zum Glück hat die Sek1 einen eigenen Lehrplan und wir arbeiten nicht thematisch à la (provokant) "Vorbereitung auf das Thema Vergewaltigung", sondern zum Beispiel nach Genres. Und die Abiturvorgaben wechseln ja alle paar Jahre. Es wäre also nicht sinnvoll, den Unterricht einer 10. Klasse nach solchen Kriterien auszurichten.
Natürlich gibt es in fast allen klassischen Lektüren irgendetwas Schwieriges. Und natürlich muss man durch. Trotzdem kann ich ausweichen, wenn ich Kenntnis von Gründen habe.
Beiträge von chilipaprika
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Aber mir ging es darum, dass ich damit leben/ungehen muss, dass es eine Pflichtlektüre ist. In der Sek1 kann ich ja versuchen, lerngruppengeeignete Texte zu finden, die auch ich okay finde.
Beim Abitur habe ich keine Wahl und muss mit der Wahl von XY leben und das beste daraus machen. Ich habe hier ein paar Punkte gelesen (die ich zum Teil auch hatte), halte aber weiterhin die Auswahl für schwierig.
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und wie soll man - jenseits der Themen ! - Spass an Literatur bei der Sprache und dem Aufbau vermitteln.
Ich bin zwar keine Muttersprachlerin, muss aber jede dritte Seite ein Wort nachschlagen. Meine SuS werden nie im Leben diesen ganzen Gärtnerei- und Landwirtschaftswortschatz nachschlagen.
(Ich musste noch bewusst in Google suchen, damit mir angezeigt wird, was eine Scholle - jenseits des Fischs - ist.
3 SuS von meinem Kurs fragten in der letzten Klausur nach, was eine Nachtigall ist. "Nur" drei. Die anderen haben zugehört, während ich die Antwort gab. Oder erinnerten sich, weil das Wort in der Vorstunde schon fiel. Wem die Nachtigall ein Problem ist, wird mit den Verben der Pflanzenpflege richtig Spass haben.) -
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genau das.
Mir ist es tatsächlich egal, dass ich nur eine von 2-3 Fächern (oder das einzige) bin, wo der jeweilige Schüler ein Heft haben muss.
In der Mittelstufe gibt es immer mehr, die Hefte wollen und wenn ich mich im Lehrerzimmer umhöre, dann gibt es auch einen Großteil, der zwar das iPad erlaubt, aber eigentlich dagegen ist (ich spreche nicht vom Zwang der digitalen Lizenz, sondern vom Heft). Mensch. Wenn man sich in dem Punkt einer Gruppe von 8-Klässler*innen nicht durchsetzen kann, weiß ich auch nicht...) -
ich habe es auch letztens gelesen, und für mich selbst auch für unnötig gehalten, ABER: ich vermute, die meisten verstehen unter "Triggerwarnung" vor einer Lektüre / Filmvorführung sowas wie "wenn Gesprächsbedarf oder das Bedürfnis, rauszukommen, entsteht, dann los / gerne"
(Habe ich zum Beispiel bei Napola gemacht. Natürlich haben wir viel darüber gesprochen, aber ich habe auch offen gelassen, ob jemand weggeht und sich das nicht anschaut.
Zugegeben: Erst im letzten Durchgang, weil im Durchgang davor mich eine Mutter anrief und meinte, es sei zuviel für die Tochter, sie möchte das Ende vom Film nicht mehr gucken. Also habe ich den Unterricht umgedreht.) -
Ich habe nach zwei Doppelstunden in einem Kurs gesagt, dass ich Papier/Heft verpflichtend mache. Ich drucke auch alle Materialien.
Ist schade, aber die Einstellung zu Beginn und Ende der Stunde, dass alle Apps gesperrt werden, außer die Notizenapps, die natürlich nicht einheitlich benutzt werden, nervt mich UND ich glaube an das handschriftliche Schreiben, das Markieren von Texten, und nicht dieses langsame Tippen mit digitaler (!!) Tastatur (nur 2/3 haben einen Stift dabei..), das Reinzoomen mit zwei Fingern, so dass man nie den ganzen Text (nicht mal ein Gedicht!) vor Augen hat, nee ...
