Beiträge von chilipaprika

    Du meinst, die 0, 2 oder 4 Euro im Monat, die du als Student*in bezahlst? (ja nach BL).

    Die GEW ist eine Gewerkschaft, die sich darüber hinaus als politischer Akteur versteht.

    Les dich auf der Webseite ein, ob du mit deren Positionen einhergehst und dann weißt du das.
    Das kann dir kein anderer beantworten (obwohl jetzt einige aus ihren Löchern gekrochen kommen werden, um schönen GEW-Bashing zu machen. Komischerweise, diejenigen, die - vermute ich - bei der GEW oder einem anderen Verband sind, sprechen von "Gewerkschaft" oder "Verband", ohne die Notwendigkeit, speziell für einen zu missionieren.)

    Ich komme wohl aus einer anderen Zeit. Oder einer anderen Gegend. Oder beides.

    Ich kenne SuS, die insgesamt vier Fremdsprachen belegt (und die fünfte als AG) und drei davon in der Kursstufe bis zum Abitur weitergeführt haben.

    Ich komme aus der selben Welt.
    Ich hatte 4 Fremdsprachen, zwei davon schriftlich auf erhöhtem Niveau im Abitur, ALLE aus meiner Klasse (Klassenverband bis zum Abitur) hatten 3 Fremdsprachen. Selbst einige in der NaWi-Klasse hatten Latein (als Zusatzfach, das Punkte im Abi gibt). (Und der Lateinunterricht ging von 16 bis 18uhr abends, weil er für alle Klassen offen war...)

    Aber die Welt dreht sich und ich schaffe es auch gerade nicht, meine Motivation zu finden, eine neue Sprache zu lernen. Duolingo weint jeden Tag :D
    Ich bin nicht kulturpessimistisch. Ich möchte nur lieber bescheinigen "kann eine Übersetzungsapp sinnvoll anwenden" oder "hat kulturwissenschaftliche, historische und landeskundliche Grundkenntnisse des frankoromanischen Sprachraums" statt einen B1 zu vergeben. Und Mensch, DA hätte ich WIRKLICH WIRKLICH Spass. Ach, es bringt mich auf Ideen, ich schicke einen Entwurf an das Ministerium ;)

    Meines Wissens nach ist das ja das Recht der Schüler, also würde ich das eher nicht Geschenk nennen. (für die Kollegen ist das natürlich ein Geschenk, klar)

    Der Schüler hat Anspruch auf Fortführung seiner 2. FS in der Q?
    Das möchte ich gerne belegt sehen und eine Erklärung, warum so viele Schulen dagegen verstossen.

    Habt ihr jedes Jahr Latein und Französisch (falls 2. FS) in der Q?

    Kein einziger Schüler entscheidet sich für Latein in der Q1/Q2? Und das nie? Das ist aber merkwürdig.

    alle paar Jahre 1. es hat schon mal Koopkurse in Latein gegeben, aber auch die Koopschule hat keine SuS. und bei 2-3 SuS werden sie einfach anders beraten.
    Seitdem wir keine Überbelegung in Latein haben, wird es sicher keine Geschenke mit Minikursen geben (gab es vor sehr vielen Jahren).

    So krass wie du das mit den zweiten Fremdsprachen schon darstellst (was ich auch glaube): Gibt es bei keine sprachinteressierten SuS, die auch eine dritte Fremdsprache wählen?

    die dritte Fremdsprache ist der Ersatz für die "weggeworfene" 2. Fremdsprache (beginnt in der Oberstufe). Wir haben in WP2 offiziell Latein und Französisch als 3. Fremdsprache, wird nie angewählt.

    Abitur 2016 ist die mir letzte bekannte Schülerin mit 3 Fremdsprachen. Und es muss die letzte sein, da ich alle anderen SuS seitdem kenne, die Französisch (bei uns oder in der Koop-Schule) weitergemacht haben.
    (sie hatte Französisch mündlich und war sehr genervt, obwohl sie auf eienr 1 stand, dass sie alle Tests schreiben musste, und "nur" die Klassenarbeiten nicht. Sie empfand es so, dass es quasi der selbe Aufwand war. War es auch. Wäre sicher bei einer anderen Lehrkraft anders, die keine Tests schreibt, aber in Französisch ist der Spracherwerb noch nicht abgeschlossen, wenn man über die Themen des Abiturs sprechen will).

