Mich stört die von Lehrkräften genutzte Sprache.
"Stundenlang an einem Arbeitsblatt basteln". Es geht bei solchen Beschreibungen um Ausnahmen. Wir sitzen nicht unsere Zeit in einem (zeitlich) überwachten Raum ab, wo wir also daran interessiert sind, "irgendwas" zu machen, sondern jede Minute zuviel irgendwo, ist verschenkte Freizeit.
Lass uns die chronischen Idealisten rausnehmen und auch versuchen, die superduper NRW-Ausnahmesituation wegzudenken, in welcher die Korrekturlast einfach krass unterschiedlich verteilt ist (und DAS wird definitiv eine Baustelle werden).
Wenn man an einigen Materialien besonders / überdurchschnittlich lange sitzt, dann oft aus guten Gründen (Reihe zum ersten Mal, nachhaltiges Planen für die darauf folgenden Jahre, besondere Reihe des Jahres, usw.. (ich habe schon mal den Tipp gehabt: Nach dem Ref zu versuchen, EINE besondere Stunde pro Woche zu haben. Ich persönlich (12 Jahre aus dem Ref raus) brauche für meine Berufszufriedenheit das Gefühl, neben dem ganzen pragmatischen Buchunterricht ab und zu eine Reihe zu planen, mit der ich auch wirklich zufrieden bin (und natürlich suche ich mir eine aus, die ich dann wieder verwenden werde).
Wenn man besonders lange an Klausuren korrigiert, dann sicher nicht aus sadomachistischen Gründen, sondern weil es vielleicht die erste Klausur der Lerngruppe ist und sie daran etwas lernen sollen, oder weil die Klausuren besonders schlecht ausfallen, oder weil man es selbst nicht besser weiß (Mein Gott, ich hatte vielleicht 2 Stunden zur Klausurherstellung und -korrektur im Ref. Ohne eine gute Mentorin hätte ich nicht schnell genug reingefunden).
Die Schulleitung hat nicht nur eine Fürsorgepflicht uns gegenüber, sondern wird schon schauen, dass keine*r Stundenzettel einreicht, wo 25,5 Wochenstunden "in Ref-Stil" gehalten werden.
Die Arbeitszeitserfassung wird meiner Meinung nach eher aufzeigen, dass unsere Stundenpläne nicht dafür geeignet sind, effizient oder überhaupt zu arbeiten. Und (in NRW!) dass es zwischen den Fächern und Funktionen (Klassenleitung) solche Unterschiede gibt, dass man da ran müsste (was man nie tun wird).