Und komischerweise sind die Antworten von zwei Schüler*innen so dermaßen schlechter geworden, dass ich meine Bestätigung hatte. Das sage ich auch ganz offen. Wer doch das iPad vor sich hat, nimmt das Risiko, dass ich im Zweifel glaube, er habe nicht selbst gedacht. -
Ich glaube, mein größtes Problem gerade - Reflexion / Erkenntnis des Vormittags - ist nicht der Umgang mit Schüler*innen. Ich unterrichte auch das Fach Pädagogik, für einzelne Themen habe ich auch Triggerwarnungen ausgesprochen (Erziehung, Gewalt, NS-Erziehung, ...), auch mal gelegentlich in Deutsch oder SoWi (Gewalt, soziale Ungleichheit..), aber mich triggert es gerade total, weil ich das Gefühl habe, meinen Job nicht ausführen zu können. Deutsch war gerade der erklärte Safe Pace. Ich dachte, ich könne auch wieder Päda unterrichten und ich breche gerade in der Unterrichtsvorbereitung voll in Selbstzweifel, fühle mich je nach Thema illegitim und unqualifiziert. Weil es MICH triggert und ich kann nicht raus und den SuS sagen, sie sollen es alleine erarbeiten.
Ich bin Profi und werde es schaffen - hoffentlich - , aber irgendwo bedürfte es zum Teil einer Supervision. -
Ich sehe das komplett anders: in einem Land, in dem jede dritte Frau sexualisierte Gewalt erfahren hat und die Plätze in Frauenhäusern überbelegt sind, ist Vergewaltigung ein Thema, das behandelt werden muss.
Sexuelle Belästigung, Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung sind wichtige Themen, aber ich würde dafür plädieren, dass sie in der Hand von besonderen Projekten und damit bei dafür geschulten Fachkräften.
Ich unterrichte Literatur.
Ich finde dieses Werk an sich eh total schwer und anstrengend, rege mich darüber hinaus über die starke Präsenz von Geschichte auf (das nicht zu meinen Fächern gehört, aber gut), fühle mich aber NICHT in der Lage, diese Szenen angemessen zu behandeln. Ich werde es wohl müssen aber das Gefühl, nicht richtig zu unterrichten, finde ich mies.
Kann übrigens sein, dass ich auch noch mehr Probleme projiziere, weil in meinem letzten Deutschkurs ein Schüler saß, der beim zerbrochnen Krug der Meinung war, Eve sei eine Schlampe, weil sie (ich zitiere weiterhin) die Beine breit gemacht habe und also selber schuld. Da führe ich "gerne" die heftige Diskussion dazu, was ihm einfalle (und der Rest des Kurses war auch mit dabei), bei dem Roman habe ich Bauchschmerzen und wenn es die Intention des Ministeriums /Auswahlkommission ist, mähhh, gebt uns Gelder, Personal und Zeit für Projekte zu solchen Themen. Bringt deutlich mehr als in einer Pflichtlektüre.
Wie soll man sich als Lehrkraft darauf vorbereiten? Ist keine rhetorische Frage, ich fühle mich nicht wohl dabei und habe nicht das Gefühl, ich könnte es "genauso" unterrichten, als würde ich über den Kauf des Hauses des jüdischen Nachbars sprechen. -
Es ist ein Forum und es entwickelt sich in die Richtung, die Mitschreiber*innen bestimmen, aber mir ging es nicht um den Untergang des Abendlandes, weil man Shakespeare oder Goethe nicht mehr lesen würde (eine Kollegin von mir liest sehr wohl Shakespeare, wenn ich mich nicht täusche, also freiwillig zusätzlich?), ich würde mich auch freuen, wenn in Deutsch die Auswahl ein bisschen klassischer / typischer wäre, aber mein Problem ist gerade, dass ich keine Lust habe, Vergewaltigungsszenen im Deutschunterricht literarisch zu analysieren.
Egal, wie wichtig es ist, auch über sowas (Sex als Kriegswaffe, sexuelle Gewalt, aber vielleicht auch Sex in Beziehungen...) zu reden, weder fühle ich mich dafür qualifiziert, noch halte ich es angemessen. Es ist eine totale Überrumpelung der Schüler*innen... -
Ja, das hattest du schon gepostet, aber es ist keine Aussage zur Präsenz. Die Schule gibt dir vielleicht den Dienstag Nachmittag und du musst ab 13 Uhr in der Behörde sitzen.
Frag nach, die Möglichkeit von HO, selbst wenn es erst nach mehreren Monaten ist, hat ja möglicherweise einen Einfluss auf deine Stundenzahl und die UV. -
An welchem Schultyp unterrichtest du?
Corona hat gezeigt, dass es noch nicht einmal am Gymnasium in der Kursstufe (Leistungskurs) funktioniert und ich habe mir sagen lassen, auch nicht an der Uni. (Ein paar Ausnahmen gibt es wie immer.) Und gerade die damalige Mittelstufe am Gymnasium gilt bei uns als die großen Coronaverlierer.
DANKE!
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nach Möglichkeit an 2 statt 3 Tagen kommen möchte-wichtiger als die Stunden wäre mir der freie Tag.
