmusPlus bekommen, es lässt Platz für eine Menge Praktika. Jedes Praktikum an sich muss aber mindestens 2 Monate dauern)

  • Andererseits weiß ich auch nicht wie viel ein MA in English and American Studies bringt..

    Meiner Meinung nach (aber gut, bin jetzt keine Arbeitsmarktsexpertin) genausoviel wie ein MA in English/Französisch oder ein MEd. Deine praktischen Erfahrungen sind deine Karte für diesen Bereich. Leider vermutlich auch unbezahltes / schlecht bezahltes Volontariat. Deswegen: nutz alle Chancen während der Studienzeit, um genau das auszubauen.
    Und auch in einem Fachmaster gibt es sicher die Möglichkeit, zum Beispiel die Masterarbeit in genau dem Bereich zu schreiben, der dich ausmacht "Vermittlung von Literatur in Schulbüchern" ... da gibt es sicher ganz viele Möglichkeiten, je nachdem aus welchen Nebenfächern / Subfächern dein MA besteht.

  • Ich kenne mich in BaWü nicht aus: hast du schon einen Bachelor of Education bzw. pädagogische Anteile, die in deinem Transcript of Record dokumentiert sind?
    Du hast schon jetzt praktische pädagogische Erfahrung (Praktika, Fremdsprachenassistenz) und didaktische Erfahrung (Schulbuchverlag). Schwenk um!

    In BW bekommt man an der Uni einen Bachelor of Arts Lehramt, ist aber dasselbe wie der Bachelor of Education, da Bildungswissenschaften & Pädagogik auch drin sind.

    Also würdest du mir mit "Schwenk um!" raten, zum MA Anglistik zu wechseln und dann statt dem Schulpraxissemester andere Praktika zu machen, ggf. im Ausland mit Erasmus+?

  • ICH ja. Aber das musst du entscheiden:


    1) was bringt dir die Quälerei mit entsprechenden (sorry) schlechten Noten im Praxissemester und Französisch?

    2) Was bringt dir mehr auf dem Arbeitsmarkt? "noch mehr" pädagogische Praxis? oder der Nachweis, dass du deine schon vorhandene pädagogische Praxis (nachgewiesen durch BA Lehramt und die Fremdsprachenassistenz) mit deinem Fachwissen über Vermittlung gut umsetzen kannst?


    Wenn du dich in 2-3 Jahren auf eine Stelle (im Bereich vermutlich noch lange keine feste Stelle, aber das weißt du ja) oder Volontariat bewirbst, was möchtest du in dem Motivationsbrief schreiben?


    a) Ich weiß schon seit 2-3 Jahren, dass meine Stärken hier und da liegen und mein Ziel ein Schulbuchverlag ist und deswegen habe ich folgende Erfahrungen da und da gesammelt. Nach einem interessanten Nebenjob habe ich versucht, eine richtige Vertiefung zu haben um eventuelle Lücken in Medien-/Buchwissenschaft zu haben, habe verschiedene Stationen in verschiedenen Verlagen gar Ländern gemacht und bin jetzt noch sicherer, was ich will?


    oder

    b) Ich weiß schon seit 2-3 Jahren, dass ich keine Lehrerin werden will, habe aber die Ausbildung durchgezogen (positiv, auf jeden Fall), leider mussten dadurch meine Noten ein bisschen leiden, aber nicht schlimm, mit den "schlecht bewerteten" Anteilen will ich eh nichts mehr zu tun haben, und sehen Sie, ich hab ja diesen Nebenjob!


    Wenn du Personalerin wärst: wen würdest du nehmen?

  • Mit einem Anglistik/Amerikanistik Magister waren die Jobchancen in meinem Bekanntenkreis nicht gut. Wie ich von diesen Freunden/Bekannten mitbekommen habe, werden für den erfolgreichen Karrierestart fundierte anderweitige Kenntnisse „als nur Englisch“ (das ist es für Arbeitgeber fernab der Universität wohl) erwartet. Französisch zu pauken könnte sich da durchaus lohnen.

    Schulbuchverlage nehmen sehr gerne Lehrämtler als Volontäre. Du solltest nicht gerade mit ner 4 aus dem Franz Examen (gibts das überhaupt noch…?) kommen. Es ist allgemein bekannt, dass es in Franz strenge Notengebung gibt und deine Englischnote sicher besser sein wird. Aus einer 3 in Franz an der Uni ist noch nie ein Weltuntergang geworden.

