Beiträge von Ilse2

    Das kann ich nicht. Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren in "inklusiven" Grundschulen (verschiedene, wegen dauernder Abprdnungen) als Sonderpädagogin und sehe einfach, dass es nicht läuft. Damit sage ich gar nicht, dass das die Schuld der Lehrer ist, völlig egal ob es die Regelschullehrer oder die Sonderpädagogen sind. Wir haben alle Inklusion nicht gelernt und die Rahmenbedingungen sind mehr als bescheiden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Öffnung von Unterricht am besten funktioniert, in Kombination mit sehr viel Wert auf soziale Interaktion. Aber ich weiß, dass Inklusion bisher nichts als Utopie ist und unter den gegebenen Umständen nicht gut funktioniert. Nur, die Kinder sind jetzt da und haben eigentlich auch ein Recht darauf, entsprechend ihrer Fähigkeiten und Bedürfnisse unterrichtet zu werden. Ich habe Kollegen, denen das vollkommen egal ist, die nach dem Motto arbeiten "Friss oder stirb". Das geht in meinen Augen nicht. Aber ich habe wie schon gesagt, keine Lösung für das Problem. Ich verstehe ja such, dass man als Lehrer auf sich und seine Gesundheit schauen muss und fühle mich oft in dem System Geundschule zerrieben. Wie das an weiterführenden Schulen aussehen kann, kann ich mir erst Techt nicht vorstellen.

    Grundsätzlich ist Inklusion schon das richtige Ziel, aber noch sehr, sehr weit entfernt, weil nichts stimmt und niemand darauf richtig gut vorbereitet ist.

    Gerade dieser Thread zeigt wieder, dass wir noch meilenweit weg sind vom inklusiven Denken (und das soll jetzt kein Vorwurf sein!). Schule kann nicht einfach ganz normal weiter laufen, wenn Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf da sind, die zum Teil komplett andere Bedürfnisse haben, als viele Regelkinder. Dafür ist aber niemand ausgebildet, auch nicht die Sonderpädagogen. Das klappt auch nur, wenn man mit der Haltung ran geht, alle Kinder in ihren jeweiligen Besonderheiten anzunehmen und zu fördern. Dafür muss Unterricht zwangsläufig anders gestaltet werden als gewohnt und auch anders, als man das in der Ausbildung gelernt hat. Das ist nicht einfach, vor allem nicht, sich vom Gewohnten und scheinbar Bewährtem zu verabschieden. Schlimm ist, das Inklusion von Kollegen getragen werden muss, die dazu bisher nicht bereit sind (auch aus nachvollziehbaren Gründen) . Das kann und wird nicht funktionieren.

    Doch, ansich ist Inklusion der Königsweg! Aber man kann nicht "Inklusion machen" aber alles bleibt wie es immer war. Gelebte Inklusion bedeutet Veränderung. Und da stimme ich zu, soweit sind die meisten Schulen und vor allem Menschen in den Schulen noch nicht. Aber trotzdem muss der Weg gegangen werden, damit sich etwas verändert! Von wirklich gelebter Inklusion profitieren alle, auch die "Regelkinder"!

    Ich gestehe, in meiner Funktion als Sonderpädagogin an einer Regelschule, eingesetzt in mehreren Klassen, würde mir tatsächlich mehr Teamsitzungen wünschen, die ernst genommen werden und in denen man gemeinsam verbindlich plant. Auch, wenn ich damit vermutlich allein auf weiter Flur bin.

    wenn man sich vor Augen führt, WIE entscheidend vor allem die ersten 3 Lebensjahre für die Entwicklung sind, müsste tatsächlich direkt nach der Geburt eingegriffen werden. Und selbst dann. Genetik, Unfälle, Mutationen usw. nein. Eine Chancengleichheit kann es nicht geben, das ist völlig utopisch.

    Und auch nicht die Schuld der Schule. Oder des Systems. Oder der Gesellschaft. Obwohl unsere Gesellschaft wie gesagt schon noch Potential hätte, mehr zu machen, um Lebenschancen zu erhöhen.

    Und dann kommt auch noch dazu, dass wir als Lehrer, vielleicht auch eine ganz andere Vorstellung davon haben, was zu einem erfolgreichen Leben gehört. Ein Sozialarbeiter an einer meiner letzten Schulen hat immer gesagt, "ihr müsst mal eure Mittelschichtsbrille abnehmen".