- Ist geklärt, ob du die 4,5 Stunden in der Behörde in Präsenz arbeiten musst (wie weit / Pendelweg einplanen!) oder im HO?
Unterschätze das nicht! - Ich will wirklich nicht auf den Punkt rumreiten aber reflektiere wirklich für dich, warum du zur Zeit in TZ bist (und zwar 50%!!!) und ob die Gründe (zum Teil) wegfallen und es also wirklich machbar ist, 8-10 Schulstunden plus 50% Büro zu haben.
- Ist geklärt, ob du die 4,5 Stunden in der Behörde in Präsenz arbeiten musst (wie weit / Pendelweg einplanen!) oder im HO?
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Wenn du eine VZ hättest, würdest du doch nicht VZ Schule plus 50% Behörde machen.
50% Abordnung bedeutet: 50 % der regulären Arbeitszeit in der Behörde. Das, was du jetzt vor hast /hättest, ist eine sofortige Erhöhung der Arbeitszeit, die nicht notwendig ist (einige kleine Abordnungen sehen vor, dass du eine Mindestzahl in der Schule hast, ist aber nicht der Fall)
Wenn 50 % Abordnung zur Folge hätte, dass man weitere 40-50% in der Schule haben muss, wären alle TZ-Menschen grundsätzlich ausgeschlossen. (Was gegen die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit verstossen würde).
Neben 2,5 Tage Behörde, kannst du vll deiner Schule anbieten, noch ein paar Stunden zu machen, die im Stundenplan passen, um dich nichr zu langweilen und eine Klasse weiterzuführen, aber du musst es nicht.
Parallel zu deinem Brief wurde ein weiterer Brief an deine Schule verschickt, dass du im Umfang von 14 Stunden abgeordnet wirst. Also können sie rechnen: 14-14=0
Viel Spass beim neuen Job! Ab nächster Woche? -
Ja, ich weiß, war nicht in Ordnung.
War vermutlich auch ein bisschen von schlechten Büro-Erfahrungen geprägt, wo einige (insbesondere Lehrkräfte) da hten, HO regelt es. Sowohl in den Ferien als auch an allen Nachmittagen.
Sorry, erst recht, weil der TZ-Grund nicht explizit steht.
@TE: rein formal muss ja deinem Erhöhungsantrag auch zugestimmt werden. Du bist ja 6 Monate nach der Frist. Aber natürlich wird die Schule froh sein, dich /deine Stunden nicht komplett zu verlieren.
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Liebe Deutsch-/Sprachkolleg*innen,
Bin ich zu zart besaitet, zu unreif, zu empfindlich, zu wasweißich, oder habt ihr auch bei einigen Lektüren Bauchschmerzen?
Ich lese gerade Heimsuchung von Erpenbeck und, außer dass es vom Lesen auch kein Vergnügen ist, ich die Auswahl total unmöglich finde (Auf Lehrerfortbildungen wird gesagt, wir sollen den SuS sagen, dass sie durchhalten sollen, die ersten 90 Seiten würde man nichts verstehen, aber danach sei es besser ---- WARUM wird sowas ausgesucht?!), ... mehrere Vergewaltigungsszenen im Roman? immer wieder eingestreut?
Beim zerbrochnen Krug, okay, Klassiker, mehrdeutig, und quasi am Rande. (und trotzdem muss es nicht sein)
Aber hier? Selbst mir wird das zuviel, ich kann es aber nicht komplett unthematisiert lassen.
PS: und dann wissen, dass 70% (haha, wie naiv von mir) das Buch nie lesen werden und selbst die Abiturient*innen von Anfang an das Buch in ihrer Vorbereitung ausschließen werden ... #unterrichtsvorbereitungfürdiemülltonne. -
Oh, ich bitte um Entschuldigung, tatsächlich hatte ich den Satz "Ich befinde mich in Teilzeit" als "Ich befinde mich in Teilzeit wegen der Kinder" gelesen (weiß nicht warum, hätte schwören können). Dann - aber auch generell - befremdet mich (egal welcher Grund hinter der Teilzeit steht), dass man sich vorstellen kann, so einfach von 14 auf 26 Stunden zu wechseln.
Und ich glaube, die Last von zwei Tagen Büro wird ein bisschen unterschätzt.
Dass es einen zweiten Elternteil gibt (also falls es Kinder gibt. Höchstwahrscheinlich, weil eine Reduzierung aus gesundheitlichen Gründen wird es wohl nicht gewesen sein), klar. Aber wir reden um eine Verdoppelung der Arbeitszeit innerhalb von 4 Wochen.
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