    Die Abteilung Sprachen sind bei den Schulbuchverlägen ja groß - dafür wärst du dann fachlich ideal ausgebildet.


    Ich würde dir raten, durchzuhalten. Mein Post beruht jetzt alles auf der Erfahrung von 3 engeren Bekannten.

  • Mit einer 3 im Examen hat man eine reale Chance auf eine Stelle im Schulbuchverlag? Kann ich mir kaum vorstellen, die wollen sicher auch gute Leute (nicht persönlich gemeint) und die Auswahl wird nicht klein sein.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Ich finde, man muss immer unterscheiden zwischen "Fachabschluss in der Anglistik" und "Fachabschluss in der Anglistik MIT Erfahrung".
    Wer einen solchen Abschluss wie "Soziologie", "Philosophie", "Pädagogik" oder "Sprache" (etc) macht und darauf hofft, Personalreferent, Lektor, VHS-Leiter, Kita-Leiter, was auch immer zu werden, hat einfach die Welt unterschätzt.
    Mit einem wissenschaftlichen Abschluss weist man bestimmte Sachen nach: wissenschaftliches Arbeiten und einige Sachkenntnisse. Die Sachkenntnisse sind in sehr vielen Berufen "nebensächlich". Die Hauptkompetenz wird durch ein "Beifach" (Lehramtsabschluss bzw. BiWi und Praktika, wenn man Lehrer werden will), Praktika und / oder Zusatzqualifikationen nachgewiesen.
    Durch einen Abschluss in soziale Arbeit bekommt man keinen (interessanten) Job. Durch die Nebenbei-Praktika schafft man sich ein Profil und eine Kompetenz.
    Durch einen Abschluss in Anglistik wird man nicht Lektor. Aber durch die Erfahrungen daneben. Ein Freund mit "Anglistik"-Abschluss ist Studienberater. er hat viele Nebenjobs im Bereich gehabt, hat irgendwann eine Fortbildung in Beratung gemacht, usw..

  • Hallo lellyfee,


    ich verstehe deine Situation super gut würde dir aber empfehlen, einen Master zu machen, der beide Sprachen miteinbindet. So hast du in beiden Fächern die Möglichkeit dich in der jeweiligen Redaktion zu bewerben! Ich kenne zwar auch eine Redakteurin, die British Studies studiert hat, aber dann bleiben eben nur die Englischredaktionen übrig.

    Ich drücke dir die Daumen für die Stellen! Bist du denn örtlich gebunden?

  • Hallo Lellyfee,


    echt jetzt? Rate mal, warum ich über den Seiteneinstieg Lehrer geworden bin (gut, ich habe nicht Englisch und Französisch studiert). Man hat mir damals auch erzählt, dass man mit meiner Studienausrichtung gut in Verlagen, Wissenschaftszeitungen etc. unterkommt. Ich habe bei über 100 Anschreiben, Telefonaten und Bewerbungen nicht ein einziges Mal überhaupt eine Antwort bekommen.

    Zum einen sind da die Stellen sehr beliebt, zum anderen werden da ganz oft auch nur Freiberufler beschäftigt und dann eher Leute gekommen, die ihr ganzes Studium daraufhin ausgerichtet haben. Nicht zu unterschätzen ist der Faktor Vitamin B und einen Mentor, der einen da wirklich unterbringen möchte.

    Es klingt immer so einfach, wenn man liest, dann gehe doch zum Verlag, mache etwas bei einer Zeitung, versuche es doch mal da und da, aber bitte glaube nicht, dass man da so einfach unterkommt. Klar irgendwer kennt immer irgendwen, der es geschafft hat, aber wie realistisch ist das? Einer von Tausend?

    Ohne Volontariat, ohne eine Vielzahl an Praktika und ohne irgendwelche Berufserfahrung ist es nahezu unmöglich und selbst wenn man das alles vorweisen kann, ist die Konkurrenz dort verdammt groß und die Luft ziemlich dünn.

    Gut, der nicht wagt, der nicht gewinnt, könnte man sagen, aber es geht auch um deine Zukunft. Da Du wohl offensichtlich festgestellt hast, dass es wohl das "Lehrersein" nicht ist, solltest Du dir jetzt überlegen, was Du wirklich machen willst und nicht ein Studium durchziehen um überhaupt einen Abschluss zu haben.