    Dass die Fächer der Fächergruppe 1 tendenziell immer mehr Lernaufwand haben, ist sicher allgemein so. Bei euch in NRW kommt dann aber dazu, dass in den Nebenfächern (zumindest in der Sek. 1?) keine Klassenarbeiten geschrieben werden und dieser Unterschied dadurch noch krasser wird. Das ist ja nicht überall so.

    So ist es.
    Und ja, ich kann nur für NRW sprechen.
    In meinem Ref in NDS vor fast 15 Jahren gab es Kurse in allen Fremdsprachen, aber es waren Huckepackkurse mit LK/GK mündlich/Abdecker zusammen, zum Teil jahrgangsübergreifend. Das muss sich eine Schule vom Stundenplan auch leisten können. Dafür konnte man an dieser Schule bestimmte andere Fächer in der Oberstufe nicht wählen, das ist eben der Punkt.

    Ich würde eher vermuten: in der zweiten Fremdsprache.
    Ich glaube kaum, dass Spanisch als 2. Fremdsprache volle Leistungskurse füllt.
    Der Fremdsprachenerwerb verzeiht keine zu lange Durchhänger. Und die Pubertät kann bei vielen länger als 2 Wochen dauern ;)
    Latein rettet sich mit dem Latinum.

    In NRW ist natürlich die schriftlich/mündlich-Belegung auch in der Oberstufe tödlich. Ich hatte schon viele gute bis sehr gute Schüler*innen, die entweder Französisch weitermachen (inklusive Tests, regelmäßige Abfragen und ggf. Klausuren) oder Informatik und Bio mündlich belegen. Wer überall gut ist, trifft auch die Entscheidung zum Weg des minimalen Aufwands. (absolut nachvollziehbar!)
    und für NRW sind wir Latinist*innen und Frankoromanist*innen einig: wir können nichts dagegen machen. Der Aufwand der Fächer in der Fächergruppe 1 (Lernen, Tests, Klassenarbeiten) ist für die SuS im Vergleich zur Fächergruppe 2 (Lernen in einem ganz anderen Zusammenhang, weniger "auswendig lernen" (Vokabeln), maximal Tests) so viel größer, dass die Haltung ggü dem Fach nicht positiv sein kann. Die 2. FS ist das einzige Fach, das man abwählen kann und mit Mathe das mit Abstand schwierigste.
    Zwei Faktoren, die die zweite Fremdsprache zum langsamen Tod führen, außer in den Familien, die besonders Wert darauf legen, jedes Jahr nach Frankreich fahren, auf das Latinum bestehen, keine Ahnung ... (aber das Latinum ist bei uns am Ende der EF, eine Q haben wir nie)

    Ich bin auch bereit, die ganze Skala zu nutzen (tue ich auch! Ich habe regelmäßig die Hälfte der Arbeiten auf einer 5 oder 6), aber ich muss irgendwo auch der ganzen Klasse gegenüber fair bleiben (mein Unterricht ist nunmal nach unten angepasst, sie hätten also keine Möglichkeit, die offizielle 1 des Referenzrahmens zu erreichen) und auf der Ebene der Beziehungsarbeit muss ich nicht die Lieblingslehrerin werden, kann aber auch nicht das fordern, was woanders oder vor 30 Jahren gefordert wurde.
    Auch wenn das Niveau der Curricula sich kaum geändert hat (was ja zeigt, wie lächerlich es ist.)

    Fakt ist aber: egal wie tief ich gehe, in DIESEM Fach geht es noch weiter nach unten.
    Ich hab nächstes Jahr (erstmal) kein Französisch (PARTY!), ich bin sicher, dass ich in meinen anderen Fächern zwar auch Unterschiede zu früher entdecken werde, aber positive Überraschungen haben werde.

    ich hab zum Glück mehrere Fächer.
    In Französisch muss (oder starke Empfehlung und Beschluss der Fachschafg) eine KA durch eine mündliche Prüfung ersetzt werden.

    Ein Witz, damit es keine 5er hagelt.

    Wenn ein Portfolio eine Arbeit ersetzt, dann zählt es soviel wie die Arbeit.

    In meinem anderen Fach gibt es eh keine Arbeiten und wir haben uns alle lieb.

