Beiträge von Sarek

    Ich brauche jetzt mit dem Fahrrad keine 10 Minuten zur Schule und genieße die kurzen Wege zur Arbeit. Und dadurch auch die Möglichkeit, in längeren Pausen nach Hause gehen zu können.
    Gleichzeitig bin ich doch überrascht, wie selten ich im Privatleben auf Schüler oder ihre Eltern treffe. Die letzten beiden Male waren es ehemalige Schüler in Geschäften an der Kasse und dann haben wir uns kurz unterhalten, "Was machst du jetzt, wie geht es dir?", fertig. Peinliche oder unangenehme Situationen hat es in all den Jahren noch nie gegeben, und wenn ich einem Schüler begegne, gibt es meistens ein freundliches Hallo und fertig. Eine Schülerin wohnt bei mir in der Straße, aber selbst die habe ich noch nie draußen getroffen. In den über 11 Jahren erlebte ich es ein einziges Mal, dass ein Schülervater mich nach den Leistungen seiner Tochter bei einer zufälligen Begegnung im Schwimmbad fragte, und da war es mit "Nettes Kind, die Noten habe ich leider nicht im Kopf." getan.
    Daher gehe ich das ganz entspannt an und freue mich über die gewonnene Zeit, die ich nicht auf der Straße verbringe.

    Sarek

    Ich kann dir keine Quelle nennen, aber für Bayern gibt es seit ca. 12 Jahren eben eine solche Verordnung, dass fehlende Schüler gemeldet werden und man zuhause anrufen muss, wenn der Schüler noch unentschuldigt ist. Diese Verordnung war die Reaktion auf den Fall, als eine Schülerin morgens in der Schultoilette von einem Fremden missbraucht wurde. Daran erinnere ich mich noch. Seitdem füllen die Lehrer der ersten Stunde brav die Zettel aus und das Sekretariat gleicht die fehlenden Schüler mit den eingegangenen Entschuldigungen ab und telefoniert gegebenenfalls nach Hause. Wir müssen auch melden, wenn alle anwesend sind, damit das Sekretariat weiß, dass wir die Meldung nicht vergessen haben.

    Sarek


    Bei der Notenbekanntgabe feilschen sie dann gerne (von wegen, dass XY auch nicht mehr gemacht habe und eine bessere Note bekäme, dass sie die bessere Note ja unbedingt brauchen würden).

    Ich hoffe, du lässt dich darauf nicht ein.
    Es gibt immer Schüler, die so clever sind, dass sie wenig tun müssen und bessere Noten bekommen. Es wird ja auch nicht der Arbeitsaufwand benotet, sondern das erzielte Ergebnis.

    Sarek

    An meiner Schule hatten wir vor drei Jahren innerhalb von sechs Wochen eine Typisierungsaktion incl. Spendenaktion aus dem Boden gestampft, als ein Schüler an Leukämie erkrankt war. Fast die ganze Oberstufe ud ein Großteil des Kollegiums ließ sich typisieren und ich fand die Aktion auch aus pädagogischer Sicht prima, da man hier Werte wie Hilfsbereitschaft und Solidarität auch praktisch vermitteln konnte.

    Sarek

    Ich würde auf alle Fälle andere Angebote einholen und darauf achten, ob die den Risikozuschlag berücksichtigen oder ob der später noch dazu kommt. Acht außerdem auf die Leistungen, die können unterschiedlich sein, z.B. Zuzahlungen bei Medikamenten.

    Sarek

    "Bei der Beurteilung von Zentralabiturklausuren können Lehrer nicht nur in Nordrhein-Westfalen etwa 8 bis 10 Prozent der zu vergebenden Punkte für Leistungen außerhalb der Fragestellung vergeben."

    Wie ist das zu verstehen? Ist damit gemeint, wenn ein Schüler die Fragestellung nicht erfasst hat und alles möglich andere hinschreibt, das gar nicht zur gestellten Aufgabe passt, dafür Punkte bekommen kann?

    Sarek

    Auch wenn ich nun ein Thema schon zum zehnten Mal unterrichte, fühle ich mich darin nicht gelangweilt, sondern zunehmend sicherer, da ich nun weiß, worauf ich achten muss, was typische Fallstricke für die Schüler sind etc.
    Außer dem Unterricht kommen mittlerweile noch so viele andere Tätigkeiten hinzu, dass sich die Frage, ob das Thema nun zum zehnten Mal langweilig ist, gar nicht stellt. Das ist die gleiche Routine wie beim Zahnarzt, der pro Tag vier Zahnfüllungen macht, oder dem Bäckereiverkäufer, der jeden Morgen seine Brötchen verkauft.
    Und da man normalerweise nicht jedes Jahr genau die gleichen Klassenstufen hat, tauchen die Inhalte auch nicht unbedimgt jedes Jahr wieder auf.