    Der erste Weg muss sein, dass Du dich informierst, welche wirklichen Möglichkeiten Du mit einem solchen Master hast und was dafür nötig ist, überhaupt Chancen auf dem Arbeitsmarkt damit zu haben oder Du orientierst dich komplett um. Ich denke, dass Du die 30 noch lange nicht erreicht hast und damit auch genügend Zeit hast, Dich noch mal umzuorientieren. Finanziell ist das natürlich noch mal eine andere Frage. Das solltest Du auch nicht unbeachtet lassen. Denn auch für ein zweites Studium braucht man Unterstützung.

    Ich habe damals jemand mit einem Germanistikstudium kennengelernt, die war von ihrer Jobsuche damals so frustriert, dass sie dann mit 27 eine Ausbildung im kaufmännischen gemacht hat und das ist tatsächlich kein Einzelfall.

  • Mit einer 3 im Examen hat man eine reale Chance auf eine Stelle im Schulbuchverlag? Kann ich mir kaum vorstellen, die wollen sicher auch gute Leute (nicht persönlich gemeint) und die Auswahl wird nicht klein sein.

    Es war kein Schulbuch-Verlag, sondern ein wissenschaftlicher Verlag, aber ja, sie bekam ein Volo. Eine 3 oder 2,5 war in Tübingen vor in paar JAhren in Franz wohl eine ganz normale Abschlussnote. Die Absolventen waren froh, bestanden zu haben. Und es heißt ja nicht, dass deren Französisch schlecht gewesen wäre. Bei sprachlich pingeligen Fachleitern im Ref haben diese Leute sich auch bewiesen.

  • Hallo Lellyfee,


    echt jetzt? Rate mal, warum ich über den Seiteneinstieg Lehrer geworden bin (gut, ich habe nicht Englisch und Französisch studiert). Man hat mir damals auch erzählt, dass man mit meiner Studienausrichtung gut in Verlagen, Wissenschaftszeitungen etc. unterkommt. Ich habe bei über 100 Anschreiben, Telefonaten und Bewerbungen nicht ein einziges Mal überhaupt eine Antwort bekommen.

    Und was soll ich jetzt machen, Lehrerin werden nur weil ich sonst keinen Job mit meinem Studium finde? Obwohl ich diesen Beruf hasse? Ganz ehrlich da würd ich lieber Kassiererin werden. Außerdem habe ich ja bereits ein Netzwerk und Erfahrung im Schulbuchverlag da ich seit fast 2 Jahren dort einen Nebenjob habe in der Redaktion. Wenn ich da oder in anderen Verlags- und Medienhäusern keinen Job finden sollte, würde ich eine Ausbildung machen. Aber das Ref würde ich ganz bestimmt nicht machen und auch nicht als Lehrerin arbeiten.

  • Zustimmung für die Einstellung, aber:

    Ganz ehrlich da würd ich lieber Kassiererin werden.

    arbeite bitte hier an deiner Haltung. Kassierer*in ist kein einfacher Beruf, und ein Beruf, für den man auch viele Fähigkeiten braucht. Es ist nicht das, was man macht, und was niemand will.
    Chili, in der Kindheit durch Sprüche wie "du musst in der Schule gut arbeiten, sonst wirst du Kassiererin" traumatisiert und immer noch schockiert darüber, was es über einen aussagt, wenn man es sagt und denkt.

  • Außerdem habe ich ja bereits ein Netzwerk und Erfahrung im Schulbuchverlag da ich seit fast 2 Jahren dort einen Nebenjob habe in der Redaktion.

    Das ist doch ein guter Start! Du hast es bestimmt schon gemacht, aber fall doch aus irgendeinem Grund noch nicht: Mach den Leuten in der Redaktion klar, dass du gerne hauptberuflich in dem Bereich arbeiten möchtest. Falls noch nicht gemacht, frag deine Kolleg:innen, was sie dir raten würden.
    Die allermeisten Leute, die hier schreiben, sind wirklich Lehrer:innen und haben eben nichts anderes gemacht oder aus unterschiedlichen Gründen von etwas anderem auf Lehramt gewechselt.


    Ich kenne übrigens auch einen Fall, wo jemand nach abgeschlossenem Studium eine kaufmännische Ausbildung gemacht hat. Ob die Person damit glücklich ist, vermag ich nicht zu sagen.

