Beiträge von chilipaprika

    Was die so genannte Attestpflicht betrifft, so hat das Schulministerium uns dieses Schwert faktisch genommen. Die Attestpflicht ist auf Einzelfälle beschränkt und kann nicht als Automatismus verhängt werden, wie das vor einigen Jahren noch übliche Praxis war.

    Zur Entlassung eines Oberstufenschülers oder einer Schülerin gilt § 53 Abs. 4 SchulG.
    "Die Entlassung einer Schülerin oder eines Schülers, die oder der nicht mehr schulpflichtig ist, kann ohne vorherige Androhung erfolgen, wenn die Schülerin oder der Schüler innerhalb eines Zeitraumes von 30 Tagen insgesamt 20 Unterrichtsstunden unentschuldigt versäumt hat."

    20 Stunden innerhalb von 30 Tagen kommen schnell zusammen, da die SchülerInnen 34 Stunden pro Woche im Durchschnitt belegen müssen. Das haben sie mitunter nach vier Tagen schon zusammen.

    Attestpflicht: klar, aber auch für die 2-3 Einzelfälle muss es beschlossen werden. Und das tun wir, wenn sich zuviele Fehlzeiten angesammelt haben, die Laufbahn gefährdet ist und anderes ausgeschöpft wurde.


    Zur Entlassung: das gilt ja für die nicht schulpflichtigen, wenn ich das richtig verstehe. Die haben wir zwar auch, aber die meisten SuS sind ja schulpflichtig. Da ist die Hürde höher.

    Humblebee Tja, gute Frage. So wird es bei uns gehandhabt und ich gebe zu: Solange man mir keine Stufenleitung gibt, werde ich nicht das Prozedere bei uns in Frage stellen.
    - Attestpflicht können wir auf einer Konferenz beschließen (tun wir auch).
    - Mahnverfahren jenseits von Meldung wg. Schulpflicht sind mir keine bekannt.
    - Dafür brauchen wir 20 Tage am Stück unentschuldigt / fehlend. (und ja, einige SuS sind nach 19 Tagen wieder da).

    Aber so krasse Fälle von Auslassen eines kompletten Faches hatten wir noch nie.


    Edit nach Beitraglesen.

    Nicht bewertbar finde ich nachvollziehbar. Ich verstehe es richtig, dass dies keine negative Konsequenz für den Schüler hätte, sondern nur aussagt, dass eine Note nicht gesetzt werden konnte? Eine 6 sieht ja auf einem Zeugnis immer übel aus.

    Doch: Kurse sind verpflichtend, also hat es eine negative Konsequenz.
    Außer (Oberstufe), dieser schwänzende Schüler hatte Kurse "zuviel" belegt und muss den Kurs weder belegen noch einbringen. (S. Bolzbolds Beitrag)

    Danke, es ist mir gestern in einem Panikanfall auch eingefallen (dass alleine der Brief an mich und meine Antwort so oder so protokolliert werden.)
    Ich hätte auch ablehnen können, weil es nur peripher mit der Schule zu tun hat, habe aber Angst, dass man mir fehlende Mitwirkung vorwerfen könnte.

    Bei meiner BR werden auf der Liste des Personalrats alle aufgelistet und sogar alle mit Verbandszugehörigkeit, aber ja, ich habe letztens entdeckt, dass das jede BR echt anders handhabt und eine zum Teil nur einen Namen bzw. eine Kontaktadresse hat.
    Ich habe das Glück, eine Personalrätin direkt an meiner Schule zu haben, mit der ich mich gut verstehe und die mich schon "im Vorfeld" des Ausfalls beraten hat. Für meine Panikanfälle der letzten Tage wollte ich sie aber erstmal nicht kontaktieren.

    Ich warte das Gespräch ab, ob Maßnahmen gefunden werden, die sich gut anfühlen (ich kämpfe sehr stark mit dem/gegn das Gefühl, das jemand haben könnte, ich würde den Krankenstand ausnutzen, um etwas zu bekommen (also nicht zu lange, komprimierte Tage, Aufsicht nur davor/danach... ). Mein Glück ist, dass meine Wünsche und Bedürfnisse schon immer konträr zu denen der meisten KuK (die sich möglichst wenig Lücken im Stundenplan wünschen, keine Frühaufsicht wollen, usw..)
    Und eigentlich will ich ja eher gestern als morgen voll einsatzfähig sein.


    Wenn du Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen studierst: Sozialwissenschaften, Geschichte und am besten noch ergänzt um ein Fach, z. B. Erziehungswissenschaften oder Philosophie bist du für ein BK durchaus interessant, weil sich aus Sozialwissenschaften am BK die Fächer Soziologie, VWL und Politik ableiten lassen. Erziehungswissenschaften ist absolutes Mangelfach an BKs

    WO bist du?
    und meinst du wirklich EW oder Sozialpädagogik?
    Chili mit (u.a.) SoWi und EW, die durchaus immer wieder mit dem BK liebäugelt.

    Ohne Beziehungen aber ein schwieriges Thema, erst Recht an Museen oder im Journalismus.