    Ich verstehe es wirklich nicht. Man macht im Lehrbuch ein Kapitel, schreibt in den vier Wochen einen Vokabeltest, einen Grammatiktest und zum Schluss eine Klassenarbeit. Und über die Herbstferien kann gerne ein Plakat zu Paris gestaltet werden, gibt eine Vokabeltestnote, die am Gesamtergebnis nichts ändert.

    So war es jedenfalls vor 30 Jahren, mir fehlt die Phantasie, warum das nicht mehr gehen sollte.

    du bist Lehrerin und mehrfache Mutter und kommst mit deiner Erfahrung von vor 30 Jahren? Ich war 4 Jahre über Corona weg und merke schon einen Weltunterschied.

    Ich schreibe jede Woche einen Volabel- und /oder einen Grammatiktest (stumpfe Abfrage, also zum Beispiel die 6 Formen des neuen Verbs).

    Die Hälfte schafft keine drei, obwohl wir den Test erst schreiben, nachdem es nicht nur entdeckt wurde, sondern auch in übungen eingeübt wurde (und im Chor skandiert, usw)

    Ich spreche nicht von den kompetenzorientierten Tests.
    Es wird einfach nicht auswendig gelernt, geschrieben wird kaum (also nur Übungen mit Lücken, die Hälfte hat den „Aufsatz“ von 5 Sätzen nicht…) das ist für eine Fremdsprache fatal, trotzdem kann ich nicht jedem eine 5 oder 6 geben und ja, ich werde mich weiter beschweren. In DIESEM Fach kann ich weder die Curricula noch den Abschluss nur ernst nehmen.

    Ich weiß, dass viele, wirklich viele Eltern sich in Klassen 4-7 beklagen, dass sie für ihre Kinder zu Hause Lesekisten basteln und Vortragsplakate gestalten und die Kinder gleichzeitig keinen geraden Satz schreiben können.

    Ich dachte, das liegt daran, dass sich die Lehrkräfte Arbeit ersparen, so müssen nämlich keine Aufsätze mehr korrigiert werden und die Arbeit haben die SuS, bzw. deren Eltern.

    Klar.
    Ich habe einfach keinen Bock, meine Arbeit zu machen und erfinde also neue Aufgabenformate.
    Wie Palim sagt: er gibt Curricula.
    Und nebenbei: ich HASSE es, solche Aufgaben (kreative, Portfolios, ...) zu korrigieren. Es dauert wesentlich länger (Kriterien aufstellen, im Vorfeld besprechen, Bewertung, Beurteilung schreiben..) und es fühlt sich definitiv nicht gut an.
    Da korrigiere ich lieber 30 Aufsätze.


    Zitat

    Ich hab das Gejammer über die schlechten Schüler manchmal echt satt. An ALLEN Schularten beschweren sich Lehrkräfte, was ihre Klassen alles nicht können, was die früheren Generationen natürlich alle noch total gut konnten angeblich. Selbst an der Förderschule höre ich das, durch die Inklusion bleiben die Fittesten in der Grund-/Oberschule etc.

    Ja und? Entweder arbeite ich mit den Kindern, die da sitzen oder ich sorge dafür, dass der Unterricht dem Lehrplan entspricht und wer es nicht schafft, besucht eine andere Schule. Das ist nicht Aufgabe der Eltern, darüber zu entscheiden.

    Beides geht nicht?
    Ich arbeite mit den Schülern, aber: sie sind nunmal schlecht. Punkt. aus.
    Das sehe ich an den Büchern, an den Tests, an den Klassenarbeiten.
    Oder ich arbeite nach dem angeblichen, erreichten Niveau des Referenzrahmens. Das hatten wir vor 2 Jahren (ich war nicht da, aber weiß es.) Da hatte die Schule die Möglichkeit gewählt, die DELF-Prüfung als Klassenarbeit werten zu lassen. nur 2 SuS vom Jahrgang hätten den schriftlichen Teil (Lesen, Hören, Schreiben) bestanden. Die Einser-Schüler*innen, die sowas wie eine 3 hatten. Der Rest war auf einer 5 oder 6.
    Wir haben uns von der Idee "verabschiedet."
    Was soll ich also deiner Meinung nach machen? 99% der Klasse eine 5 geben? Oder ich arbeite auf A1+/A2-Niveau und ich darf mich bitte auskotzen, dass die SuS trotzdem B1 durch das Schulzeugnis bescheinigt bekommen.