  • Zustimmung für die Einstellung, aber:

    arbeite bitte hier an deiner Haltung. Kassierer*in ist kein einfacher Beruf, und ein Beruf, für den man auch viele Fähigkeiten braucht. Es ist nicht das, was man macht, und was niemand will.
    Chili, in der Kindheit durch Sprüche wie "du musst in der Schule gut arbeiten, sonst wirst du Kassiererin" traumatisiert und immer noch schockiert darüber, was es über einen aussagt, wenn man es sagt und denkt.

    Ja das weiß ich, ich hab es auch gar nicht böse gemeint, meine beste Freundin ist Verkäuferin. Mir ging es eben darum, klarzumachen, dass ich eher als Verkäuferin als als Lehrerin arbeiten würde.

  • Das ist doch ein guter Start! Du hast es bestimmt schon gemacht, aber fall doch aus irgendeinem Grund noch nicht: Mach den Leuten in der Redaktion klar, dass du gerne hauptberuflich in dem Bereich arbeiten möchtest. Falls noch nicht gemacht, frag deine Kolleg:innen, was sie dir raten würden.
    Die allermeisten Leute, die hier schreiben, sind wirklich Lehrer:innen und haben eben nichts anderes gemacht oder aus unterschiedlichen Gründen von etwas anderem auf Lehramt gewechselt.


    Ich kenne übrigens auch einen Fall, wo jemand nach abgeschlossenem Studium eine kaufmännische Ausbildung gemacht hat. Ob die Person damit glücklich ist, vermag ich nicht zu sagen.

    Danke, das habe ich schon gemacht: einige haben mir geraten, Lehramt abzuschließen, da es mit solch einem Studium eben einfacher ist, in Schulbuchverlagen genommen zu werden. Wieder andere haben mir geraten, einfach das zu machen, worauf ich gerade Lust habe (bezog sich auf Anglistik). Eine Person hat gemeint, sie könne sich vorstellen, dass ich mit beiden Studiengängen, also egal ob Lehramt oder Anglistik, einen guten Job finden könnte. Es ist auch immer etwas Glück vonnöten.

  • Mit einem Anglistik/Amerikanistik Magister waren die Jobchancen in meinem Bekanntenkreis nicht gut. Wie ich von diesen Freunden/Bekannten mitbekommen habe, werden für den erfolgreichen Karrierestart fundierte anderweitige Kenntnisse „als nur Englisch“ (das ist es für Arbeitgeber fernab der Universität wohl) erwartet.

    Was haben deine Bekannten nach dem Studium gemacht, in welchen Berufen sind sie untergekommen mit dem Anglistik/Amerikanistik Magister?

  • Hallo,

    es kommt hat immer drauf an, ob zu der Zeit, wo ich mich bewerbe, eine Stelle frei ist.

    Darüber bin ich gestolpert. Es klingt so, als würdest du bei der ersten Bewerbung - oder spätestens bei der fünften - eine Stelle kriegen. Hauptsache, es sind Stellen ausgeschrieben. Das schätze ich anders ein.


    Ich denke, die Frage weiter Englisch/Französisch studieren ist gar nicht die entscheidende. Erste Ausnahme: Das Praxissemester, das du durch einen Studiengangswechsel umgehen könntest. Zweite Ausnahme: Wenn du jetzt gerade an Unterrichtsbüchern für Französisch mitarbeiten willst, würde ich schon bei deinen jetzigen Fächern bleiben.


    Ich würde mir ganz genau überlegen, was du machen möchtest, und parallel zum Studium sowie im Anschluss daran möglichst viele Qualifikationen sammeln, die dich gegenüber anderen Bewerbern abheben. Du hast E-Learning erwähnt. In dem Bereich macht mein Bruder z. B. viel, der ist aber Computerlinguist. Wenn ein Verlag z. B. ergänzende, interaktive Übungen zu seinen Lehrwerken anbieten möchte, braucht er solche Spezialisten. Davon gibt es nicht übermäßig viele. Er braucht aber auch Lehrämtler, Fachwissenschaftler, Fachdidaktiker etc. Da gibt es für die Sprachen Englisch und Französisch durchaus viele. Wenn du dich 300 Stunden lang mit Webdesign und 300 Stunden lang mit den Grundlagen des Programmierens auseinandersetzen würdest und das nachweisen könntest, käme deine Bewerbung in so einem Verlag bestimmt auf den Stapel mit den interessanteren Kandidaten.

Werbung