    Das stimmt zwar natürlich auch, das möchte ich aber nicht komplett stehen lassen (und ich komme sowohl vom Feld als auch aus der kritischen Diskussion "Akademikerkinder/Arbeiterkinder und was Connections machen").
    Deswegen hier die Ratschläge, die du ein bisschen als "Studienberatung" aufgefasst hast.
    Egal, ob du ein "Fach"Studium oder ein Lehramtsstudium machst:
    Ein Freiwilligenjahr könnte dir nicht nur ein Gefühl für den Beruf, sondern auch andere Kompetenzen und Connections geben. Auch in Museen und Gedenkstätten gibt es Freiwilligenjahre..
    Es gibt solche Angebote in Schulen, aber auch in der Jugendarbeit, mit Schwerpunkt politische Bildung. Ich hatte schon mehrere Studis der Politikwissenschaft, die solche Erfahrungen hatten, diese im Studium weiterverfolgen (Demokratieerziehung, Europa-Arbeit, Erasmus-Projekte, JEF, usw...). Auch wenn du in die Schule gehst, sind es super wertvolle Erfahrungen, die dich nicht nur von anderen abheben, sondern dir auch deinen Selbstwert stärken, dir ein Profil geben (denn am Ende muss eine Schule unter mehreren Kandidat*innen auswählen und wenn du gegen jemanden mit Deutsch punkten willst, ist es vielleicht die Tatsache, dass du solche Projekte betreuen kannst, ...)
    und wenn du nicht in die Schule gehen solltest, sind sowieso alle praktischen Erfahrungen wertvoll. Angefangen bei den kleinen Abgeordnetenbüros bis zum Europaparlament, wenn man die institutionelle Seite sieht, aber die Arbeit in NGOs ist auch etwas, was Türe öffnet.

    Man darf nicht unterschätzen, wie viel kleine Erfahrungen "nebenbei" ausmachen (auch wenn es nicht unbedingt zu einem besseren Lehrer macht, aber es gibt Erfahrung, Schulen suchen immer engagierte Leute und ein Profil zu haben, das man in der Schule pflegen kann, ist immer gut.

    Ja, du kannst dich selbst bewerben, Fristen sind die ganz normalen, wobei ich bei der Fächerkombi einfach Initiativbewerbungen schicken würde.
    Zum Zeitpunkt der Bewerbung darfst du nicht in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis sein. Du kannst also nicht abwarten, dass du eine Stelle hast, um die Entlassung aus dem Dienst zu haben.

    Nein, in Deutschland kann dein Antrag auf Entlassung nicht abgelehnt werden, ich glaube, drei Monate sind die Frist, die man dich "festhalten" kann.
    (Ich schreibe "in Deutschland", weil es in Frankreich nicht der Fall ist und einige also keinen neuen Job haben können, weil sie noch im Beamtenverhältnis stehen :D )

    Es gibt aber schon pro Fach auch unterschiedliche Phasen.
    Und wenn ich die Möglichkeit hätte, an einer reinen Oberstufenschule zu sein, wo ich mir den Anfangsunterricht in Französisch sparen kann: Yeah!

    Hospitieren würde ich auch total gerne. Also ganz ehrlich.
    Ich vertraue nicht auf die ganze Insta-Welt, aber schon alleine, was man mit den Kleinen machen kann und soll, obwohl sie noch nichts können. Puh.
    Ich bin schon so sehr von den Vertretungen in der 5 überfordert "Ich habe keinen gelben Stift *wein*, und Sie haben die gelbe Kreide benutzt"

    Was ist das in der SekI?

    Alle Fächer, die sich hinter dem Sachunterricht verstecken, sind doch erst in der Sek1 als erstes Mal als "Fach" oder?
    Zumindest führen wir "Politik" als Fach neu ein, Freund*innen von mir sind immer erstaunt, dass ich das Fach Geschichte in der Grundschule hatte (weil es kein Grundschulfach sei...), Chemie (von Kiggie) werden die SuS auch erst in der Sek1 als Fach kennenlernen (und die fachlichen Grundlagen.

    Die Unterschiede sind aber in den Bildungswissenschaften durchaus sehr stark!
    Vielleicht können wir hoffen, dass diese Durchlässigkeit nicht mehr lange besteht? (Und ich hätte eher gedacht, die Durchlässigkeit ist eher für Mangelfächer als für die Allerweltsfächer Politik und Wirtschaft)

    ich bin vermutlich zu dumm für diese Welt, aber dann ist meine "Befürchtung" richtig: es gibt nur eine Akte und die Akte der BR ist gemeint (den Link und die Dokumente kannte ich).
    Im Endeffekt hätte ich das Angebot ablehnen sollen, ich habe es nur angenommen, damit ich mir später nie vorwerfen lassen könnte, nicht mitgewirkt zu haben, aber weniger Spuren sind trotzdem besser.
    Egal, jetzt muss ich wohl durch.

    Tja, eine große Herausforderung der Sek1 ist aber tatsächlich, dass viele Schulen als pädagogisches Konzept die Linie fahren "möglichst viele Stunden bei einem Lehrer", die Lehrkräfte also sehr viel fachfremd unterrichten müssen.
    Würdest du an einer Schule sein, die nicht so arbeitet, ist deine Herausforderung eben die 12 verschiedenen Lerngruppen in einem Nebenfach, das nicht unbedingt den Beliebtheitspreis gewinnt. Aber es ist auch eine spannende Herausforderung, das bei den SuS anders zu gestalten.

    Tatsächlich kann man kein Geschichte für BK an meiner örtlichen Hochschule studieren, nur Ökonomik (also Sozialwissenschaften).
    Aber der TE interessiert sich im Prinzip im Vorfeld für die Fächer und guckt erst danach, wo man damit eine Stelle bekommt. Dann ist Sek1 definitiv besser als BK. Selbst Gym wäre besser.

    Ja, als Gym-Lehrkraft kann man an ein BK, man kann sogar BK mit zwei allgemeinbildenden Fächern studieren, aber das würde jetzt noch weniger Sinn ergeben, befürchte ich. (Weil da die Fächer erst recht oft einstündig sind, und man wird wohl kaum mit fachfremdem Unterricht das Deputat auffüllen können).

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