    Was ich nur sagen wollte, mehr Stellen in Oberfranken gibt es dadurch dann aber nicht. Nur weniger Anreiz eine Stelle in München anzunehmen.

    Warum? Wenn ich WEIß, dass ich auf jeden Fall problemlos rauskomme, dann nehme ich die Stelle. Für die Erfahrung, für das Kennenlernen verschiedener Schulen... (das ist wiederum auch etwas, was in vielen Ländern absolut auf Unverständnis stösst: dass man als deutscher Lehrer sein ganzes Leben an derselben Schule bleibt)

    Die Gesamtschule am Ort zieht uns jedes Jahr seeeeehr viele Gymnasialkinder weg. Durch deren Quote haben sie in einigen Klassen vermutlich mehr "vollständige Gym-Empfehlungen" als wir.
    Nicht jede Gesamtschule ist unbeliebt, meine Erfahrungen /anekdotischen Evidenzen durch Umzüge tendieren sogar dazu, dass es nur noch die Minderheit ist.

    Definitiv. Da sind wir uns einig.
    Ich kann zumindest für meine Schule sagen: Der Umgang ist einfach so respektvoll, dass keine*r versteht (weder Eltern, noch Schüler*innen), dass eine andere Schule nicht nur eine leichte Empfehlung ist, sondern ein Muss ist. Ein Muss wird es erst nach zwei Ehrenrunden in der selben Stufe. Davor kann man sich klammern. (Unser Problem ist aber natürlich, wir haben daneben keine Schule, die einfach so 2 volle Klassen übernehmen könnten. Es gibt einfach keine freiwillig aufnehmenden Schulen, außer vielleicht eine Handvoll Plätze. und selbst bei "Muss-Fällen" wird dann direkt zur Hauptschule verwiesen, wenn die IGS voll sind.

    nani Ich befürworte überhaupt nicht das Verhalten von den Lehrkräften und sehe sowohl das mehrgliedrige Schulsystem als auch das Abschulverhalten durchaus kritisch, aber unter den gegebenen Umständen kann ich systemimmanent dir als Mutter sagen: Eyh, immerhin wird in Niedersachsen wohl "nachkorrigiert".
    Wir (Schule in NRW) verlieren nur eine Handvoll Schüler*innen. Die Schüler*innen kämpfen sich durch (oder auch nicht), mitgeschleppt wird jede*r bis zum Ende der Sek1 (und zum Teil darüber hinaus), da muss man (als Schüler / Elternteil) sich gut wehren, dass es nicht geht.

    Zur zweiten Frage: du weißt weder, in welcher Stufe noch zu welchem Thema du sein wirst, und kennst die Lerngruppe nicht also eigentlich nicht.

    Aaaaaber: nimm doch eins deiner Lieblingsthemen, oder eins, wo du eine Hsusarbeit geschrieben hast, guck mal, wann es im Curriculum ist, welche Materialien es dafür gibt, überleg mal, was du für wichtig hälst und was du als roten Faden hättest…

    Aber das sind Sachen, die du sicher im Masterstudium machen wirst.

    Zur ersten Frage:

    Jein.

    1. der Schulträger oder die Eltern bezahlen das Lehrwerk, nicht damit es hübsch zuhause bleibt.

    2. nur weil du eine Quelle (!) aus dem Buch nutzst (oder mehr), ist es kein Lehrbuchunterricht. Willst du etwa ständig ins Archiv? Für das Zusammenstellen von Grundlagenmazerialien (und Didaktisierung) wurden Menschen beauftragt und (schlecht) bezahlt,

    Gibt es denn nicht 1-2 Lehrwerke, aus denen du die Materialien entnehmen kannst? (FALLS deine Schule kein Lehrwerk hat).
    Geschichte Sek1 ist echt kein Nischenfach, wo Verlage keinen Mehrwert sehen. Eine Quelle zur Kaiserkrönung Karl des Großen habe ich sogar zufälligerweise letzte Woche in der Hand gehabt (ich bin keine Historikerin, hatte aber "bilinguale" Geschichtsbücher irgendwann vor Urzeiten angeschafft und letzte Woche sehr stark entrümpelt. Das Buch ging an momox für 15ct.)

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