    Sarek

    Diese Woche lag ich mit einer fieberhaften Erkältung flach und hatte in der Nacht einen wirren Fiebertraum. Kennt ihr sicher, wo man ständig teilweise wach ist, teilweise schläft und eben wirr träumt.
    Mein Fiebertraum bestand darin, dass ich meinen Schülern die Regulation der Körpertemperatur im Zwischenhirn erklärte. Und das überraschend strukturiert.

    Sarek

    Nicht nur die Notbremse ist wichtig, sondern auch schon Pläne, wie du die für dich befreite Zeit so nutzen kannst, dass du wieder Freude empfindest. Hör mal in dich hinein, ob es da Wünsche gibt, Dinge zu tun, für die bislang keine Zeit da war. Bei mir war es ganz simpel der Wunsch nach einem kleinen Hauskätzchen :) , das sich auf den Schreibtisch legt und schläft, während ich korrigiere. Jetzt habe ich einen dicken Stubentiger, der mir vorlebt, was ich lange vernachlässigt habe. Neulich habe ich mir einen Garten gekauft und genieße es schnell mal ins Grüne zu kommen, frische Luft zu tanken und das Wachstum der Pflanzen zu beobachten. Bei mir ging es darum, die Zeit sinnhaft (mit allen Sinnen) zu füllen, weil unser Beruf ja doch eher die Verkopfung fordert und Stress der dominante Gefühlszustand ist.

    Ja, das machen Katzen nur zu gerne. Mittlerweile muss ich meinen Kater aus dem Arbeitszimmer rausschmeißen, wenn ich korrigiere, da er sich nicht nur auf den Schreibtisch legt, sondern mitten auf die Arbeiten und dann ständig meinen Rotstift fängt, wenn ich versuche zu schreiben.
    8_o_)

    Sarek

    Stichwort eher gehen: Wenn es von der Schulleitung abgesegnet ist, kannst du das Kind eher gehen lassen. Da wurde es ja offiziell befreit. Ansonsten nicht.
    Die anderen Sachen, die dich bedrückt haben, sind häufig Alltag. Gerade als Neuling hat man vieles noch nicht als routinemäßigen Automatismus im Gehirn abgespeichert und vergisst dann auch mal zu sagen, dass die Schüler die Stühle hochstellen sollen. Passiert mir bei einem neuen Stundenplan regelmäßig, bis es sich bei mir eingeschliffen hat, dass ich an dem Tag der letzte Lehrer in diesem Raum bin.
    Das ist wie beim Autofahren. Anfangs ist man noch unsicher und muss an jedes Kuppeln und jeden Scvhaltvorgang denken, und irgendwann macht man es völlig automatisch. Ich erlebe es momentan in unseren umgebauten Fachräumen. Es hat fast ein halbes Jahr gedauert, bis ich die neue Position der Lichtschalter als Automatismus abgespeichert habe und nicht mehr ständig auf den falschen Schalter drücke oder den richtigen erst suchen muss.

    Sarek

    Wenn es sich bei der Prüfung um ein Staatsexamen und nicht um eine Prüfung innerhalb der Uni handelt (wie es beim Diplom der Fall war), muss meines Wissens ein staatlicher Prüfer wie eben ein Lehrer dabei sein. Schriftlich eben als Aufsicht, in mündlichen Prüfungen als Zweitprüfer.
    Und ja, das ist dann eine Aufsicht bei der Staatsexamensklausur. Waren die langweiligsten vier Stunden meines Lebens und die absoluten Highlights waren es tatsächlich, wenn man jemanden bis vor die Toilette begleiten durfte.
    Zweitprüfer im mündl. Examen wird man nur, wenn man sich dazu bereiterklärt. Dann schreibt man vor allem Protokoll und stellt auch eine Frage.

    Sarek

    ... wenn ich folgendes (wie heute Nacht) träume:
    Ich habe das Bioheft eines Schülers überprüft, das nun endlich ordentlich geführt wurde, und ich erklärte ihm, wie wichtig eine sorgfältige Heftführung für den Lernerfolg sei. Danach fragte ich ihn und eine andere Schülerin während der Heimfahrt mit dem Schulbus ab und musste die Abfrage abbrechen, als wir an meine Haltestelle anhielten und ich dort aussteigen musste.

    ... und mir nach dem Aufwachen ernsthaft überlege, mir jetzt auf meinem Sitzplan Notizen über das Abfrageergebnis zu machen, um es zur Bildung einer mündlichen Note heranzuziehen. Erst später kam mir die Erkenntnis, dass dies den Schülern gegenüber unfair sei und erst danach wiederum die Erkenntnis, dass die beiden Schüler in der Realität gar nicht existieren.

    Sarek

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