    Ich glaube er hatte Recht. Eltern wollen meistens das Beste für ihr Kind. Das ist aber nicht zwangsläufig das, was wir als Lehrer als das Beste für das Kind ansehen.

    Ich denke, nein, das geht nicht!Die Kinder bekommen die Startbedingungen durch ihre Familien, sowohl durch Genetik als auch durch Umweltfaktoren. Die kann man nicht wirklich "gleich" machen, auch, wenn man sich schon mehr bemühen könnte, die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass Kindet, die durch nicht so gute Genetik und/ oder Umweltfaktoren schlechtere Karten haben, diese zumindest ein Stück weit ausgleichen können.

    das mit dem Gehalt bei Angestellten funktioniert aber auch nur dann, wenn es jedes mal eine neue, andere Diagnose gibt! Ansonsten gibt es Krankengeld. Erhöht in meinen Augen die Wahrscheinlichkeit, dass de Kollege wirklich ernstlich erkrankt ist!

    In meinem Fall kommt ja auch noch dazu, dass ich Material eigentlich nur für einzelne Kinder habe, die alle auf unterschiedlichem Niveau arbeiten. Irgendwo kam auch die Idee auf, Material per Post zu verschicken. Die Idee hatte ich auch, wurde aber bei uns durch die Schulrätin untersagt. Infektionsketten und so:grimmig:.

    Du warst ja eine derjenigen Userinnen, die meinte, dass der Kontakt zu den Eltern derzeit schwierig sei. Wenn Post wohl auch nicht infrage kommt, ist das wohl derzeit eine missliche Lage für Lehrer, die in Einzugsgebieten wie deinem, arbeiten :/ .

    Ja, ist es tatsächlich. Ich arbeite an einer Schule mit ähnlichem Einzugsgebiet und der einfachste und sicherste Weg, die Schüler bzw. deren Eltern zu erreichen ist WhatsApp. Nicht irgendein ähnlich funktionierendes, aber sicheres Programm sondern schlicht WhatsApp. SMS werden in der Regel nicht beantwortet. Problem ist eben, dass das datenschutzmäßig schwierig ist. Wir dürfen, wenn wir denn unsere Nummer rausgeben wollen, mit einzelnen Familien schreiben/sprechen, aber nicht in Gruppen.

    Ich stehe mit "meinen" Förderkindern gerade ausschließlich darüber in Kontakt, weil es funktioniert. Email und andere Alternativen leider nicht. Aber ich habe eben auch meine Handynummer rausgegeben, finde das aber auch nicht so problematisch. Wer mich nervt, wird blockiert:pirat:.

    Wie fördert ihr diese Kinder? Welche Nachteilsausgleiche setzt ihr ein? Werden Deutsch-Noten ausgesetzt?

    Ich habe aktuell zwei Kinder in Klasse 3 in parallelen Lerngruppen, beide mit Migrationshintergrund, aber seit ca. 5 Jahren in Deutschland. Beide haben massive Artikulationsprobleme und noch mehr Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben ( da sind sie jetzt etwa auf dem Stand Ende Klasse 1 ). In allen anderen Fächern sind die Leistungen in Ordnung, sie werden nicht zieldifferent unterrichtet. Wie läuft sowas bei euch? Ich bin gerade ein bisschen ideenlos, vor allem, was die Bewertung angeht.🤔

    Manchmal muss man sich aber schon fragen, wie sinnvoll ein in katholische und evangelische Religion überhaupt ist. An meiner Schule sind beispielsweise etwa 35 Kinder christlich getauft. Ungefähr 40 nehmen am Religionsunterricht teil. Wir haben 6 (!) Religionslehrer (insgesamt sind wir etwa 20), die je eine Religruppe unterrichten (weil sie alle Religion unterrichten möchten). Da fragt man sich schon, ob das sein muss, ob das nicht eine Verschwendung von Ressourcen ist. Zumal wir 90% Kinder mit Migrationshintergrund haben und dringend DaZ-Förderung bräuchten, die dann in fast Klassengröße stattfindet. Noch besser sind die alle 2 Monate stattfindenden Schulgottesdienste. Da marschieren dann die Klassenlehrer mit den paar Kindern in die Kirche, der große (!) Rest wird von 2 Kollegen auf dem Schulhof beaufsichtigt. Da kann man als Ungläubiger schon am Verstand der religiösen Planer zweifeln...

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