Beiträge von chilipaprika

    chilipaprika : "Verdeutlichung von Defiziten" klingt jetzt etwas negativ, aber grundsätzlich setzt Leistungsorientierung schon die Fähigkeit voraus, dass man sich einerseits über den Ist-Zustand bewusst ist und andererseits diesen mit dem Soll-Zustand abgleicht. Ich habe ja bereits vom ostasiatischen Schulsystem geschrieben. Derzeit schneiden einige ostasiatische Länder sowohl bildungsbezogen als auch wirtschaftlich sehr gut ab, was auch mit dem Leistungsgedanken der Bevölkerung zu tun hat. Mir ist bewusst, dass einige gesellschaftliche Normen aus europäischer Sicht als moralisch fragwürdig bewertet werden können, und mir geht es auch gar nicht darum, dass Kinder vor Versagensangst nicht mehr schlafen können und Schule zu einem einzigen Wettbewerb wird. Dennoch habe ich den Eindruck, dass wir gesellschaftlich etwas den Leistungsgedanken aus den Augen verloren haben und da wieder hinwollen, wenn wir international anschlussfähig bleiben wollen. Und ja, das setzt, ähnlich wie im Sport, Kerneigenschaften wie Ehrgeiz, Selbstreflexion, Ausdauer und Zielorientiertheit voraus. Wenn ich das Ziel gar nicht kenne, wie will ich es erreichen?

    Du bezogst dich aber ausdrücklich auf ERSTklässler*innen!!!

    Es gibt tatsächlich Bundesländer, die Schulabschlüsse nicht verschenken. Orientiert euch doch mal an denen, statt euch an den angeblich so doofen Schülern abzuarbeiten, wäre mein durchaus konstruktiv gemeinter Vorschlag.

    Die Lehrkräfte in diesen (Abschluss nicht verschenkenden) BL sind auch nichts besonderes. Sie machen einfach ihren Job, aber mit anderen Bedingungen (Abschulung, verbindliche Schulformempfehlung, Klassenarbeiten in allen Fächern, gewisserer Schuldruck...)
    Und trotzdem kämpfen die bayrischen oder sächsischen Lehrkräfte in der 1. Klasse mit SuS, die eine schlechtere Motorik oder niedrige Frustrationstoleranz haben. Erwarten, dass ein 6.-Jähriger das von alleine und motiviert aufholen wird*, ist utopisch. Das zu benennen und als erschwerte Arbeitsbedingungen anzusehen, ist aber auch kein "Abarbeiten".


    *Diejenigen, die das für die Liebe der Lehrkraft machen, würde ich eher streng im Blick behalten. Da läuft familiär und psychisch sicher etwas ganz gewaltig schief und dann ist es eher unsere Aufgabe, dem Kind ein bisschen den Druck wegzunehmen.

    Ich stimme den Vorredner*innen zu und bedanke mich, dass auch diesem Diskurs die Kontra-Karte gezeigt wird, man muss aber auch sagen: da maximal ein Viertel der Studierende Bafög bezieht (und dies die ganze Bandbreite von 10 Euro zu Höchstsatz ist), fühlt man sich mit dem halben Satz auch in der klaren Minderheit, wenn die Kommiliton*innen am Wochenende golfen oder segeln gehen.
    Was leider kein Mythos ist, sondern je nach Fach (und sicher auch nach Stadt) viele im Umfeld sein können. Armut ist ja bekanntlich relativ.
    "Man" sollte trotzdem realistisch bleiben und nicht von sich auf Andere zielen, die vielleicht ganz andere Voraussetzungen hatten.

    Also: Bevor ich die Preise bezahle, die Schulen pro Kopie ausrufen, würde ich zum Copyshop gehen wollen (quasi als Versuch, dass es nicht ausufert). Ich kenne nämlich die Preise von Schulen, die so ein Kontingent und dann Selbstzahler-System hatten (zum Teil mit Wiedereintreiben bei den SuS).
    Allerdings hatte ich vergessen, dass meine Stadt seit einem Jahr keinen Copyshop mehr hat (den hatte ich tatsächlich schon mal beruflich benutzt, als wir vor 10 Jahren 3-4 Tage keine Kopierer hatten und ich Klassenarbeiten schrieb und 2 Tage Vorlauf zum Rathaus mir zu dumm waren.). Den Copyshop habe ich sonst privat auch viel benutzt, ich vermisse ihn total und es gibt nur noch irgendwo bei einem DM die Möglichkeit, für viel Geld Einzelkopien zu machen.

    Ich hoffe, ich stehe nie vor der Entscheidung.

    Es muss aber einen Weg zwischen "Trotz" (weil wir nicht die Ausgaben selbst stemmen können/wollen), "Arbeitsfähigkeit" (Wie soll man sonst Unterricht machen?) und "angenehme Arbeitsatmosphäre" (keine 20 SuS am Handy, es wird ganz sicher gute Gründe für eine no-screen-policy gegeben haben).

    Abgesehen davon, dass ich selbst total ausflippe, wenn ich Präsentationen oder Reden vom Handy aus sehe, möchte ich nicht das auch nicht noch fördern.
    Ich befürchte, mein Weg wäre der Weg zum Copyshop, damit es wenigstens günstiger wird, ich weiß aber, wie dumm und dämlich ich mich in den Klassen ohne Materialien / festen Lehrplan kopiere.

    sie können aber eine Relevanz haben, die sollte man also nicht unbedingt wegwerfen (sowieso nicht)
    Zum Beispiel zur Vergabe des bilingualen Abiturs muss sichergestellt sein, dass in X Stufen X Stunden/Sachfächer auf Englisch unterrichtet wurden. Eine Schülerin, die in der Mittelstufe zu uns wechselte, wird es also nicht erhalten, obwohl sie alle Voraussetzungen der Oberstufe erfüllt, weil irgendwas in Klasse 9 oder so fehlt.
    Crazy.

    Dann braucht man auch keine.

    ... und deswegen geben sich ganz viele KuK keine Mühe mehr und dann fällt es denen auf die Füße, dass es kaum Dokumentation gab.
    Da könnte ich schreieeeeeeeeeeeeeeeen.
    (Ich sitze neben einem Kollegen, der sich in jeder zweiten Pause über bestimmte S beschwert (aus gutem Grund), er hat aber noch nie was im Klassenbuch geschrieben. Tja, dann nimmst du sie eben mit auf Klassenfahrt, brauchst dich nicht bei mir zu beschweren.

    Ich sage nicht, dass es nicht dort (Sekretariat, Verwaltungsassistenz, Buchhaltung (muhahaha)) sein sollte. Sondern: Ich schiebe nicht meine Probleme auf Andere.
    Nur, weil es dann für mich bequemer ist, darf ich nicht "nach unten" treten. Es wird eh nicht klappen, weil der Schulträger eben sagt "X Stunden Arbeitszeit für folgende Aufgaben, mehr nicht".
    Aber es war ja nicht das Thema, mich hat es wirklich interessiert, wie es eventuell abläuft-

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